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Thema: Superkrise

  1. Inaktiver User

    AW: Superkrise

    Hallo Flieder,

    was es nützt, Ziele zu benennen? Ganz einfach: Anhand dieser kannst du einen Realitäts-Check vornehmen Wenn du dich mit jemandem auf einen Kaffee triffst, um DIE Freundin fürs Leben zu finden, dann wäre das unter Umständen "übers Ziel hinausgeschossen". Tabea hat diesen Gedanken ganz gut benannt - es gibt Menschen, die tragen ein Bedürftigkeitsschild auf der Stirn und schrecken allein schon deshalb unbewusst ab.

    Wenn du ein Ziel hast, das klar nicht erreichbar ist, dann musst du es nach unten korrigieren. Und es anpassen an das, was dir überhaupt möglich ist. Du kannst nicht als Ziel benennen, eine Million im Lotto gewinnen zu wollen, denn das läge ja gar nicht in deiner Hand. Aber du könntest sagen, ich möchte einen Job haben, der gut bezahlt ist (wobei das "gut" von dir mit einer realistischen Zahl besetzt werden müsste, klar). Wo siehst du deinen eigenen Wert, bei welchem Betrag wärst du zufrieden und würdest nicht das Gefühl haben, dich "unter Wert" zu verschachern. Das ist wichtig, weil es AUCH Bestätigung ist.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Konkrete berufliche Ziele zu formulieren - wozu - wenn von außen immer nur negatives kommt? Ich finde, das äußere Umfeld spielt eine große Rolle. Ich kann noch so viele Ziele haben, wenn die äußere Realität nicht mitspielt, bringen auch die Ziele nichts.
    Totschlagargument Vielleicht suchst du an der falschen Stelle? Ich weiß es ja auch nicht. Wie schon jemand anderes schrieb: Eine gutbezahlte, anspruchsvolle Angestelltentätigkeit wirst du über die Arbeitsagentur eher nicht finden. Auch wird dich ein 400-€-Job vermutlich nur noch mehr frustrieren, weil die Möglichkeit, dass sich dort Chefs befinden, die dich miesmachen, doch wohl erheblich größer sein dürfte als in einem seriösen Großunternehmen.

    Also, ich lebe ja im Ausland, und ich bin hier ewig nach Englisch sprechenden Yoga-Lehrern auf der Suche gewesen. Vielleicht könntest du deine Qualitäten auch zu so einem konkreten Angebot verknüpfen und gezielt darauf hinarbeiten? Da könnte unter Umständen tatsächlich ein Wegzug in eine Großstadt hilfreich sein, aber solche Möglichkeiten würde ich immer erst ins Auge fassen, wenn sie aufgrund meiner persönlichen Ziele quasi auf der Hand liegen.

    Privat wünsche ich mir Bekannte und einige Freunde.
    Sind das wirklich zu hohe Erwartungen? Wo leben wir eigentlich??? Ich bin ja auch bereit, zu geben; aber evtl. ist das auch ein Fehler. Ich müsste vielleich tougher werden?
    Hm, du bist ziemlich geladen. Bringst du das auch in persönlichen Kontakten im RL so rüber? Bleibt ein Small-Talk ein Small-Talk oder hast du grundsätzlich die Erwartung nach Freundschaft dahinter? Unverbindliche Bekanntschaften sind, so mein Eindruck, nicht das wirkliche Problem für dich, sondern dass du die Erwartung hast, dass sich aus diesen auch tiefergehende Freundschaften entwickeln mögen.

    Man kann seine Erwartungen auch soweit runterschrauben, dass man keine Identität mehr hat - das alles sind so Gedanken, die gerade auftauchen...
    Nein, ich sehe das ganz anders. Ich bin der Überzeugung, dass man erst, wenn man es schafft, seine Erwartungen auf ein Mindestmaß herunterzuschrauben, die eigene Identität erst Luft genug hat, überhaupt zu atmen.

    Wenn du aus dem Problematisieren heraus möchtest, dann probiere es mal mit lösungsorientierten Strategien. Hier kamen schon viele gute Ratschläge in dieser Richtung.

    Schlaflos

  2. Inaktiver User

    AW: Superkrise

    Hallo Ihr!

    Vielen Dank für eure Bereitschaft, mich zu unterstützen.

    Ich versuche gerade, mich ein wenig zu sortieren u. schreibe euch zu euren verschiedenen Gedanken:
    - Pilates- u. Yoga habe ich schon alles probiert:Vereine, VHSen u. v. m. Es gibt hier sehr viel Konkurrenz.

    Außerdem wird mir klar, dass ich jeden Tag u. nicht nur ab und zu arbeiten will.

    Ich hatte jahrelang viele berufliche u. private Ziele. Die Realität draußen sieht aber nun mal so aus, wie sie aussieht: Leute, die wegziehen, wenn sie können, dann freudestrahlend vermelden, es sei toll woanders. Ständige Rückmeldungen, ich sei zu alt für berufliche Neuanfänge. Und dazu kommt, dass ich ehrlich gesagt, keine Kraft mehr habe. Und keine Lust mehr auf so ein Leben.

    Ich fühle mich komplett leer und ausgebrannt. Ich will und kann nichts mehr geben.
    Mein Hausarzt, bei dem ich wegen einer Kur fragte, sagte, das soll ich vergessen: Kuren gibt es nur noch bei kompletten Zusammenbrüchen.

    Ich will keine Ehrenämter mehr machen (hab ich jahrelang gemacht) keine Probleme von andern mehr anhören, und wenn ich welche habe, ist keine Zeit da.
    Wenn ich das so schreibe, klingt das fremd; aber tatsächlich will ich nichts mehr für andere tun.
    Zumindest, bis ich ein neues Gleichgewicht gefunden habe. Und das wird lange dauern.

    Mein Beziehungskonzept lautete immer: Wenn ich mich genug beruflich u. privat engagiere, kommt auch was zurück.
    Das kann ich überhaupt nicht bestätigen.

    Mir ist auch klar, dass hier alte Erziehungsmuster berührt werden: Ich habe von klein auf gelernt, dass andere viel wichtiger sind als ich. Dass ich zurückstehen muss, wenn meine Eltern oder meine Verwandten/Schwester etwas wollen.
    Ich habe mich nie wichtig genommen, kenne mein Potential nicht. Es gab immer nur andere, die Schauplätze der anderen. Die Leben der anderen.

    Vielleicht bin ich deshalb oft an Leute geraten, die so mit sich beschäftigt sind. Nur war meine Angst bis dato zu gross, mich damit mal auseinnanderzusetzen.
    Insofern gilt der Spruch Krise als Chance:-))

    Das Gefühl, wertlos zu sein, ist ein altes Gefühl, dass jetzt, in der Krise, so richtig spürbar wird.
    @Schlaflos: Ich stimme dir zu, dass es sehr wichtig ist, seine eigne innere Einstellung zu verändern. Hier liegt aber auch eine große Gefahr, die mich u. a. in die jetzige Depression gestürzt hat: Ich habe mich lange Jahre zu sehr angepasst.
    Habe nicht nach mir selber geschaut - aus Angst, dann verlassen zu werden, weil sich dann niemand mehr für mich interessiert.

    Ich habe Jobs angenommen, nur um rauszukommen, um das Gefühl zu haben, ich arbeite, ich bin ein nützliches Mitglied dieser Gesellschaft.
    Einer Gesellschaft, in der Leistung, Geld und Arbeit viel mehr zählen als der Mensch. So erlebe ich es zumindest hier in den Akademikerkreisen. Jeder hat sein Eigenheim, meine Tochter (19) war jahrelang todunglücklich darüber, dass wir in einer durchschnittlichen Mietwohnung leben u. uns keine teuren Urlaube leisten konnten u. ä.
    Das hat mich noch mehr fertig gemacht.

    Die Jobs, die ich u. a. auch deshalb angenommen habe, damit sie sich wenigstens ein bisschen gute Kleidung leisten konnte, haben mich nur noch mehr runtergezogen, denn ich musste mein Gehirn abschalten.

    Ich höre aber nur überall, meine Ausbildung sei veraltet, ich bin zu alt. Nur Negatives - unerträglich.
    Nicht genug, irgendwie war und ist es nie genug, was ich geleistet habe. Aber jetzt habe ich genug. Komisches Gefühl...

    Ja, ich bin gerade echt verbittert; aber das muss mal raus, sonst gehe ich daran kaputt! Ich habe aber nicht vor, darin stecken zu bleiben. Sonst würde ich nicht hier posten...

    Nun denke ich über folgendes nach: Ich setze mit der Jobsuche ein halbes Jahr aus und verschiebe in meinem persönlichen Wertesystem Jobs und den Wunsch nach Kontakten ganz weit nach hinten.
    Stattdessen kümmere ich mich um mein bis dato ziemlich unerforschtes Potential und übe, bei mir selber zu bleiben (in kleinen Schritten);
    ABER WIE GEHT DAS?

    Ich habe grässliche Schuldgefühle bei dem Gedanken, einfach nicht mehr über Jobs und die Schauplätze der anderen nachzudenken und es mir mal so richtig
    gutgehen zu lassen - egal, was andere darüber denken.
    Ich kritisiere mich permanent selber...wie kann ich diese Denken und diese Gefühle stoppen?


    Flieder
    Geändert von Inaktiver User (13.03.2010 um 14:49 Uhr)

  3. User Info Menu

    AW: Superkrise

    Ja, Ja ,Ja

    das hört sich gut an:
    wenn ich das lese freue ich mich für dich

    du machst genau das richtige, kümmere dich um dich und lass alle anderen los
    Sich selbst bekriegen ist der allerschwerste Krieg
    Sich selbst besiegen ist der allegrößte Sieg

  4. Inaktiver User

    AW: Superkrise

    @ Flieder

    Du siehst und weißt ganz genau, wo die Ursachen für deine Unzufriedenheit liegen. Uralte Erziehungsmodelle und verinnerlichte Glaubenssätze haben dich dorthin gebracht, wo du heute bist: an einem Abgrund. Gott existiert

    Geben ist natürlich eine soziale Kompetenz, die richtig und wichtig ist. Aber zu geben, um zu bekommen, geht eigentlich immer nach hinten los. Eine Erkenntnis, die frustrierend ist (fand ich jedenfalls immer). Dennoch eine wichtige...

    Beruflicher Tipp: Könntest du nicht so eine Art personal trainer werden, jemand, der zu Yoga & Pilates ins Haus, Büro o. ä. kommt? War so ein Blitzgedanke, der mir beim Durchlesen gekommen ist.

    Mir scheint, du beneidest diese Leute, die wegziehen und sich dort, in der Ferne, anscheinend so wohl fühlen. Wäre das etwas, was du auch wollen würdest? Einfach mal raus aus dem akademischen Muff, deiner Pseudo-Einfamilienhaus-Idylle? Könnte das sein?

    Ich fühle mich komplett leer und ausgebrannt. Ich will und kann nichts mehr geben.
    Gratulation

    "Worauf ich meine Aufmerksamkeit richte, dorthin fließt meine Lebenskraft." (Jens Baum: siehe auch Lebenstherapie)

    Dein Körper zeigt dir gerade auf beeindruckende Weise, dass Schluss ist mit dem "alten Leben", dass es so einfach nicht weiter geht. Vermutlich hat er auch vorher schon die verschiedensten Signale ausgesandt, aber die waren zu lau, zu schwach - die hast du nicht ernst genug genommen. Nun hat dein Körper die Notbremse gezogen.

    Habe nicht nach mir selber geschaut - aus Angst, dann verlassen zu werden, weil sich dann niemand mehr für mich interessiert.
    Interessierst du dich denn für dich????

    Nun denke ich über folgendes nach: Ich setze mit der Jobsuche ein halbes Jahr aus und verschiebe in meinem persönlichen Wertesystem Jobs und den Wunsch nach Kontakten ganz weit nach hinten.
    Stattdessen kümmere ich mich um mein bis dato ziemlich unerforschtes Potential und übe, bei mir selber zu bleiben (in kleinen Schritten);
    ABER WIE GEHT DAS?
    Du hast gerade damit angefangen: Du bist mittendrin in deinen Gefühlen. Bleibe weiter mit ihnen in Kontakt. Keine faulen Kompromosse. Schau, was dir wirklich wichtig ist im Leben. Ich weiß nicht, ob es tatsächlich funktioniert, sich so etwas wie oben vorzunehmen, aber auf jeden Fall hört es sich deshalb gut an, weil du deinen Fokus auf dich richtest.

    Schlaflos

  5. User Info Menu

    AW: Superkrise

    Vielleicht stelle ich mir auch einfach alles zu einfach vor, aber ich habe auch von klein auf gelernt, Gefühle zu unterdrücken. NUR, irgendwann ist man erwachsen und bestimmt SELBER über sein Leben.... Und ich wundere mich, das du ein Mensch bist, der gibt, aber GAR NICHTS zurückbekommt...

    Es haben schon einige Vorschläge gemacht, aber du hast alles schon gemacht und NICHTS hat dir was gebracht... Was soll deiner Meinung nach neu erfunden werden????

    Und tut mir leid, aber das GANZE Leben besteht aus Kompromissen, lerne für dich, die GERNE zu machen....

  6. User Info Menu

    AW: Superkrise

    bumblebees (toller nick!) hat schon alles gesagt . . wenn ich das mit meinen zarten 49 jahren mal sagen darf . .

    flieder,

    lies mal den strang "die herausforderung alleine leben (zu muessen) - mein persoenlicher mt. everest" im forum trennung.

    da habe ich (mein alter nick war ann-christine) dokumentiert, wie man in hohem alter (werde dieses jahr 50) alleine neu durchstarten kann.

    so, ich geh jetzt reiten. das habe ich vor 2 jahren angefangen, stelle mich relativ daemlich an, aber hab ne menge spass dabei!

    wenn ich reiten kann, lerne ich klavier spielen . . ich freu mich schon, irgendwann mal nach dem buero heimzukommen und die kleine nachtmusik zu klimpern!

    luciernago
    die sich mit 49 zur zeit sauwohl fuehlt . .
    LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH

  7. Inaktiver User

    AW: Superkrise

    Liebe Flieder, hast du schon einmal daran gedacht, es als Investition in deine Zukunft zu sehen, ein professionelles Coaching zu machen. Ich lese viele Glaubenssätze, die aufgelöst werden dürften bzw. sollten. Denn noch erhältst du an allen Orten Bestätigungen dafür. Sei es die Psychologin bei der Beratungsstelle, die Resonanz auf deine Kontaktversuche, der Arzt, überall wird bestätigt, was du selbst in deinem tiefsten Innern glaubst: nichts wirklich Gutes mehr verdient zu haben.

    DAS würde ich als Ansatz und ersten Schritt der Bereinigung nehmen. Wenn du in dir fest bist, die Überzeugung (wieder)erlangt hast, etwas wert zu sein, schöne Freundschaft genießen zu können, deine Berufung zu finden, geschehen die Dinge zu deinen Gunsten.

    Doch zuerst sollten diese kräftezehrenden und demotivierenden alten Denkmuster Ersatz finden.

    Suche dein Potential! Es gibt tolle Coachs.

    LG Julifrau

  8. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Superkrise

    Zitat Zitat von luciernago Beitrag anzeigen
    luciernago
    die sich mit 49 zur zeit sauwohl fuehlt . .

  9. Inaktiver User

    AW: Superkrise

    Hallo an alle,
    Danke!

    Ich habe mir gerade eure Antworten ausdrucken lassen u. werde das in kleinen Schritten üben, was mir für meine Lage sinnvoll erscheint.

    Was ich mir von euch wünsche wären weniger theoretische Tipps als vielmehr eure praktische Umsetzung. Wie seid Ihr aus einer Krise wieder rausgekommen? Was habt ihr verändert?
    Mich interessieren vor allem die kleinen Schritte ganz am Anfang!

    Woher habt Ihr euer Selbstvertrauen her, wenn wieder etwas schiefgeht? Was im Leben wohl unvermeidbar ist...

    Vermutlich drücke ich mich auch ziemlich wirr aus - in meinem Kopf u. in meinen Emotionen herrscht auch Chaos - aber ich würde gerne wissen, wie IHR persönlich aus dieser tiefen KRAFTLOSIGKEIT und HOFFNUNGSLOSIGKEIT wieder herausgefunden habt.

    Tipps sind natürlich auch hilfreich; aber ich fühle mich überfordert, weil mir die Energie fehlt, diese umzusetzen.
    Wenn ich mir aber eine Person hinter den allgemeinen Ratschlägen mit einer eigenen Geschichte vorstellen kann, ist das schon anders - hoffe, ich konnte mich verständlich machen.

    Schönen Sonntag euch allen!
    Flieder
    Geändert von Inaktiver User (14.03.2010 um 16:00 Uhr)

  10. Inaktiver User

    AW: Superkrise

    Liebe Flieder, mir halfen eine Therapie und danach ein professionelles Coaching.

    LG Julifrau

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