Antworten
Seite 6 von 30 ErsteErste ... 4567816 ... LetzteLetzte
Ergebnis 51 bis 60 von 297
  1. User Info Menu

    AW: Identität als Deutsche(r) im Ausland

    Hallo forever, und willkommen!

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Was mich interessieren würde: Habt ihr es geschafft, ein wirklich integrierter Part in der neuen Heimat zu werden? Ich tue mich sehr schwer, echte Freundschaften aufzubauen.
    Nein, ich fühle mich nicht "integriert", und nach vier Jahren möchte ich es auch gar nicht mehr. Mir ist der Unterschied zwischen amerikanischer und europäischer "Denke" zu groß, es passt einfach nicht. Allerdings ist die Situation bei mir so, dass ich sehr viel mit anderen Europäern zu tun habe, d.h. alle meine engeren Freunde sind aus Europa. Mein Partner ist Amerikaner, aber irgendwie auch eher europäisch. Eine seiner Schwestern mag ich sehr, sie denkt auch mal "um die Ecke", oder "outside of the box", etwas, was man bei vielen anderen Amerikanern leider nicht findet.

    Ich muß allerdings auch dazu sagen, ich lebe in der Provinz, vielleicht wäre diese Situation an der Ostküste und/oder in einer Großstadt anders.

    Mir fehlt das intellektuelle, tiefe Element, das in deutschen Freundschaften möglich war, es ist wie du beschreibst, schon mehr als Smalltalk, aber viele, die ich getroffen habe, wollen ihre "Maske" aufbehalten und nicht tiefer gehen. Ich habe auch das Gefühl, dass es das Tiefe gar nicht gibt, man ist mit einem relativ einfach gestrickten Leben zufrieden. Aber, siehe oben, vielleicht ist das in einer Großstadt anders.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Auch haben die Leute viel weniger Neidgefühle, z. B. bei einem schönen Auto wird es bewundert und auch ausgesprochen.
    Ja, das kann ich unterschreiben! Ich erinnere mich gerade, dass Thomas Gottschalk einmal - da war ich noch in Deutschland - im Fernsehen sagte, er lebe in Amerika, da ihm dort sein Erfolg mehr gegönnt werde.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Bei meinem letzten Deutschlandbesuch fiel mir extrem negativ auf, wie statusbewußt die Menschen sind. Fährst du das richtige Auto, wohnst du im richtigen Viertel - natürlich Haus, trägst du die richtigen Klamotten, gehst du in die richtigen Restaurants....
    Das kenne ich auch von hier. In welchem Bundesstaat lebst du denn?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und dann bemerkte ich einen ganz seltsamen Zug an mir: Wenn ein Deutscher etwas negatives über USA sagte oder sich abwertend äußerte, verteidigte ich sofort das Land und Leute.....
    Das tue ich nicht. Ich lese immer noch Spiegel online und bin manchmal entsetzt wie wenig die Leute hier über ihr Land, andere Länder, ja selbst über ihre eigene politische Situation wissen. Und ich selbst bin eigentlich kein großer "politischer" Mensch. Ich kann verstehen, dass "der Deutsche" da manchmal Abwertungsgefühle sein kann. Es ist doch alles sehr seicht hier (siehe meine Klage oben), bleibt alles viel mehr an der Oberfläche.

    Wenn du in drei-fünf Jahren zurückgehst, ist j aalles in Butter. Genieße deine Zeit, nimm das mit, was dir gefällt, und vergiß den Rest!

    Viele Grüße, Kitty
    Coat check girl: Goodness! What lovely diamonds!
    Mae West: Goodness had nothing to do with it...

  2. User Info Menu

    AW: Identität als Deutsche(r) im Ausland

    Zitat Zitat von fifi1234 Beitrag anzeigen
    Ja, ich bin einigermaßen gern hier. Aber wenn ich hier bin/bleibe, dann wegen meinem Interesse, nicht weil die Franzosen das wollen, Verpflichtung sie leiden zu können haben wir nicht.
    Ja, die Franzosen
    Ich habe als Kind in Frankreich gelebt und weiß, wovon du sprichst.
    Hast du frz. Freunde?

    Zitat Zitat von fifi1234 Beitrag anzeigen
    Die Franzosen können daher ruhig schon anfangen deutsch zu lernen..
    Coat check girl: Goodness! What lovely diamonds!
    Mae West: Goodness had nothing to do with it...

  3. User Info Menu

    AW: Identität als Deutsche(r) im Ausland

    Zitat Zitat von Kitty1670 Beitrag anzeigen

    Lizzie, ich hab als Preiss 6 Jahre in Bayern gelebt und weiß, was du meinst!

    Kitty
    oh, ich fürchte, da legst du mich falsch aus! ich bin sehr freiwillig hier und fühle mich auch wohl. aber dennoch ist es natürlich anders, und dieses andere empfinde ich auch.

    es ist hier schon ein bisschen wie "ausland" (und ich habe einmal 7 monate und einmal 4 jahre wirklich außer landes gewohnt, so dass ich einen vergleich habe für dieses empfinden).


  4. User Info Menu

    AW: Identität als Deutsche(r) im Ausland

    Zitat Zitat von Lizzie64 Beitrag anzeigen
    oh, ich fürchte, da legst du mich falsch aus!
    Nein, nein, ich habe auch gerne in Bayern gelebt. Es ist wunderschön dort. Ich war allerdings auch in München, das soll ja anders als Bayern sein wegen der vielen Zugezognen.

    Kitty
    Coat check girl: Goodness! What lovely diamonds!
    Mae West: Goodness had nothing to do with it...

  5. User Info Menu

    AW: Identität als Deutsche(r) im Ausland

    scho recht, i bin a in minga


  6. User Info Menu

    AW: Identität als Deutsche(r) im Ausland

    ich tue mich schwer mit den verallgemeinerungen: "die amerikanische denke", u.a. hier schon genannten.

    ich glaube, man kann sowohl in deutschland als auch in amerika "solche" und "solche" finden. ich bin auch innerhalb deutschlands schon umgezogen und habe in ganz unterschiedlichen regionen gelebt. man findet ueberall nette leute und freunde. und es gibt auch deutsche, die oberflaechlich sind und durchaus auch amerikaner, "mit denen man in die tiefe gehen kann". ich habe beides schon gefunden.

    ich kenne auch beispiele fuer diese deutschen, die immer wieder im ausland leben, mit container und allen moebeln und allem eigentum umziehen. sie nehmen aber einfach nur ihr gewohntes, altes leben mit in das andere land und leben so weiter wie es in deutschland war. (es werden sogar dinge hierher importiert - waschmittel, lebensmittel etc. - So soll fuer mich der auslandsaufenthalt nicht sein... ich kann gut mit allem leben was es hier gibt.) und dann wird an allem, das anders ist herumkritisiert und alles durch die deutsche brille gesehen. und natuerlich ist ja alles in deutschland viel besser... ich glaube, das funktionniert so nicht... damit tut man sich keinen gefallen. die usa sind nun mal nicht deutschland und nicht europa.

    wir leben seit etwas ueber drei jahren in den usa, in einer fuer die usa kleinen stadt, die fuer mich aber groesser ist und viel mehr bietet, als die stadt, in der ich in deutschland zuletzt gelebt habe. unsere ganze familie fuehlt sich sehr wohl hier. ich denke schon mit "schrecken" an das zurueckgehen und kenne auch viele andere deutsche denen es aehnlich geht.

    ich habe manchmal schon gedacht, ob ich wohl in einem frueheren leben mal amerikanerin war, weil ich mich hier so wohl fuehle. (scherzhaft, weil ich an sowas eigentlich nicht glaube...)ich koennte mir durchaus vorstellen, laenger zu bleiben oder woanders hin zu gehen in den usa oder sonstwo in der welt. ich muss nicht unbedingt nach deutschland zurueck.

    es erweitert den horizont ungemein, mal in einer anderen gegend zu leben, ausser der, wo man herkommt und erst recht einmal in einem anderen land zu leben...

    es gehoert vielleicht auch dazu, sich ein wenig mitnehmen, treiben zu lassen und nicht immer dagegen zu steuern, sich zu straeuben und alles mit dem vorher gekannten zu vergleichen. es ist wichtig, sich anpassen zu koennen und das anzunehmen, was es gibt. seien es lebensmittel, die leute, die umgebung, die moeglichkeiten und fortbewegungsmittel... das "andere". je mehr die kultur, in der wir leben von der gewohnten deutschen abweicht, umso mehr muss man vielleicht diese anpassungsfaehigkeit mitbringen, um sich wohlfuehlen zu koennen. die deutsche kultur ist vielleicht nicht das zentrum von allem und alleiniger masstab.

    ich hoffe, ich konnte mich verstaendlich ausdruecken... aber vielleicht geht der austausch ja noch weiter. das thema ist interessant. ein wenig schade, dass es nicht im weltweit-forum stattfindet. das haette es vielleicht mal wieder belebt. es hat dort schon interessante "gespraeche" gegeben...
    Geändert von coryanne (06.02.2010 um 01:26 Uhr)

  7. Inaktiver User

    AW: Identität als Deutsche(r) im Ausland

    @coryanne
    ich sehe das ganz genau wie du.

    Ich meine halt keine "deutsche" Identitaet zu haben, sondern meine Identitaet zu haben.

    Was mir allerdings aufgefallen ist - und das betrifft wohl eher die Nachkriegsgenerationen - dass viele andere einen Nationalstolz besitzen und sich im fremden Land gerne "ausweisen", sich untereinander zu erkennen geben und sich freuen, wenn sie einen "Landsmann" treffen usw. - ich persoenlich hatte das nie und habe auch hier im Ausland festgestellt, dass das unter "meinen Landsleuten" sehr wenig verbreitet ist.
    Ich kenne hier wenige Deutsche persoenlich (und nur durch Zufall) und verkehre mit fast niemanden (hab mich nie bemueht, sie ausfindig zu machen) und mit den wenigen die ich kenne (obwohl es sicher eine Menge hier gibt), unterhalte ich mich normalerweise in Italienisch....DAS erstaunt die Italiener hier z.B. sehr.

  8. User Info Menu

    AW: Identität als Deutsche(r) im Ausland

    Hallo ihr zwei,

    und willkommen im Strang.

    Ich habe das Thema hier eingestellt, weil ich das Gefühl hatte, das in der Rubrik "Persönlichkeit" differenzierter diskutiert wird als in "Weltweit". Mir kam es so vor, als ob, wenn in "Weltweit" ein Beitrag eingestellt wurde, der das Gastland in irgendeiner Form kritisierte, der Poster sofort angegriffen wurde, er habe sich jetzt an das Land anzupassen, das, dies oder jenes tun, oder er solle doch gehen. Auf einem solchen Niveau wollte ich meinen Beitrag nicht starten, und ich denke, dass das auch gelungen ist, denn wenn man sich die Posts in diesem Strang durchliest, ist eine gute Bandbreite unterschiedlicher Ansichten eingegangen.

    Was ich mit meinem Ausgangspost anstoßen wollte, und was nach fünf Seiten vielleicht etwas verloren gegangen ist, ist der Umstand, dass ich mich mittlerweile weder deutsch noch amerikanisch fühle, sondern irgendwie zwischendrin. Aber vielleicht, so ein paar Posts oben schon bemerkt, muß man seine Identität ja gar nicht an seiner Herkunft festmachen.

    Im Unterschied zu den Containerdeutschen kenne ich beispielsweise auch welche, die unhinterfragt auch die unmöglichsten Sachen hier übernehmen. . Das finde ich schade. So ist eine Bekannte von mir, die drei Jahre vor mir hierherzog, z.B. vollständig "amerikanisiert". Dann kenne ich Leute, die sich auf deutsch überhaupt nicht mehr ausdrücken können, sondern eine Art "Denglisch" reden. Dies sind aber zwei Extreme, und die meisten von uns werden sich irgendwo in der Mitte aufhalten.

    Was sowohl den Containerdeutschen noch den Eingebürgerten abgeht, scheint das Problem der zwei Identitäten und ihrer Zusammenführung zu sein. Das genau wollte ich in meinem Strang ansprechen!

    Viele Grüße, Kitty
    Coat check girl: Goodness! What lovely diamonds!
    Mae West: Goodness had nothing to do with it...

  9. User Info Menu

    AW: Identität als Deutsche(r) im Ausland

    Zitat Zitat von coryanne Beitrag anzeigen
    ich kenne auch beispiele fuer diese deutschen, die immer wieder im ausland leben, mit container und allen moebeln und allem eigentum umziehen. sie nehmen aber einfach nur ihr gewohntes, altes leben mit in das andere land und leben so weiter wie es in deutschland war. (es werden sogar dinge hierher importiert - waschmittel, lebensmittel etc. - So soll fuer mich der auslandsaufenthalt nicht sein... ich kann gut mit allem leben was es hier gibt.) und dann wird an allem, das anders ist herumkritisiert und alles durch die deutsche brille gesehen. und natuerlich ist ja alles in deutschland viel besser... ich glaube, das funktionniert so nicht... damit tut man sich keinen gefallen. die usa sind nun mal nicht deutschland und nicht europa.
    Oh furchtbar! Wenn es vor allem Fladenbrot gibt dann esse ich dieses (und so gerne dass ich bald zurueck in Europa danach suchen werde), lokales Gemuese ist oft viel billiger und schmeckt viel besser, und so kann ich dutzende Gruende nennen warum ich lieber lokal einkaufen gehe. Ich mache nur eine Ausname: Zahnpasta denn gegen normale minzige Zahnpasta bin ich allergisch und salzige gibt es fast nirgens. Und mein Partner will nicht drauf verzichten weil er die so lecker findet.

    Auch interessant was du schreibst ueber dich in den USA zu Hause zu fuehlen. Mein Partner und ich gehen da noch einen Schritt weiter und denken dass wir uns eigentlich ueberall zu Hause fuehlen koennen - auch in Deutschland. Oder in Daenemark wo wir eigentlich nicht so gerne hin wollen aber demnaechsten hinziehen werden.

  10. User Info Menu

    AW: Identität als Deutsche(r) im Ausland

    ja, im moment fuehle ich mich hier zuhause. und ich glaube an dem spruch "home is where your heart is" ist etwas dran... ich kann mich, glaube ich, auch ueberall zuhause fuehlen, wenn ich mit meinem liebsten, meiner familie zusammen bin...

    und kitty: diese extremen leute gibt es hier auch... die frage ist nur, ob sie "unhinterfragt" dinge uebernehmen. "unmoeglich" ist deine bewertung... fuer sie ist es ok und sie fuehlen sich wahrscheinlich wohl damit. dieses "hinterfragen" ist schon deutsch, oder... ist ja auch ok. wenn dinge hier anders sind, habe ich, besonders auch in der anfangszeit, immer ueberlegt, warum sie anders sind, wo das herkommt...

    und ich denke die "containerdeutschen", was wir ja auch sind, weil wir nur auf zeit hier sind, haben auch das problem, dass sie mit einem fuss noch oder schon wieder in deutschland stehen. die "zerrissenheit" zwischen den kulturen wird vielleicht noch deutlicher, als wenn man sich fuer eine entschieden hat und dann dort laengerfristig bleiben will. expats, die wieder zurueckgegangen sind, haben schon berichtet, dass das auch so bleiben wird. beide kulturen und das was man davon mitgenommen hat, werden ein teil der persoenlichkeit bleiben... der auslandsaufenthalt praegt und veraendert sicherlich auch... deswegen glaube ich auch nicht, dass man "einfach so" nach der rueckkehr wieder in sein altes leben "schluepfen" kann... das koennen natuerlich die, die ihr leben im ausland so weiterleben wie im ausgangsland leichter...

    ich finde es sehr spannend... es ist ja auch oft so, dass die die einmal weg waren (aus deutschland), auch immer wieder weg wollen.

    zur ausgangsfrage, was die identitaet angeht: die frage ist ja auch, ob wir als deutsche so eine starke identitaet haben. die identitaet der amerikaner und ihr nationalstolz ist schon viel staerker... ich weiss z.b. gar nicht so wirklich, ob ich eine "deutsche identitaet" habe. was ist das eigentlich? wie wuerdet ihr das definieren?

    schoenen sonntag!
    gruss, coryanne

Antworten
Seite 6 von 30 ErsteErste ... 4567816 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •