Antworten
Seite 3 von 6 ErsteErste 12345 ... LetzteLetzte
Ergebnis 21 bis 30 von 59
  1. Inaktiver User

    AW: Anspruch auf Glück!?!

    Zitat Zitat von marla63 Beitrag anzeigen
    ... Jeder Mensch ist für sein Glück selbst verantwortlich....
    DIESEN Satz kann ich nicht mehr hören. Der Mensch ist für das Streben danach verantwortlich. Aber das alleine genügt nicht. Es gehört einfach auch Glück zum Erreichen des Glücks. Der oben zitierte Satz wird doch heute so oberflächlich benutzt, indem er suggeriert, wer sein Glück nicht erreicht, ist ja mal schön selbst dran schuld. Als gäbe es keine äußeren Umstände und wir könnten alle losgelöst von allem um uns herum alles erreichen. Solche Heilsversprechungen sind doch etwas für Fernsehprediger.
    Glück erreicht der eine leichter und der andere mühseliger und mancher nie. Aber in den Schoss fällt es niemandem, denn selbst wenn man es hat, braucht es Reflektion, um es zu bemerken. Siehe oben zum Thema Wertschätzung.


    Zitat Zitat von marla63 Beitrag anzeigen
    ...Ich verstehe auch einen anderen Gedanken von dir nicht: Du schreibst, man habe das Recht danach, nach Glüc zu streben. Aber das Recht, glücklich zu sein, hat man nicht`? Widerspricht sich das nicht?...
    Recht im Sinne von Anspruch, und darum geht es ja hier in diesem Strang, und Glück widersprechen sich doch schon in der Sache. Ein Recht, nach Glück zu streben, kann ich in der Gesellschaft, in der ich lebe, also bei anderen Menschen einfordern. Da geht es um das Verhalten in einer Gruppe von Menschen.
    Ein Recht auf Glück kann ich bei niemandem einfordern. Nicht einmal beim lieben Gott, wenn man daran glaubt. Wer sollte mir das erfüllen? Es geht hier nicht um eine Verhalten, sondern um Dinge oder Situationen die eintreten oder nicht eintreten in jedermanns Leben. Und das ist nicht einklagbar.
    Ist der Unterschied so schwer zu verstehen?
    Geändert von Inaktiver User (16.03.2010 um 14:41 Uhr)

  2. User Info Menu

    AW: Anspruch auf Glück!?!

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Würde ich glauben, es habe "Unglück verdient", hätte ich keine
    Kinder.
    Du glaubst also nicht, dass deine Kinder Unglück verdient haben. Was haben sie denn stattdessen verdient?


    Leben kann ich lohnen, auch ohne "Glücksanspruch"
    Ja, sicher. Es geht ja nicht daram, ob man diesen Anspruch braucht. Es geht darum, ob man diesen Anspruch oder das Recht auf Glück haben darf. Und ich sage: Ja, man darf. Ich darf glücklich sein, ich habe ein Recht darauf, in meinem Leben glücklich zu sein. Ich habe es gebraucht, mir das bewusst zu machen. Andere brauchen es vielleicht nicht? Ich weiß es nicht.
    Bewahre mich vor der Angst,
    ich könnte das Leben versäumen.
    Gib mir nichts, was ich mir wünsche,
    sondern was ich brauche.
    Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.


    Antoine de Saint-Exupéry

  3. Inaktiver User

    AW: Anspruch auf Glück!?!

    Sehe ich das richtig, Marla, Du bist in deinem Leben glücklich und leitest daraus ab, dass Du ein Recht darauf hast?

    Und was ist, wenn Dir was passiert, was Dich unglücklich macht? Was tust Du dann? Wirst Du mit dem Fuss aufstampfen und sagen: Ich habe aber ein Recht darauf! und schmollen, bis Du dein Glück zurück bekommst? Oder wirst Du danach Streben, wieder glücklich zu werden, indem Du die Realität beachtest und deinen Weg zum Glück erneut suchst?
    Oder siehst Du dich als gefeit gegen alles, was dein Glücklichsein stört? Weil Du ja ein Recht darauf hast?

  4. User Info Menu

    AW: Anspruch auf Glück!?!

    Ich würde Marla's Anatz als "moralisches Recht auf Glück" beschreiben. Niemandem sollte gesagt werden, daß es schlecht ist, glücklich zu sein. Niemandem sollte verboten werden, nach Glück zu streben. Glücklichsein ist etwas Gutes und Anstrebenswertes. Mehr nicht.

    Aber ein Anspruch im Sinne einer einklagbaren Leistung ist das natürlich nicht.

    Zum Glücklichsein benötigt man neben Glück auch eine Einstellung, die es erlaubt, Glück zu erkennen und Glück annehmen/genießen zu können. Letztlich ist es in den meisten Fällen eine (unbewußte) Entscheidung, glücklich zu sein. Objektive Tatsachen, die für fehlendes Glück sprechen, lassen sich oft empirisch "widerlegen" (im Sinne von: andere Menschen sind unter den gleichen Umständen glücklich)

    Sieht man von extremen Geschehnissen (wie schweren Krankheiten, Gewalt, Verlust, Tod, bitterer Armut) einmal ab, dann ist Glück ein Konstrukt unseres inneren Auges beim Blick auf unser Leben und die Welt um uns her. Ob wir mit einer Situation zufrieden sind, entscheiden wir immer selbst. Mancher liebt das Chaos, mancher die Ruhe. Mancher setzt Statik mit Zufriedenheit gleich, mancher benötigt dafür Dynamik. Und aus der Zufriedenheit ergeben sich lichte Momente kurzen Glücks, die unsere Zufriedenheit potenzieren.

    Am stärksten stehen unserer Zufriedenheit als Basis von empfundenem Glück einmal die Internalisierung "schwarzer" Pädagogik (emotionale Erpressung im Sinne von: man muß sich Liebe und Zufriedenheit verdienen) und andererseits die erwartete direkte Bindung von Glück an Dinge und Taten im Wege.

    Hans
    ----------------------------------------------------------------
    "Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.

  5. User Info Menu

    AW: Anspruch auf Glück!?!

    Der oben zitierte Satz wird doch heute so oberflächlich benutzt, indem er suggeriert, wer sein Glück nicht erreicht, ist ja mal schön selbst dran schuld.
    Das ist wirklich sehr oberflächlich interpretiert. Ich sehe das nicht so, ich würde da überhaupt keine Schuld hineininterpretieren, sondern lediglich Eigenverantwortung. Und nur weil ein Satz oft und von vielen oberflächlich benutzt wird, ist er für mich nicht weniger wahr.

    Wahr ist aber für mich auch, dass es eben meist NICHT die anderen Menschen oder die nicht zu ändernden Umstände sind, die mich unglücklich machen. sondern was ich daraus mache oder mit mir machen lasse. Die großen Schicksalsschläge, die einen treffen und für die man nichts kann, sind doch vergleichsweise selten, wenn ich mir die vielen Alltagssituationen betrachte, um die es der TE geht.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Recht im Sinne von Anspruch, und darum geht es ja hier in diesem Strang, und Glück widersprechen sich doch schon in der Sache. Ein Recht, nach Glück zu streben, kann ich in der Gesellschaft, in der ich lebe, also bei anderen Menschen einfordern. Da geht es um das Verhalten in einer Gruppe von Menschen.
    Ein Recht auf Glück kann ich bei niemandem einfordern. Nicht einmal beim lieben Gott, wenn man daran glaubt. Wer sollte mir das erfüllen? Es geht hier nicht um eine Verhalten, sondern um Dinge oder Situationen die eintreten oder nicht eintreten in jedermanns Leben. Und das ist nicht einklagbar.
    Ist der Unterschied so schwer zu verstehen?
    Ja, ehrlich, ich verstehe nicht. Das Streben nach Glück kannst du einfordern bzw. das Recht darauf? Bei wem denn? Das Glück dagegen nicht? Ich denke, beides kann man nur bedingt bei anderen einfordern. Vielleicht kannst du mir ein Beispiel sagen oder es mir am Beispiel der TE erklären?

    Hat die TE kein Recht darauf, mit ihrer beruflichen Perspektive glücklich zu sein? Ich denke: Ja. Und der Vorgesetzte hat kein Recht, ihr das zu vermiesen. Einklagen oder einfordern kann sie das bei ihm aber nur schlecht, vielleicht indem sie das mal anspricht oder sich zur Wehr setzt. Letzten Endes ist es aber ihre Aufgabe, dafür zu sorgen, dass der Chef sie nicht mehr ärgern kann, vielleicht indem sie sich z.B. distanziert, eine andere Haltung einnimmt und seine Worte nicht mehr persönlich nimmt z.B.

    Sie schreibt ja selbst:

    und lasse mich hier von dem a*** runter ziehen.
    Sie lässt es also auch mit sich machen, was nicht sein müsste. Ich denke immer, wenn man der Meinung ist, man habe kein Recht darauf glücklich zu sein, wird man viel öfters und länger in unbefriedigenden Situationen verharren, ohne aktiv zu werden, als wenn man mit der Haltung durch Leben geht, dass jeder Mensch, auch ich, das Recht darauf hat, glücklich zu sein. Man wird viele Situationen ganz anders sehen, vieles nicht mehr mit sich machen lassen und schon allein dadurch viel mehr Glück und Zufriedenheit empfinden.
    Bewahre mich vor der Angst,
    ich könnte das Leben versäumen.
    Gib mir nichts, was ich mir wünsche,
    sondern was ich brauche.
    Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.


    Antoine de Saint-Exupéry

  6. Inaktiver User

    AW: Anspruch auf Glück!?!

    Ich schlage zuerst mal eine Differenzierung vor:
    Glück haben .....das ist ein Lottogewinn oder wenn der Blumentopf von oben neben einem einschlägt.


    Das andere ist für mich die Fähigkeit des Glücksempfindens.
    Und für seine Empfindungen kann man sehr wohl sehr viel tun.

    Das Glücksempfinden steigt mit der Fähigkeit gelassen mit "Frust" und "Stress" umzugehen. Und das hat vor allem damit zu tun, wie man Geschehnisse und Rahmenbedingungen bewertet.*

    Je mehr Unglücksempfinden, desto mehr Frusterlebnisse und Stressituationen.

    Je mehr Unglücksempfindung desto weniger Raum für Glücksempfindung.

    Es gibt die Realität - und es gibt die eigene Wirklichkeit.
    Der Unterschied liegt in der Bewertung von den Dingen, die wir wahrnehmen.

    Steigendes Glücksempfinden hat für mich immer etwas mit gelingender Persönlichkeitsentwicklung zu tun. Todesfälle, Krankheiten, tobende Chefs gibt's überall. Aber nicht überall ist das gleichbedeutend mit Unglück sondern gehört zum Leben dazu. Das Glücksempfinden findet nicht TROTZDEM statt sondern AUCH um in Balance zu bleiben.

  7. User Info Menu

    AW: Anspruch auf Glück!?!

    Was ist denn schon das große Glück? Es gibt im Leben nur viele kleine Glücksmomente, auf die man achten muss...

    Und daraus entsteht, wenn man Glück hat und sich ein bisschen bemüht, auch etwas Großes.

    N bisschen wirr, aber so sehe ich es....

  8. User Info Menu

    AW: Anspruch auf Glück!?!

    Zitat Zitat von marla63 Beitrag anzeigen
    Ich denke immer, wenn man der Meinung ist, man habe kein Recht darauf glücklich zu sein, wird man viel öfters und länger in unbefriedigenden Situationen verharren, ohne aktiv zu werden, als wenn man mit der Haltung durch Leben geht, dass jeder Mensch, auch ich, das Recht darauf hat, glücklich zu sein. Man wird viele Situationen ganz anders sehen, vieles nicht mehr mit sich machen lassen und schon allein dadurch viel mehr Glück und Zufriedenheit empfinden.
    Entschuldige bitte die harten Worte, aber das halte ich für eine Binsenwahrheit.

    Die meisten Menschen verharren nicht in unglücklichmachenden Situationen, weil sie es sich verbieten, glücklich zu sein, sondern weil eine Änderung der Situation in ihnen die Angst hervorbeschwört, noch unglücklicher zu werden.

    Hans
    ----------------------------------------------------------------
    "Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.

  9. User Info Menu

    AW: Anspruch auf Glück!?!

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und was ist, wenn Dir was passiert, was Dich unglücklich macht? Was tust Du dann? Wirst Du mit dem Fuss aufstampfen und sagen: Ich habe aber ein Recht darauf! und schmollen, bis Du dein Glück zurück bekommst? Oder wirst Du danach Streben, wieder glücklich zu werden, indem Du die Realität beachtest und deinen Weg zum Glück erneut suchst?
    Das Letzte trifft zu, dswegen habe ich ja den Satz geschrieben, den du nicht mehr hören kannst.

    Aber was bezweckst du mit deiner Frage?

    Zitat Zitat von HansDampf Beitrag anzeigen
    Aber ein Anspruch im Sinne einer einklagbaren Leistung ist das natürlich nicht.
    Ich meinte das auch nicht als "Recht" im juristischen Sinn, auch nicht als Recht, das ich bei jemandem einfordern kann. Vielleicht muss man aber auch mal juristische Wege gehen, wenn die Situation der TE z.B. in Mobbing ausarten würde.

    Oder der Mann, der meine Nachbarin geschlagen hat, seitdem lebt sie in ständiger Angst. Ich denke. hier muss jeder für sich entscheiden, ob ein rechtliches Vorgehen ihn glücklicher machen könnte. In ihrem Fall denke ich: Ja. Sie hat doch ein Recht darauf, ihn anzuzeigen und Schutz zu bekommen, um sich angstfrei ein neues und glückliches Leben aufzubauen.

    Am stärksten stehen unserer Zufriedenheit als Basis von empfundenem Glück einmal die Internalisierung "schwarzer" Pädagogik (emotionale Erpressung im Sinne von: man muß sich Liebe und Zufriedenheit verdienen) und andererseits die erwartete direkte Bindung von Glück an Dinge und Taten im Wege.
    Genau so sehe ich das auch.

    Ich merke gerade in diesem Thread, wie verinnerlicht das bei vielen ist, dass ein Mensch nicht das bedingungslose Recht auf Glück hat und Unglücklichsein zwangsweise zum Leben dazu gehört. Ich finde das traurig.
    Bewahre mich vor der Angst,
    ich könnte das Leben versäumen.
    Gib mir nichts, was ich mir wünsche,
    sondern was ich brauche.
    Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.


    Antoine de Saint-Exupéry

  10. User Info Menu

    AW: Anspruch auf Glück!?!

    Zitat Zitat von HansDampf Beitrag anzeigen
    Entschuldige bitte die harten Worte, aber das halte ich für eine Binsenwahrheit.
    Eine Binsenwahrheit ist auch eine Wahrheit.

    Ich kann nur sagen, wie es bei mir war, und ich kann mir vorstellen, dass es anderen auch so geht. Viele Menschen müssen sich erst hart erarbeiten, was für andere längst selbstverständlich ist.
    Bewahre mich vor der Angst,
    ich könnte das Leben versäumen.
    Gib mir nichts, was ich mir wünsche,
    sondern was ich brauche.
    Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.


    Antoine de Saint-Exupéry

Antworten
Seite 3 von 6 ErsteErste 12345 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •