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    AW: Was sind Eure Werte? Wie lebt ihr sie im Alltag?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Wie sieht das bei Euch aus? Lebt ihr Eure Werte? Welche denn?
    Was ist Euch besonders wichtig?
    mir ist wichtig:

    *respekt allem und jeden gegenüber
    *treue
    *loyalität- wenn ich jemanden mag dann ändert sich das i.d.r. nicht und dann stehe ich zu dieser person
    *mir ist es sehr wichtig mein leben "im griff" zu haben; meine "pflichten" zu erfüllen
    *ich strebe nach einem ausgewognen lebensstil- ernährung. sport, und nach einem gewissen... einklang (?) mit der natur

    und ja; das lebe ich auch.


    sparkling

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    AW: Was sind Eure Werte? Wie lebt ihr sie im Alltag?

    Hallo Anima,

    ich bin , wie du auch ein hochsensibler Mensch; manchmal geht mir das tierisch auf die Nerven, weil ich dadurch sehr viel "lesen" kann und es manchmal einfach so ist das andere Menschen vielleicht gar nicht möchten , das ich Ihnen so viel ansehe.


    Von daher bei aller auch bei mir vorhandenen Harmonie Bedürftigkeit halte ich ganz oft meine Klappe und warte ab bis sich mir jemand anvertraut.

    Aber das musste ich auch erst lernen, einfach weil ich einfach den universellen Anspruch hatte, dass es mir und allen anderen Menschen gut zu gehen hat( wie utopisch)

    Zu den Werten: Ehrlichkeit ist mir auch sehr wichtig, nur leider ist sie nicht immer angebracht- Wenn man z.B einen Fehler macht und man weiß genau gebe ich diesen Fehler zu und Kollege xy würgt mir gleich einen rein , weil er mich nicht mag oder schon lange auf solch eine Gelegenheit gewartet hat, halte ich lieber meine Klappe.

    Ansonsten möchte ich immer für die Leute in meiner Umgebung da sein, die auch für mich immer da gewesen sind.( Loyalität)

    So... später fällt mir bestimmt noch mehr ein....

  3. Inaktiver User

    AW: Was sind Eure Werte? Wie lebt ihr sie im Alltag?

    ich würde es "authentisch leben" nennen. die werte, die ich vor fünf jahren vll. hatte, die können sich ja durchaus verändern.

    früher habe ich mich in diskussionen um meine werte sehr festbeissen können - hat mal nie was genützt.

    heute höre ich mir meinungen der anderen an - aber ich versuche nicht mehr zu überzeugen, dass meine meinung unter dem und dem aspekt doch besser argumentierbar ist ..................

    heute wende ich mich oft einfach nur ab - ich suche nicht den umgang mit menschen, die mir in den mir wichtigen anschauungen fremd sind. sie sind deshalb nicht schlecht - aber mich zieht dann nichts an.

    werte zu haben - oder um diese zu kämpfen - halte ich für sehr wichtig. stellung zu beziehen in den "banalen" alltagsdingen z. b. ist mir allderings nicht mehr so wichtig. hauptsache ich bin mir selber treu - und mein enger kreis teilt sich diese werte in den mir wichtigsten punkten.

    eine meiner wichtigsten wertvorstellungen betrifft das miteinander der menschen - und hier kann ich dann doch schon mal öfter vorm verzweifeln stehen (ich bin dann die ausländer-beauftragte usw.).

    die diskussion z. b. um kopftücher oder den bau von moscheen - da kann ich nur den kopf schütteln.
    lasst doch die menschen so sein, wie sie mögen - so lange keiner damit die grenzen des anderen verletzt.
    dann kommt die argumentation "wir dürfen bei denen doch auch keine kirchen bauen.........." - da kann ich nur sagen wie stolz ich bin, dass wir (leider nicht alle) nicht so engstirnig sind.
    ich hasse es, wenn man ein ganzes volk für die sünden einiger weniger in "sippenhaft" nimmt.
    ich empfinde unser völkergemisch als sehr bereichernd und wünschte mir alle grenzen dieser welt zum teufel.
    da meiner meinung nach allem der neid - und in den höheren sphären der wunsch nach macht - zugrunde liegt (nur mit neidischen menschen sind kriege möglich) hasse ich den neid (diesen speziellen neid).

    ich hasse allgemeine verunglimpfungen von minderheiten und lege meinen finger gerne in die sog. neidwunde.

    sicher gibt es in jeder kultur sowie in jeder minderheit arsch..... - aber das bitte ich doch sehr dann separiert zu betrachten.

    so, das ist mein größt - hochgehaltener wert - fairness und das schließt oft unbedingte ehrlichkeit (denn die verletzt oft völlig unnötig) aus.

    ich würde immer und ich betone immer so handeln, wie dieser totgeschlagene münchner, der den teenies in der u-bahn helfen wollte.
    ich würde gar nicht erst überlegen.
    um so mehr erschreckt mich, dass für z. b. meine arbeitskollegin die schlussfolgerung aus diesem schrecklichen ereignis war - " misch dich nie ein, sonst wirst du sterben" - meine war anders, meine war, - "wenn die die untätig zusahen genauso gehandelt hätten, dann würde dieser mann noch leben"
    Geändert von Inaktiver User (10.01.2010 um 16:53 Uhr) Grund: einen schreibfehler ausgemerzt sind bestimmt noch andere drin,sorry

  4. Inaktiver User

    AW: Was sind Eure Werte? Wie lebt ihr sie im Alltag?

    Zitat Zitat von nonsparkling Beitrag anzeigen
    *respekt allem und jeden gegenüber
    *treue
    *loyalität- wenn ich jemanden mag dann ändert sich das i.d.r. nicht und dann stehe ich zu dieser person
    *mir ist es sehr wichtig mein leben "im griff" zu haben; meine "pflichten" zu erfüllen
    *ich strebe nach einem ausgewognen lebensstil- ernährung. sport, und nach einem gewissen... einklang (?) mit der natur

    und ja; das lebe ich auch.


    sparkling
    Das gefällt mir richtig gut!
    Ich schätze Du bist ein Mensch im richtigen Gleichgewicht und deswegen nur eine Frage zur Pflichterfüllung: Wie streng nimmst Du diese?

    Gruß Anima

  5. Inaktiver User

    AW: Was sind Eure Werte? Wie lebt ihr sie im Alltag?

    Zitat Zitat von lovecats Beitrag anzeigen
    Hallo Anima,
    Von daher bei aller auch bei mir vorhandenen Harmonie Bedürftigkeit halte ich ganz oft meine Klappe und warte ab bis sich mir jemand anvertraut.
    Das ist ein guter Ansatz, in den letzten Jahren habe ich in dieser Richtung auch viel dazu gelernt. Immer noch allerdings haftet die Notiz des seelischen Mülleimers an mir - das versuche ich gerade abzuschütteln.
    Zitat Zitat von lovecats Beitrag anzeigen
    Aber das musste ich auch erst lernen, einfach weil ich einfach den universellen Anspruch hatte, dass es mir und allen anderen Menschen gut zu gehen hat( wie utopisch)
    Ich lese, wir verstehen und dabei.
    Zitat Zitat von lovecats Beitrag anzeigen
    Zu den Werten: Ehrlichkeit ist mir auch sehr wichtig, nur leider ist sie nicht immer angebracht- Wenn man z.B einen Fehler macht und man weiß genau gebe ich diesen Fehler zu und Kollege xy würgt mir gleich einen rein , weil er mich nicht mag oder schon lange auf solch eine Gelegenheit gewartet hat, halte ich lieber meine Klappe.
    Klasse, das will ich auch lernen! Genau deswegen ist man eben gerne angreifbar, meiner Meinung nach. Das kann man lernen, oder?

    Anima

  6. Inaktiver User

    AW: Was sind Eure Werte? Wie lebt ihr sie im Alltag?

    @Lulu - danke Dir für diese Zeilen!

    Auch Du scheinst Dein Gleichgewicht gefunden zu haben und die Werte, für die es sich einzusetzen lohnt - an richtiger Stelle nämlich.

    Anima

  7. Inaktiver User

    AW: Was sind Eure Werte? Wie lebt ihr sie im Alltag?

    Auf die Gefahr hin, als einer von diesen "ehrlichen" Menschen zu gelten, die unter dem Deckmantel der Ehrlichkeit Unangenehmes sagen, um zu verletzen (ich habe bereits etwas eingekürzt), dies:

    Du strebst danach, dass "...ein Mensch sich in der Umgebung wohl fühlen muss (nach persönlichen und emotionalen Bedürfnissen)", weil Du von Dir selbst ausgehst. Du sagst sogar "... weil ich damit zu sehr von mir selbst aus gehe".
    Also weisst Du ansich selbst, dass nicht jede/r braucht, mag und will, was Du brauchst, magst und willst.
    Das halte ich für eine gute und wichtige Erkenntnis.

    Diesen Zusammenhang:
    Ich brauche Harmonie und entscheide sehr wertorientiert.
    verstehe ich nicht.
    Die meisten sehr bis extrem harmoniebedürftigen Menschen, die ich so kenne, sind nur zu gern bereit, Grundsätzliches, Werte und Prinzipien hinten an zu stellen, bloß damit Harmonie einkehre.
    Erklärst Du mir den Zusammenhang?


    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Was mache ich, wenn Menschen mir Wohlfühlbedingungen nennen, die "falsch" sind, von denen diese Person also zwar meint oder glaubt, das wäre zum Wohlfühlen erforderlich. ich aber weiss, dass dies nicht der Fall ist oder im schlimmsten Falle sogar dem Wohlbefinden abträglich?
    Würdest Du mir bitte ein Beispiel nennen? So ganz habe ich es nicht verstanden.
    Nehmen wir mal die lieben Kleinen.
    Die haben mitunter ihre eigenen Vorstellungen davon, was für ihr Wohlbefinden gerade ganz wichtig ist:
    In Mamas und Papas Bett schlafen, das neue angesagte Handy/die stylishe Klamotte kriegen, im zarten Alter von 14 die Erlaubnis kriegen, bis nachts um 1:00 Uhr auf der Party der Saison feiern.
    All das ist denen wirklich wichtig, sie würden sich wirklich wohler fühlen, wenn ...
    Mama und Papa würden sich damit aber nicht immer wohl fühlen, das wäre dann schon mal der Interessenskonflikt.
    Und der Wohlfühlwert all dessen ist sehr diskutierbar.
    Weil Mama und Papa gern Mama und Papa sind, aber wenigstens ihr Bett gern für sich hätten, was als Eltern-Wohlbefindensfaktor wiederum auch im Interesse des Kindes liegt.
    Weil Mama und Papa ihre Kindern lieber in der hohen Kunst des sich gegen Peer-group-pressure-Verweigerns trainieren möchten, weil sie das für wichtig halten.
    Weil Mama und Papa eh schon reichlich jonglieren müssen, damit am Ende des Geldes nicht soviel Monat übrig bleibt.
    Weil Mama und Papa sich Sorgen um ihre Vierzehnjährige machen, diese weder nachts allein auf der Strasse wissen noch sie mitten in der Nacht heimeskortieren mögen.

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Anyway, meist habe ich es doch gar nicht in der Hand, sicherzustellen, dass der sich auch nur wohl fühlen könnte.
    Man hat schon einiges in der Hand, denn ich meine damit keine materiellen Dinge. Es gehört dazu auch Zuhören, Ängste wahrnehmen, trösten. Ich nehme beispielsweise jeden Morgen, wenn die Kollegen kommen wahr, welche Stimmung sie haben, ob etwas passiert ist, gehe hin - und meistens sprudelt es auch schon. Sogar unsere Putzfrau hatte ich schon im Arm und sie wunderte sich, warum ich gewusst habe, dass es einen Todesfall in der Familie gegeben hat.
    Es ist doch schön, dass Du sowas spürst.
    Schön auch, wenn Du dann Trost oder einfach nur Anteilnahme, einen Moment Zeit schenken kannst.
    Schön für die und schön für Dich.
    Was ist das Problem?
    Dass "Andere" so etwas nicht spüren?
    Dass "die Anderen" erwarten, dass die Putzfrau dennoch die Büros saubermacht?
    Dass "die Anderen" Deinen Umgang mit solchen Situationen mit Unverständnis, Argwohn oder Spott betrachten, statt Dich mindestens zu respektieren?
    Mit dem Mangel an Respekt hätte ich übrigens selbst ein Problem, aber ich hab eher die Erfahrung gemacht, das so was sehr wohl respektiert wird.

    Ich kenne es selbst, dass auch eher fremde, nicht so nahe Menschen sich mir anvertrauen, mir ihr Herz ausschütten.

    Dann aber aktiv auf diese Menschen zuzugehen, ist m. E. schwierig, denn damit fühlen die sich möglicherweise bedrängt. Wenn Du also beispielsweise Deine Kollegen etwas kennst, dann weisst Du vermutlich, wer es mag, wenn Du "unaufgefordert" hingehst und wer das nicht mag.
    Wenn die das nicht mögen, bedeutet es übrigens nicht automatisch, dass die Dich nicht mögen.
    Die möchten vielleicht einfach bloß selbst entscheiden können, ob sie in der jeweiligen Situation Deinen Trost, Deine Nähe, Dein Zuhören etc. möchten.

    Der Unterschied ist vielleicht der:
    Du spürst was, und "gehst hin".
    Ich signalisiere denen, denen ich das signalisieren möchte (beileibe nicht jedem Menschen!) grundsätzlich: "Ich bin für Dich da, ansprechbar."
    Und wenn ich spüre, dass die akut irgendwas auf dem Herzen haben, gibt's noch mal was extra - eine Bemerkung, einen speziellen Blick, eine Geste, die das unterstreicht.
    Kommen sie dann, fein.
    Kommen sie nicht, ist das für mich auch in Ordnung, und zwar ganz und gar - mich quält das nicht.

    Könntest Du das auch so machen?
    Kannst Du das trennen: Kritik an Deinen oder Ablehnung Deiner Handlungen und Kritik an bzw. Ablehnung Deiner Person?

    Es macht zu verletzlich, weil man dabei auch sehr viel von sich selbst preis gibt. Ich habe deswegen immer wieder Konflikte mit Menschen, die Entscheidungen treffen, ohne meine Werte und Gefühle dabei zu berücksichtigen.
    Ich gehe davon aus, dass das für Dich normal ist - für mich nicht. Und genau das ist mein Problem. Wenn ich nicht lerne, dabei umzudenken, gelte ich für andere als doofes Sensibelchen, das keine Kritik vertragen kann o.ä. - die meisten verstehen vermutlich nicht einmal, wenn sie mich verletzen. Weil ihr Wertesystem einfach anders ist.
    Hm. Das ist arg allgemein formuliert.
    Es gibt Kontexte, in denen würde ich mich auch nicht unnötig oder unangemessen exponieren, verletzlich machen.
    Andererseits finde ich es nicht grundsätzlich schlimm, verletzlich zu sein, auch wenn es Leute gibt, die sowas "ausnutzen". Verletzlichkeit ist die Kehrseite meiner Wahrnehmungsfähigkeit, und die möchte ich definitiv nicht missen oder schmälern, weil sie mir nutzt und Freude bereitet.

    Sicherlich ist es kontextabhängig, inwieweit Du sinnvollerweise erwarten kannst, dass Deine Gefühle oder Werte in die Entscheidungsfindung einbezogen werden.
    Für mich ist es allerdings normal, dass dies beispielsweise in Arbeitszusammenhängen immer mal wieder nicht geschieht. Aber da erwarte ich das auch nur in den seltensten Fällen.


    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ich versuche auch Werte zu leben, lebe meine Persönlichkeit, und ecke damit manchmal bei anderen Menschen an.
    ....
    Wenn mit mir jemand nicht zurecht kommt, dann kann der sich ja auch selbst ändern.
    Oder wir kommen eben halt schlecht oder gar nicht miteinander aus.
    Kommt natürlich auch immer auf den Kontext an, ob ich mir diese Haltung "erlauben kann".
    Das zeigt wieder den Unterschied: Dir ist es egal, ob jemand mit Dir zurecht kommt oder nicht - mir eben nicht.
    Das ist eine unzulässige Verallgemeinerung.
    Mir ist das nicht generell egal.
    Es gibt Kontexte, in denen ich bereit bin, mich selbst zu moderieren, um besser mit dem Gegenüber klarzukommen, obwohl ich meine eigentliche Haltung für die "Bessere", "Richtigere" halte. Aber das hat Grenzen.
    Ich bin also nicht bestrebt, einem Stuhl zu gleichen, der mit jedem Arsch klarkommt
    Warum sollte ich auch?
    Und warum solltest Du?

    Nein, aber ich kann anstrengend sein, weil meine Reaktionen nicht immer gut nachvollziehbar sind. Die Vernunft in mir sagt, dass ich lernen muss, mich besser anzupassen oder mir ein anderes Umfeld zu suchen.
    Damit hast Du schon mal selbst erkannt, dass es Optionen gibt.
    Meines Erachtens immer diese:
    Love it.
    Change it.
    Leave it.

    Wenn man da, wo man ist, nicht klarkommt, weil man so ist, wie man eben ist, dann kann man auch woanders hingehen, statt sich selbst zu verändern - leave it.

    Change it.
    Äussere Umstände kann man zu verändern versuchen, das klappt aber meist nicht allein. Wenn man es zu mehreren versucht, ist Kommunikation der jeweils eigenen Interessen, Werte und Gefühle erforderlich.
    Und die Auseinandersetzng mit den Interessen, Werten und Gefühlen anderer. Da muss man sich transparent machen, und damit ein Stück weit verletztlich.
    Da kann dann auch mal Streit ergeben.
    Davon, andere Menschen aktiv verändern zu wollen, halte ich mittlerweile nichts mehr. Klappt sowieso nur bei den eigenen Kindern und sehr eingeschränkt als Lehrer oder Dozent.

    Naja, und "love it", also das Anfreunden oder möglichst schmerzfreie Abfinden mit dem Status quo ... wenn's gut geht, warum nicht?
    Aber das ist Dir in Deinen aktuellen Kontexten anscheinend eher nicht möglich.

    Aber die Wahl hast Du allemal.

    Es gibt auch Menschen, denen es nicht angenehm ist, wenn ich merke, was los ist, ...
    Na und? Es ist doch nicht Dein Lebenszweck, allzeit allen Menschen auf Erden angenehm zu sein.
    Oder vielleicht ist dies doch der von Dir gewählte Lebenszweck, aber
    Du kannst doch auch nichts dafür, oder genauer gesagt, dagegen, das Du derlei merkst.
    Vielleicht wäre es sogar ok für diese Leute, wenn Du merkst, was los ist, aber nicht proaktiv (mögliche andere Schtweise: eigenmächtig) damit umgehst.
    Könntest Du auch "was merken, ohne was draus zu machen"?

    ...ich mag nicht streiten, ...
    Wer mag das schon?
    Aber es gibt Zusammenhänge und Situationen, da ist es sinnvoll, zu streiten.
    Musst Du aber dennoch nicht, allerdings vergibst Du Dir damit manchmal die Chance, Deinen Werten zur Geltung zu verhelfen.

    ... biete aber den Vorteil, man muss mir nicht sagen, wenn man mich mag oder nicht mag - ich weiß es auch so.
    Hm, wenn mir jemand so etwas erzählt, vermute ich zunächst, dass die Menschen mitunter vorschnell beschließen, dass jemand sie nicht mag.
    Ich kann jemandem, den ich nicht mag, das kommunizieren, wenn ich es für nötig halte. Es besteht keinerlei Veranlassung, mir dies "per Hochsensibilität" abzunehmen. Wo ist da also der Vorteil für die Anderen?
    Könnte es sein, dass hinter diesem "Vorteil" Dein Bedürfnis steht, immer ganz genau wissen zu wollen, wer Dich mag und wer nicht?
    Für jemanden, der viel Harmonie braucht, müsste das doch eine wichtige Information sein, oder irre ich mich?

    Aber ich setze mich oft für Menschen ein, denen es schlechter geht, die schwächer sind - auch das geht irgendwann an die Substanz und es heißt: Grenzen ziehen.
    Ja, setze Grenzen.
    Denn so wahrhaft edel ich es finde, sich an andere zu verschenken - man kann letztlich ehrlicherweise nur verschenken, was man hat, was einem auch gehört.
    Geborgtes oder Gestohlenes zu verschenken wird wohl kaum Harmonie stiften.

    In Deiner Selbstbeschreibung steckt so eine seltsame Dialetik drin:
    Dies oder jenes an mir ist [irgendwie negativ oder schwierig], aber dafür bin oder mache ich [irgendwas Positives].
    Das klingt sehr defensiv, als müsstest Du Dich für Deine Persönlichkeit entschuldigen. Meinst Du, Du müsstest das?

    ... vielen Dank für Deine ausführlichen Zeilen, denn sie haben mir gezeigt, wie unterschiedlich man doch denken und fühlen kann. Für mich ist das im Augenblick sehr wichtig!
    Gern geschehen.
    Und ich schätze, genau das ist es, was Dir helfen kann.
    Deine Sensibilität darauf zu richten, das (und vielleicht warum) andere Menschen anders denken und fühlen als Du.
    Nicht besser, schlechter, wertvoller oder wertloser.
    Einfach nur anders.
    Und dann mit Hilfe Deiner Toleranz zu versuchen, anzunehmen, dass diese Arten zu Denken und Fühlen in Ordnung sind - Deine wie die andere.
    Anzunehmen versuchen, dass es keine Absage an Dich, keinen Affront, keine beabsichtigte Verletzung darstellt, wenn jemand aufgrund seiner Werte, Gefühle oder Gedanken anders entscheidet, als Du es getan hättest.

    "Mancher Mensch hat ein großes Feuer in seiner Seele, und niemand kommt, um sich daran zu wärmen (Vincent von Gogh)" steht in Deiner Signatur.
    Ist es das, was Dich schmerzt: das niemand kommt, sich am Feuer in Deiner Seele zu wärmen?

    Cheers,

    NM

  8. Inaktiver User

    AW: Was sind Eure Werte? Wie lebt ihr sie im Alltag?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Dieses "schwer daran arbeiten" bezieht sich auf meine - ich sage einfach mal "Harmoniesucht". Ich muss (!) lernen zu akzeptieren, dass nicht alle die Welt so sehen wie ich. Meine Maßstäbe setze ich an dieser Stelle zu hoch.

    Komme ich mit mir so zurecht? Nicht wirklich, bin in einer Umbruchphase. Ich vermisse meine Welt der Farben und Klänge und wirke bestimmt auf so manche Menschen etwas verdreht, wenn ich mich nicht zusammen reiße. Ich weiß, dass ich in der Lage bin, Harmonie zu erzeugen - aber nicht immer passt das so gut in den Alltag und zu den Menschen, mit denen ich mich "zwangsweise" umgebe (jobbedingt).

    Anima
    Sag doch einfach "ich will" anstatt "ich muss" .. wenn du schon einsiehst, dass du "musst" , denn der Wille kann ein sein und uns das Leben erleichtern (wenn wir wollen)

  9. gesperrt

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    AW: Was sind Eure Werte? Wie lebt ihr sie im Alltag?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hast Du mir dafür evtl. ein Beispiel?

    Anima

    Ja, ich versuche das zu beschreiben und hoffe, der Sinn kommt rüber.


    Also Beispiel:

    Ich habe immer wieder kreative Ideen, die man auch in der Werbebranche verwenden könnte. Aber ich weiss, dass ich nicht ständig und täglich kreative Ideen habe, wie sie dort erwartet werden. Deshalb bin ich aus ehrlicher Einsicht und aus Rücksichtnahme mit meinen endlichen Ressourcen nicht in diese Branche gegangen.

    Diese Entscheidung war für meine tägliches Wohlbefinden richtig, denn ich möchte mich nicht täglich aussaugen oder gar alkoholabhängig zu werden, weil mir bei klarem Verstand kein Werbespot einfällt.

    Verstehst du ?

  10. Inaktiver User

    AW: Was sind Eure Werte? Wie lebt ihr sie im Alltag?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Anima, du scheinst aber doch eher über-empathisch zu sein. Hat das etwas mir deinen "Werten" zu tun? Warum meinst du, dass du nicht akzeptieren kannst, dass andere die Welt anders sehen? Möchtest du, dass jeder so "harmoniesüchtig" ist wie du?
    Ich gehe anscheinend automatisch davon aus- im Grunde ist das Nonsens, denn kein Mensch ist wie der andere. Mein Verstand sagt mir das jetzt schon.

    Ehrlichkeit: Man kann nicht immer die Wahrheit sagen, um sich selbst nicht zu belasten, aber man sieht mir an, wenn ich lüge, im Augenblick übe ich mich in Umschreibungen, eine wirklich interessante Aufgabe, sich verbal anders auszudrücken.

    Anima

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