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  1. User Info Menu

    AW: Dieses Gefühl der Einsamkeit macht mich wahnsinnig.....

    Trotzdem glaube ich, dass einen zuviel Beschäftigung mit sich selbst und zu wenig Tun schon von allein unglücklich machen kann.
    Nun ja, ich habe eher die Erfahrung gemacht, dass man so lange grübelt und nichts verändert, wie man keinen Zugang zu sich selber und den wirklichen Zusammenhängen hat.

    Und ansonsten hast Du ja mit allem völlig recht. Aber diese Dinge muss man erkennen. Das dauert bisweilen und es gibt auch gute Gründe, warum man etwa die Zusammenhänge mit der Kindheit verdrängt. Nicht selten, das weiß man aus Studien, reden sich Leute mit einer objektiv schrecklich lieblosen und missbräuchlichen Kindheit selbige extrem schön. Das ist lange Zeit eine Überlebensstrategie, die weit über diese Zeit hinaus wirkt.

    Zu weit gehst Du folglich nach meinem Empfinden dabei, dass Du daraus folgerst, es sei doch alles klar und die TE MÜSSE doch bloß mal dies und das tun, dann werde alles besser und wenn sie es nicht tut, ist sie selber schuld. Dabei verkennst Du vielleicht ein bisschen, dass sie an einem völlig anderen Punkt steht. Offenbar beginnt sie nämlich gerade erst, diese Dinge zu begreifen. Was der einzige Beginn ist, perspektivisch etwas zu ändern.
    Zurück ist ein Ort, den es nicht gibt.

  2. Inaktiver User

    AW: Dieses Gefühl der Einsamkeit macht mich wahnsinnig.....

    Zitat Zitat von Dieclou Beitrag anzeigen
    Zu weit gehst Du folglich nach meinem Empfinden dabei, dass Du daraus folgerst, es sei doch alles klar und die TE MÜSSE doch bloß mal dies und das tun, dann werde alles besser und wenn sie es nicht tut, ist sie selber schuld. Dabei verkennst Du vielleicht ein bisschen, dass sie an einem völlig anderen Punkt steht. Offenbar beginnt sie nämlich gerade erst, diese Dinge zu begreifen. Was der einzige Beginn ist, perspektivisch etwas zu ändern.
    Uijeh, so hab ich es nicht gemeint!

    Selber schuld mein ich ja auch nicht, aber eben: niemand außer einem selber kann das ändern, und mir ist auch klar (SEHR klar), dass die Umsetzung dauert und das ein sehr schwieriger Prozess ist und viele einzelne kleine Schrittchen braucht.

    Es ist meine Haltung, meine Weltsicht und auch meine persönliche Erfahrung, die dahintersteckt und die ich formuliere - damit kann sich jemand auseinandersetzen und schauen, ob er für sich was mitnehmen kann.

    Dass jemand das auch so sieht, was damit anfangen kann oder das sogar konkret umsetzt - das ist nicht meine Erwartung.

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    AW: Dieses Gefühl der Einsamkeit macht mich wahnsinnig.....

    Aber darauf zu warten und unglücklich zu sein, dass nichts kommt - ohne selber was zu bewegen - das kann der Weg nicht sein. Das ist Stillstand.
    Ja, das stimmt. Du gehst aber davon aus, dass im Prinzip jeder das doch völlig logisch erkennen muss. Das ist der Gedankenfehler. Wie wir die Welt, uns und unseren Platz darin wahrnehmen, hängt sehr davon ab, welche Deutungsschemata wir mitbekommen. Und glaube mir: Es gibt eine Menge Denk- und Fühlverbote, die eine solche Sicht verhindern.

    Etwa das, eine Funktion für einen Menschen übernehmen zu müssen. Artemisia musste für ihre (aus welchen Grunden auch immer) überforderte Mutter die nette, brave, unauffällige Tochter spielen. Damit hat sie erstens niemals gelernt, wer sie wirklich ist, oder sich auch nur zu fragen, was SIE eigentlich will. Und zweitens hat sie eine einfache Rechnung erlernt: funktionieren = Liebe und Anerkennung bekommen. Ein Um-sich-selber-Kümmern bedeutet aber automatisch, die Aufmerksamkeit von der Person abzuwenden, die das Funktionieren erwartet - und damit eben nicht mehr zu funktionieren = Liebe/Anerkennung zu verlieren. Funktionieren ist eine Bedeutung von "Geben". Eine zweite, wesentlich gesündere ist die, die Du erwähnst. Die eine Bedeutung schließt die andere aber aus. Das ist das Problem.

    Das ist ein ziemlich elementares Muster, das bei vielen Menschen so abläuft, aber von den meisten nicht mal erkannt wird. Mit drei Folgen:

    1. Artemisia glaubt immer noch, dass die Welt eben so funktioniert, dass sie Wohlverhalten zeigen muss. Also tut sie das.

    2. Nach dieser Rechnung Wohlverhalten = Liebe/Anerkennung erfüllt sie ihren Teil und wundert sich nun, dass die Gegenleistung nicht kommt. Dass diese Rechnung außerhalb ihrer Familie nicht aufgeht, muss Artemisia erst begreifen. Zudem vermute ich, dass sie sich ausgehend von dieser Wahrnehmung auch ein Umfeld geschaffen hat, welches sie in diesen destruktiven Deutungsmustern stützt, statt ihr aufzuzeigen, was daran nicht funktionieren kann.

    3. Sich um sich selbst zu kümmern brigt bis heute die Gefahr, Liebe und Anerkennung zu verlieren. Und genau das macht es am Ende so verdammt schwierig, aus dem Scheiß auszusteigen, wenn man nicht parallel lernt, dass man die "bessere" Liebe sowieso auf ganz anderen Wegen erfährt. Nur: Woher soll Artemisia das wissen? Das muss sie bewusst lernen = sich ihrer alten Muster bewusst werden. Das tut weh und ist eben nicht mal hoppla-hopp gestemmt.

    Im Grunde genommen würde ich Troll also recht geben: So richtig scheinst Du nicht zu begreifen, worum es hier geht. Das ist ja nicht Deine Schuld. In der Folge siehst Du aber eben auch nicht, dass Du unbewusst nichts anderes tust, als die Muster von Artemisia zu bedienen: Sie sieht es nicht = selbst schuld, alte Jammerliese. Bedeutet: Sie funktioniert nicht (jetzt nach Deinen Kriterien) = mangelnde Anerkennung (ihres Problems, ist sie ja schließlich selbst schuld und könnte sofort aussteigen, wenn sie nur wöllte. Will sie nicht = verdient sie keine Freunde.)

    Insofern könntest Du die Einwände, auf die Du so heftig reagierst, schlicht als Hinweis begreifen, dass Du Grenzen überschreitest. Es ist ein Abgrenzungsversuch, indem Dir Betroffene spiegeln, was sie empfinden. Weil sie Dir nicht folgen können, oder erkennen, dass Du recht hast, aber keinen Weg daraus finden.
    Geändert von Dieclou (16.01.2010 um 12:05 Uhr) Grund: Noch ein bisschen entschärft, des Vorpostings wegen.
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    AW: Dieses Gefühl der Einsamkeit macht mich wahnsinnig.....

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Seitdem habe ich bei niemanden, den ich treffe auch nur ansatzweise das Gefühl von Wärme und Zuneigung. Eine richtige Familie habe ich auch nie gehabt, mein Vater starb früh,
    meine Mutter ist sehr dominant und hat mich nie so geliebt wie ich bin....
    Hast du Erinnerungen an deinen Vater oder an deine Großeltern? Wie haben sich deine Verwandten (oder deine Bekannten) denn gegenüber der "realen" Artemisia konkret verhalten und welches Verhalten hättest du erwartet?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Der einzige dem ich etwas bedeute ist mein Bruder, aber für den bin ich tolle Schwester, die alles immer schafft und klar kommt...meinen Sorgen, die möchte er gar nicht hören.
    Was würde deiner Meinung nach passieren, wenn du ihm gegenüber dauerhaft auf die Maske verzichten würdest, also lange genug, daß er sich auf die neue Situation einstellen muß und kann? Wie würdest du dich ohne Maske ihm gegenüber verhalten, wie würde er darauf reagieren?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Sei einigen Jahren bin ich therapeutischer Behandlung, habe auch einen Klinikaufenthalt w/ Burn-out hinter mir und weiß theoretisch gut Bescheid...nur die Praxis klappt nicht.
    Wie haben sich deine Freunde verhalten, als du in der Klinik warst?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    besonders schlimm ist es, wenn Freunde plötzlich neue Partner finden und einen auf heile Welt machen....kotz...sorry für die Ausdrucksweise ;-)
    Machen die in allen Fällen auf "heile Welt"?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich bekomm es einfach nicht hin alleine glücklich zu sein und Freunde können leider nicht Familie und Partner ersetzen.
    Was erwartest du von einer Familie? Kennst du in deinem Umfeld ein Positivbeispiel, was Familie kann und soll und was Familie nicht kann und soll?

  5. Inaktiver User

    AW: Dieses Gefühl der Einsamkeit macht mich wahnsinnig.....

    Zitat Zitat von Dieclou Beitrag anzeigen
    Du gehst aber davon aus, dass im Prinzip jeder das doch völlig logisch erkennen muss.
    Nein, Babette, da irrst du. Wenn ich das glauben würde, würde ich nicht schreiben, denn dann würde die TE das ja schon umsetzen. Ich erklär es ja grad, damit auch jemand, der das bisher so nicht gesehen hat, vielleicht den Ansatz erkennt und mal anders an die Sache herangehen kann, wenn er möchte.

    Sicher kann man das auch anders an jemand herantragen, das ist mir auch bewußt, aber ich tu es eben auch auf meine Weise. Für manche passt das, für andere nicht. Wird immer so sein.

    Wie gesagt, man kann sich damit beschäftigen oder kann es auch bleiben lassen - das kann ich nicht beeinflussen, will ich auch gar nicht.

    Ich mag mich nur nicht in einem derart unangemessenen Ton wie von Trolll angehen lassen. Nur weil einem der Ansatz unbequem ist muss man nicht glauben, jemand hat keine Ahnung.
    Geändert von Inaktiver User (16.01.2010 um 12:18 Uhr) Grund: was vergessen

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    AW: Dieses Gefühl der Einsamkeit macht mich wahnsinnig.....

    Nun ja, man kann es aber auch anders sehen: Troll hat darauf reagiert, dass Deine Gedanken - die zu einem Missverständnis führten - in ihr etwas ausgelöst haben. Sie hat also gar nicht so sehr auf Einewiekeine reagiert, sondern auf das Gefühl in ihr. Die Entscheidung, wie sehr Du diese Reaktion annimmst, liegt nun bei Dir.
    Zurück ist ein Ort, den es nicht gibt.

  7. Inaktiver User

    AW: Dieses Gefühl der Einsamkeit macht mich wahnsinnig.....

    Zitat Zitat von Dieclou Beitrag anzeigen
    Nun ja, man kann es aber auch anders sehen: Troll hat darauf reagiert, dass Deine Gedanken - die zu einem Missverständnis führten - in ihr etwas ausgelöst haben. Sie hat also gar nicht so sehr auf Einewiekeine reagiert, sondern auf das Gefühl in ihr. Die Entscheidung, wie sehr Du diese Reaktion annimmst, liegt nun bei Dir.
    OK, das seh ich auch so. Und weiterhin als Teil des Problems. Wollt ich nur gesagt haben. Und jetzt ist hoffentlich gut!

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    AW: Dieses Gefühl der Einsamkeit macht mich wahnsinnig.....

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Wie oft frage ich mich, wozu ich die letzten Jahre gekämpft habe, wozu ich morgens aufstehe und zur Arbeit gehe....ich merke wie nah ich gerade am Abgrund stehe....aber diese Leere und Kälte in mir macht wahnsinnig....es tut so weh und ich will das es aufhört...egal wie. Ich bekomm es einfach nicht hin alleine glücklich zu sein und Freunde können leider nicht Familie und Partner ersetzen. Zumal die denken mit mir ist wieder alles ok und ich komme gut klar...ja das schauspielern hab ich nicht verlernt...leider.
    Ich seh den Sinn des Lebens nicht mehr wirklich.
    Hallo Artemisia, du bist sehr korrekt, deinen Namen hast du dir genau ausgesucht: Artemis, eine wilde Göttin, Jägerin, die durch die Wälder ruhelos streift und mit der Männer nicht gut Kirschen essen können. Sie ist frei und kinderlos.

    Du schreibst oben von Burn-Out. Ich habe mich in den letzten Monaten mit dem Thema Depression auseinandergesetzt. Das was du beschreibst, könnte ich genausogut in die Schublade Depression einordnen. Daher würde ich dir gerne empfehlen, regelmäßig einen Psychologen, Psychotherapeuten.... zu besuchen, nicht dass du in ein Loch fällst.

    Wie andere schon geschrieben haben, könnte ein Hobby, das Spaß macht, auch helfen. Am besten ein Hobby, das auch in einer Gruppe funktioniert.

    Ich denke, du gehst an viel zu vieles viel zu krampfhaft heran. Ich hatte vor etwa 10 Jahren eine Scheidung hinter mir, und in den ersten 2 Jahren krampfhaft Beziehungen angefangen (ich hielt das Alleinsein am Abend nicht aus), die schon bevor sie begonnen hatten bereits zum Scheitern bestimmt waren. Alles Krampf. Aber hier bin ich wohl beim springenden Punkt. Man kann leicht sagen: Nimms easy. Aber was ist, wenn man es einfach nicht easy nehmen kann. Die Lockerheit fehlt, und eine Veränderung dahin ist oft eine Heraklesaufgabe (oder Herkules, da bin ich schon wieder mal bei den Griechen).

    Hast du ein Haustier? (Auf Bildern ist Artemis oft mit Hunden abgebildet). Vielleicht kannst du dir ein Hobby auch mit einem Vierbeiner suchen? Im Übrigen kann man da auch Leute kennenlernen, aber auch da sollte man nicht krampfhaft vorgehen.

    Du hast doch auch Freunde. Vielleicht einmal in der Woche zum Kegelabend oder in die Pizzeria?

    Ich wünsche dir Glück und Lockerheit.

    Wolfgang
    Geändert von Wolfgang60 (17.01.2010 um 00:59 Uhr)
    Ich bin, also denke ich

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    AW: Dieses Gefühl der Einsamkeit macht mich wahnsinnig.....

    Sie hat was von einem Kater geschrieben. Ich nehme an, damit meinte sie ein Viech und keine Absinth-Folgeerscheinung.

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    AW: Dieses Gefühl der Einsamkeit macht mich wahnsinnig.....

    Zitat Zitat von glaux Beitrag anzeigen
    Sie hat was von einem Kater geschrieben. Ich nehme an, damit meinte sie ein Viech und keine Absinth-Folgeerscheinung.
    Vielleicht habe ich dann doch zu schnell gelesen.
    Ein Katerle ist schon mal ok, mit einem Hund hat man vielleicht doch mehr Chancen: Gassi gehen, Agility etc. Nur bringt es jetzt doch nichts, sich einen ganzen Zoo anzuschaffen. Katzenklo reicht.
    Ich bin, also denke ich

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