Schön, dass hier sich immer mal wieder neue Leute vorstellen, danke!
Nein, mir ging es nicht um Spießigkeit (und es gibt sicherlich nichts Spießigeres als die amerikanische Provinz, du glaubst es nicht) und die anderen, die die Dorfjugendfeste beschrieben haben, haben sicher nicht Deutschland insbesondere herausstellen wollen, es ist halt das Land, in dem sie aufwuchsen, und die "Speißigkeit" wahrnahmen.
Was ich meinte, ist die Eigenart, rundherum für alles abgesichert sein zu wollen, Versicherungen zu brauchen, eine gewisse Vorhersagbarkeit. Und das ist typisch deutsch, ja. Auf der anderen Seite "klappt" auch alles in Deutschland, auf Ämtern und Behörden, frag da mal Italiener ...
Ich möchte hier auch niemanden angreifen, nur, eine Zeitlang im Ausland zu wohnen, relativiert den Blick auf manches ...
Kitty
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28.01.2010, 21:35
AW: Identität als Deutsche(r) im Ausland
Coat check girl: Goodness! What lovely diamonds!
Mae West: Goodness had nothing to do with it...
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29.01.2010, 09:49Inaktiver User
AW: Identität als Deutsche(r) im Ausland
Nun, ich denke, es gibt Leute, die sind so gepoolt - und andere sind es nicht. Das hat nichts mit der Nationalität zu tun.
Und das z.B. der größte Teil der Amerikaner nicht kranken versichert ist, düfte m.E. nicht daran liegen, daß sie es überflüssig finden, sondern das sie es sich schlichtweg nicht leisten können.
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29.01.2010, 13:30
AW: Identität als Deutsche(r) im Ausland
Ich moechte auch abgesichert sein im Leben, aber ob das so typisch DEUTSCH ist ???
PS: Ich werde in Spanien oft fuer eine Englaenderin, Daenin, Polin oder Rumaenin gehalten --- kann ich alles ab, nur mag ich es nicht leiden, wenn man mich automatisch auf Englisch anspricht. Habe nix gegen diese Sprache, nur gegen die englische Aussprache der Spanier, denn die kann ich nur sehr schwer verstehen, auch nach 6 Jahren Uebung noch nicht !Geändert von eli65 (29.01.2010 um 13:33 Uhr)
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29.01.2010, 13:54Inaktiver User
AW: Identität als Deutsche(r) im Ausland
hier bei mir ist das so, aber 'bei mir' ist ja auch in dem sinn kein land, sondern eine international community in einem post-conflict-land. oder auch in einem conflict-land - da gehen die meinungen drüber auseinander. gerade in deutschland.
ich habe, als ich zuerst vor vier jahren hier aufschlug, mich hier zum ersten mal 'deutsch' gefühlt. zuvor war mir nationalität ziemlich gleichgültig. jetzt ist es (gerade wenn ich die debatten über mein gastland im deutschen fernsehen sehe) so, dass ich eigentlich nur noch den kopf schütteln kann über dieses deutschland. und es ist mir immer klarer: ich kann und will da nicht mehr leben und arbeiten.
sehnsucht habe ich nicht. oder sagen wir: sehnsucht habe ich manchmal nach meiner vergangenheit. nach orten, menschen, begebenheiten, die es so nicht mehr gibt. nach situationen, die zufällig in deutschland stattgefunden haben. so eine art gespenstersehnsucht also.
ich fühle mich gut, da wo ich bin.
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29.01.2010, 19:46
AW: Identität als Deutsche(r) im Ausland
Ja, das trifft es genau! Das ist sehr treffend formuliert.
Ich möchte auch nicht mehr nach Deutschland zurück, kann es mir auch gar nicht vorstellen ... Aber es gibt eine Art "Phantom"schmerz, der nicht genau bestimmbar ist, da auch das Land, in dem ich jetzt lebe, nicht "mein" Land ist.
Aber was ist überhaupt "das eigene Land"? Ich war vor 15 Jahren mal in Schweden, um eine Freundin für 10 Tage zu besuchen. Schon als ich aus dem Flieger stieg, hatte ich das Gefühl: "Das ist es!" In Stockholm war ich viel allein unterwegs, da meine Freundin tagsüber arbeiten mußte, und es haben mich viele Leute auf schwedisch angesprochen, die etwas wissen wollten, z.B. den Weg, oder wann der Bus fährt, auch Touristen, die mich für eine Schwedin hielten. Ich habe damals gedacht: Vielleicht ist das ja mein Land!" Ich fand es einfach toll. Verwirklicht habe ich es nie. Aber vielleicht war es auch nur ein Traum, so wie wenn eine Beziehung zu einem Mann nie zustande kommt, man aber viele Projektionen hat, wie es wohl gewesen wäre, wenn ...
Viele Grüße, KittyCoat check girl: Goodness! What lovely diamonds!
Mae West: Goodness had nothing to do with it...
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29.01.2010, 21:32Inaktiver User
AW: Identität als Deutsche(r) im Ausland
Auch ich bin an diesem Absatz haengen geblieben....
Ich lebe seit fast 30 Jahren nicht mehr in meiner Heimatstadt Berlin und habe sie immer noch in Erinnerung, wie sie war, bevor ich weg zog.
Ich fahre selten hin...denke jedoch ab und zu mit einer gewissen Nostalgie an meine "fruehe" Vergangenheit. (Denn inzwischen habe ich auch hier eine Art Vergangenheit und kann sagen: weisst du noch damals...
)
Aber wenn ich dann da bin, dann gibt es fast nichts mehr von dem was "meine" Erinnerung ausmacht. Berlin hat sich nun mal sehr veraendet. Aber auch die Menschen. Und das ist ja auch gut so.
Aber da fuehle ich mich fremd, d.h. irgendwie "zu Besuch", Tourist in einem zwar gut bekannten Ort.
Dann bekomme ich Sehnsucht nach zu hause, d.h. nach meinem jetzigen Zuhause. Ich hab mich eben auch veraendert....
Interessaner Austausch.
Gruss
Amorosa
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30.01.2010, 00:16
AW: Identität als Deutsche(r) im Ausland
Hi Bibi & Amorosa - das habt ihr gut beschrieben.

Ich wuerd es auch unter "Nostalgie" ablegen. Manche Dinge der Kindheit, Jugend hat man in sich, nimmt man mit, egal, wo man lebt. Sie sind nicht mehr da, wenn man zurückfährt. Landschaften verändern sich.
Ich hab aber genauso ab und an Sehnsucht nach anderen Orten, wo ich mal gelebt habe, abgesehen von der Heimatstadt ... oder auch nur mal im Urlaub war.
Wie so eine Art Flickerlteppich, den man sich im Laufe des Lebens zusammenwebt - der wärmt dann später ;-)"I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves
Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.
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30.01.2010, 19:39
AW: Identität als Deutsche(r) im Ausland
Der waermt die Seele -- genauso wie ein guter Teller Suppe .. hast du schoen gesagt, liebe Frangipani.
Gruesse von der Insel
Eli.
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30.01.2010, 22:30
AW: Identität als Deutsche(r) im Ausland
gilt eigentlich auch bayern (so als preußin aus niedersachsen?) *duck* ;-)
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31.01.2010, 00:06
AW: Identität als Deutsche(r) im Ausland
Ich spüre keine Sehnsucht / Nostalgie nach Deutschland. Auch nicht nach Brasilien wo ich fast 20 Jahre lebte. Hier in Frz-Guyana, wenn ich typisch europäische Sachen, Waren in Läden usw sehe, oder zBsp im Fernsehen Berichte über die grenznahen Gebiete (Elsaß usw), stört mich das eher, ich will auf Distanz zu Europa bleiben. Allerdings nehme ich gern die Sozialhilfe usw von den Franzosen. Bis jetzt habe ich nach 7 Jahren kein Frz gelernt




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