Hallo zusammen,
mich beschäftigt zur Zeit sehr das Thema Gefühle zeigen und sich öffnen. Und vielleicht haben hier manche von Euch Erfahrungen oder Anregungen dazu...
Mir wurde nach einer (verkraftbaren) Enttäuschung mit einem Mann von verschiedenen Seiten das Feedback gegeben, dass ich sehr abgegrenzt und distanziert rüberkomme, eine Art Kokon um mich gesponnen habe und man(n) sich lieber fernhält. Frauen nehmen mich auch sehr eigenständig wahr, dass ich immer von mir ausgehe und mein eigenes Ding mache...
Diese Fähigkeit, mich abzugrenzen, schätze ich einerseits an mir, weil sie in manchen Situationen viel Ärger erspart. Doch habe ich eigentlich viele Sehnsüchte und Bedürfnisse und Gefühle, die ich lieber ausleben würde und leide schon seit einiger Gelegenheit darunter, dass das nicht klappt... (Lebe allzu lange allein.)
Also, deshalb die Frage: Wie bricht man seinen Panzer wieder auf? Wie transportiert man seine Gefühle nach außen? Wie kann ich wieder offener werden? Wo setze ich innerlich an? Wie werd ich bloß diesen Kokon wieder los?
Oder findet Ihr das vielleicht alles vollkommen absurd...
LG goodyie
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 18
Thema: sich (wieder) öffnen
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07.02.2010, 10:24
sich (wieder) öffnen
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07.02.2010, 10:33
AW: sich (wieder) öffnen
Hallo goodyie!
Nein, ich finde das gar nicht absurd.
Mein Tipp: Bachblüten.
Müsstest Du mal googeln oder dir entsprechende Lektüre anschauen.
Bachblüten helfen dabei, seelische Negativhaltungen in positive Entwicklungsmöglichkeiten umzuwandeln.
Liebe Grüße und alles Gute!
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07.02.2010, 11:37
AW: sich (wieder) öffnen
hi goodyie, ich finde das auch alles andere als absurd! genau genommen kenne ich dies gedanken - phasenweise - auch von mir selbst. ein tipp, der mir spontan kommt: hast du irgendwelche hobbies, die du mit anderen teilst, idealerweise etwas, bei dem teamwork oder zumindest etwas in der richtung nötig ist? das wäre eine leichte möglichkeit, dich mit-zu-teilen und sofort feedback zu bekommen, und gleichzeitig wärest du in der position, zu schauen, dass und wie du selbst wahrgenommen wirst.
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07.02.2010, 14:04Inaktiver User
AW: sich (wieder) öffnen
Hallo Goodyie,
inwieweit könnte Dein Wunsch nach Abgrenzung auch ein Wunsch sein, keinen Einblick in die eigene Gefühlswelt zu geben, weil Du sie für "uninteressant" oder "peinlich" hälst? Ich frage deswegen, weil Du Deine eigene (sehr klar formulierte und nachvollziehbare) Anfrage hier mit der unsicheren Aussage "Oder findet Ihr das vielleicht alles vollkommen absurd..." abschließt.
Findest Du Dein eigenes Gefühls- und Seelenleben weniger wichtig als das anderer? Wie empfindest Du Dich selbst als emotionales Wesen?
Ist Abgrenzung für Dich ein Schutz vor anderen oder willst Du möglicherweise auch andere vor Dir schützen?
Entschuldige, falls das provokant wirkt, aber mein Anliegen dahinter ist die Frage, warum für Dich Abgrenzung (zurzeit) wichtiger ist als Nähe.
Gibt es Menschen, denen Du Zugang zu Deinen Emotionen gewährst? Welche sind das und warum?
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07.02.2010, 17:18Inaktiver User
AW: sich (wieder) öffnen
goodyie
Also, deshalb die Frage: Wie bricht man seinen Panzer wieder auf?
Wie transportiert man seine Gefühle nach außen? Wie kann ich wieder offener werden? Wo setze ich innerlich an? Wie werd ich bloß diesen Kokon wieder los?
Warst Du immer schon so oder hast Du dir diesen Panzer erst nach einigen Enttäuschungen zugelegt?
Mir hat geholfen mir ganz klar einzugestehen, wie ich über etwas/jemanden fühle und dann danach handle. Ich habe den überwiegenden Teil meines Lebens im Panzer verbracht und klar, es wurde immer schlimmer.
Ich fing bei relativ banalen Dingen an, habe mich gefragt wie fühlst Du dich, wenn soundso passiert. Anstatt wie vorher nur auf etwas zu reagieren (oder es zu ignorieren), habe ich mich zurückgenommen, auf meine Gefühle gehört und dann erst gehandelt oder auch nicht.
Sich auf etwas/jemanden einlassen, macht dich verletzbar. Gestehe dir das ein, bereite dich darauf vor, dass es passieren kann. Dazu gehört auch, andere um Hilfe zu fragen, sich die eigenen Schwächen einzugestehen und die Stärken.
Ganz im Gegenteil, ein ganz wichtiges Thema.Oder findet Ihr das vielleicht alles vollkommen absurd...
lg
esperanza
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08.02.2010, 09:03
AW: sich (wieder) öffnen
Das sind interessante Fragen.
Vor allem, ob ich andere auch vor mir schützen will. - Ja, will ich. Mensch, da hast Du für mich ein ganz neues Fass aufgemacht... Das habe ich mich noch nie gefragt, aber das ist eine dermaßen gute Frage...
Nein, ich war nicht immer so. Habe mir diesen Panzer erst in den letzten Jahren zugelegt. Nach einer Beziehung mit einem Mann, der keine Nähe vertrug und bei dem meine Liebesbekundungen allzu oft Stress, Druck, Bedrängnis erzeugten.Warst Du immer schon so oder hast Du dir diesen Panzer erst nach einigen Enttäuschungen zugelegt?
Was wieder an die Idee von Nancissima anschließt, ob ich andere vor mir schützen will.
Mensch, da liegt ein dicker, fetter Hund begraben...
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08.02.2010, 09:55Inaktiver User
AW: sich (wieder) öffnen

Wenn Du magst, berichte gerne weiter, Goodyie.
Ich kenne das: Eine wie auch immer geartete Abwertung des eigenen Innenlebens führt dazu, dass man sich verschließt wie eine Muschel - und immer denkt, dass man ein Sandkorn und keine Perle in sich trägt. Den Glauben an diese "Perle" kann man sich teilweise erarbeiten, ich persönlich lerne aber immer noch am ehesten über Erfahrungen: Freunde, die interessiert waren an meinem Innenleben bzw. dies interessant finden, mein Mann, der die Nähe intensiv sucht, eben Feedback.
Manchmal hilft es, sich anzuschauen, wer oder was auf welche Art das eigene Innenleben abgewertet hat. Und vielleicht mal die "Motivation" dahinter zu hinterfragen. Bei Deinem Beispiel benennst Du dies schon: Der Partner, der Nähe nicht erträgt. Das hat ja nichts mit Dir zu tun, sondern mit diesem Mann. Deswegen kannst Du die aus dieser Erfahrung resultierenden Verhaltensweisen Deinerseits ebenfalls hinterfragen und ggf. korigieren. Und sich Menschen zu suchen, die es gut mit einem meinen, die wirkliches Interesse haben.
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08.02.2010, 12:40Inaktiver User
AW: sich (wieder) öffnen
Schönes post, Nancissima

Lara
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08.02.2010, 13:57Inaktiver User
AW: sich (wieder) öffnen
Da schließe ich mich lara an

und dann hätte ich noch ein Frage: was meinst du mit der Motivation dahinter? bzw. das von mir fett hervorgehobene?
Kann das auch so etwas sein, wie das Bedürfniss eines anderen dich kleinzuhalten und eben die eigenen Bedürfnisse und Forderungen nicht zuzulassen?
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08.02.2010, 15:41
AW: sich (wieder) öffnen
Ja, die Motivation des Anderen, dass er mit Nähe nicht klar kommt, das hab ich schon verstanden.
Trotzdem scheint dieses Verständnis nicht ausreichend zu sein - es ist doch viel Verletzung zurückgeblieben.
Und dann ist da noch die Frage, warum ich gerade an diesen Mann geriet und mir auch immer wieder solche Männer gefallen. So klappt das dann natürlich auch nicht mit der Zuwendung, die die Seele streicheln könnte.
Muss mich wohl auch mit Ablehnungen/Verunsicherungen auseinandersetzen, die weiter zurückliegen...


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