Da ich sonst mit Panik nichts zu tun habe, ist das m.E. kein Thema für den Therapiestrang.
Mich würden vielmehr lebenspraktische Tipps und Denkanstöße interessieren.
Ich hatte heute Morgen ein furchtbares Erlebnis.
Ich bin in mein Auto eingestiegen, um zu testen, ob die Batterie funktioniert und die Scheiben von innen zu enteisen. Da die Fahrertür noch vereist war, bin ich durch die Beifahrertür eingestiegen und dann auf den Sitz rübergerutscht und habe die Beifahrertür auch wieder zugemacht.
Nach ein paar Minuten war ich fertig und wollte wieder über die Beifahrerseite aussteigen - und die Tür ging von innen nicht mehr auf.
Vermutlich durch die Kälte auch eingefroren. Da die Fahrertür ja weder von innen noch außen aufging, die Fenster auch überall zugefroren waren, setzte auf einmal mein Gehirn aus.
Immerhin fiel mir noch ein, mal den Motor auszustellen.
Ich habe wie wild immer wieder an den Türen und Griffen gerüttelt, aber es tat sich nichts. Gar nichts.
Ich bin davon überzeugt, dass im Auto noch genug Sauerstoff für mehrere Stunden war, aber ich bekam plötzlich Atemnöte. Und dann lief so ein Film ab: "Frau eingefroreren im Auto", "Nach 3 Tage erfroren entdeckt - mitten in der Stadt",zumal ich auch noch wusste, dass ab heute mittags der Schneesturm anfangen sollte und bis Montag alles zugeschneit sein wird.
Ich sah mich außer Stande, seelenruhig im Auto zu sitzen und bis zum Sommer 2010 zu warten, daher habe ich dann wild gegen den Scheiben gehauen, in der Hoffnung, dass mich irgendjemand sieht/hört und die Tür einfach von außen aufmacht (denn das war ja bei der Beifahrerseite kein Problem).
Das ging ca. 20 Minuten so (es waren gefühlte 3 Stunden) - bis mir richtiggehend schwindelig war. Aber keine Hilfe in Sicht.....
Da ich zum Glück (!!!!) hinten auch noch 2 Türen habe, kam ich dann auf die Idee, über die Rückbank auszusteigen - und dem Himmel sei dank, die eine Tür ging auf, trotz Gerümpel auf der Rückbank konnte ich dann auf den Gehweg kullern und mich irgendwie wieder aufrappeln.
Von draußen ging die Tür wieder problemlos auf.
Inzwischen geht alles wieder auf (innnen wie außen), habe alles nach Rücksprache mit Nachbarn dann eingesprüht mit Silikonspray o.ä..
Lange Rede:
Wie hätte ich mich anders d.h. positiv verhalten können?
Ohne Panik? Oder ist das in der Situation gar nicht anders machbar?
Die 1. Idee, die ich morgen sofort umsetzen werde:
Ersatzhandy immer mitnehmen, sobald ich das Auto besteige (egal zu welcher Jahreszeit).
Bin dankbar für ein paar Ideen..... denn der Winter ist noch lang.....![]()
Antworten
Ergebnis 1 bis 9 von 9
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08.01.2010, 15:20
Positives Verhalten in Paniksituationen
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08.01.2010, 15:29Inaktiver User
AW: Positives Verhalten in Paniksituationen
Konntest Du die Scheiben auch nicht mehr runterdrehen?
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08.01.2010, 15:30
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08.01.2010, 15:33Inaktiver User
AW: Positives Verhalten in Paniksituationen
Und wieso hast du den Motor ausgestellt? Ich hätt den laufen lassen und geheizt - dann wär doch alles aufgetaut??
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08.01.2010, 15:34Inaktiver User
AW: Positives Verhalten in Paniksituationen
Uuuh, scheussliche Geschichte! Hab da gerade echt mitgelitten!
Bist du Single? Wäre also die Sorge, das dich erstmal niemand vermissen würde, wenn du ein paar Tage.... ähm.... weg wärst, berechtigt?
Ansonsten hättest du ja noch mit der Autohupe auf dich aufmerksam machen können, bei einem echten Panikanfall sinkt dann auch die Hemmschwelle, ist also kein Problem!
Auf jeden Fall hilft tiefes Durchatmen immer, auch wenn es banal klingt!
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08.01.2010, 15:38Inaktiver User
AW: Positives Verhalten in Paniksituationen
Ja, es waere sicherlich aufgetaut, ansonsten kannst Du ja auch noch ueberall hinfahren, wo Du Hilfe bekommen kannst- und hupen!
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08.01.2010, 15:41
AW: Positives Verhalten in Paniksituationen
Wenn die Batterie noch ok ist, dann lange und laut hupen bei
Panikanfall (ggf. Lichthupe).
Benutze fast nie Handy, aber es war mal im Ausland in einer
sehr gefährlichen Situation und auswegslosen Situation mehr als hilfreich.
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08.01.2010, 16:06
AW: Positives Verhalten in Paniksituationen
Oh je - so etwas kann ich gut nachvollziehen. Da hilft auch kein Nachfragen nach Logik oder Sachverstand. Bei Panik geht nichts mehr. Und wenn Panik ist, entscheidet eben nicht ein außenstehender Dritter, der anschließend nüchtern analytisch sagt: du hättest doch nur dies oder das machen müssen. Klar, weiß man das, aber eben nicht in dem Moment.
Für solche Autosituationen bin ich aber gewappnet. Ich habe schon mal Stunden im Stau gestanden auf der Autobahn und nichts ging, und auch einmal auch schon im Schneegestöber im Auto eine Nacht verbracht. Seit dem hat mein Auto grds. eine gewisse Überlebensausrüstung dabei: Schokolade und Lakritz, Wasser, Handtuch und im Winter eine Wolldecke und von Oktober bis April schneefeste Schuhe.
Ansonsten hilft bei mir bei Panik: tief durchatmen, mir laut erzählen, was grade passiert und wovor ich Angst habe. Bei diesem lauten Erzählen merke ich selbst, dass die Panik unbegründet ist. So wie eben auch in Deinem Fall - in der Regel erfriert niemand in Deutschland im Auto, wenn er nicht grad irgendwo in der Pampa liegen bliebt.
Ich ziehe nur das in mein Leben, was meiner Lebensaufgabe entspricht und meinem Glück und meiner Gesundheit dient.
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08.01.2010, 16:59
AW: Positives Verhalten in Paniksituationen
Es war nicht klar, ob das Auto fährt, weil die Batterie ja eben seit 2 Tagen nicht mehr anging......
Das mit dem Losfahren hätte ich theoretisch machen können. Nur wohin?
Selbst wenn ich zur Polizei gefahren wäre, ich hätte immer noch nicht aussteigen können...... und da laut vor dem Eingang herumhupen und wilde Lichtsignale geben, wäre sicher nicht so gut gekommen.
Die hätten mich zuerst mal gefragt:
"So, so, Sie fahren also mit einer zugefrorenen Fahrertür los, die Sie weder von außen noch innen öffnen können".......
@einewiekeine: Vermutlich weil mir in den Sinnn kam (Schwachsinn!), dass ich dann auch noch eine C02-Vergiftung bekomme, wenn ich den Motor laufen lassen und kein Fenster aufgeht..... es roch ja auch so komisch....
@kleinernick: Genau, Alleinstehende werden seltener vermisst. Vermutlich hätte vor Sonntag niemand gemerkt, wo ich überhaupt stecke....
Vermutlich besser stehenbleiben und dort Hup-Licht-Signale geben.
Kekse habe ich zum Glück im Handschuhfach.
Ich kaufe morgen auf jeden Fall so ein Prepaid-Handy ..... für alle Fälle und den nächsten Wintertag..Geändert von Bumblebees (08.01.2010 um 17:03 Uhr)






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