Taffi,
ich bin auch eine wandelnde Datenbank. Immer schon. Darüber geärgert habe ich mich auch.
Meinen Wissensdurst stille ich weiterhin, allerdings bin ich in der Wissensvermittlung (Fica, du weißt doch bestimmt ....) selektiver , bequemer und launischer geworden. Mir ist wichtig, dass ich meine Energie im Job für meine Themen behalte, und ich will nicht, dass sich andere in ihrere Faulheit auf mich verlassen.
Mir hat es auch massiv gestunken, als Datenbank missbraucht zu werden, aber im Job nicht richtig weiterzukommen (Führung etc). Allerdings musste ich jedenfalls erkennen, dass ich in dem Laden, in dem ich arbeite, mit der Art, unternehmensweit zu denken, mit mir und meinem Wesen nie, never, eine Chance auf eine Führungsposition hätte.
Das klassische "Love it, leave it or change it" Problem also.
Warum erzähle ich es? wahrscheinlich, weil deine Geschichte mich ein wenig an meine erinnert. Meine aktuelle Lösung ist, meine Energie weniger in die Arbeit als in die schönen Dinge des Lebens zu stecken. Tut auch nicht weh![]()
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Ergebnis 21 bis 30 von 38
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30.12.2009, 00:06Inaktiver User
AW: Sie denken? Die Macht des Wissens - oder eben nicht
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30.12.2009, 02:51Inaktiver User
AW: Sie denken? Die Macht des Wissens - oder eben nicht
Ja, mir ist jetzt einiges klarer.

Daher noch ein Tipp:
Ich schrieb nicht, dass dies Dein Lamento ist oder Du es so meinst, sondern, dass es so wahrgenommen werden könnte.
Und das Wahrgenommene ist für den Wahrnehmenden zunächst mal Realität.
Meine Wahrnehmung kann Dir egal sein, die Deiner Chefs und Kollegen eher nicht.
Wenn man also etwas sowieso ständig zu hören bekommt, dann ist es eine gute Idee, sich mal genau zu fragen, warum.
Die Antwort: "Weil ich die große Tolle bin und alle anderen keine Ahnung haben oder neidisch sind." ist dabei meist die einfachste und angenehmste, aber falsche.
Dann ist es wohl Zeit, Cheffe unmißverständlich zu sagen:Cheffe weiß es, will mir aber meine Position super schmackhaft machen, wie verantwortungsvoll und blabla - das ist ein Fußabtreter auch! Ich höre manchmal zu und staune.
"Netter Versuch. Aber diese Position reizt mich nicht mehr."
Und von dem Zewitounkt an:
- kein ungefragtes Informationen-teilen mehr, keine proaktiven Verbesserungsvorschläge (Was umsonst kommt, wird nciht wertgeschätzt, also "erhöhe den Preis")
- keine besonderen Extras und Hilfsleistungen mehr, die nicht mindestens auf Knien erbettelt wurden (höherer Preis + Tu Gutes und sorg dafür, das es bemerkt wird)
- keine Besserwisserei mehr (egal, wie spaßig und persönlich befriedigend es auch wäre, es den Anderen zu zeigen)
Also insgesamt mehr auf Empfang schalten als auf Sendung.
Die gesparte Energie könntest Du in die Suche nach einem interessanteren Job oder ein freudvolle(re)s Privatleben investieren.
Möglichkeit 1: Auf einmal machst Du in Deiner alten Firma Karriere, weil Du Cheffe nix mehr Besonderes bietest (er Dich also loslässt) und die anderen Dich nicht mehr als Konkurrenz wahrnehmen.
Möglichkeit 2: Du wirst in Deiner alten Firma als Graue Eminenz anerkannt und entsprechend eingesetzt, bezahlt und wertgeschätzt.
Möglichkit 3: Du findest eine andere Arbeit, die Dir mehr Freude und Befriedigung verschafft.
Nur drei von x Möglichkeiten.
"Störer" meinte ich übrigens nicht negativ.
"Stören" als Hinterfragen, Variieren, Neuerfinden, Ersetzen, erneut Verwerfen etc. von eingefahrenem, unreflektierten, überkommenem Hamwaimmerschonsogemacht ist eine wichtige Führungsfunktion.
Wer das nicht kann, sollte m.E. keine Führungsposition erhalten. Wer kein Gespür dafür hat, wann Stören wirklich nur stört, aber auch nicht.
Bonne chance!
NM
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30.12.2009, 08:31
AW: Sie denken? Die Macht des Wissens - oder eben nicht
Hallo Taffi,
du solltest nicht so viel Wert darauf legen, was andere so sagen. Chef`s sagen dem Fleißigen, dass du viel mehr aus dir rausgehen solltest und zum Dampfplauderer werden sollst, dem Dampfplauderer erzählen sie, sie sollen sich ein Beispiel an dem stillen Gewissenhaften nehmen. Ich nehme sowas gar nicht mehr sonderlich ernst und will so sein, wie ich mir selbst die Arbeit am leichtesten mache.
Allzu Gewissenhaft zu sein und zu viel Wissen zu wollen bedeutet aber auch emensen Zeiteinsatz. Ich sehe das bei Kollegen, die alles nachlesen, hinterfragen, genaue Arbeitsabläufe studieren: sie kommen mit ihrer Arbeit sowas von ins Schleudern, dass sie irgendwann nicht mehr raussehen können und nicht mehr wissen, wie sie diese bewältigen können.
Von diesem Druck muss man sich lossagen, sonst empfindet man dieses Wissen als Last.
Dann gibt es die Kollegen, die einfach die Leute fragen, von denen sie wissen: ha, die oder der weiß das - sie "verplempern" keine Zeit Informationen langwierig zusammen zu suchen, sondern holen sich kurze Antworten von denen, die sich das langwierig erarbeitet haben.
Von denen habe ich in den letzten Jahren viel gelernt...mir abgeschaut. Man kann es sich wesentlich einfacher machen, wenn man nicht immer so 100%ig ist und den Chef`s stört das überhaupt nicht, im Endeffekt ist doch anderen egal, wie man ist...auch wenn sie ab und an meinen ihren Kommentar dazu geben zu müssen.
Früher war ich auch so ein wandelndes Orga-Handbuch. Ich habe da aber andere Erfahrungen gemacht als du. Mich haben gerade diese Kollegen/Vorgesetzte, die eben den bequemen Weg gingen und einfach eine Informationsquelle brauchten (in dem Falle mich) immer mit nach oben gezogen, sich für mich eingesetzt und ich habe irgendwie deren Geschicklichkeit im reden und "sich gut verkaufen" genutzt um in deren Hintergrund mit nach oben gezogen zu werden. Und das hat funktioniert: die wussten, dass sie es mit meinem Wissen leichter haben und haben sich für mich eingesetzt. Ich war sogar oft überrascht, warum sich andere bei den Chef`s für mich ins Zeug legen. Mittlerweile habe ich das verstanden. Es war deren Eigennutz, aber ich habe davon profitiert.
Daher fühlte ich mich auch nie ausgenutzt. Ich war nie der Karriere-Typ und fand den Weg so ok.viele Grüße
Mohnblume
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30.12.2009, 09:09Inaktiver User
AW: Sie denken? Die Macht des Wissens - oder eben nicht
Liebe Taffi, ich denke, wichtig ist es, dass Du Dir klar machst, wo Du eigentlich hin willst.
Besteht Karriere für Dich darin, in eine Führungsposition zu kommen? Dann liegst Du möglicherweise einem Denkfehler auf: Es ist zwar oft so, aber es oft nicht gut, dass reine "Fach-Denker" in Führungspositionen kommen. Und zwar deswegen, weil hier ganz andere Eigenschaften gefragt sind. Und auch, weil Führung Mut zum "Nicht-Wissen" braucht! Klingt paradox, aber Aufgaben der Führung liegen darin, Pläne/Visionen in Abstimmung mit der Firmenpolitik zu entwickeln und unzusetzen. Dazu braucht man kein Detailwissen, sondern das "richtige" Wissen, um Entscheidungen zu treffen, wohin der Zug gelenkt wird.
Hast Du Spaß und Freude daran, Dir Wissen anzueignen, dann wäre es auch eine Überlegung, in eine Funktion zu kommen, die der Zuarbeit dient. Hat hier auch schon mal jemand geschrieben, dass "in der 2. Reihe" sein sehr befriedigend sein kann.
Oder Wissensvermittlung: Du gehst in Mentoren-/Ausbildungsfunktionen.
Also: Klärung und Kommunikation mit dem Chef, was Du willst. Arbeitest Du in einer Firma, die Dich ausnutzt und gar kein Interesse daran hat, Dich in die entsprechenden Positionen zu bringen, dann solltest Du Dir einen Wechsel überlegen.
Oder geht es Dir mehr um Mechanismen, "Wissens-Vampire" abzuwehren, die lediglich von Dir die nötigen Informationen abzapfen wollen? Das wäre dann ein anderes Thema und hat viel mit Abgrenzung, Begrenzung und Abwehr von Mißbrauch zu tun.
Alles Gute!
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30.12.2009, 09:29Inaktiver User
AW: Sie denken? Die Macht des Wissens - oder eben nicht
... vielleicht könntest Du (eher höflich, freundlich, zurückhaltend, nicht schnippisch) sagen: "Ja, das ist schwierig und Sie schaffen das schon." und dann nach drei Höflichkeitsschweigesekunden "Ich gehe jetzt das und das erledigen." oder "Ich mache mal weiter" oder gar nichts sagen, sondern weitermachen (ist das Allerschwierigste).
Notfalls auch mal (ebenfalls höflich.) "Das ist nicht meine Sache."
Denn "keine Ahnung" stimmt ja nicht, weil Du selbst und andere wissen, dass Du Ahnung hast.
Oder Wissen weitergeben, an diejenigen, die Dir erfahrungsgemäß Wissen auch weitergeben.
Nochmaler Mann,
vielleicht könnte sich ja mal in der Wirtschaft und in Behörden langsam die Erkenntnis durchdämmern, dass mit dem Einsickern von Frauen in höheretagige Arbeitsebenen ein herkömmlich eher Frauen zugeordneter Kommunikationsstil ebenfalls mit einsickert und dieses vielleicht sogar gut ist - für das Ganze!!
Siehe Historia2' neuer Firma
- ist vielleicht dort schon immer so, auch unter Männern 
Ich kenne es von mir, dass ich mich andauernd versuche zu rechtfertigen oder zu begründen, warum ich was tue - auch in der Arbeit (bin allerdings selbständig, da fällt es nicht so auf, bei mir eher im ehrenamtlichen Engagement). Ich hasse das auch an mir selbst und ich bin sicher, ich bin dafür schon gründlich verachtet worden von Leuten, die mir eher nicht das Wasser auf das Thema bezogen reichen konnten (mich dann aber auch mal gerne ausnutzen - was sie dann eher als Großzügigkeit sehen, dass ich mich auf ihrem Feld ausprobieren und weiterentwickeln darf
, die Ernte übernehmen sie dann großzügig wieder selbst). Allerdings finden es andere Menschen wieder gut und tauschen sich gern mit mir über das "Wie" aus - und dann bringt es uns beide weiter.
Ich habe mir zum Neuen Jahr vorgenommen diesbezüglich an mir zu arbeiten und einfach genauer hinzukucken, wo es angebracht ist. Denn andere Menschen kann es wirklich verunsichern, diesbezüglich, ob ich mit dem Thema nun klarkomme, wenn ich viel darüber "laut nachdenke". Oder auch überfordern. Oder verrückt machen. Es sind halt nicht alle gleichgestrickt.
Geben und Nehmen und die Anerkennung werden wohl nie ganz in der Waage sein, vermute ich und es hat Zeiten gegeben, da habe ich mehr genommen als gegeben. Vielleicht ist eine Zeit für Dich nun angemessen, wo Du mehr nimmst, weil Deine Gebensseite die Weitergabe von Wissen und Anerkennung diesbezüglich im Überschuss ist oder kuckst, ob eine Anerkennung, Gehaltserhöhung, Beförderung dabei herauskommt (für Dich, nicht für Deine/n Kollegen/in).
Toi, toi, toi, Taffi - kannst ja dann mal hier von Deinen Fortschritten schreiben!
Naja, ich mach' mich mal wieder auf meinen (eigenen) Arbeitsacker. Hier geht gerade die Welt unter. Es ist völlig dunkel und ich glaube, ich bin die Einzige, die heute in S arbeitet (äh hier vor dem Computer zwar nicht gerade).
LG und alles Gute im Neuen Jahr herbstblatt2
P.S. in der Mittagspause, das Thema ist mir so bei der Arbeit (war nur mechanische) durch den Kopf gegangen:
Ich übe das seit Weihnachten mit meinen jungerwachsenen Söhnen, besonders mit dem Älteren, bei denen das Studium u.a. zu dem Schluss zu führen scheint, dass sie jetzt Elite sind .... und die Mom die ständig zuarbeitende Unterschicht ... klar ist das Risiko dabei, dass dann das (für sie) bequeme soziale Gefüge ganz auseinanderfällt.
Insofern, Taffi: Falls Deine Arbeitsumwelt nicht mit Dir zufrieden ist, wenn Du mehr an Deine eigene Zufriedenheit denkst: Es ist gut möglich, dass Dir Widerstand entgegenbläst - das ist normal. Denke nicht gleich, es ist Deine Schuld.Geändert von Inaktiver User (30.12.2009 um 13:32 Uhr)
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30.12.2009, 14:57Inaktiver User
AW: Sie denken? Die Macht des Wissens - oder eben nicht
Weder dieser Teil Deines Beitrages noch das, was ich bei Taffi wahrnehme, ist etwas, was ich als "herkömmlich eher Frauen zugeordneter Kommunikationsstil" oder gar für eine Organisation nützlich empfinde.
Klartext: Das hilflose Ansammeln von immer mehr "Fachwissen", das Unverständnis, warum dies nicht mit Beförderungen belohnt wird, und daraus resultierend die Besserwisserei und den verkniffenen Spott über die "Karrieristen, die keine Ahnug haben" kenne ich auch von Männern.
Es zeigt mir ein grundsätzliches Unverständnis davon, wie Menschen und Organsiationen funktionieren und was gut für sie ist.
Mein Hinweis:
Es wäre total unnötig und ineffizient, wenn sich alle Angehörigen einer Organisation alles Wissen selbst aneignen würden. Man arbeitet ja unter anderem deswegen zusammen, damit genau das nicht erforderlich ist.
Ist aber auch egal, weil ich weder Jobs zu vergeben noch das Männern unterstellte Problem mit hochqualifizierten Frauen habe. Ich arbeite am liebsten mit denen, die ihr Wissen und Können "auf die Straße kriegen" und mit denen Arbeiten Spaß macht.
Wie auch immer: guten Rutsch ins neue Jahr!
NM
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30.12.2009, 15:56Inaktiver User
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30.12.2009, 16:00Inaktiver User
AW: Sie denken? Die Macht des Wissens - oder eben nicht
Ich habe immer gerne Auskunft gegeben, ich bin ja die wandelnde Auskunftei und dass man mir das zum Vorwurf macht, erstaunt mich jetzt schon.
Ich hatte auch schon einen Arbeitgeber, wo ich mit meinem Wissen und dem schnellen Begreifen von Zusammenhängen Prämien und Preise bekommen habe. Da hatte sich dann alles verknüpft.
Oh doch, hören wollen es viele, ausnutzen auch - aber ich will das so nicht mehr. Ich möchte lernen, das Erlernte besser für mich selbst einzusetzen als für andere.
Taffi
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30.12.2009, 16:07Inaktiver User
AW: Sie denken? Die Macht des Wissens - oder eben nicht
Mensch klasse! Wie hast Du das geschafft? Mich nervt es nämlich auch, dass ständig bei mir angetanzt wird, um Infos von mir zu ziehen und meine Arbeit bleibt dann wieder liegen oder es geht mir Zeit verloren, die ich selbst zum Nachlesen brauche.
Ooooh ja! Ich hatte leider mit meinen Voraussagen und Prognosen so oft schon recht. Ich habe einen Vorgesetzten, der das überhaupt nicht kann, aber für weitere Vorgesetzte ein super einfacher Typ ist, der macht, was sie wollen. Für schnelles Geld also ideal, naja irgendwie müssen ja Krisen entstehen.
Fica, ich sehe, dass Du fast identische Erfahrungen gesammelt hast
. I don`t love it. Ich muss dringend was ändern.
Taffi
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30.12.2009, 16:15Inaktiver User
AW: Sie denken? Die Macht des Wissens - oder eben nicht
Wer viel denkt, der kann ja auch einmal darüber nahdeken, was kluge Denker anders machen als die TE-Denkerin, die sich so benachteiligt fühlt.
Die anderen reüssierenden Denker denken und wissen ja auch.. und das oft nicht wenig.
Sprudelnde Wissenspoole, die anderen mit Verkünden des Wissens auf den Keks gehen, gibt es ja auch : womit ich nicht behaupten will, dass die TE einer ist : weiß ich ja nicht. :-)


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und hat einen Bart bis nach Amerika. Ich lamentiere hier auch nicht, sondern frage nach, wie ich das ändern kann, alles klar?
