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    AW: Probleme mit Kollegen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Ich schliesse mich den Vorschreibern an-- Du MUSST lernen zu verstehen, daß Arbeitsplatz kein Freundeskreis ist sondern-- ganz deutlich "Kriegsschauplatz"!
    Na ich weiß nicht. Ich möchte nicht den Großteil meines Tages an einem Kriegsschauplatz verbringen. Ich habe mich im Berufsleben auch schon in Situationen befunden, wo ich gemerkt habe, hier stimmt die Chemie einfach nicht. Und ich finde das alles andere als angenehm. Ich bin dort auch nie lange geblieben und hatte immer das Glück, wieder in andere Teams zu stoßen, wo es super lief.

    Wenn ich wüsste, ich muss eine bestimmte Konstellation aushalten, weil es keine Alternative gibt, und das Ende ist absehbar, dann würde ich, wenn alle anderen Bemühungen nicht fruchten, die Zähne zusammenbeißen. Aber ich würde daraus nicht den Schluss ziehen, dass es so immer sein wird und ich mich beizeiten daran gewöhnen muss. Ich würde daraus eher die Lehre ziehen, dass ich ein bestimmtes soziales Umfeld brauche, um mich wohlzufühlen, und in späteren Situationen versuchen, dieses Umfeld schon im Vorfeld zu erforschen, so gut es eben geht.

    Schwierig wird es nur, wenn sich die Fälle häufen, in denen man zum Außenseiter wird. Dann ist es ratsam, doch mal bei sich selbst zu schauen, ggf. mit professioneller Unterstützung, warum man immer wieder in diese Position gerät. Oft geht es nämlich darum, dass solche Menschen bestimmte ungeschriebenen Spielregeln nicht erkennen und dagegen verstoßen. Damit untergraben sie das Selbstverständnis der Gruppe und werden mehr oder minder offen ausgegrenzt. Solche Spielregeln können z.B. sein, dass man viel Privates miteinander teilt, dass man sich in einer bestimmten Weise kleidet, verhält, bestimmte Vorlieben und Abneigungen teilt, sich auch in der Freizeit trifft, etc.
    Und selbst wenn man nicht alle Spielregeln einhalten will, sollte man sich gut überlegen, wo man möglicherweise kompromissbereit sein kann.

    In der geschilderten Situation geht es ja auch nicht um ein jeder-gegen-jeden-Konkurrenzverhalten, sondern darum, dass sich Ellisa allein ausgegrenzt fühlt. Das hat in meinen Augen nichts mit Kuschelbedürfnis zu tun, sondern ist einfach eine unangenehme und belastende Situation, die am Selbstwertgefühl zerrt.

    Viele Grüße,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

  2. Inaktiver User

    AW: Probleme mit Kollegen

    Zitat Zitat von ellisa Beitrag anzeigen
    ja, vor allem ist es das, dass es mir ab und an echt peinlich ist. ich dachte am anfang, "oh gott, was hab ich nur für einen makel, dass mich die anderen nicht mögen."

    es nagt an meinem selbstwertgefühl, weil so sehr ich es mir versuche anders einzureden, ich mich makelbehaftet fühle dadurch.
    Peinlich ist es nicht, in die Rolle des Außenseiters zu rutschen. Das kann schneller passieren, als man gucken kann und kann vor allem (fast) jedem passieren. Ich glaube nicht, dass es das "klassische Profil des Außenseiters" gibt.
    Aber ich verstehe sehr gut, dass es dich stark verunsichert und an deinem Selbstwertgefühl nagt.
    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    Schwierig wird es nur, wenn sich die Fälle häufen, in denen man zum Außenseiter wird.
    Du sagst, dass du diese Position aus Schultagen kennst. Wenn sich diese Konstellation immer wieder in deinem Leben wiederholt, würde auch ich an deiner Stelle mal nachschauen.
    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    Oft geht es nämlich darum, dass solche Menschen bestimmte ungeschriebenen Spielregeln nicht erkennen und dagegen verstoßen.
    Das, oder schlicht, weil du anders tickst, als viele andere. Das kann z.B. sein: sensibler zu sein, nachdenklicher, andersdenkend, etc.. Es kann sein, dass du einfach anders bist, als ein Großteil dieser Gruppe. Punkt. Das ist aber nicht per se schlecht oder verkehrt, sondern das bist einfach DU!

    Ich an deiner Stelle würde nicht darauf hoffen, dass diese Menschen einsichtig werden und ihnen die Gruppendynamik negativ auffällt. Aus meiner Erfahrung werden diese Menschen NICHT aufwachen und sich gegen die Gruppendynamik widersetzen, egal wie "erwachsen" und "reif" sie erscheinen mögen.

    Du solltest mehr dein eigenes Ding machen und dich mental von diesen Leuten distanzieren. Sei auch weniger "nett". Wenn jemand etwas von dir haben möchte, dann nur mit Gegenleistung, das ist auch mein Rat. Setze deine Grenzen und lass dich nicht von diesen Leuten herumschubsen und benutzen!
    So hart sich Tanguera Post #2 liest, aber darin muss ich ihr leider Recht geben.

    Es weht in der Berufswelt häufig ein kalter Wind und das scheint sich bei dir schon im Studium ab zu zeichnen.

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    AW: Probleme mit Kollegen

    Du solltest mehr dein eigenes Ding machen und dich mental von diesen Leuten distanzieren. Sei auch weniger "nett". Wenn jemand etwas von dir haben möchte, dann nur mit Gegenleistung, das ist auch mein Rat. Setze deine Grenzen und lass dich nicht von diesen Leuten herumschubsen und benutzen!
    So hart sich Tanguera Post #2 liest, aber darin muss ich ihr leider Recht geben.
    ich glaube schon, dass es einen grund gibt, dass mir das bereits zwei mal im leben passiert (jetzt möchte ich es ja ändern). ich bin zu schnell unsicher, im studium. wird ein prüfungstermin knapp angesetzt, die anderen wollen die prüfungen so knapp wie möglich nach der vo, frage ich halt auch mal nach, ob es noch einen zweiten termin gibt, mit ein bisschen mehr spielraum zum lernen (damit schade ich ja keinem, weil den frühen termin gibt es ja sowieso). (das wird, denke ich, als uncool gesehen. Ich verstehe nicht warum, denn ich möchte mich einfach ein wenig mit dem stoff beschäftigen. ich möchte das gefühl haben, in dem fach wirklich was zu können. ich möchte was lernen - das ist ja nun der feinschliff meiner ausbildung. und ich brauche diese kenntnisse, um dann wirklich gut in meinem bereich arbeiten zu können.)
    aber äußerlich sieht man vielleicht, dass ich schneller unsicher bin.

    zudem strahle ich sicher wenig selbstwertgefühl aus. ich probiere intensiv dran zu arbeiten. aber in solchen situationen, wo es sich faktisch wiederholt "außenseiter" zu sein, sinke ich kurzfristig ziemlich in mich zusammen.

    naja, ich werde nun einfach versuchen, selbstbewusst zu sein. warum sollte ich es denn nicht sein. ich hab eine gute ausbildung bereits hinter mir. ich bin ein freundlicher mensch, der es den anderen nicht schlecht meint.
    ich werde authentisch, offen und innerlich mit einem festen gefühl über mich, hingehen. werde ich akzeptiert, gut. wenn nicht, kann ich ja einfach ruhig sein und mich distanzieren. und mir ev. 1, 2 leute suchen, die nett sind.
    was ich nicht mehr tun werde, ist "überfreundlich" sein (anfangs versuchte ich sehr freundlich zu sein, weil ich dachte, das gibt es ja nicht, dass die mich nicht mögen), dann denken die anderen noch, ich sei wertlos und trampeln mir am kopf rum.

    ja, das mit der sensiblen rolle, "opferrolle", in die ich da gerutscht bin, ist mir klar. nur, die rolle möchte ich gar nicht. ich werde auch versuchen, da wieder rauszukommen.
    also nochmals vielen dank an euch alle, fürs schreiben
    lg ellisa

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    AW: Probleme mit Kollegen

    Zitat Zitat von ellisa Beitrag anzeigen
    ich glaube schon, dass es einen grund gibt, dass mir das bereits zwei mal im leben passiert (jetzt möchte ich es ja ändern). ich bin zu schnell unsicher, im studium. wird ein prüfungstermin knapp angesetzt, die anderen wollen die prüfungen so knapp wie möglich nach der vo, frage ich halt auch mal nach, ob es noch einen zweiten termin gibt, mit ein bisschen mehr spielraum zum lernen (damit schade ich ja keinem, weil den frühen termin gibt es ja sowieso). (das wird, denke ich, als uncool gesehen. Ich verstehe nicht warum, denn ich möchte mich einfach ein wenig mit dem stoff beschäftigen. ich möchte das gefühl haben, in dem fach wirklich was zu können. ich möchte was lernen - das ist ja nun der feinschliff meiner ausbildung. und ich brauche diese kenntnisse, um dann wirklich gut in meinem bereich arbeiten zu können.)
    aber äußerlich sieht man vielleicht, dass ich schneller unsicher bin.
    Das klingt für mich ein wenig als seiest Du möglicherweise auch sehr perfektionistisch. Könnte das sein? Mit Perfektionismus kann man seiner Umwelt auch schnell mal auf die Nerven gehen. Ich kenne das aus dem Kollegenkreis, wenn bestimmte Leute immer alles hinterfragen, ganz genau wissen wollen, noch den letzten Kommafehler finden, etc. Wenn man dazu das nötige Selbstvertrauen hat und auch eine gewisse ironische Distanz zu sich selbst, dann wird sowas im Allgemeinen schon akzeptiert. Aber wenn jemand dann humorlos auf seinem Standpunkt beharrt, entwickelt sich schnell Ablehnung.

    In Deinem Beispiel kann ich mir vorstellen, dass Deine Frage sehr übereifrig gewirkt hat. Die Zeit bis zu einem Prüfungstermin kann subjektiv vollkommen ausreichend oder eben viel zu kurz erscheinen, je nachdem wie schnell und gründlich man lernt. In solchen Fällen wäre es vielleicht besser, den Dozenten hinterher einfach persönlich anzusprechen und nach einem möglichen späteren Termin zu fragen, weil Du unsicher seiest, ob Du den Stoff bis zum genannten Termin bewältigt bekommst. Dann findet Ihr vielleicht auch eine andere Lösung.

    Ich verstehe Deinen Wunsch gut zu sein und Dich gewissenhaft mit dem Stoff auseinanderzusetzen. Aber diese Gewissenhaftigkeit kann Dir auch später schnell den Ruf einbringen, eine überperfekte Spaßbremse zu sein, gerade in Verbindung mit einem mangelnden Selbstwertgefühl. Steh ruhig zu Deiner Art, aber lass auch mal durchblicken, dass Du weißt, dass sie nerven kann (so in der Art: ich weiß, ich bin bestimmt total nervig, aber ich wäre Dir sehr dankbar, wenn Du mir Deine Mitschrift von letzter Woche noch mal geben könntest. Mein Perfetionismus lässt mich sonst nicht ruhig schlafen). So eine gewisse ironische Distanz macht es den Leuten meistens leichter, kleine Macken zu tolerieren.

    Viele Grüße,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

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    AW: Probleme mit Kollegen

    [QUOTE]
    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    Das klingt für mich ein wenig als seiest Du möglicherweise auch sehr perfektionistisch. Könnte das sein? Mit Perfektionismus kann man seiner Umwelt auch schnell mal auf die Nerven gehen. Ich kenne das aus dem Kollegenkreis, wenn bestimmte Leute immer alles hinterfragen, ganz genau wissen wollen, noch den letzten Kommafehler finden, etc. Wenn man dazu das nötige Selbstvertrauen hat und auch eine gewisse ironische Distanz zu sich selbst, dann wird sowas im Allgemeinen schon akzeptiert. Aber wenn jemand dann humorlos auf seinem Standpunkt beharrt, entwickelt sich schnell Ablehnung.

    In Deinem Beispiel kann ich mir vorstellen, dass Deine Frage sehr übereifrig gewirkt hat. Die Zeit bis zu einem Prüfungstermin kann subjektiv vollkommen ausreichend oder eben viel zu kurz erscheinen, je nachdem wie schnell und gründlich man lernt. In solchen Fällen wäre es vielleicht besser, den Dozenten hinterher einfach persönlich anzusprechen und nach einem möglichen späteren Termin zu fragen, weil Du unsicher seiest, ob Du den Stoff bis zum genannten Termin bewältigt bekommst. Dann findet Ihr vielleicht auch eine andere Lösung.

    Ich verstehe Deinen Wunsch gut zu sein und Dich gewissenhaft mit dem Stoff auseinanderzusetzen. Aber diese Gewissenhaftigkeit kann Dir auch später schnell den Ruf einbringen, eine überperfekte Spaßbremse zu sein, gerade in Verbindung mit einem mangelnden Selbstwertgefühl.
    hi an alle,
    ich bin grad dabei eure tipps umzusetzen. gerade dieses post finde ich besonders hilfreich. und ich werde versuchen, das so zu machen, bzw. ich bin schon dabei.
    ich hab auch bemerkt, dass es hier um teilweise um die männer der gruppe geht und ich deswegen von einer kollegin subtil angegriffen werde. nun halte ich mich fern von "ihrem jagdrevier", bzw. das habe ich immer, nur hat sie eine gefahr in mir gesehen. jetzt geht es besser


    viele grüsse
    ellisa

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