Ich weiß nicht, ich denke, ich komme nicht weiter, wenn ich versuche, sein Verhalten zu erklären und zu interpretieren. Es war ja während der Beziehung auch schon so, als wir noch zusammen waren. Für mich besteht die Lösung darin, meinen gesunden Umgang damit zu finden. Und da ist der Weg über das Sehen und Eingestehen meiner Gefühle (Das verletzt mich!), und detailliert nachfragen, was genau wie gemeint ist (Wann war das so?), und Grenzen setzen (Das sehe ich nicht so! Das ist unwahr / unzulässig!) eine gute Idee, die mir schon bei der Vorstellung Erleichterung bringt. Ich komme aber letzen Endes wieder zu dem Zitat aus meinem Eingangsposting zurück - andere dürfen mich natürlich kritisieren, mich auf meine Fehler aufmerksam machen, und das sollen sie auch, ich kann davon nur profitieren. Niemand hat jedoch das Recht, mich zu be-/verurteilen oder zu bewerten/abzuwerten.
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Thema: Bewertungen durch andere
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19.02.2010, 19:03
AW: Bewertungen durch andere
Bewahre mich vor der Angst,
ich könnte das Leben versäumen.
Gib mir nichts, was ich mir wünsche,
sondern was ich brauche.
Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.
Antoine de Saint-Exupéry
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19.02.2010, 19:05
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19.02.2010, 19:29Inaktiver User
AW: Bewertungen durch andere
Das ist aber so was von wahr. Ich meinte meinen Post nur als Gesamtbetrachtung der Situation in der ihr seid. Wenn ihr Exen seid pushed das solche Intimitäten natürlich ein Level über akzeptabel, da eine solche Nähe idealer Weise nicht mehr bestehen sollte.
Und bevor du dir deinen Kopf zermaterst, was und woran du jetzt schonwieder arbeiten solltest, dachte ich stell ich mal die Frage, ob ihr denn schon genügend Abstand zueinander habt.
So hört es sich nämlich nicht so ganz an
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19.02.2010, 19:38
AW: Bewertungen durch andere
Haben wir zweifelsohne nicht, das hast du richtig gesehen. Ich kann daran momentan aber auch nichts ändern, dazu müsste ich umziehen. Das will und kann ich jetzt nicht, es muss auch so gehen mit der Zeit. Und ein Gutes hat es ja, dass er mich mal wieder auf meine Empfindlichkeiten und Verhaltensschwächen gestoßen hat und ich über euch neue Denkanstöße bekomme. Das kann mich nur weiterbringen und stärken.
Bewahre mich vor der Angst,
ich könnte das Leben versäumen.
Gib mir nichts, was ich mir wünsche,
sondern was ich brauche.
Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.
Antoine de Saint-Exupéry
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19.02.2010, 19:51Inaktiver User
AW: Bewertungen durch andere
Wohnt ihr zusammen - ne? oder?
Ich meinte damit auch eher inneren Abstand, keine Telefonate, keine Teilnahme am Leben des anderen...so schwer das fällt. Aber manchmal reicht schon eine/zwei Wochen Abstinenz um auf einem angenehmen Level der angemessenen Distanz zu landen.
PS: ich hätte übrigens an der Decke gehangen, wenn mir jemand so etwas gesagt hätte. Und finde du kannst dich gemütlich damit anfreunden, dass Bewertungen durch andere unter der Gürtelinie sind und völlig unnötig, da bist du nicht übermässig empfindsam. Was du allerdings amchst ist eine Nähe zu ihm herstellen, die da nicht hingehört :::::riesen::::großer::::wink::::mit:::dem ::::zaunpfahl:::::
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22.02.2010, 16:55
AW: Bewertungen durch andere
Liebe Marla
Warum bedarf es eines Umzuges in eine andere Stadt? Genügt nicht ein "guten Morgen" beim Bäcker und ein "weißte, es tut mir nicht gut mir Dir zu reden, laß ma gut sein" im Falle eines ErsprichtDichnäheranzufälligentreffens.
Muß er Dich verstehen, mußt Du noch (oder vielleicht endlich) gut dastehen, was nützt Dir eine nachträgliche "Legitimation" seinerseits daß es ok ist wenn Du so bist wie Du bist?
Ich weiß nicht ob man nicht zuviel an sich rumanalysieren kann, aber ich finde er hat sich Dir gegenüber so oft schofel verhalten (so wie ich Deine Geschichte in Erinnerung habe) da braucht es keine Rechtfertigung wenn Du ihn Dir vom Hals hälst.
Manches braucht man echt nicht immer wieder im Leben, das gilt auch für gewisse Menschen, die man besser von hinten als von vorne betrachtet.
WolteraDas Leben hat keine Generalprobe, wir sind mitten im Auftritt!!
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24.02.2010, 22:44
AW: Bewertungen durch andere
Es gibt so etwas wie Definitionsmacht: Das ist die Macht, zu bestimmen, wie etwas einzuschätzen und damit auch zu bewerten ist.
Ein Mensch mit Selbstwertproblemen traut sich nicht, selbst darüber zu bestimmen, wie er selbst und sein Verhalten zu bewerten ist, sondern schaut immer darauf, wie andere das bewerten würden. Er setzt die Maßstäbe für die Beurteilung seiner selbst eben nicht selbst, sondern lässt sie sich von anderen vorgeben. Deshalb ist es für solche Menschen auch immer schlimm, wenn sie vor anderen Menschen negativ beurteilt oder gar zurückgewiesen werden: Sie übernehmen dieses Urteil, ohne ihm etwas entgegen setzen zu können.
Es ist nicht wahr, dass die Wahrnehmung der anderen Deiner Person grundsätzlich die richtige ist. Andere Menschen können Dir gegenüber wenig wohlwollend sein, und dann werden sie immer ein Haar in der Suppe finden. Es ist daher fatal, sich jeden Schuh anzuziehen, der einem hingeschmissen wird!
Wichtig ist also, selbst Maßstäbe zur Beurteilung der eigenen Person zu finden, und zwar weder zu krittelige, überstrenge (wie die verinnerlichten Eltern, die dauernd auf einem rumgehackt haben) noch zu lasche, die einen zu selbstgefällig und unfähig zur Selbstkritik werden lassen. Man sollte über sich selbst reflektieren können, ohne sich dauernd zu verurteilen oder ständig in den Himmel loben zu müssen.
Man sollte sich selbst beurteilen, wie man einen guten Freund beurteilen würde: Grundsätzlich wohlwollend, im Einzelfall jedoch nicht blind. Falsches Verhalten sollte als solches benennbar sein dürfen.Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
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25.02.2010, 12:31
AW: Bewertungen durch andere
So nun möchte ich mich auch einaml hier wieder melden. Ich habe jetzt ein paar Tage gebraucht, um das Ganze und vor allem eure Gedanken noch einmal in mir zu bewegen.
Ihr habt mir viele wertvolle Anregungen gegeben, herzlichen Dank!!
Am meisten habe ich mich bzw. das, was meine nächsten Schritte ausmachen könnte, hier gefunden:
Für mich sind das ganz wertvolle Anregungen, die mir sagen, dass ich mit großer Wahrscheinlichkeit meine Opferrolle, zu der, das weiß ich, ein Teil meiner Persönlichkeit neigt, immer noch nicht restlos aufgegeben habe.
Opferrolle insofern, dass ich zwar vom Verstand her schon klar erkennen kann, wenn der andere nicht Recht hat, aber dass ich mich immer noch nicht wirklich dagegen wehre und mich abgrenze. Das ist immer noch das alte Muster. Und dass ich darüber hinaus mir das Recht, zu kritisieren, nicht zugestehe, bzw. an diesem Recht noch immer zweifle, und - wenn denn mal Kritik von mir kommt, dann in einer Art und Weise, mit der ein anderer nichts anfangen kann.
Der erste Schritt in die richtige Richtung ist für mich also das, was ich im Eingangsposting zitiert habe: Die Position des Bewertens selbst zu besetzen. ICH bin dafür zuständig, mich zu bewerten und zu beurteilen. Hilfreiche Hinweise zu mir nehme ich jedoch gern entgegen.
Ich werde zukünftig auf Bemerkungen, bei denen ich mich angepisst fühle, gelassener reagieren, gegebenenfalls nachfragen, wie es gemeint ist und dann entscheiden, das ist richtig oder stimmt so nicht. Und das auch kommunizieren: Das sehe ich nicht so, das ist nicht richtig, das verletzt mich.
Nein, ich bin nicht nur dadurch krank geworden, da hatte ich mich falsch ausgedrückt. Die Krankheit ist in diesem Zusammenhang ausgebrochen. Da können wir jetzt darüber diskutieren, was Krankheit ist und worin ihr Sinn liegt. Krankheiten brechen oft aus - was ja auch nur bedeutet: sie machen sich jetzt bemerkbar - wenn der Stress nachlässt, das hat auch seinen Sinn. Krankheit ist dabei eine gesunde Reaktion des Körpers auf einen jahrelangen Dauerstress, verursacht durch krankmachende Verhaltensweisen. Genau so sehe ich das bei mir.
Zitat von Inaktiver User
Im Gegenteil, kaum jemand wird seinem Kind gewollt und bewusst Leid antun.Niemand tut einem Kind, das abhängig ist, ungewollt Leid an.
Ui, das wäre ja schlimm, wenn es so wäre. Dann wäre ich weiterhin davon abhängig, dass meine Eltern ihre Verantwortung aktiv übernehmen und zugeben: Ich habe dir Schlimmes angetan.Für Leid in der Kindheit eines Kindes tragen die Eltern, die dieses Leid verursachen, und sie allein, die Verantwortung. Wenn sie bereit sind, diese Verantwortung zu übernehmen, und aufhören, sich missbräuchlich zu verhalten, wenn sie IHRE Themen aktiv annehmen, und sie nicht mehr auf andere abwälzen, dann, und nur dann können Beziehungen heilen. Passiert das nicht, ist "Verzeihen", gehen Relativierungen wiederum zu Lasten des nunmehr erwachsenen Kindes, und alte Muster werden weiter bedient.
Nein, das muss auch ohne das gehen, denn das wird garantiert nie passieren. Die wenigsten Eltern werden das tun. Und was ist mit denen, deren Eltern bereits tot sind?
Nein, ich muss selbst etwas tun: Zum einen die Verantwortung abgeben für das, was passiert ist. Ich muss gleichzeitig anfangen, mich gegen Missbrauch und Herabsetzungen zu wehren.
Und erkennen: Was passiert ist, ist nicht wirklich ausschlaggebend. Ausschlaggebend und Leid verursachend ist das, was ich daraus weiterhin mache, ob ich die alten Glaubenssätze und von anderen Menschen übernommenen Selbstbewertungen behalten möchte oder nicht!
Und dafür muss ICH die Verantwortung übenehmen:
Deine Chance liegt also darin, Dich mit DIR auseinander zu setzen, und neue Wege für Dich zu definieren, und auszuprobieren.
Bewahre mich vor der Angst,
ich könnte das Leben versäumen.
Gib mir nichts, was ich mir wünsche,
sondern was ich brauche.
Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.
Antoine de Saint-Exupéry
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25.02.2010, 12:42
AW: Bewertungen durch andere
Genau!

Das möchte ich noch zu den oben eingefügten Zitaten hinzufügen.
Liebe Woltera,
du erinnerst dich richtig. Einen Umzug habe ich jedoch nicht angedacht. Die Diskusion hier hat sich auch etwas einseitig auf Erlebnisse mit meinem Ex konzentriert, da ich den am meisten erwähnt habe, gehen mir doch gerade seine Bemerkungen am allermeisten nahe.
Mein Problem ist jedoch ein grundsätzliches: Erst gestern verspürte ich zunächst einen heftigen Stich, als eine gute Bekannte zu einem meiner Vorhaben und einem Erfolg dabei, auf den ich ganz stolz bin, erwiderte: "Das ist ja schrecklich!"
Ich habe mich aber wieder eingekriegt und nachgefragt: Finde ich nicht. Wieso schrecklich?
Worauf sie sagte: Bei uns ist das anders, wir machen das so und so...
Worauf ich erkannte, dass das so, wie sie das macht, für mich nicht zufriedenstellend wäre. Was ich dann auch sagte.
So ist es eben. Vielleicht fand gerade sie sich von mir angepisst, weil bei ihr etwas anders ist und hat deswegen so für meine Begriffe sehr emotional reagiert.
Geändert von marla63 (25.02.2010 um 12:46 Uhr)
Bewahre mich vor der Angst,
ich könnte das Leben versäumen.
Gib mir nichts, was ich mir wünsche,
sondern was ich brauche.
Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.
Antoine de Saint-Exupéry
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25.02.2010, 19:54Inaktiver User



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