Hallo zusammen,
dann leg ich gleich mal los:
Seit ein paar Monaten habe ich einen neuen Freund, und seitdem erkenne ich mich selbst nicht mehr wieder.
Vorher war ich ausgeglichen, optimistisch und habe mich seit langem mal wieder wohl gefühlt in meiner Haut. Dann lernte ich IHN kennen. Er, durchsetzungsstark, sehr selbstsicher und dominant, hatte von Anfang an die Fäden in der Hand und hat quasi alles bestimmt, wo ich wann zu sein hatte, was wir am Wochenende machen und eigentlich alles andere auch. Wegen ihm beendete ich meine damalige Beziehung (was auch an der Beziehung selbst lag, muss ich fairerweise dazu sagen, ich wollte schon länger Schluss machen).
Tja und seitdem wir zusammen sind, ist mein Selbstbewusstsein ziemlich im Keller. Ich wurde in der Zeit sehr viel ruhiger und hab mich gar nicht recht getraut, meine Meinung zu sagen, vor allem ihm gegenüber. Bevor ich was gesagt habe, hab ich immer erst drüber nachgedacht, ob ich das jetzt sagen soll oder wie er das auffassen könnte. Das Bild, was er nun von mir hat, ist auch dementsprechend: Ich sei ja eher eine ruhige, beobachtende und zurückhaltende Person, meinte er neulich.
Meine Stimmung schwankt nun zwischen himmelhochjauchzend, wenn er gute Laune hat und wir rumalbern, und richtiggehend depressiv, nämlich dann, wenn das Wochenende mal nicht so toll war, sprich er sich abweisend mir gegenüber verhalten hat oder wir keinen Sex hatten. Denn gerade beim Sex bin ich sehr anfällig: Ich denke dann sofort, er will mich nicht mehr, findet mich nicht attraktiv oder es macht ihm keinen Spaß mit mir. Dann denke ich die ganze Woche über sein Verhalten nach und hab unheimlich Angst, dass er bald wieder weg sein könnte.
In Ansätzen habe ich mit ihm darüber geredet, und er war dann ziemlich verständnisvoll. Mit der Zeit wurde ich mir sicherer, dass er es ernst meint mit mir, aber diese Phasen, in der ich zum Teil pure Panik habe, er könnte mich wieder verlassen, gibt es immer noch. Ich habe sowas mit einem Mann noch nie erlebt.
Was meint ihr? Habt ihr bereits solche Erfahrungen gemacht, in der ihr euch einem Mann völlig ausgeliefert gefühlt habt?
Danke,
MissD
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 17
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18.02.2010, 19:36
Seitdem ich ihn kenne, bin ich nicht mehr dieselbe
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18.02.2010, 19:41
AW: Seitdem ich ihn kenne, bin ich nicht mehr dieselbe
In was genau hat er sich eigentlich verliebt? Das würde ich mich erst mal fragen.
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18.02.2010, 19:51
AW: Seitdem ich ihn kenne, bin ich nicht mehr dieselbe
Das hört sich nach einem abhängigen Beziehungskonstrukt an. Du machst / fühlst dich abhängig von seiner Gunst und seinen Zuneigungsbekundungen. Hast Verlustangst. Kennst du sowas von früher?
Kann natürlich total falsch sein, was ich hier schreibe.
Aber zumindest scheint es ja bei euch ein Ungleichgewicht zu geben. Frage wäre, wo kommt das her. Sind das Dinge, die du schon öfter erlebt hast (nicht unbedingt in Liebesbeziehungen)? Machst du deinen Wert generell stark an Zuspruch von Anderen fest? Oder ruhst du in dir, mal abgesehen von diesen stressigen Gefühlen und Unsicherheiten, die die neue Beziehung in dir auslösen?
Das hört sich an, als liege der Schlüssel in dir.
Zitat von MissD

Warum hast du dich denn vorher unwohl in deiner Haut gefühlt?All generalizations are false, including this one.
Mark Twain
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18.02.2010, 19:52
AW: Seitdem ich ihn kenne, bin ich nicht mehr dieselbe
Das habe ich mich auch schon gefragt. Sieht er mich wirklich so, wie ich bin? Anscheinend stehe ich mir da selbst im Weg. Einige Freunde meinten bereits, er würde mich wahrscheinlich mehr achten und sich doch nur in mich verlieben, wenn ich so bin wie ich bin, nämlich durchaus liebenswert.
Dann setze ich mich allerdings auch damit wieder selbst unter Druck: Sei doch endlich du selbst! Wenn ich mich dann mal wieder dabei "erwische", wie ich klein beigebe und total unsicher reagiere, werde ich noch unsicherer, weil ich dann denke "So verlässt er dich erst recht". Ein Teufelskreis.
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18.02.2010, 20:05
AW: Seitdem ich ihn kenne, bin ich nicht mehr dieselbe
Von früheren Beziehungen kenne ich sowas nicht. Es mag daran liegen, dass ich bei den Männern davor am Anfang immer "am längeren Hebel saß", wenn ihr wisst was ich meine: Die haben sich in mich verliebt und wollten unbedingt eine Beziehung. Hier kommt es mir eben anders herum vor.
Es ist aber schon so, dass ich generell schon immer etwas unsicher war und schnell verunsichert, wenn jemand offen kritik an mir geübt hat, ob im Job oder anderswo. Allerdings bin ich da immer schnell drüber hinweg gekommen und habs auf die leichte Schulter genommen.
Hier bin ich quasi das erste Mal gefühlstechnisch zu involviert, sprich dermaßen verliebt.
Unwohl habe ich mich vorher, also vor etwa einem Jahr, gefühlt, weil ich in meiner damaligen Beziehung versackt bin (die ich dann beendet habe, als ER kam), ohne Ende zugenommen hatte und nur noch gearbeitet habe. Dann im Laufe von 2009 habe ich 20 kg abgenommen, wieder mein eigenes Leben geführt, Dinge unternommen, die mir gut getan haben und mein Arbeitspensum drastisch reduziert. Ich hatte (und hab immer noch, zum Teil auch durch IHN) das Gefühl, wieder zu leben
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18.02.2010, 20:25
AW: Seitdem ich ihn kenne, bin ich nicht mehr dieselbe
Erst mal hast DU SELBER dafür gesorgt, dich wieder lebenswert zu fühlen.
Wie hat er dich denn kennengelernt? Ausgeglichen und optimistisch?
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18.02.2010, 20:28
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18.02.2010, 20:50
AW: Seitdem ich ihn kenne, bin ich nicht mehr dieselbe
Wenn er sich also so in dich verliebt hat, warum dachtest du, du müsstest dich ändern? Bzw. hast es getan?
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18.02.2010, 20:58
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18.02.2010, 21:10
AW: Seitdem ich ihn kenne, bin ich nicht mehr dieselbe
Aber warum hast du Angst ihn zu verlieren, wenn du ihm mal Kontra gibst? Selbstsichere Menschen sehen das als positive Eigenschaft.


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