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  1. Inaktiver User

    AW: Anspruch auf Glück!?!

    Ich empfehle zum Thema "Recht auf ....": Ulrich Schaffer; Grundrechte: Ein Manifest.

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    AW: Anspruch auf Glück!?!

    Steigendes Glücksempfinden hat für mich immer etwas mit gelingender Persönlichkeitsentwicklung zu tun. Todesfälle, Krankheiten, tobende Chefs gibt's überall. Aber nicht überall ist das gleichbedeutend mit Unglück sondern gehört zum Leben dazu. Das Glücksempfinden findet nicht TROTZDEM statt sondern AUCH um in Balance zu bleiben.
    D'accord. Die Franzosen unterscheiden das übrigens auch in der Alltagssprache.

    Heute würde ich das Thema "Glück" auf zwei ganz einfach Sätze bringen:

    Glück ist kein Zustand, sondern ein Prozess.

    und:

    Glück ist ein Gefühl.

    Gefühle entstehen ausschließlich in uns selbst. Welche äußeren Einflüsse sich wie darauf niederschlagen, kann von uns mehr gesteuert werden, als viele denken. Das bedeutet keineswegs, sich vom Rest der Gesellschaft loszusagen. Aber ich glaube, wenn mehr Menschen hierzulande mit ihrer Gefühlswelt wirklich klarkämen, also mithin mit sich selbst, dann wären hier auch mehr Menschen glücklich.
    Zurück ist ein Ort, den es nicht gibt.

  3. Inaktiver User

    AW: Anspruch auf Glück!?!

    Zitat Zitat von HansDampf Beitrag anzeigen
    Die meisten Menschen verharren nicht in unglücklichmachenden Situationen, weil sie es sich verbieten, glücklich zu sein, sondern weil eine Änderung der Situation in ihnen die Angst hervorbeschwört, noch unglücklicher zu werden.

    Hans
    Danke Hans, Du sprichst mir aus der Seele!

    Zitat Zitat von marla63
    Zitat:
    Zitat von SABIHONDO
    Anspruch auf Glück bedingt, dass ich jemand anderen für mein Glück verantwortliche mache. Ich stelle den Anspruch an mein Gegenüber, das Schicksal, die Welt, den Zufall, die Sonne, den Mond ... sie alle sollen mich glücklich machen, sofort jetzt und hier. So funktioniert das aber nicht.
    Das sehe ich überhaupt nicht. Jeder Mensch ist für sein Glück selbst verantwortlich. Das ist doch mit allem so, ob mit materiellen oder immateriellen Werten. Ich habe ein Recht darauf, es zu erreichen und für mich in Anspruch zu nehmen, aber ich bin selbst dafür verantwortlich, es zu erreichen und zu erhalten: Ob das meine Lebens- und berufliche Planung, meine Gesundheit, meine Beziehungen sind oder materieller Besitz.

    Leider machen viele, ich auch oft noch, ihr Lebensgefühl von anderen abhängig - was andere tun oder nicht tun oder denken. Aber ehrlich - die meisten Dinge, die uns unglücklich machen, liegen in uns selbst: Weil wir nicht loslassen können, an Plänen, Vorhaben oder Beziehungen festhalten, die uns schon lange nicht mehr glücklich machen, weil wir meinen, Anerkennung von einer bestimmten Person zu brauchen und die nicht bekommen, weil wir etwas in andere hinein interpretieren, weil wir mal wieder etwas persönlich nehmen, weil sich jemand nicht so verhält, wie wir es erwartet hatten... Weil wir zu sehr in der Vergangenheit bei unseren Missgeschicken oder zu sehr in der Zukunft bei unseren Sorgen leben...

    Das sind Programme, die nicht einfach zu erkennen und zu überwinden sind. Aber sie müssen nicht sein. Ich habe das Recht darauf, mich anders zu programmieren! Warum denn nicht?
    Ich verstehe unter Anspruch das selbe wie unsere beliebte Enzyklopädie Wikipedia:

    Unter Anspruch versteht man umgangssprachlich Erwartungen, Bedürfnisse, Wertvorstellungen, übernommene Normen eines Menschen bezüglich einer Sache. Man hat Anspruch an einer Sache

    Eine anspruchsvolle Tätigkeit ist beispielsweise mit Herausforderungen verbunden.
    Anspruchsvolle Kunst bedarf eines gewissen Verständnisses (Kenntnis über Normen), um sie zu verstehen.
    Eine weitere Bedeutung ist der Anspruch auf ein Tun oder Unterlassen von jemandem anderen. Gemeint ist hiermit das Recht, etwas von jemandem verlangen zu dürfen.
    Damit hat man einen Anspruch immer an Dritte oder eine Sache. Wenn Du also sagst, Du hast Anspruch auf Glück, dann doch über Dritte, oder? Oder verstehen wir vielleicht unter Anspruch etwas verschiedenes?

  4. Inaktiver User

    AW: Anspruch auf Glück!?!

    Zitat Zitat von marla63 Beitrag anzeigen
    ...Aber was bezweckst du mit deiner Frage?
    ...
    Ich versuche hinter dem was Du sagts, zu verstehen, was Du meinst. Ich habe nämlich dauernd das Gefühl, das Du und ich dasselbe Wort für verschiedene Bedeutungen verwenden.

    Das Recht auf ... der Anspruch auf.... sehe ich als einklagbar, was Du ja anders bewertest. Während für Dich die Differenzierung zu "Streben nach ..." keinen Sinn gibt. Oder so ähnlich. Also verwendest Du den Begriff/die Begriffe anders als ich.

    Kein Mensch kann dem anderen das Recht absprechen, nach Glück streben zu wollen. Aber das Streben danach verhindern kann er. Die Gedanken sind frei, aber ansonsten ... Wenn Du da aber sprachlich nicht unterscheidest, sagst Du zu mir, der Mensch hat ein Recht auf Glück. Und das ist Unsinn, entschuldige. Ich definiere da mehr und deshalb kommen wir nicht zusammen. Bin eben Analytikerin

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    AW: Anspruch auf Glück!?!

    ich finde auch, dass man das differenzieren muss, wie es leda schon geschrieben hat.

    glück haben: im lotto gewinnen, die liebe des lebens finden (meiner meinung nach kann man die weder suchen noch etwas dafür tun, dass sie einen findet), oder aber auch, so wie es mir im beruflichen passiert, dass ich immer glück hatte, seit ich die branche gewechselt habe (weil ich vorher unglücklich war) und nun die karriereleiter eher raufgeschubst werde, als das ich selber klettern muss. um jetzt mal bei dem beispiel zu bleiben.

    aber irgendwo bleibt es für mich logische konsequenz, dass ja irgendwas im leben gut laufen MUSS.

    ich habe in meine leben schon so viel scheiße durch (wie sicher 99% der menschen von sich behaupten). aber für mich persönlich weicht es von der norm ab. ich hatte es trotz vielleicht augenscheinlich toller rahmenbedingen, nie leicht.
    ich habe auf der emotionalen schiene so gelitten jahre lang. mittlerweile geht es und umso mehr freue ich mich, dass ich überhaupt noch glück sehen und empfinden kann. wenn auch nicht "genug" um davon lange zehren zu können.

    und ich denke auch ein bisschen: wenn ich mir etwas, was ich mir wünsche, hart erarbeiten muss, dann hatte ich da kein glück, sondern ich hab es nur geschafft/geschaffen. aber es ist mir nicht "zugeflogen".

    und wenn es so ist, dass manchen menschen mehr "zufliegt" als anderen: ist das wirklich der reine optimismus? Schicksal? besseres Karma?

    ich kenne meine talente/stärken und ich kenne meine mankos sehr genau und weiß damit gut umzugehen.
    somit bin ich sicher dazu in der lage mein "glück" zu optimieren. was dann aber wiederum keines ist, weil ich was dafür tun müsste.
    Nichts wahrhaft Gutes war jemals einfach

  6. Inaktiver User

    AW: Anspruch auf Glück!?!

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich versuche hinter dem was Du sagts, zu verstehen, was Du meinst. Ich habe nämlich dauernd das Gefühl, das Du und ich dasselbe Wort für verschiedene Bedeutungen verwenden.
    Hallo Marla,

    dieses Gefühl von Uli in Bezug auf Deine Aussagen habe ich auch!
    Ich denke wir liegen alle gar nicht so weit auseinander. Allerdings interpretieren wir Begrifflichkeiten anders.


  7. Inaktiver User

    AW: Anspruch auf Glück!?!

    @delusion

    auf welchem Niveau siedelst du Glück an?

    Für mich ist z.B. Glück, wenn sich mein Katzenmädchen an mich schmiegt und wohlig schnurrt. Besonders viel muss ich dafür nicht tun. Ich muss es nur zu schätzen wissen! Als Glück.

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    AW: Anspruch auf Glück!?!

    @vio

    Zitat Zitat von delusion Beitrag anzeigen
    es ist ja nicht so, dass ich gar keine glücklichen momente habe. ich sehe sie durchaus, aber sie sind soooo schnell wieder vorbei. das größte glück ist momentan mein hund. er vertreibt schlechte gedanken durch einen einzigen blick.
    Nichts wahrhaft Gutes war jemals einfach

  9. Inaktiver User

    AW: Anspruch auf Glück!?!

    Zitat Zitat von marla63 Beitrag anzeigen
    Ich merke gerade in diesem Thread, wie verinnerlicht das bei vielen ist, dass ein Mensch nicht das bedingungslose Recht auf Glück hat und Unglücklichsein zwangsweise zum Leben dazu gehört. Ich finde das traurig.
    Zwischen einem Recht und einem Anspruch gibt es einen großen Unterschied. Ich habe durchaus das Recht, ein teures Wellness-Wochenende zu buchen. Ich habe darauf aber keinen Anspruch, falls mein Geldbeutel das nicht zulässt.

    Recht und Anspruch hin oder her, Unglück ist in der Welt. Auch wenn es einen selbst nicht trifft, leidet man darunter. Ob Unglück zwangsläufig dazu gehört, ist fraglich, dazu müsste man einen Welt ausprobieren können, in der es kein Unglück gibt. Diese Welt jetzt ist es jedenfalls nicht, da kann man noch so optimistisch sein - ein Blick in die Zeitung belehrt einen eines Besseren.

    Andererseits gibt es kein Glück ohne ein Gegengewicht. Wenn es nicht Unglück ist, so doch zumindest: Anstrengung.

  10. Inaktiver User

    AW: Anspruch auf Glück!?!

    Zitat Zitat von delusion Beitrag anzeigen
    ich hatte es trotz vielleicht augenscheinlich toller rahmenbedingen, nie leicht.
    ich habe auf der emotionalen schiene so gelitten jahre lang.

    ...


    und wenn es so ist, dass manchen menschen mehr "zufliegt" als anderen: ist das wirklich der reine optimismus? Schicksal? besseres Karma?
    Was es auch immer ist, dass manche im Lotto gewinnen - so bald man sich vergleicht, hat man verloren.

    Das eigene Lebensglück kann man nur an den Stellen beeinflussen an denen man es kann. In Deinem Fall - wie soll ich sagen - Du "hast" es tatsächlich nicht leicht bzw. Du "machst" es Dir auch nicht gerade leicht:

    ja job ist mir wichtig. weil es der einzige bereich ist, in dem ich anerkennung bekomme und die brauche ich.
    Damit hast Du bzw. bastelst Du Dir selbst die Lizenz zum Unglücklichsein. Und zwar sogar in DOPPELTER Hinsicht:

    1.Du fokussierst Dich auf EINEN Lebensbereich.

    2.Du bist darin auch noch von der Anerkennung anderer abhängig.

    Ich behaupte mal:
    Das kann nur ein "schweres Leben" sein, in dem Du Dich abarbeitest.

    Wie soll da eine Balance entstehen
    a) zwischen unterschiedlichen Lebensbereichen,
    b) zwischen inneren und äußeren Anerkennungsmomenten?

    ich kenne meine talente/stärken und ich kenne meine mankos sehr genau und weiß damit gut umzugehen.
    somit bin ich sicher dazu in der lage mein "glück" zu optimieren. was dann aber wiederum keines ist, weil ich was dafür tun müsste.
    Manche meinen, sie werden nur geliebt wenn sie etwas leisten.
    Du meinst, Dir Deine Glücksmomente erarbeiten zu müssen.

    Das ist aber beides nicht so.
    Liebe und Glück ergeben sich aus dem SEIN. Ohne TUN.
    Unabhängig von Leistung und Optimierung. Das wäre TUN.


    Vieleicht ist es die falsche Reihenfolge bei Dir, aus der Du heraus lebst?
    Manche TUN um ihr SEIN zu legitimieren.
    Das ist anstrengend.

    Manche TUN aus dem SEIN heraus.
    Ich wette, das sind die, die öfter glücklich sind.

    *
    genau wie eine beziehung. sie würde mein leben bereichern, wenn es eine gute beziehung wäre. aber nur die beziehung allein würde mich auch nicht runum glücklich machen.
    Dazu ist eine Beziehung auch nicht da.
    Sondern eine Beziehung ist EIN Ausdruck, ein Bereich, des SEINs.

    Und je authentischer man sein SEIN in der Beziehung leben kann, desto bereichernder, desto glücklicher. Dann sind sogar Konflikte und Auseinandersetzung positiv, denn sie sind eigener Ausdruck und nicht nur Showkämpfe um "wie man es richtig macht".

    ich glaube mein höchstes gut derzeit ist die ruhe. alle menschen dieser welt sollen mich einfach mal in ruhe mein ding machen lassen. das wäre fein!
    Warum machst Du nicht einfach Dein Ding?
    Weil Dir alle reinquatschen?
    Warum lässt Du Dich davon abbringen?

    Wie wär's damit: DEINEN Weg unter den gegebenen Umständen, die Du nicht ändern kannst, zu finden um Dein Ding zu machen, ist ebenfalls Dein SEINs-Ausdruck - und nicht nur das angestrebte Ergebnis bzw. das TUN - aber bittschön ohne Umweltstörungen.

    *

    mittlerweile geht es und umso mehr freue ich mich, dass ich überhaupt noch glück sehen und empfinden kann. wenn auch nicht "genug" um davon lange zehren zu können.
    Wie lange Du wovon zehrst, das liegt an Dir und Deiner Bewertung. 1 Hundeblick genügt z.B. um sich 100x daran zu erinnern, einen kleinen Glücksstich im Bauch zu bekommen und vor sich hinzulächeln.

    Oder hast Du ein unrealistische Vorstellung davon was Glück ist? Stellst Du Dir vor, dass es eine riesen Welle ist, die Dich über alles spielend hinwegträgt? Die Vorstellung, dass Glück bei anderen viel mehr Endorphine freisetzt und ausgerechnet Du armer Endorphinjunkie musst mit gaaanz wenig Gelegenheiten auskommen?
    Geändert von Inaktiver User (16.03.2010 um 17:55 Uhr)

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