Aus aktuellem Anlass möchte ich euch um eure Denkanstöße bitten:
Wenn ich einen Mann kennen lerne, den ich sehr mag, attraktiv finde und ihn gerne in Hinblick auf eine mögliche Beziehung weiter kennen lernen möchte, stelle ich fest, dass ich häufig einen weitaus längeren Atem habe als mein Gegenüber.
Das läuft folgendermaßen ab: natürlich habe Vorstellungen darüber, wie ich mir eine gute Beziehung wünsche und ich weiß auch sehr gut, was/welche Eigenschaften ich an meinem Gegenüber schätze.
Aber trotz klarer Vorstellungen und einer ausgeprägten Fähigkeit, deutlich meine Grenzen zu ziehen, versuche ich mein Gegenüber aus dem "menschlichen" Aspekt heraus zu betrachten, will sagen, ich nehme ihn auch mit Ecken und Kanten und unschöneren Seiten wahr. Diese akzeptiere ich lange, da ich der Ansicht bin, dass andere, schöne Seiten diese wieder aufwiegen könnten und das "Gesamtkunstwerk" stimmen muss. Das führt dann dazu, dass ich sehr lange sehr tolerant bin und der Mann für mich noch immer für eine Beziehung in Frage kommt, auch noch zu einem Zeitpunkt, an dem er mich bereits als nicht passend beurteilt hat.
Das Problem bei meiner Haltung ist, dass Mann sich dann von mir verabschiedet und ICH den Korb kassiere, während ich nach wie vor Interesse an meinem Gegenüber habe und zu zahlreichen Kompromissen bereit bin.
Den Maßstab passend/unpassend dehne ich offenbar weiter als viele andere.
Die Lösung könnte darin liegen, den Mann schneller als passend/unpassend zu "identifizieren", so dass ICH diejenige bin, die entscheidet, ob es weiter geht oder nicht. Das finde ich jedoch gar nicht so leicht, da ich für ein Kennen lernen lange brauche, bis ich jemanden als "kompatibel" einschätzen kann.
Noch kurz möchte ich erwähnen, dass ich gemeinhin als attraktiv/interessant/unterhaltsam empfunden werde, es nicht "nötig" habe, wenig wählerisch zu sein, aber diese Haltung entspricht grundsätzlich meinem Wesen und habe ich auch gegenüber "normalen" Freunden. Bei potentiellen Partnern aber bringt sie mich in Probleme ...
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24.01.2010, 23:57Inaktiver User
Beim Kennen lernen zu lange zu tolerant?
Geändert von Inaktiver User (25.01.2010 um 00:53 Uhr)
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25.01.2010, 11:45
AW: Beim Kennen lernen zu lange zu tolerant?
Hallo Pepina,
das Problem kenne ich irgendwie auch. Auf der einen Seite heißt es immer, man soll nicht so wählerisch und anspruchsvoll sein (und das stimmt ja auch irgendwie), auf der anderen Seite bekommt man dann selbst den Korb, den man im Grunde mit Fug und Recht ebenfalls hätte verteilen können (nach dem Motto: an Dir gäbe es auch eine Menge zu bemäkeln, nur bin ich halt toleranter). Da bleibt so ein Gefühl von Ungerechtigkeit zurück.
Tja, aber was soll man dagegen nun? Selbst wieder kritischer werden, damit man erster beim Korbverteilen ist? Ich glaube, am Ende muss man für sich ein gutes Mittelmaß finden. Also nicht alles hinnehmen und sich einreden, dass das schon noch passen kann. Ich finde es auch wichtig, dass man sich darüber klar ist, welchen Eigenschaften am potenziellen Partner nicht verhandelbar sind. Und da würde ich dann auch ganz klar eine Grenze ziehen.
Wie war denn bisher so Dein Bauchgefühl bei den Männern, die Dich am Ende nicht wollten? Hättest Du intuitiv eher nein oder eher ja gesagt?
Und ansonsten solltest Du vielleicht einfach akzeptieren, dass Du länger für eine Entscheidung brauchst. Das ist ja grundsätzlich eine gute Eigenschaft, dass Du vielen Männern eine Chance gibst, während die ihrerseits vielleicht einfach vorschnell urteilen und sich damit um die tolle Chance bringen, Dich näher kennenzulernen.
Viele Grüße,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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25.01.2010, 19:52
AW: Beim Kennen lernen zu lange zu tolerant?
Pepina, warum ist es so schwierig mit dem Korb?
Wenn ein Mann Dir einen gibt, heisst das doch nur, dass es nicht passt. Aus seiner Sicht. Mehr nicht.
Du bleibst doch trotzdem eine der schärfsten Bräute Deutschlands. ;)
Und vielleicht tröstet es Dich ja, aber Männer bekommen in ihrem Leben von den Frauen wesentlich mehr Körbe. Und sterben trotzdem nicht daran. Sondern machen sich gleich auf zur Nächsten.
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25.01.2010, 20:23
AW: Beim Kennen lernen zu lange zu tolerant?
@pepina
ich finde, das spricht sehr für Dich - dass Du die Menschen nehmen kannst, wie sie sind, mit all ihren Ecken und Kanten und Fehlern... dass andere da schneller und leichtfertiger "aussortieren", heisst nicht, dass Du auf dem falschen Weg bist !

Manchmal dauert es ein wenig länger, bis der Richtige kommt... vor allem, wenn jemand eben nicht oberflächlich und leichtfertig ist - lass Dich davon nicht beirren, hör auf Deinen Instinkt und versuch nicht, nur deswegen irgendwas zu ändern, weil Du "Absagen kassierst"...
Es gibt sicher so einige Menschen, die im nachhinein bedauern, dass sie die ein oder andere Tür zu schnell zugeschlagen haben

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25.01.2010, 20:36
AW: Beim Kennen lernen zu lange zu tolerant?
Mir geht es genau wie Dir. Wenn ich einen Mann interessant finde, dann muss ziemlich viel passieren bis ich meine Meinung ändere. Ich bin da auch sehr tolerant. Oft finde ich sogar Männer mit ausgeprägten Schwächen spannender und phaszinierender.
Irgendwo habe ich mal gelesen: "Frauen lieben das Hintergründige, und wenn es nur der Abgrund ist, der hinter der Oberfläche lauert". Da musste ich schmunzeln. Viele Männer ticken da anders und sortieren schneller aus, wenn ihre Kriterien nicht erfüllt sind.
Willst Du jetzt versuchen, weniger tolerant zu sein?
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25.01.2010, 21:40Inaktiver User
AW: Beim Kennen lernen zu lange zu tolerant?
Das ist die Krux!
Das kann's auch nicht wirklich sein, oder?
Tatsächlich bin ich häufig recht optimistisch und glaube gerne daran, dass sich alles schon irgendwie finden wird.
Selten bemerke ich bei Menschen, die schon in meinen näheren Blickwinkel gerückt sind, Eigenschaften, die ich absolut nicht tolerieren würde.
Solche Begegnungen gestalten sich häufig etwas holprig, es läuft nicht von Anfang an total glatt, aber so etwas habe ich eh äußerst selten erlebt. Das schreibe ich dem Umstand zu, dass zwei Persönlichkeiten aufeinandertreffen und erst einmal den anderen kennen lernen müssen ...
Vielleicht ist das ja ein Denkfehler?
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25.01.2010, 21:41Inaktiver User
AW: Beim Kennen lernen zu lange zu tolerant?
Gabs schon mal eine Erklärung warum Du als "nicht passend" eingestuft wurdest?
Kann es möglich sein, dass Du Aufgrund Deiner Toleranz "langweilig" wirkst?
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25.01.2010, 21:42Inaktiver User
AW: Beim Kennen lernen zu lange zu tolerant?
Schwierig wird's dann, wenn ich nicht felsenfest in meinen Schuhen stehe und nicht verleugnen kann, dass ein Korb durchaus Auswirkungen auf mein Selbstwertgefühl haben kann. Im nächsten Leben werde ich einfach ein Fels in der Brandung!

Das sowieso, und mit mir hunderttausende andere.
Von euch Männern sollte ich mir in der Tat ne Scheibe abschneiden!
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25.01.2010, 21:47
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25.01.2010, 21:47Inaktiver User


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