Hallo an Alle!
Ich habe mich das letzte Jahr (leider oder soll ich sagen Gott-sei-Dank) sehr mit mir und meinem Inneren befasst. Jetzt bin ich an einem Punkt angekommen, an dem ich nicht mehr weiterweiss und hoffe, dass Ihr mir Gedenkanstösse geben könnt.
Ich hatte extremen Liebeskummer, meine ganze Welt ist letztes Jahr wiederholt in Umbruch geraten und dann bin ich zur Hautärtzin wegen einer Nagelinfektion, diese hat eine Leberanalyse veranlasst (wegen des zu verschreibenden Medikamentes) und herausgefunden, dass einer meiner Lebenwerte zu hoch ist (ich, die nie rauchte und so gut wie gar nicht trinke). Kurz danach ging ich zu einem Reflexologisten, der mir direkt sagte, dass was mit meiner Leber nicht stimmt.
Ich werde das jetzt zwar medizinisch untersuchen lassen aber auf Grund obigens und der Aussage des Letzteren, dass auch seelischer Müll die Leber vergiftet, habe ich darüber nachgedacht und festgestellt, dass ich nach der Trennung mit meinem Freund ständig verstopft war (entschuldigt all diese Details, aber ich glaube, die sind notwendig zum Verstehen), so weit, dass ich einen BAuch hatte wie eine Schwangere im 6. Monat.
Ich weiss dass ich Probleme mit Loslassen habe, die praktische Anwendung fällt mir extrem schwer, jetzt bin ich gezungen, mehr dagegen zu tun, aber was? Wo setze ich an? Ich habe Briefe geschrieben, Asche vergraben, alle diese Methoden, die man kennt, um loszulassen, Bücher gelesen usw.
Ich habe sogar geglaubt, dass es mit mir Bergauf geht, und nun dies...
lieben Gruss
esperanza
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21.02.2010, 15:35Inaktiver User
Loslassen was belastet, wie anfangen?
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21.02.2010, 15:41
AW: Loslassen was belastet, wie anfangen?
Liebe Esperanza

da es mir ganz ähnlich geht wie Dir kann nicht viel mehr schreiben als das ich total mit Dir fühle. Ich habe auch wie Du eine Trennung hinter mir die ca. 1 Jahr zurück liegt. Erhöhte Leberwerte und einen Blähbauch :-( Nachdem ich zusammen mit meinem Hausarzt alles durchgcheckt habe und es keine gesundheitlichen Ursachen hat - sonder psychische bin ich jetzt seit kurzem in Therapie...
Loslassen - ja wie macht man das? Woran hält man denn eigentlich fest? Ich glaube da bin ich mir noch nicht mal so sicher...
Sorry das ich jetzt nicht mit tollen Tipps auffahren kann.
LG SunnwellVon nem schönen Teller wird man auch nicht satter!!!!
Liebe ist nix für Feiglinge!!!
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21.02.2010, 16:22
AW: Loslassen was belastet, wie anfangen?
Liebe Esperanza,
ach ja, das Loslassen... nichts schwerer als das (seufz...). Wer kennt dein Problem nicht? Damit stehst du ganz bestimmt nicht allein da!
Als erstes möchte ich dir sagen, dass ich es ganz toll finde, wie intensiv und konsequent du die Ursachenforschung für deine Beschwerden betreibst und dass du nun fest entschlossen bist, dein Problem anzugehen!! KLasse!
Mir fällt inzwischen das Loslassen immer weniger schwer. Dazu hat zum einen die Erfahrung beigetragen, dass ich mir das Leben auch allein schön machen kann, auch wenn natürlich nach einer Trennung etwas ganz entscheidendes fehlt.
Zum anderen war für mich immer entscheidend, dass ich mir an die Stelle des Verlustes etwas Neues, und zwar ganz besonders Schönes gesetzt habe. Ich habe z.B. eine Reise geplant, eine Ausbildung angefangen oder aber auch nur etwas in meiner Wohnung verändert.
Wichtig, wenn nicht entscheidend ist für mich, dass ich mich nicht mehr mit dem Alten, Vergangenen beschäftige und krampfhaft versuche, es loszulassen, sondern dass ich mir als positives Ziel etwas vornehme, was ich stattdessen tun möchte. Dass ich mich darauf konzentriere, und zwar immer wieder.
Sag nicht mehr: Ich möchte etwas fürs Loslassen, Vergessen oder gegen den Liebeskummer tun! Wenn du gegen etwas ankämpfst, was ja doch in dir ist, wirst du kaum weiter kommen. So steckst du immer noch Energie in das, wofür du gerade keine Energie mehr ausgeben möchtest.
Der berühmte Satz: Versuche mal, NICHT an einen rosaroten Elefanten zu denken! ist einfach genial und macht es klar.
Formuliere es anders, positiv, nach vorn gerichtet:
Was möchte ich stattdessen tun? Was ist mein Wunsch, mein Ziel?
Schreib es auf, so konkret wie möglich!
Fällt dir etwas ein? Dann fange sofort an damit. Steck deine Energie da hinein.
Eine andere gute Möglichkeit ist, wie ich finde, mal in der Vergangeheit zu schauen, wo dir das Loslassen vielleicht doch schon einmal ganz gut oder ein wenig besser gelungen ist. Fällt dir da ein Erlebnis ein? Vielleicht nicht gerade in einer Liebe, aber in anderen Dingen - du konntest eine Freundin gehen lassen, dich von einem Job verabschieden, umziehen, dich von einem Gegenstand trennen, hast etwas verloren, konntest dir etwas Begehrtes nicht leisten...
Konntest du irgendwann schon mal ganz gut loslassen? Wie hast du das gemacht? Was waren deine Gedanken dabei? Dann versuche, etwas davon jetzt auch so zu machen oder deine Erfahrung auf die jetzige Situation zu übertragen.
Und natürlich: Es wird immer wieder Rückschläge, Rückfälle geben. Sei dann lieb und nachsichtig mit dir. Du musst nicht von heut auf morgen wieder fröhlich und leichten Herzens sein. Erkenne deine kleinen Schritte an. Wenn du traurig bist, dann weine, hab Verständnis und Geduld mit dir, tu dir etwas gutes und mach es dir so richtig schön und gemütlich zu Hause. Das bist du wert!
Alles Liebe für dich
MarlaGeändert von marla63 (21.02.2010 um 16:27 Uhr)
Bewahre mich vor der Angst,
ich könnte das Leben versäumen.
Gib mir nichts, was ich mir wünsche,
sondern was ich brauche.
Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.
Antoine de Saint-Exupéry
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21.02.2010, 17:27Inaktiver User
AW: Loslassen was belastet, wie anfangen?
Danke dir!marla63 und dass du nun fest entschlossen bist, dein Problem anzugehen!! KLasse!
Das tue ich auch, ich schaue auch, dass es für mich ist, nicht für meine Kinder usw.Zum anderen war für mich immer entscheidend, dass ich mir an die Stelle des Verlustes etwas Neues, und zwar ganz besonders Schönes gesetzt habe.
Ja, kenne ich, halte ich auch so. Ich habe noch nicht mein grosses Ziel gefunden (also meine wirkliche Richtung im Leben) sondern eher viele kleine Schritte, die mich dahinführen und damit bin ich auch ganz zufrieden.Der berühmte Satz: Versuche mal, NICHT an einen rosaroten Elefanten zu denken! ist einfach genial und macht es klar.
Bei meiner Reise in die Vergangenheit habe ich festgestellt, dass ich nicht losliess, sondern einfach ignorierte (wenn jemand starb, wegging usw.) Also habe ich wohl gar keine Erfahrung mit dem Loslassen. Was ich dir sagen kann, ist, dass ich wirklich unter dem Verlassen werden leide...Eine andere gute Möglichkeit ist, wie ich finde, mal in der Vergangeheit zu schauen, wo dir das Loslassen vielleicht doch schon einmal ganz gut oder ein wenig besser gelungen ist.
Das komische ist, dass ich mich so viel besser fühle. Wäre nicht diese Untersuchung gewesen und der gleichzeitige Besuch zur Reflexologie würde ich steif und fest behaupten, dass ich es gemeistert habe.Du musst nicht von heut auf morgen wieder fröhlich und leichten Herzens sein.
lg
esperanza
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21.02.2010, 17:44Inaktiver User
AW: Loslassen was belastet, wie anfangen?
[QUOTE]Dann geht es dir ähnlich! Auch das ist ein Trost für mich. Therapie kommt für mich nicht in Frage, da ich auf einer kleinen Insel lebe, wo es schon ein Problem ist, einen guten Facharzt zu finden. Die wenigen Therapeuten sind auf Monate ausgebucht.
Ja, ich glaube, wenn ich wüsste, woran ich festhalte, würde es nur auch sehr helfen!Loslassen - ja wie macht man das? Woran hält man denn eigentlich fest? Ich glaube da bin ich mir noch nicht mal so sicher...
Nachdem mein Freund mit mir Schluss gemacht hat, wollte er unbedingt FReunde bleiben (wir leben nicht mehr im gleichen Land), womit ich Probleme hatte, es aber dann doch tat.
Im Dezember beschloss ich, dass es jetzt genug ist, ich brach den Kontakt ab (was nicht besonders auffällig war, da ich mehr emails schrieb als er, er aber immer Gespräche über messenger initierte).
Vor zwei Wochen schrieb er eine email, dass ich mich nicht wie immer benehme, was er falsch gemacht habe. Seitdem geht es mir wieder dreckig.
@ marla und dich
alles, was man übers loslassen lesen kann, alles was man im internet findet, habe ich gelesen. Aber ich bin an einem Punkt gefangen, wo ich einfach nicht mehr weiterweiss.
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21.02.2010, 18:22
AW: Loslassen was belastet, wie anfangen?
Dann bist du doch schon auf einem sehr gutem Weg! Mach weiter so!

Vorsicht! Genau da bist du wieder in die Falle mit dem rosaroten Elefanten getappt.Ja, ich glaube, wenn ich wüsste, woran ich festhalte, würde es nur auch sehr helfen!
Wozu musst du das wissen, was sollte dir das bringen? Analysiere nicht mehr dein Leiden, sondern setze etwas Neues, Positives an dessen Stelle!
Loslassen ist harte, aktive Arbeit, die einen über einen langen Zeitraum begleiten kann. Überlege dir, was du dir statt deines Leidens, anstatt dieser Abhängigkeit des Nicht-Loslassen-Könnens wünschst. z.B.
"Ich möchte mich frei und leicht fühlen"
oder:
"Ich verbringe mein Leben mit (oder oder konzentriere mich auf) liebevollen Menschen, die zu mir gehören / zu mir halten"
(formuliere es so, wie es für dich richtig ist)
und entscheide dich JETZT dafür, dass du das erreichen möchtest. Setz dich am Abend in eine ruhige Ecke und stell dir immer wieder vor, wie sich das anfühlt. Mach das immer wieder.
Und dann überlege dir konkrete Schritte. Was genau könntest du dafür tun?
Das ist das mit den Rückschlägen, was ich oben meinte. Das ist völlig normal. Geh weiter auf deinem Weg, du weißt doch schon ganz viel und hast schon ganz viel richtig gemacht. Mach weiter so, du wirst es schaffen!Vor zwei Wochen schrieb er eine email, dass ich mich nicht wie immer benehme, was er falsch gemacht habe. Seitdem geht es mir wieder dreckig.
Bewahre mich vor der Angst,
ich könnte das Leben versäumen.
Gib mir nichts, was ich mir wünsche,
sondern was ich brauche.
Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.
Antoine de Saint-Exupéry
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21.02.2010, 19:55Inaktiver User
AW: Loslassen was belastet, wie anfangen?
[QUOTE]danke, und für dich

Sollte man denn nicht wissen, was einen am Loslassen hindert, damit man genau das aus dem Weg räumen kann?Wozu musst du das wissen, was sollte dir das bringen? Analysiere nicht mehr dein Leiden, sondern setze etwas Neues, Positives an dessen Stelle!
Auch deine Tipps habe ich schon befolgt, und wie ich sagte, ich fühle mich so viel besser, dass ich es manchmal selbst nicht glauben kann.Überlege dir, was du dir statt deines Leidens, anstatt dieser Abhängigkeit des Nicht-Loslassen-Könnens wünschst. z.B.
Ich bin das erste Mal in meinem Leben ganz alleine und ich geniesse es immer mehr. Nicht, dass ich tun und lassen kann, was ich will, sondern einfach, mit mir zu sein.
Schwierig wird es glaube ich, wenn ich mich wieder vermehrt unter die Menschheit wage!
Vielleicht mache ich auch hier einen Denkfehler... was lasse ich eigentlich los? Meine Liebe, meine Gedanken an ihn, meine Wünsche?
Auf dem WEg zum Loslassen bin ich irgendwo in einer Falle gelandet, aus der ich nicht herausfinde.
lg
esperanza
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21.02.2010, 20:52
AW: Loslassen was belastet, wie anfangen?
Ich habe auch die ganzen Internetseiten zum Thema loslassen durchforstet und finde die Tipps die man dort liest zwar sehr logisch und ich glaube auch das es so geht. Aber es hapert mit der Umsetzung. Ich habe schon schwierigkeiten ein positives Ziel zu finden - und dann habe ich das Gefühl das bei mir der rosa Elefant umgedreht ist
denn je mehr ich versuche an positives zu denken und wenn ich mir zig mal sage, ich möchte mich leicht und gut fühlen und und und tritt irgendwie genau das gegenteil ein. Ich sage das - aber ich glaube nicht dran.
Wenn ich einen unangenehmen Termin habe z.B. Zahnarzt oder so dann stell ich mir immer vor wie es danach ist. Dann sag ich mir auch in einer Stunde da hast du es schon hinter Dir und die Zahnschmerzen sind weg... bei sowas funtktioniert das wunderbar..Von nem schönen Teller wird man auch nicht satter!!!!
Liebe ist nix für Feiglinge!!!
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21.02.2010, 21:54Inaktiver User
AW: Loslassen was belastet, wie anfangen?
Ja, das kenne ich auch, und dies funktioniert auch gut. Aber die Vorstellung: In ein paar Monaten (was, noch länger???)denkst Du nicht mehr an deinen Freund, dann bist Du froh, weil Du jemand anderen gefunden hast, die Vorstellung klappt nicht.sunnwell;6785979
Wenn ich einen unangenehmen Termin habe z.B. Zahnarzt oder so dann stell ich mir immer vor wie es danach ist. Dann sag ich mir auch in einer Stunde da hast du es schon hinter Dir und die Zahnschmerzen sind weg... bei sowas funtktioniert das wunderbar.
Manchmal denke ich, ich will ihn ja gar nicht loslassen. Dann aber: warum denn nicht? Was hab' ich denn davon, dass ich gedanklich nach fast einem Jahr noch dran festhalte?
Sonst kenne ich das nur, wenn eine Beziehung/Freundschaft, sowohl privat als auch geschäftlich, durch Unstimmigkeit zu Ende geht. Da beiss ich mich fest, von wegen: hättest Du doch so oder so...
In diesem Falle jedoch sind wir keineswegs im Streit auseinander, die totale Einstellung der Kommunikation kam viel später von meiner Seite. Er hat vorher nur sporadisch auf meine mails geantwortet (er wollte lieber chatten sobald er mich online traf). Es hat wahrscheinlich ca. 3 Wochen gebraucht, um ganz sicher zu gehen, dass von mir nichts mehr kommt (ich war auch nicht mehr online).
Seine mail hat mich mehr als gewundert, weil er schrieb, er glaube, er hätte einen Recht darauf, zu erfahren, warum ich nicht mehr wie ich selbst bin. (er hat das nicht in seiner Muttersprache geschrieben, deshalb hört es sich etwas komisch an)
Was ich von Dir noch gerne wissen würde, falls es Dir nichts ausmacht, darüber zu reden: hast Du deine körperlichen Symptome separat oder im Einklang mit Deiner Therapie behandelt? Kannst Du da schon Fortschritte sehen? Mir macht die Lebersache Angst und Bange.
lg
esperanza
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21.02.2010, 22:55
AW: Loslassen was belastet, wie anfangen?
[QUOTE=Inaktiver User;6785750]
Ja, so dachte ich auch viele Jahre, bin damit aber nicht wirklich weitergekommen. Und du doch anscheinend auch nicht, oder? Wie lange versuchst du denn nun schon, auf diese Art und Weise loszulassen?Sollte man denn nicht wissen, was einen am Loslassen hindert, damit man genau das aus dem Weg räumen kann?
Was sollte das denn auch sein, und wie sollte das "aus dem Weg räumen" aussehen?
Was einem am Loslassen hindert, ist schlicht: das Festhalten.
Und warum hält man fest? Vielleicht, weil man Angst hat vor der Leere, die dann kommt, vor dem Unbekannten? Aber wie willst du diese Angst aus dem Weg räumen? Die ist nun mal da, das ist doch nur allzu menschlich.
Also ist es doch logisch, statt sich weiter zum Loslassen zwingen zu wollen, damit zu beginnen, die eventuelle Leere auszufüllen.
Das klingt wirklich schön. Das musst du festhalten.Auch deine Tipps habe ich schon befolgt, und wie ich sagte, ich fühle mich so viel besser, dass ich es manchmal selbst nicht glauben kann.
Ich bin das erste Mal in meinem Leben ganz alleine und ich geniesse es immer mehr.
Das ist natürlich etwas anders, und das ist entscheidend. Du musst wollen. Du musst dich dafür entscheiden loszulassen. Ansonsten können wir hier viel schreiben, und all deine Bücher bringen dir nichts.Manchmal denke ich, ich will ihn ja gar nicht loslassen.
Vielleicht, dass du die Leere nicht aushalten und dir nichts Neues einfallen lassen musst?Was hab' ich denn davon, dass ich gedanklich nach fast einem Jahr noch dran festhalte?
Bewahre mich vor der Angst,
ich könnte das Leben versäumen.
Gib mir nichts, was ich mir wünsche,
sondern was ich brauche.
Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.
Antoine de Saint-Exupéry


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