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    Lähmende Gedanken/ Probleme, Teufelskreis

    Guten Abend:)
    Hat jemand Tipps, wie man Gedanken/ Probleme, für die man keine Lösung hat, überwindet/ mit ihnen umgeht? In meinen schwächsten Momenten brechen all diese Dinge über mich herein und ziehen mich total runter.... Leider habe ich für all diese Probleme keine Lösungen....

    Zum einen verfolgt mich das Gefühl, nicht willkommen zu sein. Ich weiß, das ist total abgedroschen, aber meine Geburt war wohl alles andere als toll, weswegen meine Ma irgendwie nicht sofort eine Bindung zu mir aufgebaut hat. Dieses nicht-willkommen-sein-Gefühl wurde dann noch verstärkt durch vergessene Kindergeburtstage, das Gefühl vermittelt zu bekommen, zu nerven und einfach nur anstrengend zu sein. Es ist total komisch, ich mag meine Ma total, seit ich nicht mehr zu Hause wohne, haben wir ein richtig gutes Verhältnis. Deswegen finde ich es auch so bizarr, das mich dieses nicht-willkommen-sein-Gefühl in meinen schlimmsten Stunden einholt, obwohl wir unsere Schwierigkeiten doch überwunden haben....

    Dann mache ich mir große Sorgen um meine jüngere Schwester, die offensichtlich ein Magersuchtsproblem hat. Leider schon seit bestimmt 10 Jahren. Dank meiner Ma hatte sie es eigentlich eine Weile gut im Griff, aber seit sie von zu Hause ausgezogen ist, ist es wieder schlimmer geworden. Ich weiß nicht, wie ich ihr helfen kann, ich kann nicht mit ansehen, wie sie ständig krank ist und so bleich aussieht. Kann ich ihr helfen, muss ich ihr helfen? Sie blockt jeden Gesprächsversuch ab... Und wir machen uns alle große Sorgen um sie!

    Dann kommt noch das schlechte Verhältnis zu meinem Vater dazu. Er lebt in seiner eigenen Welt, wir haben kaum Schnittmengen, keine Themen über die man sich unterhalten kann... Ich finde es einfach schrecklich, wie er seine Egotrips fährt und sich einen Traum nach dem anderen erfüllt, während zum Beispiel das Haus meiner Eltern immer mehr verfällt (Heizung entlüften? Glühbirnen auswechseln? Ein neues Sofa (das alte ist fast 35 Jahre alt)? mal ne neue Küche für meine Ma? ein leichter Messie ist er auch). Noch dazu hatte er letztes Jahr eine Affäre, die sich ziemlich lang und häßlich hingezogen hat und meine Ma nachhaltig fertig gemacht hat (uns Kinder natürlich auch!).

    Klar, in jeder Familie gibt es Probleme... Ich weiß nicht in wie weit ich mich abgrenzen kann/ darf/ soll, ich bin erwachsen, habe mein eigenes Leben... Ich grüble und grüble, finde keine Lösungen und lasse mich von den oben beschriebenen Problemen runterziehen! Ich bin so traurig, dass ich nichts verbessern kann, nicht helfen kann...

    Danke fürs zuhören:)!

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    AW: Lähmende Gedanken/ Probleme, Teufelskreis

    Ich weiß nicht in wie weit ich mich abgrenzen kann/ darf/ soll, ich bin erwachsen, habe mein eigenes Leben
    Die Antwort ist sehr einfach - und gleichzeitig sooooo schwer umzusetzen: Du darfst Dich so weit abgrenzen, wie Du möchtest und für Dich brauchst.

    Für mich hört sich das alles ein bisschen so an, als seien Verantwortlichkeiten nicht ganz klar, was gegen eine gute Abgrenzung spricht. Sorgen machen kannst Du Dir. Aber ist Dir auch bewusst, dass Du Deiner Schwester nicht gegen ihren Willen helfen kannst/ihren Willen beeinflussen kannst, dass Du nicht das Kindermädchen Deiner Mutter bist und nichts, aber auch gar nichts, mit den Eheproblemen Deiner Eltern zu schaffen hast?

    Im Grunde genommen scheint Deine Familie ein enormes Potenzial zu haben, zu verletzen. Das drückst Du weg - was nicht klappt, wenn Du keine Kraft hast. Magst Du da vielleicht ein bisschen näher hinschauen? Weißt Du, solche Gedanken verschwinden nicht, weil sie vermutlich einen Sinn haben. Vielleicht möchtest Du sie Dir einfach mal genau anschauen?
    Zurück ist ein Ort, den es nicht gibt.

  3. Inaktiver User

    AW: Lähmende Gedanken/ Probleme, Teufelskreis

    Einen guten Anfang hat Dir Babette genannt: Fang bei Dir an, und mach Dir klar, dass Du nicht für die anderen Mitglieder Deiner Familie und ihre Themen die Verantwortung übernehmen kannst. Da müssen sie selbst ran.

    Ein Aufhänger für Deinen Weg könnte sein, Dir bewusst zu machen, dass Dein Körper Dir gerade mitteilt, dass NICHTS in Ordnung ist. Er tut dies über die Gefühle, die Du beschreibst: Du hast das Gefühl, nicht willkommen zu sein.

    Und das scheint mir eine der wenigen ECHTEN Empfindungen in diesem Konglomerat aus Verrat, Lieblosigkeit und Falschheit zu sein, das Dein Familiensystem offenbar ausmacht.

    Dein Verhältnis zu Deiner Mutter ist beispielsweise nicht klar im Sinne von: geklärt und bereinigt, und Deine Empfindungen sind ganz sicher nicht bizarr, sondern haben für Dich eine reale Grundlage und Daseinsberechtigung. Die Ablehnung, von der Du schreibst, war beispielsweise Deiner Beschreibung nach wichtiger Teil Eurer Beziehung vor und nach Deiner Geburt. Das ist eine Lebensphase, in der Sprache keine Rolle spielt, Empfindungen aber sehr wohl. Diese Empfindungen trägt Dein Körper nichtsprachlich in sich. Das kann dazu führen, dass Du das, was Du empfindest, nicht rational verargumentieren, nicht erklären, aber eben: spüren kannst. Und auch wenn es sehr lange her ist, kann es Dich tief verletzt haben, und eben noch längst nicht für Dich ausgestanden sein.

    Diese Hinweise Deines Körpers solltest Du ernst und wichtig nehmen.

    Es gibt Ansätze, die davon ausgehen, dass Essstörungen sehr viel damit zu tun haben, dass Kindern die Nahrung, die sie wirklich brauchen, um wachsen zu können: Liebe, Anerkennung, Akzeptanz, liebevolle Förderung und Fürsorge, der liebevolle Blick vorenthalten wird. Stattdessen wachsen sie auf in einer Welt der Fassaden, der doppelten Botschaften, der Welten hinter den Welten. Was sie nicht aussprechen, nicht einmal wahr haben dürfen, drückt ihr Körper aus. Ich finde diese Gedankengänge sehr bemerkens- und beachtenswert.

    Es scheint ein merkwürdiges Paradoxon, dass wir in einer Welt leben, in der Krankheit nur allzu bereitwillig auf den Körper kapriziert und reduziert, aber die Sprache des Körpers selbst dabei vollkommen ignoriert wird, selbst wenn sie eher einem Brüllen als dezenten Signalen gleicht.

    Nimm Dich und Deine Wahrnehmungen ernst. Das ist das Gesündeste, das Du für Dich, und sekundär auch für Deine Schwester tun kannst.

    die Seewespe
    Geändert von Inaktiver User (18.01.2010 um 22:25 Uhr)

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    AW: Lähmende Gedanken/ Probleme, Teufelskreis

    Danke für Eure Antworten und Denkanstöße!
    Dieclou:
    ..., als seien Verantwortlichkeiten nicht ganz klar, was gegen eine gute Abgrenzung spricht
    Das ist ein guter Punkt, ich fühle mich definitiv verantwortlich und würde so gerne helfen und die Situation verbessern, weil ich doch auch so gerne eine glückliche Familie im Hintergrund hätte und weil ich nicht möchte, dass wir alle so leiden!
    Im Grunde genommen scheint Deine Familie ein enormes Potenzial zu haben, zu verletzen. Das drückst Du weg - was nicht klappt, wenn Du keine Kraft hast.
    Das hört sich so traurig an, das Potenzial zu verletzen, trifft es aber leider ganz gut... Wenn ich keine Kraft habe, brechen all diese Sorgen über mich hinein und in solchen Momenten fehlt mir eine Basis, die mich trägt und ich fühle mich 'unwillkommen'.

    Wie gelingt es Euch, Euch abzugrenzen, ohne zu verdrängen? Sich Sorgen zu machen, ohne sich verantwortlich zu fühlen?

    die_Seewespe: Deinen Zeilen zum Thema Essstörungen kann ich nur zustimmen. Vielleicht kann ein zu wenig an Zuneigung auch ein zu viel an Zuneigung und Aufmerksamkeit sein? Mamas kleiner, perfekter Engel zu sein ist bestimmt auch sehr anstrengend gewesen für meine Schwester... Letztenendes kann ich ihr einfach nicht helfen und leider auch nicht verstehen...
    Ein Aufhänger für Deinen Weg könnte sein, Dir bewusst zu machen, dass Dein Körper Dir gerade mitteilt, dass NICHTS in Ordnung ist. Er tut dies über die Gefühle, die Du beschreibst: Du hast das Gefühl, nicht willkommen zu sein.
    Und das scheint mir eine der wenigen ECHTEN Empfindungen in diesem Konglomerat aus Verrat, Lieblosigkeit und Falschheit zu sein, das Dein Familiensystem offenbar ausmacht.
    Das trifft es sehr gut! Ich hatte gehofft, dieses nicht-willkommen-sein-Gefühl loszuwerden, in dem ich eben all diese Probleme, die meine Familie hat, löse...
    Ich kann nachvollziehen, warum mir meine Mutter dieses Gefühl vermittelt hat, Überforderung mit den Kindern, Schulden etc. und ich kann ihr das alles auch vergeben. Deswegen habe ich dieses negative Gefühl leider immer noch nicht überwunden und habe auch keine Quelle, aus der ich das positive Pendant ziehen könnte. Meine Schwester hat Essstörungen, mir ist es nicht möglich angstfreie Beziehungen zu führen und ich falle in ein schreckliches Loch, wenn ich mal keine Kraft habe....
    Geändert von Calzifer (19.01.2010 um 20:54 Uhr) Grund: ein wichtiges Wort an einer bestimmten Stelle vergessen

  5. Inaktiver User

    AW: Lähmende Gedanken/ Probleme, Teufelskreis

    Zitat Zitat von Calzifer Beitrag anzeigen
    Hat jemand Tipps, wie man Gedanken/ Probleme, für die man keine Lösung hat, überwindet/ mit ihnen umgeht?

    Leider habe ich für all diese Probleme keine Lösungen....

    Ich bin so traurig, dass ich nichts verbessern kann, nicht helfen kann...
    ...es gibt einen einfachen Spruch:
    Wenn du ein Problem lösen willst, dann löse dich vom Problem!

    Lass es los, schau es distanziert an und überlege, was es direkt mit dir zu tun hat und überlege dann in Ruhe, was du wirksam tun kannst, um zu einer Lösung beizutragen...

  6. gesperrt

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    AW: Lähmende Gedanken/ Probleme, Teufelskreis

    Von deinem ersten post ist ziemlich klar, daß du die Probleme selbst suchst, auch von deinem letzten wo du dich verantwortlich fur alles fühlst.

    Ignoriere solche Probleme, und lege weniger Wert auf solche Erwartungen anderer. Umso mehr sich deine Mutter angeblich früher auch wenig um dich gekümmert hat - wenn sie das jetzt tut, nur weil sie dich braucht wenn du alt wirst.

    Also wie auch die Vorredner sagen, ignoriere solche Probleme.

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    smile AW: Lähmende Gedanken/ Probleme, Teufelskreis

    Ich denke, bei so schwer wiegenden Verletzungen braucht es schon Hilfe, um die Dinge verarbeiten bzw. bearbeiten zu können. Also, einen Therapeuten.

    Solche Gespräche habe ich auch geführt, und das Thema "sich verantwortlich fühlen" gehörte auch dazu. Sowas entsteht, wenn man als Kind permanent mit irgendwas überfordert wird. Zum Beispiel auf kleine Geschwister aufpassen usw.

    Für die Zwischenzeit möchte ich dich trösten:

    Jeder von uns ist ein geliebtes, geplantes und gewolltes Kind Gottes. Die Eltern - so denke ich jedenfalls - benutzt er sozusagen "nur" als "Gefäß" für seine Pläne. Wenn sie sich nicht richtig verhalten, macht ihn das traurig, aber er hält dir seine Hand hin und bietet dir an, den Weg gemeinsam mit ihm zu gehen, dich zu behüten und zu lieben, so wie er sich das für sein geliebtes Kind vorstellt.

    Ich habe mir ein Bild gemalt mit den Worten "Ich bin ein geliebtes Kind Gottes", und manchmal wenn ich einen doofen Tag habe, renne ich irgendwann daran vorbei und merke "Moment mal, ach ja, stimmt ja! ". Das tut sehr gut!

    Diese Arie mit dem Vater, sowas kennen wir aus unserer weiteren Familie auch. Die Kinder haben sich komplett distanziert. Was sollen sie auch anderes tun? Die Probleme der Mutter lösen? Dafür sind Kinder nicht da. Sie könnte weg von so einem Mann, aber sie tut es nicht...also muss sie offenbar so weiterleben. Man kann sich die Eltern nicht aussuchen, aber man kann sich aussuchen, ob sie noch Einfluss nehmen dürfen auf das eigene erwachsene Leben. Wenn man erstmal klarhat, dass man nicht verantwortlich ist und dass man keine Lust mehr hat auf Probleme, die man ohne ihn gar nicht hätte, dann kann man in den Prozeß der Loslösung einsteigen.

    Denn wie oben schon gesagt wurde:
    Wenn du ein Problem nicht lösen kannst (und das kannst du nicht), dann löse dich vor dem Problem. Sonst frißt es dich auf. Und welchen Sinn sollte das haben??? Es hilft niemandem! Auch der Mutter nicht!

    Es ist schmerzlich, zuschauen zu müssen, wie andere sich ruinieren. Aber man kann anderen Menschen ihre Verantwortung für sich selbst nicht abnehmen. Man darf es auch gar nicht, außer jemand ist geistig nicht zurechnungsfähig.

    Dir ist am meisten damit gedient (und dafür bist du auch verantwortlich), dich mit deinen eigenen Nöten auseinander zu setzen. Lebe lustvoll und tollkühn und bereite dir deinen Weg zu einem erfüllten Leben, hole dir dazu soviel Hilfe wie möglich.

    LG Karla
    The original Karla
    est. 2006


  8. Inaktiver User

    AW: Lähmende Gedanken/ Probleme, Teufelskreis

    liebe calzifer,
    als erstes glaube ich musst du erkennen, dass du die probleme deiner eltern, deiner schwester zwar erkennst - aber sie nicht lösen kannst, denn du kannst deren leben nicht leben.

    versuch dich zu distanzieren in der form:
    hier ist mein leben - mein eigenes leben, das ich gestalte und forme durch meine kontakte usw.
    hier ist das leben meiner lieben - das kann ich nicht gestalten und nicht formen - denn alle müssen ihr leben alleine leben. ich kann da sein für gespräche, für gewünschte ratschläge - aber sonst kann ich nichts tun.!!

    weißt du, jeder lebt sein leben nach seinem besten oder gewünschten level.
    wir machen uns ja oft sorgen, weil wir nicht verstehen oder unsere maßstäbe anlegen - aber andere haben andere maßstäbe.
    wenn deine schwester beschlossen hat, magersüchtig zu sein, wirst du ihr nicht viel helfen können. in ihrem kopf sollte es klick machen, aber den zeitpunkt bestimmt sie alleine. du kannst dir den mund fusselig reden - es wird nicht funktionieren. denn es ist ihr leben und in ihrem leben regieren ihre gedanken.
    was du tun kannst, ist einfach dazusein - ihr zu sagen - du kannst mich immer ansprechen - ich bin immer für dich da.
    glaubst du, deine schwester wäre froh zu hören, dass du dir so viele sorgen machst? deine gedanken dich quälen ?- neee, das würde die gar nicht wollen.
    und deine eltern sind "alt genug" ihre probleme zu lösen.
    klar machst du dir gedanken, aber dein vater wird immer dein vater sein und deine mutter immer deine mutter sein.
    wenn ehen in die krise geraten spricht das immer auch die kinder an - aber so sehr du überlegst und traurig bist - du bist aussen vor. deine meinung ist ja auch objektiv.............
    versuche einfach aus der "ferne" zuzuschauen und akzeptiere die entscheidungen der anderen.
    der vater einer guten freundin von mir "ging fremd" . ihre ansage an ihn war, wenn du zu der frau gehst wirst du deine enkelkinder nicht mehr sehen.
    booooaaahhh, wie schrecklich war denn das???
    soll heißen, misch dich nicht ein!!!
    deine eltern kennen sich lange genug - sie wissen miteinander umzugehen.
    euch erwachsene kinder sollte das eigentlich nicht so berühren.

    zuletzt: was würde denn mit deinem leben passieren, wenn deine eltern sich trennen würden?? deine vergangenheit würde das nicht mehr verändern und die zukunft???
    was wenn deine schwester hungersüchtig bleibt - was würde sich denn konkret für dich verändern?

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    AW: Lähmende Gedanken/ Probleme, Teufelskreis

    Von deinem ersten post ist ziemlich klar, daß du die Probleme selbst suchst, auch von deinem letzten wo du dich verantwortlich fur alles fühlst.

    Ignoriere solche Probleme, und lege weniger Wert auf solche Erwartungen anderer. Umso mehr sich deine Mutter angeblich früher auch wenig um dich gekümmert hat - wenn sie das jetzt tut, nur weil sie dich braucht wenn du alt wirst.

    Also wie auch die Vorredner sagen, ignoriere solche Probleme.
    "Du musst Dich davon lösen" ist ja aber im Prinzip auch eine erwartung, die an sie gerichtet ist. Also das gleiche Muster.

    Liebe Calzifer,

    Ich hatte gehofft, dieses nicht-willkommen-sein-Gefühl loszuwerden, in dem ich eben all diese Probleme, die meine Familie hat, löse...
    Ich finde das sehr, sehr traurig. Liebe muss man sich eigentlich nicht verdienen. Die bekommt man im guten Fall geschenkt. Du hast aber das Gefühl, dass Du dafür eine besondere Leistung (die Probleme der Familie lösen müssen) vollbringen musst. Das dürfte das Grundproblem ziemlich gut auf den Punkt bringen, denke ich. Zwei Dinge möchte ich Dir vorschlagen:

    1. Befass Dich mal - nach und nach - mit der Kategorie "emotionaler Missbrauch". Ist ein großer Begriff, ich weiß. Fand ich zuerst auch unvorstellbar, dass so etwas auf meine Familie zutreffen könnte. Aber es portioniert sich. Mir hat es jedenfalls geholfen, gewisse Muster klar zu erkennen und dann auch festzustellen, wo meine Eltern einfach Verantwortung an mich abgeschoben und mich damit überfordert haben. Das sind die Stellen, an denen Du Grenzen setzen musst.

    2. Such Dir am besten einen guten Therapeuten, der Dich dabei unterstützt.

    LG
    Babette
    Zurück ist ein Ort, den es nicht gibt.

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    AW: Lähmende Gedanken/ Probleme, Teufelskreis

    @ all: Danke für Eure Antworten, die mir sehr gut getan haben! Ich habe lange über sie nachgedacht... Euer Zuspruch und Eure Gedanken 'arbeiten' ganz schön in mir!

    @ Karla48: Lebe lustvoll und tollkühn, das gefällt mir sehr gut!:) Wir haben nur ein Leben auf dieser Erde und ich möchte alles aus ihm herausholen, das Beste daraus machen und es in vollen Zügen genießen!
    Das mit dem Bild 'ich bin ein geliebtes Kind Gottes', finde ich sehr schön! So ein Bild muss ich mir auch malen, mit all den schönen Dingen darauf, die ich schon erlebt habe und die ich noch erleben möchte. Dann habe ich etwas, das mir in meinen verzweifeltsten Momenten halt gibt.
    Diese Arie mit dem Vater, sowas kennen wir aus unserer weiteren Familie auch. Die Kinder haben sich komplett distanziert.
    Wie geht es den Kindern damit, wie gehen sie damit um? Ich versuche auch jeden Kontakt mit meinem Vater zu vermeiden... Beantworte keine Mails, halte mich kurz am Telefon, falls man denn mal wieder mit zu Hause telefoniert (das ist in den letzten Wochen total eingeschlafen...)
    Ganz schlimm finde ich es, wenn ich dann doch mal nach Hause fahre, um mich mal wieder sehen zu lassen und auch um meine ältere Schwester zu sehen, die in der Nähe lebt. Ich freue mich dann ja auch sehr, vor allem auf meine Ma und meine ältere Schwester, halte es aber keine 2 Tage bei ihnen aus. Die ersten Tage nach einem Wochenende bei meinen Eltern bin ich dann immer total gereizt und aggressiv. Einfach weil ich mit meinem Vater überhaupt nichts mehr anfangen kann und schon bei dem Gedanken an seinen Lebensstil und seine Gesprächsthemen total aggressiv werde! Ich muss mich immer so zusammenreißen, damit ich keinen Streit anfange und versuche seine Hasstiraden, die er auf die ganze Welt schiebt, einfach über mich ergehen zu lassen.

    @ lulu57:
    versuch dich zu distanzieren in der form:
    hier ist mein leben - mein eigenes leben, das ich gestalte und forme durch meine kontakte usw.
    hier ist das leben meiner lieben - das kann ich nicht gestalten und nicht formen - denn alle müssen ihr leben alleine leben. ich kann da sein für gespräche, für gewünschte ratschläge - aber sonst kann ich nichts tun.!!
    Das sind Sätze, die ich mir wohl immer wieder vor Augen führen muss, vor allem, wenn/ falls ich das nächte mal wieder zu meinen Eltern fahre und es sozusagen akut ist!

    Wenn meine Eltern sich trennen würden, würde der Kontakt zu meinem Vater wahrscheinlich total abreißen. Manchmal glaube ich, deswegen bleibt er auch bei ihr... Meine Mutter käme mit einer Trennung mittlerweile glaube ich sehr gut klar, würde sich aber schon sehr auf unsere Unterstützung verlassen... Für mich wäre das nicht das Schlimmste, zumindest würde ich lieber nach Hause fahren, da ich dann meinen verbitterten Vater nicht sehen würde. Hört sich das sehr fies an?

    Momentan weiß ich nicht so ganz, wie ich mich von der Situation mit meinen Eltern (dieses unwillkommene Gefühl aus der Kindheit, der Zustand des Hauses meiner Eltern, die Verbitterung meines Vaters) lösen soll, ohne mich total zu distanzieren und den Kontakt ganz abzubrechen...

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