Liebe Nadeska,
Du machst auf mich einen sehr reflektierten Eindruck!
Du bist offenbar bereit, aus Deinen bisherigen Erfahrungen zu lernen anstatt nur über die blöden Männern zu jammern.Nun, man kann beim Richtigen sehr wohl was falsch machen, und selbst für den wohlwollendsten Mann gibt es eine Grenze dessen, was er noch zu tolerieren bereit ist. Ich bin ebenfalls der Meinung, dass ein Mann einer Frau, auch und gerade wenn sie unsicher ist, ruhig ein bisschen mehr Bestätigung geben kann, damit sie sich besser fühlt. Die Frau kann jedoch dem Mann nicht die Aufgabe aufhalsen, grundsätzlich ihre Selbstwertdefizite auszugleichen, das muss sie schon selbst in die Hand nehmen. Sonst kommt es nämlich zu der Situation, dass sie immer nur fordert und fordert, und dem Mann wird das zuviel und er haut verständlicherweise ab. Es ist auch nicht seine Aufgabe, ständig ihr Selbstwertgefühl zu stabilisieren. Er ist ein Partner und kein Therapeut!Und habe das Gefühl, ich machte damit einen Prozess kaputt, indem ich nicht abwarten konnte. Versteht ihr dieses Beispiel? Könnt ihr es nachvollziehen? Nun hört man oft – beim Richtigen kann man nichts falsch machen. Aber ich bin mir nicht sicher, ob das stimmt.Du kannst natürlich mit einem Mann darüber reden, wenn Du Dich von ihm vernachlässigt fühlst oder den Eindruck hast, er befinde sich auf dem Rückzug. Darauf angesprochen geben Männer dann oft wie auch in diesem Fall zu, sich doch nicht wirklich an Dich binden zu wollen. Deine Reaktion darauf war goldrichtig! Es nützt überhaupt nichts, an dieser Stelle zu quengeln oder zu toben. Damit beschleunigt man nur, dass der Mann denkt „Die Zicke muss ich so schnell wie möglich loswerden.“Eine Situation aus meiner letzten Erfahrung: Er meldet sich zunächst sehr viel bei mir. Ist dann in meiner Stadt, hat aber nur einen Abend Zeit, obwohl er 3 Tage da ist und dann wieder 2 Wochen weg sein wird. Ich bin enttäuscht, denke, nachdem er sich so oft gemeldet hat, kommt jetzt so wenig? Ich rede mit ihm am Telefon darüber. Wir reden so über Vorstellungen von Beziehungen. Er sagt, er ist nicht völlig überzeugt von dem Bild einer verbindlichen Partnerschaft. Ich sage ihm, dann soll er sich doch die Zeit nehmen, darüber nachzudenken und sich dann bei mir melden. Ich fühle mich sehr wohl mit dem Gespräch auch im Nachhinein.
Du hast ihm Zeit gegeben, darüber nachzudenken. Gleichzeitig sollte es durchaus klar sein, dass Du nicht bereit bist, ewig auf eine Entscheidung zu warten, so dass Du Dich in so einem Fall monatelang hinhalten lässt. Hier hilft es, wenn Du Dir eine interne Deadline setzt: Hat er sich bis zum Soundsovielten nicht klar für die Beziehung zu mir entschieden, werde ich ihn abhaken. Natürlich stellst Du dem Mann kein Ultimatum, das würde ihn nur unnötig unter Druck setzen. Aber er sollte wissen, dass er sich nicht ewig Zeit lassen und Dich in der Warteschleife lassen kann: Wenn er es sich eben erst nach Monaten überlegt hat, läuft er Gefahr, dass Du einen anderen netten Mann getroffen hast. Du kannst in so einem Fall sagen: „Überlege es Dir. Aber lass Dir nicht ZU lange Zeit damit.“
Du schreibst, er habe sich dann per SMS gemeldet, aber mir ist nicht klar, wie seine Entscheidung ausgefallen ist.
Man kann sich natürlich drüber streiten, ob es taktisch klug ist, bei einem Ja gleich umgehend zu antworten, andererseits hast Du ja mit was Banalem geantwortet. Ich würde das jetzt nicht überbewerten. Sobald ein Mann Dir deutlich zeigt, dass er Dich mag, und sich zu Dir bekennt, musst Du mit Liebesbezeugungen nicht mehr so knausern. Knausern solltest Du in der Zeit, wo Du seiner Gefühle für Dich noch nicht sicher sein kannst, damit er sich nicht selbstgefällig zurücklehnt und Dich machen lässt.
Die andere Möglichkeit, auf den Rückzug eines Mannes zu reagieren, ist nonverbal, nämlich ebenfalls mit einem Rückzug. Männer brauchen manchmal einen Rückzug, um sich über ihre Gefühle klar zu werden. Nichts ist dann schlimmer als ein klammerndes Weibchen, das ständig Liebesbeweise und Bestätigungen von ihm fordert, anstatt ihn mal eine Weile in Ruhe zu lassen. Oft ist es so, dass Männer erst dann merken, was sie an einer Frau haben, wenn sie merken, dass diese Frau ihnen ihrerseits nicht mehr selbstverständlich zur Verfügung steht. Und dann kommen sie von sich aus wieder auf sie zu, ohne dass sie deshalb ein Beziehungsgespräch führen muss – als ob sie beim Kennenlernen bereits einen Anspruch auf eine solche hätte.Das siehst Du völlig richtig!Und: Ich denke auch, wenn man in der Beziehung so tendenziell "klammert" - also die Ungewissheit nicht aushalten kann - dann verpasst man auch die schöne Erfahrung, wenn der andere dann doch auf einen zukommt. Also, dadurch dass man immer nachhakt, wenn der andere sich mal ein paar Tage zurückzieht, vergibt man sich etwas: Nämlich, dass der andere auch etwas dafür tut, mit einem zusammen zu sein.
Aber auch: Wenn er es eben nicht tut, begreifen, dass es nicht der Richtige ist. Und ihn ziehen lassen...
Man sollte zu Beginn einer Romanze eine gewissen Unsicherheit aushalten können. Wer hier nicht gelassen bleiben kann, weil er meint, der andere werde einen dann eh wieder fallen lassen (Selbstwertdefizit!), der steht sich selbst und einer Beziehung gewaltig im Weg!
Er macht die vorsichtigen Anfänge mit seiner Ungeduld kaputt.
Nicht jeder Mann ist gleich Feuer und Flamme, und nicht selten ist es so, dass Männer, die schnell entflammt sind, auch schnell wieder abkühlen, weil sie sich nur in eine vermeintliche Traumfrau verliebt haben, die der Realität nicht Stand halten kann.
Ich bin ja normalerweise nicht für esoterische Sprüche, aber an diesem ist was dran:
„Wenn Du jemanden liebst, dann lass ihn los. Kommt er nicht zurück, war er niemals der Deine.“
So kannst Du Dir Klarheit verschaffen, ob Du einem Mann tatsächlich was bedeutest. Und dann solltest Du auch stark sein und die Konsequenzen daraus ziehen, auch wenn Dir das Ergebnis (Er will doch nicht) nicht gefällt und Du erst mal darunter leidest. Kein Mann entscheidet sich für eine Frau, nur weil sie ihn unbedingt will. Er muss sie schon auch wollen. Und er verliert den Respekt vor einer Frau, die er bereits zurückgewiesen hat, die ihm aber immer noch hinterher rennt. In diesem Fall leidet eine Frau nur länger und verliert obendrein noch seinen Respekt und ihre eigene Selbstachtung.Frauen wachsen heute mit dem Anspruch auf, dass sie alles haben können: Einen Beruf, den Traummann, Kinder. Früher, als Frauen von den Männern noch wirtschaftlich versorgt wurden, hatten sie nicht so hohe Ansprüche an die Männer als heute, wo sie sich selbst versorgen können. Früher hat eine Frau dann eben auch mal einen Mann geheiratet, der nicht ihr Traummann war, und mit ihm Kinder bekommen.Ich bin jetzt 36, wünsche mir eigentlich Familie und weiss, dass ich nicht mehr viele Chancen diesbezüglich habe
Wenn Du hohe Ansprüche an einen Mann hast, dann sind logischerweise Deine Chancen kleiner, schnell den Richtigen zu finden. Es kann sein, dass Du Dich dann irgendwann entscheiden musst: Nehme ich den, den ich grad habe, um meinen Familienwunsch umzusetzen, oder warte ich weiter auf Mr. Right, mit dem Risiko, keine Familie mehr gründen zu können?
Für die Familiengründung hast Du nicht unbegrenzt Zeit! Auch wenn die Zeitschriften voller Promifrauen sind, die jenseits der 40 ihr erstes Kind bekommen haben (ich weiß nicht, mit welcher repro-medizinischen Nachhilfe), wenn Du zu den Frauen gehörst, bei denen Mitte der 40 die Wechseljahre einsetzen, nützt Dir das gar nichts mehr. Und Du kannst es Dir nicht aussuchen, wann Du in die Wechseljahre kommst.
Ich finde durchaus, dass man dazu stehen sollte, wenn man Verbindlichkeit will. Daran ist nichts Verwerfliches. Es ist aber ein Unterschied, ob eine Frau nach einer ausgiebigen Kennenlernphase von ca. 3 Monaten sagt, dass sie wissen möchte, woran sie mit einem Mann ist, oder ob eine Frau von vorne herein klammert, weil sie Verlustängste hat und diese nicht in den Griff kriegt! Verbindlichkeit kann man erst einfordern, wenn es die Gelegenheit gab, dass sich beide ausgiebig kennengelernt haben.
Grüße von Latona
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21.02.2010, 15:51
AW: Stark in Beziehungen – wann ist loslassen sinnvoll?
Geändert von Latona (21.02.2010 um 15:55 Uhr)
Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
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27.02.2010, 11:06Inaktiver User
AW: Stark in Beziehungen – wann ist loslassen sinnvoll?
Liebe Latona,
danke für Dein Feedback und dafür:
Es gab ja 2 Phasen wo wir über "uns" gesprochen haben. Einmal am Anfang - als es so um generelle Vorstellungen von Beziehungen ging -da war das mit der sms - und dann am Ende, als wir dann ganz konkret über uns gesprochen haben und uns schließlich getrennt haben. Im Nachhinein bin ich auch ganz im Reinen mit meinem Verhalten. Er war schon der Typ der sich zuerst ganz stark ins Zeug legen und dann ganz schnell ganz stark nachließ
nach dem Motto: Und wohl auch nicht an einer wirklichen Bindung interessiert - der Wunsch war da aber nicht unbedingt die Bereitschaft dafür auch etwas zu tun."nicht selten ist es so, dass Männer, die schnell entflammt sind, auch schnell wieder abkühlen, weil sie sich nur in eine vermeintliche Traumfrau verliebt haben, die der Realität nicht Stand halten kann"
Das ist sicher ein guter Hinweis und eben auch genau die "Phase", in der ich unsicher werde und mit der ich schlecht umgehen kann. Ich denke, ein Grund, warum ich unsicher bin, ist auch, dass ich verhältnismäßig wenig Beziehungserfahrung habe. Ich habe einfach recht spät angefangen zu üben.
Ich habe die Männer als junge Frau auf einen Sockel gestelllt und bin keine wirklichen Beziehungen eingegangen. Darum habe ich eben noch nicht so viel Erfahrung mit männertypischen Verhaltensweisen wie andere Frauen in meinem Alter. Natürlich benehme ich mich nicht noch wie mit Mitte 20, aber in manchen männlichen Verhaltensweisen bin ich einfach nicht so erfahren wie andere. Vielleicht liegt der Kern aber auch in meinem Selbstwert, wie Du beschreibst.
Auch das ist ein sehr guter Hinweis:
Ich habe oft gedacht, wenn ich starke Gefühle habe, dann muss ihn meine "Liebe" doch überzeugen. Sicher ist es zwar für das Ego schön, wenn jemand sich in einen verliebt, aber es ist eben noch lange kein Grund diese Gefühle zu erwidern. Umgekehrt ist es ja auch nicht so... ein Mann der verliebt ist und es nicht kapiert, dass ich nichts von ihm will, vor dem würde ich ja auch die Achtung verlieren.
Und schließlich ist es so ein bisschen ein Teufelskreis: Weil ich oft mein eigenes Verhalten in der Beziehung in Frage stelle, kann ich dann auch nicht loslassen.
Ich denke z.B., hier und da hätte ich mich anders verhalten sollen, jetzt will ich ihm zeigen, dass ich es anders machen kann....
Das meine ich damit, wenn ich sage, ich glaube, mein schlechtes "Loslassen" nach einer Trennung mein unsicheres Verhalten in der Beziehung selbst spiegelt. Ich "vertraue" mir selbst und meinen Entscheidungen nicht.
Das meine ich damit, wenn ich sage mich jetzt NACH der Beziehung nicht zu melden ist die gleiche Übung wie mich IN der Beziehung nicht zu melden, wenn ich eigentlich auf ein Zeichen von ihm warte.
Z.B. wenn ich in einer Beziehung unzufrieden oder enttäuscht von seinem Verhalten bin und diese Gefühle nicht haben "will". Dann mache ich die Gefühle klein und sage mir so Sachen wie "Ach, warum soll ich mich nicht melden, bin ja emanzipiert und diese Spielchen sind eh albern."
So wie ich jetzt nach der Trennung versucht bin, mich zu melden. Und ich sage mir dann so Sachen wie: "Ach, sei doch mal ein bisschen locker" -"Ihr seid doch erwachsene Menschen, da kann man doch freundschaftlich miteinander umgehen " oder "Ich will ihm ja nur zeigen, dass ich ihm alles Gute wünsche etc."....
Das geht vielleicht ja auch irgendwann, aber wenn ich ehrlich bin, dann stecke ich emotional wohl noch zu tief drin, um auf eine freundschaftliche Ebene zu wechseln.
Das ist sicherlich auch sehr wahr. Früher musste man heiraten, um versorgt zu sein und es war einfach so. Frau hatte einen begrenzten Zeitraum, in dem man wählen konnte und dann griff frau zu.
Die Männer, mit denen ich zusammen war, waren auch schon zum Großteil ziemlich vorzeigbare Exemplare.
Groß, gutaussehend, beruflich erfolgreich (klingt jetzt sehr klischiert, aber ich finde schon, dass sie was "hermachten"). Und ich möchte auch einen Mann der was "hermacht", irgendwie.
Und da spielt dann eben doch der Faktor Zeit eine Rolle, wenn Frau eine Familie gründen will. Ich finde das wirklich schwer zu entscheiden. Eigentlich möchte ich ein Kind von einem Mann, in den ich verliebt bin. Aber würde ich es später doch bereuen keine Kinder zu haben, weil ich nach Mr. Right gesucht habe und Ansprüche gestellt habe? Und - ist eine Frau, die keine Kinder mehr bekommen kann, für Mr. Right eigentlich noch attraktiv? Tja, das ist nochmal ein ganz anderes Thema...
Aber Latona, Du hast irgendwann mal geschrieben, Torschlusspanik ist ein ganz schlechter Ratgeber bei der Partnersuche und das denke ich eigentlich auch.
Das stimmt sicherlich auch, und ein gutes Barometer finde ich auch sich zu fragen, ob einen die Beziehung glücklicher macht (das war in den ersten 3 Monaten tendenziell so) oder unglücklicher macht (das war danach so ... ich fühlte mich in der Warteschleife und empfand dies als belastend) - Jetzt muss ich nur noch lernen dazu zu stehen, dass ich Klarheit wollte und diese auch bekommen habe.
Schöne Grüße
NadeshkaGeändert von Inaktiver User (27.02.2010 um 11:16 Uhr)
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01.03.2010, 13:33
AW: Stark in Beziehungen – wann ist loslassen sinnvoll?
Liebe Nadeshka,
ich bin wirklich sehr erfreut über Deine Reflexionsfähigkeit, so was findet man bei Neulingen hier eher selten.
Genau das ist der Fehler – ihn von der eigenen Liebe überzeugen zu wollen. Wenn Du Dich sehr um einen Mann bemühst, bemerkt er es eh. Aber das ist eben, wie Du richtig schreibst, noch lange kein Grund für ihn, diese Gefühle zu erwidern. Wenn man das einfach ignoriert, dann macht man sich lächerlich. Und es ist völlig richtig, zu schauen: Wie würde ich als Mann reagieren, wenn sich mir gegenüber eine Frau so verhalten würde, wie ich mich jetzt am liebsten ihm gegenüber verhalten würde? Das hilft, den Fokus von der beschränkten Sicht der eigenen Verknalltheit auf ihn und seine Bedürfnisse zu richten. Man kann es sich nicht leisten, diese zu ignorieren, wenn man etwas von ihm will.Ich habe oft gedacht, wenn ich starke Gefühle habe, dann muss ihn meine "Liebe" doch überzeugen. Sicher ist es zwar für das Ego schön, wenn jemand sich in einen verliebt, aber es ist eben noch lange kein Grund diese Gefühle zu erwidern. Umgekehrt ist es ja auch nicht so... ein Mann der verliebt ist und es nicht kapiert, dass ich nichts von ihm will, vor dem würde ich ja auch die Achtung verlieren.Ich werde Dir jetzt mal was ganz Knallhartes sagen: Das sind nur Ausreden, mit denen man verschleiern will, dass man es nicht aushält, sich auch mal in die Beobachtersituation zu begeben.Das meine ich damit, wenn ich sage mich jetzt NACH der Beziehung nicht zu melden ist die gleiche Übung wie mich IN der Beziehung nicht zu melden, wenn ich eigentlich auf ein Zeichen von ihm warte.
Z.B. wenn ich in einer Beziehung unzufrieden oder enttäuscht von seinem Verhalten bin und diese Gefühle nicht haben "will". Dann mache ich die Gefühle klein und sage mir so Sachen wie "Ach, warum soll ich mich nicht melden, bin ja emanzipiert und diese Spielchen sind eh albern."
So wie ich jetzt nach der Trennung versucht bin, mich zu melden. Und ich sage mir dann so Sachen wie: "Ach, sei doch mal ein bisschen locker" -"Ihr seid doch erwachsene Menschen, da kann man doch freundschaftlich miteinander umgehen " oder "Ich will ihm ja nur zeigen, dass ich ihm alles Gute wünsche etc."....
Ich unterscheide zwischen einer passiven, ohnmächtigen Warteschleife, wo man - wie das Kaninchen auf die Schlange starrt - immer nur auf die Reaktion eines Mannes wartet, und der bewussten Beobachterhaltung, wo man sich erst mal zurücklehnt und schaut, z.B.: Was macht er, wenn ich mal nichts mache? Der Unterschied ist, dass man im zweiten Fall die Kontrolle über die Situation nicht aus der Hand gibt. Man behält sich eigenen Entscheidungen und Konsequenzen vor, je nachdem, wie er reagiert!
So wie Frauen Ausreden für das desinteressierte Verhalten von Männern finden, finden sie auch Ausreden dafür, einem Mann hinterher zu laufen, wenn es besser wäre, ihn mal kommen zu lassen: Keine Spielchen spielen, authentisch Gefühle zeigen, emanzipiert sein wollen etc..
Ich finde es sehr wichtig, das, was von ihm an desinteressiertem Verhalten kommt, ernst zu nehmen.
Ich verstehe allerdings nicht so recht, warum Du NACH der Beziehung noch erwartest, dass einer von beiden sich wieder meldet. Wenn die Sache einmal abgefrühstückt ist, dann meldet man sich doch auch nicht mehr, warum sollte man? Natürlich bleibt man in manchen Fällen Freunde, aber dazu muss man schon ganz besonders mit einander verbunden gewesen sein.Ich denke, für die Partnerwahl ist sie in der Tat ein schlechter Ratgeber. Im Falle des Kinderwunsch jedoch wird sich eine Frau meistens irgendwann entscheiden müssen, was ihr wichtiger ist: Traummann oder eigene Familie. Wenn man z.B. weiß, dass ein Kind unbedingt sein muss, aber man partout keinen Mann findet, der als Partner oder auch als Familienvater tauglich wäre, dann müsste man sich überlegen, ob man die Sache nicht über einen One Night Stand erledigt. Wenn man Männer kennt, die als Familienväter in Frage kämen, aber keine Traummänner sind, müsste man sich überlegen, ob man sich trotzdem mit einem von denen zusammen tun will. Wer aber drauf wartet, mit dem Traumpartner eine Familie gründen zu können, wird mit großer Wahrscheinlichkeit auf die Nase fallen: Entweder, es gibt gar keinen Traumpartner, oder erst dann, wenn man zum Kinderkriegen bereits zu alt ist.Aber Latona, Du hast irgendwann mal geschrieben, Torschlusspanik ist ein ganz schlechter Ratgeber bei der Partnersuche und das denke ich eigentlich auch.Das finde ich sehr wichtig: Zu schauen, ob man während des Kennenlernens mit dem Mann glücklich ist. Ein Mann soll eine Bereicherung für unser Leben sein, und keine zusätzliche Belastung. Natürlich kommen Krisen mal vor, oder ein Partner kann auch während der Beziehung mal zu einer Belastung werden. Aber wenn das gleich von vorne herein so anfängt, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass das ein Dauerzustand bleibt.Das stimmt sicherlich auch, und ein gutes Barometer finde ich auch sich zu fragen, ob einen die Beziehung glücklicher macht (das war in den ersten 3 Monaten tendenziell so) oder unglücklicher macht (das war danach so ... ich fühlte mich in der Warteschleife und empfand dies als belastend) - Jetzt muss ich nur noch lernen dazu zu stehen, dass ich Klarheit wollte und diese auch bekommen habe.
Meistens sind ständige Schwierigkeiten zu Beginn des Kennenlernens ein Anzeichen dafür, dass man eben doch nicht gut genug zusammenpasst. Dann sollte man sich an so einen Kontakt auch nicht auf Teufel-komm-raus klammern, wie das viele Frauen immer noch tun.
Außerdem finde ich persönlich, das der Beginn eine gewisse Leichtigkeit haben sollte. Ich finde es nicht angemessen, sich gleich auf die Probleme eines Mannes zu stürzen, wenn man ihn noch kennenlernt. Sowas machen bevorzugt Frauen mit Helferinnensyndrom, oder Frauen, die sich Liebe durch besondere Fürsorge verdienen wollen. Wird meist vom Mann nicht so honoriert, wie sich die Frau das wünscht.
Es ist durchaus legitim, Klarheit zu wollen, wenn man jemanden ausreichend lange kennt.
Grüße von LatonaGeändert von Latona (01.03.2010 um 13:41 Uhr)
Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
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01.03.2010, 13:39Inaktiver User
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01.03.2010, 13:59Inaktiver User
AW: Stark in Beziehungen – wann ist loslassen sinnvoll?
Darüber hatte ich mir bislang noch gar keine Gedanken gemacht... Sehr Schön!

Ich denke, ich benötige auch regelmäßig diese Art von Bestätigung durch meine Partnerin. Bleibt diese irgendwann aus, vermute ich Negatives, wo wahrscheinlich gar nichts ist...
Ist das nun meine Unsicherheit oder mein mangelndes Selbstvertrauen oder ist es vielmehr mein Bedürfniss, eine zusätzlich Art für mich, Zuneigung von meiner Partnerin zu spüren? Oder andersrum: Warum sollte ich mit einer Frau eine Partnerschaft eingehen, wenn ich von ihr keine Zuneigungsbekundung/-bestätigung erwarten darf (ich wäre zu unsicher)? Dann blieben ja nur noch rationelle Gründe.
Klammern... Ach Männer tun das auch.... Ab und zu...
Zitat von Latona

Dein Posting (auch der Rest) ist sehr lesenswert.
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01.03.2010, 20:21Inaktiver User
AW: Stark in Beziehungen – wann ist loslassen sinnvoll?
Hallo Latona.
Ich habe hier ziemlich lange mitgelesen, bevor ich es gewagt habe mal selber zu schreiben... Und gerade Deine Posts sind mir aufgefallen. Sie haben mich zum Stutzen gebracht.
Ach, Latona, Theorie hin und her - ich habe mich doch noch einmal bei ihm gemeldet.
Es gab ein Ereignis in seinem Leben von dem ich wusste und ich habe nur kurz geschrieben dass ich hoffe, dass es gut gelaufen ist und ihm auch sonst alles Gute wünsche mit seinen Plänen von denen ich weiss. Es war einfach doch so viel Sehnsucht da und das Gefühl ihm das nochmal kurz sagen zu wollen. Er hat sich sofort zurück gemeldet, kurz geschrieben und erzählt und gefragt wie es mir geht. Ich weiss aber, dass das nichts zu bedeuten hat, denn er ist jemand der immer sofort oder gar nicht antwortet. Eigentlich bin ich aber ganz froh, ihm nochmal kurz geschrieben zu haben... ich finde es so schwierig Menschen einfach abzuhaken, kannst Du das verstehen? Auch wenn es nur ein paar Monate waren, so war man sich ja doch nah. Ich habe ihm kurz geantwortet, dass es mich freut dass es ihm gut geht und gesagt wie es mir geht. Keine weitere Fragen o.ä. - nach einem Treffen o.ä. werde ich sicher nicht fragen.
Ich habe jetzt aber auch schon angefangen ein bisschen wieder zu flirten - im realen Leben und im Internet. Und komme da auch schon manchmal ein bisschen ins Träumen und Überlegen. (Ich hoffe, es gelingt mir auch weiterhin nach vorne zu schauen und nicht nur dem alten, nicht mehr erreichbarem, vergangenem hinterher zu schauen...)
Einer war da bei dem ich am meisten ins Träumen gerate. Ich kenne ihn nur von einem Foto und er ist kein Traummann aber wirkt sympathisch - aber ich habe das Gefühl, ich will endlich zu leben anfangen. Mit richtigen Männen, etwas richtiges wagen. Wie zusammen ziehen, zusammen irgendwo hin gehen, oder eben zusammen ein Kind bekommen. Ich habe gerade Lust auf die Liebe und auf ein intensives Leben - bisher war mein Leben oft so rational - Beruf, Vernunft, aber kein wirkliches "Risiko".
Liebe Grüße!
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03.03.2010, 11:19
AW: Stark in Beziehungen – wann ist loslassen sinnvoll?
@ Lotos
Das ist eine Frage, mit der ich mich auch lange beschäftigt habe.Ich denke, ich benötige auch regelmäßig diese Art von Bestätigung durch meine Partnerin. Bleibt diese irgendwann aus, vermute ich Negatives, wo wahrscheinlich gar nichts ist...
Ist das nun meine Unsicherheit oder mein mangelndes Selbstvertrauen oder ist es vielmehr mein Bedürfniss, eine zusätzlich Art für mich, Zuneigung von meiner Partnerin zu spüren? Oder andersrum: Warum sollte ich mit einer Frau eine Partnerschaft eingehen, wenn ich von ihr keine Zuneigungsbekundung/-bestätigung erwarten darf (ich wäre zu unsicher)? Dann blieben ja nur noch rationelle Gründe.
Ich hatte bis vor einigen Jahren ein massives Selbstwertproblem und war sehr auf verbale Zuneigungsbeweise und Bestätigung angewiesen – nicht zuletzt, um mich in den Augen meines Partners und letztlich auch in meinen eigenen als toll bestätigen zu können! Das ist natürlich eine ungute Situation, man sollte schon in der Lage sein, den eigenen Selbstwert hauptsächlich selbst zu stabilisieren, ohne dazu zu sehr auf andere angewiesen zu sein. Insbesondere der Partner wird sehr strapaziert, wenn er die Hauptlast dieser Aufgabe übernehmen soll.
Auf der anderen Seite hatte ich mir einen Partner ausgesucht, der mit positivem Feedback sehr gegeizt hat. Darunter habe ich in der Beziehung jahrelang gelitten. Dass es auch anders geht, hab ich erst in späteren Beziehungen erfahren.
Dann jedoch hab ich auch die Problematik von Männern erkannt, die sehr schnell von einem begeistert sind. Für eine selbstwertunsichere Frau ist das erst mal Balsam: Endlich sagt ihr einer, wie toll sie ist! Nur hat sich der Herr dann relativ schnell wieder abgekühlt, und damit war auch seine Begeisterung futsch.
Ich finde, ein paar (verbale) Streicheleinheiten ab & an sind nicht zuviel verlangt. Geizt der Partner damit zu sehr, muss man schauen, ob seine Zuneigung wirklich ausreicht. Aber man sollte es auch mal eine Weile ohne aushalten können, ohne deshalb gleich an seiner Liebe und am eigenen Wert zu zweifeln.
@ NadeshkaEs ist gut, wenn Du nach vorne schaust. Lass Dich aber nicht dazu verleiten, zu viel in einen Mann reinzuträumen, sondern lern ihn erst mal kennen. Dann wird sich zeigen, ob er in Deinen Lebensplan passt. Soviel Rationalität solltest Du Dir noch gönnen.Ach, Latona, Theorie hin und her - ich habe mich doch noch einmal bei ihm gemeldet. Es gab ein Ereignis in seinem Leben von dem ich wusste und ich habe nur kurz geschrieben dass ich hoffe, dass es gut gelaufen ist und ihm auch sonst alles Gute wünsche mit seinen Plänen von denen ich weiss. Es war einfach doch so viel Sehnsucht da und das Gefühl ihm das nochmal kurz sagen zu wollen. Er hat sich sofort zurück gemeldet, kurz geschrieben und erzählt und gefragt wie es mir geht. Ich weiss aber, dass das nichts zu bedeuten hat, denn er ist jemand der immer sofort oder gar nicht antwortet. Eigentlich bin ich aber ganz froh, ihm nochmal kurz geschrieben zu haben... ich finde es so schwierig Menschen einfach abzuhaken, kannst Du das verstehen? Auch wenn es nur ein paar Monate waren, so war man sich ja doch nah. Ich habe ihm kurz geantwortet, dass es mich freut dass es ihm gut geht und gesagt wie es mir geht. Keine weitere Fragen o.ä. - nach einem Treffen o.ä. werde ich sicher nicht fragen.
Klar, sich von jemandem zu verabschieden, bei dem man sich Hoffnungen gemacht hat, fällt niemandem leicht. Ich finde es auch nicht so schlimm, wenn Du ihm noch mal geschrieben hast, so lange Du daran keine Hoffnungen auf ein Wiederaufleben Eures Verhältnisses knüpfst (von wegen „Vielleicht kommt er ja doch zu mir zurück“) bzw. mit weiteren Aktionen darauf hinarbeitest, aber das tust Du ja offensichtlich nicht.
Ich habe jetzt aber auch schon angefangen ein bisschen wieder zu flirten - im realen Leben und im Internet. Und komme da auch schon manchmal ein bisschen ins Träumen und Überlegen. (Ich hoffe, es gelingt mir auch weiterhin nach vorne zu schauen und nicht nur dem alten, nicht mehr erreichbarem, vergangenem hinterher zu schauen...)
Einer war da bei dem ich am meisten ins Träumen gerate. Ich kenne ihn nur von einem Foto und er ist kein Traummann aber wirkt sympathisch - aber ich habe das Gefühl, ich will endlich zu leben anfangen. Mit richtigen Männen, etwas richtiges wagen. Wie zusammen ziehen, zusammen irgendwo hin gehen, oder eben zusammen ein Kind bekommen. Ich habe gerade Lust auf die Liebe und auf ein intensives Leben - bisher war mein Leben oft so rational - Beruf, Vernunft, aber kein wirkliches "Risiko".
Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
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03.03.2010, 23:03Inaktiver User
AW: Stark in Beziehungen – wann ist loslassen sinnvoll?
Ich habe das auch erlebt. Ich habe entweder Männer erlebt, die ganz wenig investieren und unverbindlich sind oder Männer, die am Anfang sehr viel investieren, Feuer und Flamme sind, Tempo machen ...und dann nach ein paar Wochen oder Monaten ganz stark abfallen und das Ganze beenden. Für mich war es das erste Mal auch total schön, von einem Mann so richtig umworben zu werden. Dieser wollte mich immer sehen, war verbindlich und wir haben sehr viel Zeit miteinander verbracht, waren gleich in Urlaub etc. und dann hat er fast spontan nach immerhin mehreren Monaten Schluss gemacht... Ich bereue die Zeit nicht, denn es war für mich eine wertvolle Erfahrung aber ich habe lange, lange gebraucht um dies "Schluss machen" zu verdauen... erst umwirbt er mich, bis ich mich öffne und dann, ohne dass nennenswerte Probleme auftauchen, macht er Schluss ...
Vielleicht würde ich das heute nicht mehr so "mit mir machen lassen", (meine wichtigste Reaktion war zu fragen: Warum? Was stimmt mit mir nicht? Habe ich noch eine Chance?) Heute würde ich anders fragen und habe es bei meinem letzten Freund auch gemacht ... der ging vom Typ auch etwas in die Richtung.
Wie sieht denn der goldene Mittelweg aus?
Da hast Du recht
. Im Moment ist es aber noch so, dass ich mich etwas zwingen muss zu träumen um nach vorne zu schauen... Aber ich lasse alles auf mich zukommen...
Liebe Grüße!
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04.03.2010, 14:53
AW: Stark in Beziehungen – wann ist loslassen sinnvoll?
@ Nadeshka
Ja, man neigt als Frau dazu, die Schuld bei sich zu suchen, wenn man scheinbar grundlos abserviert wird. Ein Mann in dieser Lage sagt sich eher: „Blöde Ziege, wusste mich nicht zu schätzen!“Vielleicht würde ich das heute nicht mehr so "mit mir machen lassen", (meine wichtigste Reaktion war zu fragen: Warum? Was stimmt mit mir nicht? Habe ich noch eine Chance?) Heute würde ich anders fragen und habe es bei meinem letzten Freund auch gemacht ... der ging vom Typ auch etwas in die Richtung.
Wie sieht denn der goldene Mittelweg aus?
Ich denke, man muss einfach wissen, dass Männer so oder so reagieren können.
Bei denen, die gleich sehr auf die Tube drücken, immer eher ein bisschen abbremsen und nicht nicht völlig mitreißen oder gar überrumpeln lassen. Bei den unverbindlichen genau schauen, was von ihnen kommt, und dann entscheiden, ob das genug ist.Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!


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