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  1. Inaktiver User

    AW: Sie denken? Die Macht des Wissens - oder eben nicht

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wenn man also etwas sowieso ständig zu hören bekommt, dann ist es eine gute Idee, sich mal genau zu fragen, warum.
    Die Antwort: "Weil ich die große Tolle bin und alle anderen keine Ahnung haben oder neidisch sind." ist dabei meist die einfachste und angenehmste, aber falsche.
    Nee, ich halte mich nicht für die große Tolle, aber ich habe selten aufgemuckt und jetzt gleich werde ich in eine Schublade gesteckt.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Dann ist es wohl Zeit, Cheffe unmißverständlich zu sagen:
    "Netter Versuch. Aber diese Position reizt mich nicht mehr."
    Und von dem Zewitounkt an:
    - kein ungefragtes Informationen-teilen mehr, keine proaktiven Verbesserungsvorschläge (Was umsonst kommt, wird nciht wertgeschätzt, also "erhöhe den Preis")
    - keine besonderen Extras und Hilfsleistungen mehr, die nicht mindestens auf Knien erbettelt wurden (höherer Preis + Tu Gutes und sorg dafür, das es bemerkt wird)
    - keine Besserwisserei mehr (egal, wie spaßig und persönlich befriedigend es auch wäre, es den Anderen zu zeigen)
    Also insgesamt mehr auf Empfang schalten als auf Sendung.
    Ja, das sollte ich mir wirklich hinter die Ohren schreiben! Danke Ich glaube echt, dass da drin die Lösung liegt.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Die gesparte Energie könntest Du in die Suche nach einem interessanteren Job oder ein freudvolle(re)s Privatleben investieren.
    Das klingt sehr gut und es formiert sich da auch schon ein Plan!
    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Möglichkeit 1: Auf einmal machst Du in Deiner alten Firma Karriere, weil Du Cheffe nix mehr Besonderes bietest (er Dich also loslässt) und die anderen Dich nicht mehr als Konkurrenz wahrnehmen.
    Ich glaube der schwankt gerade zwischen loswerden und da behalten (bin quasi dort ein altes Möbel, das sich echt auskennt)
    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Möglichkeit 2: Du wirst in Deiner alten Firma als Graue Eminenz anerkannt und entsprechend eingesetzt, bezahlt und wertgeschätzt.
    Leider ein Märchen, klingt aber schön.
    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Möglichkit 3: Du findest eine andere Arbeit, die Dir mehr Freude und Befriedigung verschafft.
    Das wird es sein, alleine beim Lesen gibt es mir die optimalste Befriedigung.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    "Störer" meinte ich übrigens nicht negativ.
    "Stören" als Hinterfragen, Variieren, Neuerfinden, Ersetzen, erneut Verwerfen etc. von eingefahrenem, unreflektierten, überkommenem Hamwaimmerschonsogemacht ist eine wichtige Führungsfunktion.
    Wer das nicht kann, sollte m.E. keine Führungsposition erhalten. Wer kein Gespür dafür hat, wann Stören wirklich nur stört, aber auch nicht.
    Okay, geblickt. War auch mal ein Störer, bis ich in die reine Auskunftei-Lücke gestopft wurde.

    Taffi

  2. Inaktiver User

    AW: Sie denken? Die Macht des Wissens - oder eben nicht

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ... vielleicht könntest Du (eher höflich, freundlich, zurückhaltend, nicht schnippisch) sagen: "Ja, das ist schwierig und Sie schaffen das schon." und dann nach drei Höflichkeitsschweigesekunden "Ich gehe jetzt das und das erledigen." oder "Ich mache mal weiter" oder gar nichts sagen, sondern weitermachen (ist das Allerschwierigste).
    Ich habe auch schon meine Hirnwindungen in Wallung gebracht. Vor allem muss ich für mich durchsetzen, dass ich zu allererst meinen eigenen Kram erledige. Wer länger warten muss, schaut irgendwann selbst mal nach, oder? Logisch finde ich immer schnell eine Lösung, aber ich bin meistens nicht mal dafür verantwortlich!
    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Oder Wissen weitergeben, an diejenigen, die Dir erfahrungsgemäß Wissen auch weitergeben.
    Als Fossil dort bin ich leider wirklich die Erfahrenste. Ich habe noch gehofft, dass im Team noch ein Erfahrener wenigstens dazu kommt zum Austausch aber nein...wieder soll alles an mir hängen bleiben. "Gute alte Taffi"...(blöde alte Taffi wäre besser).
    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Toi, toi, toi, Taffi - kannst ja dann mal hier von Deinen Fortschritten schreiben!
    Mache ich, mein Vorsatz für das nächste Jahr: Wie erlerne ich den kontrollierten Umgang mit Wissen, um nicht weiter ausgenutzt zu werden und mehr Zeit und Energie für mich zu haben.
    Ich denke schon, dass es zu Verblüffungsreaktionen oder gar Gemecker führen wird, aber jeder ist in der Lage, selbst zu lesen.

    Taffi

  3. Inaktiver User

    AW: Sie denken? Die Macht des Wissens - oder eben nicht

    Zitat Zitat von Mohnblume_36 Beitrag anzeigen
    Allzu Gewissenhaft zu sein und zu viel Wissen zu wollen bedeutet aber auch emensen Zeiteinsatz. Ich sehe das bei Kollegen, die alles nachlesen, hinterfragen, genaue Arbeitsabläufe studieren: sie kommen mit ihrer Arbeit sowas von ins Schleudern, dass sie irgendwann nicht mehr raussehen können und nicht mehr wissen, wie sie diese bewältigen können.
    Ich bin eigentlich mehr so eine Art "Stresstyp", je turbulenter, umso besser. Zum Glück kann ich etwas sehr schnell durchlesen und kapieren. Ich brauche das sogar als Motivation.
    Zitat Zitat von Mohnblume_36 Beitrag anzeigen
    Daher fühlte ich mich auch nie ausgenutzt. Ich war nie der Karriere-Typ und fand den Weg so ok.
    Ich schon, also was das ausnutzen angeht, denn ich bin ein definitiv schlecht bezahlter Steigbügelhalter. Ich mag nicht mehr für andere Ratschläge zu erteilen, aufzupassen, nur damit ich dann wieder in der nächsten Lohnrunde leer ausgehe. Nicht o.K. also ändern!

  4. Inaktiver User

    AW: Sie denken? Die Macht des Wissens - oder eben nicht

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Besteht Karriere für Dich darin, in eine Führungsposition zu kommen?
    Nicht unbedingt, ich möchte eben nur nicht stehen bleiben.
    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hast Du Spaß und Freude daran, Dir Wissen anzueignen, dann wäre es auch eine Überlegung, in eine Funktion zu kommen, die der Zuarbeit dient. Hat hier auch schon mal jemand geschrieben, dass "in der 2. Reihe" sein sehr befriedigend sein kann.
    Kann schon, das wird so sein und genau das versucht man auch, mir schmackhaft zu machen. Mein Bauch sagt aber, nö - will ich nicht, das ist mir zu öde.
    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Oder Wissensvermittlung: Du gehst in Mentoren-/Ausbildungsfunktionen.
    Das mache ich auch teilweise und ist mir ganz bestimmt die liebste Funktion. Leider zu wenig, weil ich wenige Zuteilungen bekomme. Muss ja für Kollegen da sein, die mich für ihr Sprungbrett brauchen
    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Also: Klärung und Kommunikation mit dem Chef, was Du willst. Arbeitest Du in einer Firma, die Dich ausnutzt und gar kein Interesse daran hat, Dich in die entsprechenden Positionen zu bringen, dann solltest Du Dir einen Wechsel überlegen.
    Ich habe Entscheidungen akzeptiert und geäußert, dass ich nicht zufrieden bin. Statt dessen eben Versuche, mich zu ducken. Es wird auf den Wechsel drauf rauslaufen. Aber selbst wenn ich wechsle muss ich auch an mir etwas ändern, sonst passiert ja wieder das selbe, oder nicht?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Oder geht es Dir mehr um Mechanismen, "Wissens-Vampire" abzuwehren, die lediglich von Dir die nötigen Informationen abzapfen wollen? Das wäre dann ein anderes Thema und hat viel mit Abgrenzung, Begrenzung und Abwehr von Mißbrauch zu tun.
    Ich glaube, es ist eine gute Mischung. Wenn man mich freundlich gefragt hat, habe ich immer Auskunft gegeben, ist mir auch nie schwer gefallen. Grenzen setzen, klare Sache! Schwer - muss aber machbar sein.

    Taffi

  5. Inaktiver User

    AW: Sie denken? Die Macht des Wissens - oder eben nicht

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wer viel denkt, der kann ja auch einmal darüber nahdeken, was kluge Denker anders machen als die TE-Denkerin, die sich so benachteiligt fühlt.
    Genau darum geht es hier

    Taffi

  6. Inaktiver User

    AW: Sie denken? Die Macht des Wissens - oder eben nicht

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Weder dieser Teil Deines Beitrages noch das, was ich bei Taffi wahrnehme, ist etwas, was ich als "herkömmlich eher Frauen zugeordneter Kommunikationsstil" oder gar für eine Organisation nützlich empfinde.

    Klartext: Das hilflose Ansammeln von immer mehr "Fachwissen", das Unverständnis, warum dies nicht mit Beförderungen belohnt wird, und daraus resultierend die Besserwisserei und den verkniffenen Spott über die "Karrieristen, die keine Ahnug haben" kenne ich auch von Männern.
    Es zeigt mir ein grundsätzliches Unverständnis davon, wie Menschen und Organsiationen funktionieren und was gut für sie ist.

    Mein Hinweis:
    Es wäre total unnötig und ineffizient, wenn sich alle Angehörigen einer Organisation alles Wissen selbst aneignen würden. Man arbeitet ja unter anderem deswegen zusammen, damit genau das nicht erforderlich ist.

    Ist aber auch egal, weil ich weder Jobs zu vergeben noch das Männern unterstellte Problem mit hochqualifizierten Frauen habe. Ich arbeite am liebsten mit denen, die ihr Wissen und Können "auf die Straße kriegen" und mit denen Arbeiten Spaß macht.

    Wie auch immer: guten Rutsch ins neue Jahr!

    NM
    *unterschreib*


  7. Inaktiver User

    AW: Sie denken? Die Macht des Wissens - oder eben nicht

    Danke für die Komplimente.

    Und doch, Taffi, rate ich Dir, dem nachzuspüren, was ich da geschrieben habe. Weibliche Führungskräfte oder Arbeitskräfte in gehobeneren Positionen (was immer das sein mag und Du schreibst ja, Du willst keine Führungskraft sein) werden oft von CoachInnen auf solche Verhaltensmuster - eben gerade unkontrolliertes Abfließenlassen von Wissen zu Gunsten ausschließlich fremder Karriereleitern - überprüft.

    Sie werden dahingehend beraten dieses Wissen zugunsten des eigenes Berufsweges einzusetzen und sich in dieser Umbruchsphase nicht aus dem System feuern zu lassen, bekommen Handlungsstrategien. Keine Angst, Du muss dadurch nicht zum Militär werden und kannst eine faire Kollegin bleiben.

    Wobei der Begriff "weiblich" hier eher für ein herkömmlich definiertes Verhaltensmuster besetzt ist. Auch Männer können sich so "proaktiv" und ausgenutzt fühlend verhalten, wie NochmalerMann erwähnte. Frauen natürlich anderseits "männlich" besetzt durchsetzungsfähig in ihrem Berufsweg und ihr Wissen verwendend.

    Könnte es ein Weg für Dich sein Deine gewünschte Verhaltensänderung an Deinem jetzigen Arbeitsort zu trainieren
    und
    parallel Recherchen für einen neuen Arbeitsort durchzuführen bzw. Dich zu bewerben (da gibt es inzwischen ganz strenge Regeln für die Bewerbungsprozedur - kuck mal im Internet oder Bibliothek oder in Buchläden)
    bzw.
    Dich sogar schon neu bewerben - und wenn es nur zur Übung ist.
    und
    kucken, ob Du ein Verhaltenstraining (vielleicht an der VHS?) bekommst? Dass Du Gesprächs- oder Verhaltensmuster mit erfahrenen Fachkräften (Coach ...) üben kannst - ohne abgebügelt oder in die Schmuddelecke gestellt zu werden, sondern Du bekommst Unterstützung. Du wirst an dem Platz abgeholt, wo Du stehst und behutsam in Deiner Weiterentwicklung unterstützt.

    Ich habe gute Erfahrungen damit! Ich hatte nämlich auch mal kräftig Nachholbedarf. Allerdings lebt es sich nicht unbedingt leichter damit, da ich es nicht mit der Muttermilch aufgesogen habe.

    Denn alleine fühlt sich das schnell fremd an und Dein Umfeld wird höchstwahrscheinlich versuchen Dich im System auf Deinem Platz zu halten. Nicht weil Deine Kollegen oder Dein Chef schlecht sind. Sie sind es nur gewohnt und Du würdest es wahrscheinlich ebenso umgekehrt tun.



    Alles Gute im Neuen Jahr
    Geändert von Inaktiver User (31.12.2009 um 11:16 Uhr)

  8. Inaktiver User

    AW: Sie denken? Die Macht des Wissens - oder eben nicht

    Hallo Herbstblatt,

    erst einmal: Ich wollte weder Dir noch sonst jemanden hier zu nahe treten.

    Aber ich gebe NM wirklich recht mit dem, was er schreibt! Und es ist Fakt, dass höhere Leitungsfunktionen nicht mit einem höheren Maß an Wissen einhergehen müssen, sondern dass völlig andere Kompetenzen gefragt sind! Deswegen habe ich Taffi nach ihren Vorstellungen ihrer ganz eigenen "Karriere" gefragt. Für mich geht "Karriere" nicht zwangsläufig Hand in Hand mit "die Hierarchie-Ebenen hinauf kommen", sondern ich verstehe es eher im Sinne von "zunehmend mehr seine Kompetenzen effektiver einbringen können", sprich: den richtigen Platz für sich finden. Sonst wären ja etwa 80% aller Arbeitnehmer Versager, weil es gar nicht so viele Chefpositionen gibt.

    Also im Umkehrschluß: Wenn ich trotz großem Fachwissen nicht "nach oben" komme, so kann das auch damit zu tun haben, dass meine Firma nicht die Kompetenzen bei mir sieht, die es für Führungspositionen nötig hat. ALLES andere - z.B. wenn Kollegen/der Chef mich ausnutzen, um selbst Vorteile daraus zu ziehen - , hat mit einem ganz anderen Thema zu tun, nämlich Manipulation und Ausnutzen.

    Ein Nicht-Weiterkommen also nur darin begründet zu sehen, dass ich zu freigiebig mein Wissen weitergegeben habe, greift völlig zu kurz. Idealerweise arbeitet ein Team ja gerade dann gut zusammen, wenn es sich austauscht, Wissen zusammenträgt und dann kreativ ein Problem löst. Dass das nicht immer so ideal ist, ist keine Neuigkeit, hängt aber eher mit oben erwähnten Themenbereichen sowie der ganzen Komplexität menschlicher Interaktionen zusammen.

    Ich weiß ziemlich genau, wovon ich spreche: Vor einem guten Jahr bin ich in die mittlere Führungsebene hineingekommen, in einem Bereich, mit dem ich vorher wenig zu tun hatte. Mein damaliger Chef hat Führungseigenschaften bei mir erkannt und mir zugetraut, das nötige Fachwissen, das ich zur Entscheidungsfindung (!) benötige, zu erlernen. Es hat einige Monate gedauert, bis meine MitarbeiterInnen das akzeptiert haben (der Hinweis auf fehlendes Wissen kann auch instrumentalisiert werden, wenn Entscheidungen unbequem sind), aber es hat geklappt. Dass ich darüber hinaus meinen eigenen Führungsstil entwickeln muss, ist eine andere Sache. Das sehe ich aber weniger unter dem Gegensatz "weiblich-männlich", sondern unter Gesichtspunkten wie Authenzität und Nützlichkeit. Mich nervt dieses Getümmel um männlich und weiblich ein wenig, denn meiner Erfahrung nach geht es vielmehr darum, ein "Methoden-Set" zu entwickeln, das man situationsentsprechend anwendet. Also mal gemeinsam im Team bestimmte Themen auszudiskutieren, mal zu sagen "So ist es, so wird es gemacht" - je nachdem, was gerade nötig ist.

    Und wenn man auch nur einen kurzen Moment nachdenkt, wird einem klar, dass man gar nicht so viel Wissen erlernen kann, um der Komplexität von Entscheidungen gerecht zu werden.

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