Hi,
Wahrscheinlich wird das Thema jetzt recht schwammig, aber ich versuche es mal.
Die Frage ist: wie trefft ihr Entscheidungen, die euer Leben verändern?
Ich bin normalerweise ein Mensch, der lange abwägt. Zumindest wenn es um alltägliche Themen geht. Wenn man es übertrieben ausdrücken wollte, könnte man auch sagen dass ich mir eine Pro-/Contra-Liste dazu mache, was ich morgen zum Frühstück essen will.
Wenn es aber um Dinge geht, die mein ganzes Leben verändern, treffe ich Entscheidungen in Sekundenschnelle.
Erst vor wenigen Tagen hatte ich wieder so ein Erlebnis: ich war auf dem Weg nach Hause, saß in der Straßenbahn und während ich aus dem Fenster schaute kam wieder so eine Idee auf, was sich in der nächsten Zeit ändern wird (worauf ich jetzt mal nicht näher eingehen will) und der Wille "das zieh ich durch" war enorm stark. Es war quasi wie ein Blitz und ich habe mich danach sehr glücklich gefühlt.
Auch heute hält der Gedanke noch an und ich bin sicher, dass ich diesen Entschluss in die Tat umsetzen werde.
So war es auch in der Vergangenheit mehrfach. Die Entscheidung, zu studieren und in eine bestimmte Stadt zu gehen ist auch innerhalb von höchstens einem Tag getroffen worden. Auch von einem Partner habe ich mich Hals über Kopf getrennt, ohne vorher darüber nachgedacht zu haben. Im Rückblick waren das 100% richtige Entscheidungen.
Aber wie passt das mit dem sonstigen Abwägen zusammen?
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 26
-
07.03.2010, 01:14
(Lebens-)Entscheidungen treffen
-
07.03.2010, 01:24
AW: (Lebens-)Entscheidungen treffen
Verblüffend. Ich könnte es nicht sagen.
Ich glaube, ich habe immer lange nachgedacht und dann plötzlich eine Entscheidung getroffen.
Über's Frühstück denke ich nie nach. Ich esse, was ich vorher gekauft und also vorhanden ist. Das ist allerdings gut nachgedacht.
Körperlich Distanz
Sozial zusammen
You'd have to be here
I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
It's northerly facing and close to an open fjord
The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
Calling so slowly from summer's before
Kari Bremnes
-
07.03.2010, 08:37Inaktiver User
AW: (Lebens-)Entscheidungen treffen
Ersteinmal herzlichen Glückwunsch, dass Du Dir diese Fähigkeit bewahrt hast!

Der Hintergrund und damit auch die Beantwortung Deiner Frage ist der, dass Du im Augenblick des Absichtslosen aus Deinem Unbewussten die Entscheidungen bekommst und das ist ein Geschenk!
Was meine ich mit "Absichtslosem"?
Anhand Deiner Beispiele kann man das sehr gut sehen.
Bei den alltäglichen Dingen ist bei Dir der Kopf dominant, da drehst Du und wendest Du machst Listen und bohrst Nase
Wenn Du aber in Meditation gehst, ganz bei Dir bist und Deinen "Tagräumen" nachgehst (Strassenbahn) dann wird der Kopf in den Hintergrund gedrängt und der Bauch, Dein Unterbewusstes und Deine Seele bekommen die Oberhand und Du bekommst einen Gedankenblitz.
Du kannst Dir das bildlich so vorstellen. Da ist der Kopf der macht Discomusik und übertönt damit die feinen klassischen Töne des Unterbewussten in Dir. Erst wenn der Kopf Pause macht kommen diese feinen Töne zum Tragen und dürfen aufsteigen!
Der Alltag ist geprägt von übergestülpten Entscheidungen von unseren negativen Prägungen, immer auf der Hut ja nichts falsches zu machen bei Dir geht das soweit, dass Du Dir Gedanken ums Frühstück machst. Das Ego ist dominant!
Du kannst dich trainieren, dieses Potential auch bei alltäglichen Entscheidungen anzuzapfen, so dass Du nicht immer dieses Affengestöber im Kopf hast, weil das kostet eine Menge Energie und Zeit, die Du nicht bei Dir bist sondern bei irgendwelchen Listen.
Viel Spass dabei!
Nachtrag:
Viele Künstler hatten ein ähnliches Problem. Um wirklich künstlerisch tätig zu sein ist der Kopf das hinderlichste was es gibt. Am Anfang nicht aber wenn das Handwerk sitzt und die Muse zur Geltung kommen soll wirds schwer wennn der Kopf dazwischenfunkt.
Damit der Kopf ausgeschaltet wird haben viele Künstler zu Drogen wie Alkohol, Absinth, LSD etc. gegriffen und tun es immer noch.
Die schönsten Bilder entstanden quasi im Drogenrausch
Geändert von Inaktiver User (07.03.2010 um 09:56 Uhr) Grund: Nachtrag weil mir noch was eingefallen ist
-
07.03.2010, 10:43
AW: (Lebens-)Entscheidungen treffen
Vielleicht wägst du ab, wenn Kopf und Gefühl nicht gleicher Meinung sind?
Bei mir ist das immer so. Wenn mein Bauchgefühl zu den spontanen Entscheidungen im Kopf uneingeschränkt "ja" sagt, dann entscheide ich absolut spotan.
Wenn ich allerdings ein Vorhaben im Kopf habe und mein Gefühl dazu unsicher ist, dann fange ich an, für und wider abzuwägen und versuche, die Gründe für mein schlechtes Bauchgefühl zu ermitteln. Irgendwann findet sich dann die Lösung, die passt und auch mein Gefühl einverstanden ist und dann ist die Entscheidung gefallen.viele Grüße
Mohnblume
-
07.03.2010, 10:43Inaktiver User
AW: (Lebens-)Entscheidungen treffen
@Stecher36 hat die Zusammenhänge schon gut beschrieben!
Ich kenne das auch. Hätte man mir vor Jahren gesagt ich würde mal in eine 700 KM entfernte Stadt alleine ziehen ohne das ich jemanden kenne und weiß was ich da überhaupt will/soll, hätte ich der Person einen Vogel gezeigt. Und dann war einfach dieses Gefühl da - auf zu neuen Ufern dem ich nachging. Die einzige Sicherheit die ich hatte war das Bauchgefühl/Intuition das ich das Richtige tue. Das habe viele Menschen in meinem Umfeld nicht verstanden.
Die Anfangszeit war durch Schicksalschläge sehr schwer aber so langsam kristallisiert sich heraus weswegen ich genau hier bin, hierher mußte.
Ich glaube dieser alltägliche Kleinkram ist nicht wirklich wichtig. Entscheidend sind die Weggabelungen im Leben und da sollte man seinen Impulsen, seiner inneren Stimme folgen. Das Du sie hörst und ihr nachgehst ist doch Toll!
-
07.03.2010, 11:09Inaktiver User
-
07.03.2010, 13:26
AW: (Lebens-)Entscheidungen treffen
Hallo,
auch ich treffe meine Entscheidungen - die richtig großen und nicht das Frühstück - aus dem Bauch und das war bisher immer richtig. Auch wenn die Vernunft, Freunde etc. immer sagen, überleg es dir..wenn ich eine Entscheidung getroffen habe gehe ichnicht mehr zurück und das hat sich bisjetzt immer sehr bewährt. So bin ich vor einigen Jahren binnen weniger Monate in eine andere weit entfernte Stadt gezogen, ohne Job ohne alles...mittlerweile ist alles im grünen Bereich, guter Job, Geld, Privat..es geht.
Vertraut mehr auf euer Bauchgefühl!
lg
-
07.03.2010, 13:59Inaktiver User
AW: (Lebens-)Entscheidungen treffen
Ich glaube, Stecher hat es genau erklärt. Für den Beitrag muss ich mich auch bedankenjulia-dt;
So war es auch in der Vergangenheit mehrfach. Die Entscheidung, zu studieren und in eine bestimmte Stadt zu gehen ist auch innerhalb von höchstens einem Tag getroffen worden. Auch von einem Partner habe ich mich Hals über Kopf getrennt, ohne vorher darüber nachgedacht zu haben. Im Rückblick waren das 100% richtige Entscheidungen.
Aber wie passt das mit dem sonstigen Abwägen zusammen?
Ich war mit meinem Ehemann über 20 Jahre zusammen, habe NIE über Trennung oder Scheidung nachgedacht, er hat es aber immer angesprochen, so auf die Art: "wenn Dir das nicht passt, dann geh' doch" oder wenn ihm etwas nicht gefiel, hat er das Thema Scheidung auf den Tisch gebracht, nur ganz kurz, so als Drohung (hatte auch immer die gewünschte Wirkung).
Von einem Sekunde auf die nächste, ausgelöst durch eine Bemerkung eines meiner Kinder, WUSSTE ich, dass ich mich trenne und tat es. Ich habe immer angenommen, dass mein Unterbewusstsein diesen Moment lange Jahre vorbereitet hat und als mein Bewusstsein bereit war, haben die beiden sich verständigt...
Ich habe auch bei alltäglichen Entscheidungen Schwierigkeiten, das liegt auch - glaube ich - daran, dass viele dieser Dinge uns eingeredet worden sind und wir quasi automatisch handeln, unser Inneres aber etwas anderes wünscht.
lg
esperanza
-
08.03.2010, 11:55
AW: (Lebens-)Entscheidungen treffen
Schön zu lesen, dass es einigen genauso geht wie mir und auch danke an Stecher für die Erklärung wie ich ticke.

Ich habe oft in meinem Umfeld den Eindruck, dass Entscheidungen unglaublich rational getroffen werden.
Schon beim Abi hatte ich Mitschüler, die an Wochenenden durch halb Deutschland getourt sind, um sich Universitäten anzuschauen. Ich war das erste Mal dort, als ich mir eine Wohnung gesucht habe und schon eingeschrieben war...
Und irgendwie muss ich ja auch sagen, dass es deutlich "cooler" ist, Entscheidungen mit einer lockeren Bewegung aus dem Ärmel zu schütteln, anstatt monatelang verzweifelt daran zu rütteln.
Ich bin sowieso nicht in der Überzeugung, dass die Entscheidungen selbst richtig/falsch sind, sondern genau das zählt, was man letztendlich daraus macht.
-
08.03.2010, 12:09
AW: (Lebens-)Entscheidungen treffen
Ich habe wohl irgendeinen seltsamen Schalter eingebaut bekommen, vielleicht kennt das ja auch jemand von Euch. Ich schalte den nie bewusst ein, sondern merke ein "klick", wenn er sich umgelegt hat. Manchmal reagiert er sofort, dann sind Entscheidungen innerhalb von Sekunden gefällt und manchmal "spüre" ich einfach nur, dass etwas nicht mehr lange gut geht - ich aber zu keiner Entscheidung fähig bin. Und irgendwann hat sich der Schalter von alleine umgelegt und alle Unsicherheiten bzgl. einer Entscheidung sind wie weggeblasen. Es ist dann das Gefühl, dass etwas reifen musste, ohne dass ich mir aktiv den Kopf darüber zerbrochen habe.
"Neid ist die Religion der Mittelmäßigen..... Selig der, den die Idioten anbellen, denn seine Seele wird ihnen nie gehören. (C.R. Zafón)


Zitieren

