Liebe BriCom,
mich beschäftigt dieses Thema "zu einer Gruppe gehören" gerade sehr, weil dies leider bei mir zur Zeit nicht der Fall ist.
Wie ist das bei euch - gehört ihr zu einer Gruppe dazu, Freundes-/Kollegenkreis, Verein etc. und wie wichtig ist das für euch?
Ich vermisse es sehr, eine Clique zu haben, so wie früher in Schule, Auslandsjahr, Uni. Seit ich arbeite habe ich "nur" noch ein paar einzelne Freundinnen, aber keinen zusammenhängenden Freundeskreis. Ich werde richtig traurig bzw. neidisch, wenn anderen von "ihren Mädels" sprechen oder mit einer Gruppe von Kollegen was machen. Ich finde, als "Einzel-Freundin" geht man auch leichter "verloren", weil man die Freunde halt nicht eh regelmäßig innerhalb eines Freundes- oder Kollegenkreises trifft, sondern sich immer verabreden muss. Ich habe das Gefühl, ich muss mich ständig bei meinen Freundinnen melden um nicht vergessen zu werden..
Naja, alle versuche, irgendwie zu einer Gruppe beizutreten bzw. eine zu schaffen, sind bisher gescheitert. Ich weiß auch nicht, wieso mich das so belastet.. vielleicht, weil ich 2 Jahre in Zeitarbeit gearbeitet habe und extrem darunter gelitten habe, dass ich auf der Arbeit nicht richtig dazugehörte..!? Nun bin ich da zum Glück raus u habe eine feste Stelle, aber dort sind leider keine Leute, die passen würden.
LG
Lillan
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Thema: Irgendwo dazugehören...
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23.01.2010, 16:58Inaktiver User
Irgendwo dazugehören...
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23.01.2010, 17:17
AW: Irgendwo dazugehören...
Liebe Lillan,
FALLS Du zu der Altersgruppe 55+ gehörst, schau mal unter Google, Stichwort ZWAR Gruppen.
ZWAR bedeutet 'zwischen Arbeit und Ruhestand'. In meiner Stadt gehöre ich dieser Gruppe seit 6 oder 7 Jahren an. Der Vorteil: Die Leute wohnen in meinem Wohngebiet. Die Gruppenabende finden alle 14 Tage statt. Wir laden oft Referenten ein, die über Themen sprechen, die UNS interessieren. Wir veranstalten aber auch 'Klönabende', um uns privat auszutauschen.
Es haben sich etliche Unter-Gruppen gebildet, die z.B. auch Literaturabende, Kartenspielen, Theater, Veranstaltungen besuchen, Besichtigungen, Kino, gemeinsames Frühstück und vieles mehr unternehmen. Da ich ein geselliger Typ bin, habe ich die Essensgruppe = einmal im Monat mit Schlemmerblock gegründet und einmal im Monat einen Spielenachmittag (Kniffel).
Im Bedarfsfall helfen wir uns auch untereinander.
Wenn das nicht das richtige ist für Dich, empfehle ich, eine Kleinanzeige in der Samstagausgabe Deiner Tageszeitung aufzugeben. Sag bitte, wozu Du Lust hast und ich helfe Dir gern bei der Formulierung der Anzeige.
Du MUßT Dich also nicht mehr langweilen.
Was meinst Du dazu?
FG von Helga
„Nehmen sie die Menschen wie sie sind, denn andere gibt es nicht“
Konrad Adenauer
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23.01.2010, 17:17
AW: Irgendwo dazugehören...
Hallo Lillan,
über ein Hobby, das man gemeinsam mit anderen Leuten ausübt, findet man oft besonders leicht Anschluß an eine Gruppe.
Gibt es irgendein Interessengebiet, das Dich interessieren würde? Z.B.: Sport, dann könntest Du einem Sportverein beitreten, oder Radfahren, dann wäre vielleicht ein Radverein was für Dich oder Schachspielen, da gibt es dann Schachspielvereine.
Wenn Du mal zu Vereinen an Deinem Wohnort bzw. in der nächstgrößeren Stadt googlest, wirst Du sicher einige finden. Wenn Du Glück hast, spricht Dich was davon an.
Falls Dich eher Volkshochschule interessieren würde, auch da gibt es sehr gute und interessante Gruppen, die über einen längeren Zeitraum laufen, wie Sprachkurse, Werkkurse etc.
Ansonsten empfliehlt es sich auch, den Regionalteil der Heimatzeitung zu studieren. Da sind oft interessante Gruppenangebote zu finden.
Oder den Veranstaltungskalender Deiner Stadt.
Ich wünsche Dir viel Erfolg bei der Suche!
Liebe Grüße
Kyria
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23.01.2010, 17:20
AW: Irgendwo dazugehören...
hey lillan,
kannst du deine "einzelfreundinnen" denn nicht zusammen bringen?
bei mir hat das ganz gut funktioniert. sie haben sich erstmals auf meiner geburtstagsfeier kennen gelernt und ganz schnell hat sich dann ergeben, dass nachgefragt wurde ob bei einem geplanten kino- oder restaurantbesuch oä denn wohl auch xyz lust hätte mit zu kommen...ich bin nicht wie die anderen. ich bin schlimmer.
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23.01.2010, 17:22
AW: Irgendwo dazugehören...
Hallo Lilian,
ich kann Dich gut verstehen. Ich habe einen wunderbaren Kollegenkreis, den ich auch in gewisser Weise als meine Gruppe ansehe, auch wenn es streng genommen mehrere Untergruppen plus einige Einzelpersonen sind. Aber die meisten kennen sich halt auch untereinander, so dass da immer auch Querverbindungen existieren.
Im Privatleben fehlt mir so eine Gruppe allerdings auch ein wenig. Ich hatte vor Jahren, als ich im Ausland gelebt habe, mal so eine Freundesgruppe, und der Kontakt untereinander besteht immer noch, auch wenn wir inzwischen in alle Winde zerstreut sind. Sowas hätte ich hier auch gerne wieder, finde es aber auch nicht so leicht.
Eine Möglichkeit ist eine Kontakanzeige, z.B. hier im Regionalforum oder über new-in-town, etc. Mit etwas Glück kann da schon eine nette Clique zusammenkommen, oft bleibt zumindest ein harter Kern übrig. Voraussetzung ist aber, dass man sich regelmäßig trifft, z.B. zum gemeinsam Frühstücken einmal im Monat oder so. Dann kann die Freundschaft langsam entstehen und wachsen.
Manchmal kann man auch in einem Sportverein Glück haben oder in sonst einer themenbezogenen Freizeitgruppe. Aber da steht auch oft genug nur die Sache im Vordergrund und treffen außerhalb des offziellen Rahmens ergeben sich nicht. Aber einen Versuch kann es wert sein.
Viele Grüße,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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23.01.2010, 18:42Inaktiver User
AW: Irgendwo dazugehören...
Hallo Lillan,
mir geht es ähnlich wie Dir. Bin oft umgezogen, so dass meine Freundinnen & Freunde in ganz Europa & darüber hinaus verteilt sind.
Seid August wohne ich in einer neuen Stadt & hier ist echt ein riesiges Angebot, d. h. es gibt einfach alles. Aber ich finde es so mühsam, mich für eine Veranstaltung zu entscheiden und mich dort hin auf den Weg zu machen. Diesen Neuanfang hatte ich schon so oft… Deshalb war ich hier kaum weg.
Mit Gruppen hab ich ein Problem. Besser wäre es verschiedene Leute, mit denen man jeweils bestimmte Interessen teilt & was unternehmen kann. Aber da bist Du schon einen Schritt weiter.
Warum musst Du Dich eigentlich immer bei den Freundinnen melden?
Hatte mir vorgenommen, im neuen Jahr wegzugehen. Aber ich war bis jetzt nirgendwo. Zuerst musste ich viel Arbeit aufholen (bin selbstständig), weil ich über die Feiertage Besuch (von außerhalb) hatte & frei genommen hab & dieses Wochenende ist kein Geld da. Ein Kunde hat nicht gezahlt. Hoffentlich nur noch nicht & es läuft nicht auf eine Klage über das Amtsgericht hinaus.
Wo man immer, überall & schnell Kontakte kriegt, ist über Ehrenämter. Wäre das was für Dich? Gibt es da etwas, was Dich interessiert? Hätte da schon einiges, aber zurzeit nicht die Kapazität für noch mehr Arbeit.
Wohnst Du allein? Wie wäre es da mit einer WG? Jetzt wohne ich mit meinem Freund in einer WG. Deshalb ist es auch nicht so schlimm, öfters mal zu Hause zu sein. Aber auf Dauer wird es mir zu viel…
Sollen wir es mal so machen: wir gehen nächstes WE weg & berichten dann wie es war?
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24.01.2010, 20:13
AW: Irgendwo dazugehören...
Liebe Lilian,
ich kenne das Gefühl, nicht dazuzugehören. Wenn ich zurückschaue, kann ich zwar sagen, dass ich in der Schul- und Studienzeit zu einer "Clique" gehörte, aber wenn ich ehrlich bin, dann muss ich auch sagen, dass ich doch irgendwie eher am Rande stand. Ich habe mich aber angepasst, um hineinzupassen - ich glaube, so richtig authentisch war ich nicht.
Das ging mir mit mehreren Gruppen so...ich WOLLTE immer irgendwo hingehören und habe einiges ausprobiert. Wenn ich Fotos sehe, dann sehe ich mich mit dem Blick von heute nicht zugehörig. Außen vor. Doch irgendwie allein und isoliert.
Ich war immer ein Mensch, der gut allein sein konnte, ich bin es auch heute noch gern. Nicht immer. Aber ich brauche meine Ruhezeiten und -zonen. Auf der Arbeit komme ich mit fast allen Kollegen gut aus. Einige Kolleginnen mitsamt ihren Partnern treffen sich regelmäßig in größeren Gruppen treffen und verbringen die Freizeit miteinander; ich habe kein Bedürfnis, mich anzuschließen.
Ich weiß nicht, woran es liegt, dass ich irgendwie nirgends dazugehöre. Aber seit ich akzeptiert habe, dass es offenbar so ist, muss ich mich nicht mehr so anstrengen. Denn ich weiß, wie einsam ich mich manchmal in Gruppen gefühlt habe und wie mühsam ich es fand, mich anzupassen...
sandflohIst das Leben nicht schön!?
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24.01.2010, 21:25
AW: Irgendwo dazugehören...
Jaja, die Schul- und Studienzeit...*heul* da war die Sache mit den Cliquen wirklich einfach. Und alles lief irgendwie so unkompliziert. Schon deshalb bin ich sehr, sehr dankbar für mein Studium (auch wenn es das falsche Fach war
).
Es heißt ja nicht umsonst: Das sind die schönsten Jahre.
Gruppen habe ich immer wieder gefunden. Aber offenbar fehlte mir da immer irgendwas. Ich hatte nie das Bedürfnis, das auf ewig weiter zu verfolgen. Am besten war noch meine Zeit in den beruflichen Netzwerken (gibt für viele, viele Berufe Verbände mit Meetings, Seminaren, sogar für Hausfrauen). Singlegruppe habe ich auch mal gegründet (über eine Zeitungsannonce). Aber daraus wurde keine Gruppe
, aber immerhin fanden sich einzelne Freunde. Spannende Erfahrung auf jeden Fall!
Ich habe ausgiebig betrauert, dass sich keine neue Freundesgruppe fand.
Vorübergehend habe ich sogar an einer Gruppe teilgenommen, die mir ansich nicht entsprach. Hatte einfach so eine Sehnsucht nach Gruppe. 
Inzwischen weiß ich aber: Hätte ich unbedingt Gruppe gewollt, hätte ich das haben können und leben können. Aber ich habe entschieden, dass ich das gar nicht möchte.
Mir sagte vor einiger Zeit eine neue Bekannte: Du bist eine, die möchte nicht in Ketten gelegt werden. Man freut, sich wenn du da bist und hat eine tolle Zeit, aber man darf nicht darauf bestehen, dass du nächsten Dienstag wieder...selber Ort...selbe Zeit...
Stimmt
.
Also - wat soll ich mit ner Gruppe?? Ich passe gar nicht mehr in Gruppen! Weil ich andere Formen von Sozialkontakt bevorzuge! Zu zweit erlebt man alles intensiver, man kann viel mehr aufeinander eingehen. Kann in weniger Zeit mehr Nähe aufbauen. Das gefällt mir besser.
Vielleicht mal überlegen, ob es wirklich Gruppe sein soll?
Nur so als Anregung.
Übrigens lerne ich immer wieder die tollsten Menschen auf Kursen der Volkshochschule kennen. Zu allen möglichen interessanten Themen. Ein schöner Quell, um sein Leben spannend zu erhalten, ohne gleich nach Brasilien in den Dschungel fahren zu müssen.
Liebe Grüße
Karla
PS
Sandfloh: Ich habe auf einem Seminar neulich gelernt, dass es bestimmte Charaktere gibt, die dieses Gefühl "ich gehöre nicht dazu" einfach mit in die Wiege gelegt bekommen haben sozusagen. Sie fühlen sich ständig so. Obwohl es objektiv nicht nötig wäre. Oft sind das besonders kreative Menschen. Mir fällt doch grad der Name nicht ein dieser "Typenlehre", muss ich mal nachreichen.
PPS Habs: Enneagramm heißt es.Geändert von Karla48 (24.01.2010 um 21:26 Uhr) Grund: PPS
The original Karla
est. 2006











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25.01.2010, 13:51Inaktiver User
AW: Irgendwo dazugehören...
Hallo zusammen,
Danke für eure Antworten und Anregungen!
Also, ich bin nicht einsam, vielleicht kam das falsch rüber. Ich lebe mit meinem Freund zusammen, habe ein paar (wenige) neue Freunde gefunden und ein paar alte leben auch nicht allzu weit weg..
Aber ich vermisse es einfach total, zu einer Gruppe zu gehören. Ja, ich habe schon versucht, einzelne Freundinnen zusammenzubringen, aber irgendwie hat das nicht geklappt. Auch haben mein Freund und ich zusammen eine kleine Badminton-Gruppe aufgebaut. Leider kommen die gemeinsamen Badminton-Abende dann doch nur selten zustande, aber wenn, ist es immer super und ich genieße es sehr, in einer Runde zu sein. Also immerhin etwas in diese Richtung!!
VHS-Kurse habe ich auch ausprobiert.. aber wahrscheinlich gehe ich da immer mit zuviel Hoffnung dran u bin dann enttäuscht, wenn s dann nicht passt mit den Leuten. Ich bin schon ein offener und interessierter Typ, aber hatte oft das Gefühl, dass die Teilnehmer in den Kursen nicht unbedingt da sind, um Leute kennenzulernen.
Karla, deine Gedanken finde ich sehr interessant. Das mit dem "muss es unbedingt eine Gruppe sein?" habe ich mir auch schon das eine oder andere mal gedacht.. aber ich bin noch nicht so weit wie du. Aber es ist ja wirklich so, dass zB Gespräche unter 4 Augen intensiver und persönlicher sind als innerhalb einer Gruppe.
Hm, und das mit dem angeborenen "Ich-gehöre-nicht-dazu"-Gefühl.. vielleicht bin ich auch so jemand.. (bin auch bisschen kreativ..).
Auf der anderen Seite stelle ich immer wieder fest, dass es Leute gibt, die einfach immer eine Gruppe haben.. Die haben noch ihre alten Schul/Uni-Cliquen, Kollegen, mit denen sie was unternehmen können etc. etc. Ich muss schon zugeben, dass ich da nicht ganz neidfrei bin.
Liebe Grüße
Lillan
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25.01.2010, 17:18
AW: Irgendwo dazugehören...
ist das mit den cliquen nicht - unabhängig davon, ob man jetzt überhaupt der gruppen-typ ist - nicht auch ein bisschen eine altersfrage? kommt mir so vor. ich bin auch mehr der einzelgänger/außenseiter, war aber trotzdem bis ca. 30 jahre in wechselnde gruppen integriert. danach kam das nie mehr zu stande.
über gründe kann ich nur spekulieren:
- biografische brüche wie trennungen, umzüge ...
- immer mehr leute haben familie und sehen ihren lebensmittelpunkt dort. die meisten werden ruhiger (langweiliger?) - statt lauter partys mit 30 mann gibt es raclette zu viert.
- viele haben weniger zeit und sind wählerisccher mit wem sie die verbringen. so nach dem motto: x ist nett und daher meine freundin, aber deren freundin y muss ich nicht unbedingt haben ...
- ich persönlich hake mit zunehmender lebenserfahrung menschen auch schneller ab als in jungen jahren. ich weiß inzwischen recht schnell, wer mir "etwas gibt" und wer mich langweilt/nervt/überfordert/einfach nicht passt. früher habe ich viel zeit mit leuten verbracht, die ich heute nicht mehr gerne sehen würde.
- soziale grenzen werden wichtiger. mit zunehmender einbindung im job verstärken sich die unterschiede hinsichtlich finanzieller möglichkeiten, gesprächsthemen etc.
auf diese weise wird die "auswahl" an potenziellen freunden immer kleiner. man kann sich glücklich schätzen, überhaupt welche zu haben, geschweige denn neue zu gewinnen. eine ganze clique kommt da selten zustande. am ehesten vielleicht über sport/hobby.
ich kenne einige wenige leute, die es geschafft haben, solche cliquen aus der pfadfinder- oder studentenzeit bis ins mittlere erwachsenenalter zu erhalten. das finde ich sehr bewundernswert.


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