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  1. Inaktiver User

    AW: (Lebens-)Entscheidungen treffen

    Hallo Julia,

    erst einmal Herzlichen Glückwunsch. Ich finde es auch gut, wenn man aus dem "Bauchgefühl" Entscheidungen treffen kann. Meist ist man mit diesen Entscheidungen auch wirklich glücklich.

    Den Beitrag von Stecher finde ich übrigens auch ziemlich gelungen und er erklärt schon viel. Ich habe zusätzlich für mich noch festgestellt, dass ich bei Entscheidungen "hänge", wenn ich die richtige Alternative noch nicht gefunden habe.

    Dies bedeutet, dass ich mich z.B. zwischen zwei Alternativen entscheiden möchte, aber eigentlich beide noch nicht gut finde. Mein Bauch streubt sich gegen beide. Ich versuche dann andere Alternativen zu finden. Meist gibt es nämlich nicht nur ent- oder weder.

    Um bei dem Frühstück zu bleiben. Vielleicht denkt man über Käse oder Wurst nach und möchte aber eigentlich Marmelade. Da diese aber gerade nicht im Schrank steht kommt man vielleicht nicht so schnell auf diese Alternative.

  2. Inaktiver User

    AW: (Lebens-)Entscheidungen treffen

    ha, ich glaube mir geht es genau so. und schön, stecher, dass wir deine erklärung bekommen haben! irgendwie klingt es ja unlogisch, aber so kann ichs gut nachvollziehen.

    ich kann STUNDEN nach dem richtigen geschenkpapier, nach der optimalen flasche wein also dem optimalen geschenk suchen. das hängt aber auch davon ab, dass mir die meinung der anderen zu wichtig ist.

    aber ich kann innerhalb einer stunde beschließen, dies oder jenes zu machen (mein studium z.b.). oft waren das aber doch fehlentscheidungen, einfach weil ich zuviele illusionen über mich selbst hatte und meine grenzen nicht kannte.
    je älter ich werde, desto leichter fallen mir die ganz wichtigen entscheidungen, weil ich mich gut kenne.
    aber oft ist es so, dass eben auch ein hebel umgelegt wird und ich weiß - jetzt ist es zeit, dies oder jenes zu tun.

    allerdings bin ich kein besonders mutiger mensch. deshalb mache ich die GANZ verrückten sachen nur, wenn ich mir 100% sicher bin, dass es richtig ist.

    die frage ist ja auch: welche entscheidungen sind denn wirklich wichtig? wenn wir uns nach einer ausbildung umsehen, denken wir, das ist eine lebensentscheidungen. aber man kann studiengänge wechseln, lehren abbrechen und eine andere machen... etc. von männern kann man sich trennen (kinder aber möglichst nicht weggeben *G*)....
    aber wir wissen nicht, was die ganz kleinen, scheinbar unwichtigen entscheidungen bewirken (zur richtigen zeit am richtigen ort sein)....

    ich glaube, wir machen es uns mit unseren entscheidungen zu schwer. die buddhistische sicht ist da vielleicht gar nicht schlecht. oder die christliche. (denen, die gott lieben, dienen alle dinge zum besten)

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    AW: (Lebens-)Entscheidungen treffen

    Kann es sein, dass bei wichtigen Entscheidungen Dein Unterbewußtsein bereits lange an der Entscheidung gearbeitet hat, während Du nur die eher nebensächlichen Sachen sehr bewusst bzw. abwägend angehst? Ich meine, so lange Du mit Deinen wichtigen Blitzentscheidungen und ihren Folgen zufrieden bist, ist dagegen nichts einzuwenden.

    Ich selbst wäge besonders bei wichtigen Entscheidungen immer stark ab, und ich lasse mich da auch nicht drängen. Unwichtigere Dinge entscheide ich auch mal spontan.
    Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!

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    AW: (Lebens-)Entscheidungen treffen

    Zitat Zitat von julia-dt Beitrag anzeigen
    Hi,

    Wahrscheinlich wird das Thema jetzt recht schwammig, aber ich versuche es mal.

    Die Frage ist: wie trefft ihr Entscheidungen, die euer Leben verändern?

    Ich bin normalerweise ein Mensch, der lange abwägt. Zumindest wenn es um alltägliche Themen geht. Wenn man es übertrieben ausdrücken wollte, könnte man auch sagen dass ich mir eine Pro-/Contra-Liste dazu mache, was ich morgen zum Frühstück essen will.
    Wenn es aber um Dinge geht, die mein ganzes Leben verändern, treffe ich Entscheidungen in Sekundenschnelle.

    Erst vor wenigen Tagen hatte ich wieder so ein Erlebnis: ich war auf dem Weg nach Hause, saß in der Straßenbahn und während ich aus dem Fenster schaute kam wieder so eine Idee auf, was sich in der nächsten Zeit ändern wird (worauf ich jetzt mal nicht näher eingehen will) und der Wille "das zieh ich durch" war enorm stark. Es war quasi wie ein Blitz und ich habe mich danach sehr glücklich gefühlt.
    Auch heute hält der Gedanke noch an und ich bin sicher, dass ich diesen Entschluss in die Tat umsetzen werde.

    So war es auch in der Vergangenheit mehrfach. Die Entscheidung, zu studieren und in eine bestimmte Stadt zu gehen ist auch innerhalb von höchstens einem Tag getroffen worden. Auch von einem Partner habe ich mich Hals über Kopf getrennt, ohne vorher darüber nachgedacht zu haben. Im Rückblick waren das 100% richtige Entscheidungen.

    Aber wie passt das mit dem sonstigen Abwägen zusammen?
    Hallo Julia,
    toll dass du das kannst. Ich glaube allerdings dass du mich beschreibst

    Bei kleinen Dingen, wie ein neuer MP3-Spieler versammele ich soviel Infos wie moeglich, schaue mich in Foren und Erfahrungswebsites um und mache Pro- und Kontralisten. Aber grosse Entscheidungen treffe ich, und auch mein Partner innerhalb kuerzester Zeit. Doch das Kunststudium wofuer ich Monate fuer die Bewerbung gebraucht habe absagen und trotz schlecht in Mathe ein naturwissenschaftliches Studium aufnehmen? Die beste Entscheidung meines Lebens. Unser suesses kleines Haus verkaufen und ein Haus mieten damit wir nach Studienende schneller ins Ausland koennen? Innerhalb 6 Stunden war der Makler bei uns. Und wir hatten das Haus kurz bevor der Markt nachgab verkauft. Usw... es gibt genuegend andere Beispiele.

    Um ehrlich zu sein habe ich da noch nie drueber nachgedacht Ich werde auf jeden Fall weiterhin mitlesen.

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    AW: (Lebens-)Entscheidungen treffen

    ich schließe mich Euch an
    An die Entstehung der Entscheidung, etwas Technisches zu studieren trotz grottenschlechtem Abi, konnte ich mich nicht mehr erinnern. Ich fragte meinen damaligen Freund, und der meinte, ich sei morgens aufgestanden und hätte gesagt, ich studiere jetzt Bauingenieurswesen, ich hätte vorher nie darüber gesprochen.
    Ebenso meine Entscheidung, weit weg zu ziehen, kam von einem Tag auf den anderen.
    Aber ich denke es ist so wie Latona es beschreibt, das Unterbewußtsein hat sich warscheinlich schon lange damit beschäftigt, denn es waren jeweils schwierige Situationen. Aber beide Entscheidungen waren die Richtigen und haben mein Leben sehr positiv verändert.
    Geändert von Maccaroni (09.03.2010 um 13:56 Uhr)

  6. Inaktiver User

    AW: (Lebens-)Entscheidungen treffen

    Ich überlege gerade wann ich mal was "aus dem Bauch heraus" entschieden habe, das war die Wahl meiner Studienfächer und auch mein Studienfachwechsel. Die Uni ist zwar bei mir im Tagespendelbereich aber ich hab mir die Seminarräume ect. auch nie vor Studienbeginn angesehen - oder mich mich älteren Semestern unterhalten - also all die Dinge die man so gemeinhin Abiturienten rät.

    Das sind aber die einzigen Beispiele. Ich wünschte ich wäre weniger kopflastig, ich muss oft Risiken abwägen und aus Angst vor den Konsequenzen mache ich dann doch weiter. Ginge es nach meinem spontan Gefühl hätte ich schon 100x meine Doktorarbeit hingeschmissen...wobei ich dann auch immer stolz bin wenn ich mich dazu druchringe weiter zu machen.

    Meine Eltern sind noch mehr als ich auf Sicherheit geprägt, ich denke wenn man so kopflastig ist und weniger spontan verpasst man viel mehr Chancen... aber es ist schon richtig, es kommt wahrscheinlich weniger auf die Chancen als, als mehr darauf was man daraus macht.

    Ich lese auf alle Fälle hier auch weiter mit, finde das Thema auch sehr spannend...

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    AW: (Lebens-)Entscheidungen treffen

    In anderen Entscheidungen bin ich eher kopflastig, bei kleinen kann ich mich oft nicht entscheiden.

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    AW: (Lebens-)Entscheidungen treffen

    Zitat Zitat von Raphaela-X Beitrag anzeigen
    Ich habe wohl irgendeinen seltsamen Schalter eingebaut bekommen, vielleicht kennt das ja auch jemand von Euch. Ich schalte den nie bewusst ein, sondern merke ein "klick", wenn er sich umgelegt hat. Manchmal reagiert er sofort, dann sind Entscheidungen innerhalb von Sekunden gefällt und manchmal "spüre" ich einfach nur, dass etwas nicht mehr lange gut geht - ich aber zu keiner Entscheidung fähig bin. Und irgendwann hat sich der Schalter von alleine umgelegt und alle Unsicherheiten bzgl. einer Entscheidung sind wie weggeblasen. Es ist dann das Gefühl, dass etwas reifen musste, ohne dass ich mir aktiv den Kopf darüber zerbrochen habe.
    Den Schalter habe ich auch . Dann ist die Entscheidung absolut unumstösslich und wird konsequent durchgezogen. Andererseits kenne ich auch die andere Beschreibung von dir. Ich nenne das "Warten auf Tag X". Ich weiss genau, eine Sache läuft völlig aus dem Ruder, aber ich kann keine Lösung an die Hand nehmen und eines Tages wache ich auf und weiss genau was zu tun ist und es wird dann getan und ist richtig.
    Life has no remote.
    Get up and change it yourself.

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    AW: (Lebens-)Entscheidungen treffen

    Zitat Zitat von Svenska Beitrag anzeigen
    Den Schalter habe ich auch . Dann ist die Entscheidung absolut unumstösslich und wird konsequent durchgezogen. Andererseits kenne ich auch die andere Beschreibung von dir. Ich nenne das "Warten auf Tag X". Ich weiss genau, eine Sache läuft völlig aus dem Ruder, aber ich kann keine Lösung an die Hand nehmen und eines Tages wache ich auf und weiss genau was zu tun ist und es wird dann getan und ist richtig.
    Gut, dann scheine ich ja "normal" zu sein!
    Ich erschrecke mich manchmal nämlich selber noch, dass ich eine Sache plötzlich absolut ruhig und konsequent durchziehe und das in meinem Kopf auch nicht mehr rückgängig zu machen ist.
    "Neid ist die Religion der Mittelmäßigen..... Selig der, den die Idioten anbellen, denn seine Seele wird ihnen nie gehören. (C.R. Zafón)

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    AW: (Lebens-)Entscheidungen treffen

    Zitat Zitat von Latona Beitrag anzeigen
    Kann es sein, dass bei wichtigen Entscheidungen Dein Unterbewußtsein bereits lange an der Entscheidung gearbeitet hat, während Du nur die eher nebensächlichen Sachen sehr bewusst bzw. abwägend angehst? Ich meine, so lange Du mit Deinen wichtigen Blitzentscheidungen und ihren Folgen zufrieden bist, ist dagegen nichts einzuwenden.
    Klar, sicher sind das Entscheidungen, die nicht vom Himmel fallen. Es ging ja meist um richtige Wendepunkte im Leben und die erscheinen nicht einfach so, sondern reifen langsam im Kopf heran, auch wenn man nicht wirklich darüber nachdenkt.
    Der Punkt ist aber der Entscheidungsprozess.
    Ich hatte ja schon das Beispiel mit meinem Studium im ersten Posting erwähnt. Ich wusste vorher einiges: ich möchte nicht in der Nähe meines Elternhauses studieren, ich möchte an eine größere Uni mit gutem Ruf, ich möchte eine richtige Herausforderung. Natürlich hat das die Wahlmöglichkeiten eingegrenzt, aber wie schon die Käse-Marmelade zum Frühstück zeigt: man braucht nicht viele Optionen, um den Entscheidungsprozess enorm in die Länge ziehen zu können.


    Ich finde es sehr schön, dass sich hier einige von dem Thema angesprochen fühlen.

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