Hallo BriCom!
Ich hatte schon vorletztes Jahr einmal solch einen thread eröffnet und der war schön und interessant.
Es ging um eine etwas andere Art von Rückblick.
Also nicht um "was war gut und schlecht", sondern eher um:
Was passiert mir auf keinen Fall nochmal, was habe ich für mich erkannt?
Was hat mich stark gemacht, was habe ich über mich, über das Leben gelernt?
Lust mitzumachen?
Ich würde mich freuen.
Und damit der Einstieg nicht so schwer fällt, fange ich mal an:
Mein Jahr 2009 war anstrengend.
Anstrengend in dem Sinne, dass ich gelernt habe, dass Liebe wie ich sie empfinde nicht übertragbar ist und dass es mich auch reich machen kann, wenn ich die Liebe meines Partners so annehme, wie er sie empfindet.
Klingt echt panne, aber für mich war das ein Prozess, denn die Erfahrungen der letzten Jahre haben mich ganz schön hart und bitter werden lassen.
Ich bin froh, über meinen geduldigen Partner und ich freue mich sehr darüber, dass er auch gewisse Dinge von mir angenommen hat, mir gezeigt hat, auch er ist bereit an sich zu arbeiten.
Das kannte ich so nicht.
Gelassener bin ich geworden im vergangenen Jahr.
Damit meine ich, dass ich mir nicht mehr diese ganzen Wieso-Weshalb-Warum-Fragen stelle.
Und ich bin stolz auf mich, weil ich gemerkt habe, dass, auch wenn viel passiert ist, ich weiter auf mich und mein Bauchgefühl vertrauen kann.
Es hat mich auch in 2009 nicht verlassen.
Für den Moment war´s das.
Ich bin gespannt auf Eure Beiträge.
Es grüßt:
Die Doktorin![]()
Antworten
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29.12.2009, 11:28
Der etwas andere Jahresrüblick- Teil 2
Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben.
Johann Wolfgang von Goethe
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29.12.2009, 12:06Inaktiver User
AW: Der etwas andere Jahresrüblick- Teil 2
Hallo Frau Doktor,
eine schöne Bilanz! Auch wenn sie hart erarbeitet klingt.
Meine Bilanz dieses Jahr: Ich kann langen Atem haben, kann durchhalten, auch wenn es weh tut und blaue Flecken gibt. Das hat sich in meinem Job gezeigt, der dieses Jahr über lange Strecken sauanstrengend und frustrierend war (habe eine neue Aufgabenstellung, die mich streckenweise überfordert [hat]). Zum Jahresende zeichneten sich ein paar Indizien ab, dass mein Durchhaltevermögen an der richtigen Stelle eingesetzt ist. Und das bei mir, die bisher immer nur das gemacht hat, was gut ging!
Darauf bin ich stolz...
Was ich gelernt habe: Die Realität anzuschauen, wie sie ist. Auch wenn es schmerzhaft ist - aber es nützt nichts, sich Illusionen hinzugeben.
Und manchmal ist die Realität noch schöner als erwartet: Habe dieses Jahr einen Heiratsantrag bekommen und vor elf Tagen geheiratet...
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29.12.2009, 12:18
AW: Der etwas andere Jahresrüblick- Teil 2
Dann darf man ja noch gratulieren:

Ja, hartnäckig sein, dran bleiben, auch wenn es einen fordert,dass kann einen guten Schub geben.
Beruflich wie privat.
Wie ich schon schrieb, habe ich das in meiner Beziehung erlebt.
Und das gibt mir auch Vertrauen in unsere Bindung, dass wir nicht auseinander rennen, sobald es Probleme gibt.
Manchmal ist man stärker als man denkt.
Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben.
Johann Wolfgang von Goethe
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29.12.2009, 12:30Inaktiver User
AW: Der etwas andere Jahresrüblick- Teil 2
schöne idee

bei mir ist es das erste mal, dass ich bewußt auf ein jahr zurückblicke. es war ein sehr anstrengendes jahr, weil ich beruflich 2 dinge bewältigen musste: plötzlich im rampenlicht stehen, nach außen hin repräsentieren, reden halten und repräsentatntin sein. allerdings nur für 3 monate. das war ein heftiges hoch, das zwar nciht überraschend kam aber von mir emotional völlig überschätzt wurde, da ich die 3 monate mich permanent neuen herausforderungen stellen musste.
parallel zu diesem highlight die wirtschaftskrise, die meinem unternehmen 90% umsatzrückgang beschert hat. in der phase meines beruflichen hochs war ich auf kurzarbeit und musste auf viel geld verzichten (u.a. bonuszahlungen). zum ersten mal seit dem studium hatte ich nur wenig geld zum leben.
und doch bin ich stolz darauf, dass ich die krisensituation und auch die doch anstrengende hoch-phase gut gemeistert habe.
aber nochmal brauche ich das nicht.
sage ich jetzt.....mit abstand betrachtet war es doch auch mal schön im mittelpunkt des interesses zu stehen
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29.12.2009, 13:10Inaktiver User
AW: Der etwas andere Jahresrüblick- Teil 2
Hallo Kebmo,
mich beeindruckt ja auch, dass Du dieses Auf und Ab mitmachen kannst! Nach 3 Monaten High Life wieder runterfahren kannst.
Und was das Auskommen mit wenig Geld betrifft: Chapeau, ich finde es sehr schwierig, seine Standards wieder runter zu fahren!
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29.12.2009, 13:26
AW: Der etwas andere Jahresrüblick- Teil 2
Ein schöner thread
.
Ich habe dieses Jahr gelernt, nichts mehr erzwingen zu wollen. Dinge und Phasen zu akzeptieren. Dem Leben mehr zu vertrauen und einfach mit zu fließen.
Ich bin über die Dankbarkeit gestoplert
. Sie hat meine Sicht auf das Leben sehr verändert, zum Guten hin.
Und staunend durfte ich feststellen, dass tatsächlich Wünsche auch für mich in Erfüllung gehen. Zwar nicht immer, aber immer öfter
.
Ja und dann hab ich auch noch die Eigenliebe kennen gelernt. Ein tolles Gefühl. Das darf jetzt bei mir wohnen bleiben
.
Man wandelt nur das, was man annimmt.
C.G. Jung
Nein ist ein ganzer Satz.
Keine Ahnung von wem
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29.12.2009, 14:00
AW: Der etwas andere Jahresrüblick- Teil 2
Danke für den tollen Thread.
Ich habe dieses Jahr einen neuen Zweig meiner Selbständigkeit begonnen und gleichzeitig eine damit verbundene neue Ausbildung (Theaterpädagogik), die mich sehr glücklich macht und erfüllt. Meine beiden Leiterinnen haben mir damals mit der Probestunde eine völlig neue Welt eröffnet und gezeigt, dass meine Art zu unterrichten die richtige ist. Darauf bin ich stolz.
Gegen Ende des Jahres habe ich ein anderes Kapitel (auch Theaterarbeit) geschlossen und bin einen für mich wichtigen Schritt gegangen: nie mehr zuviel Aufwand und Sorgen, wenn man dafür nicht entlohnt wird. Das war für mich ein schmerzhafter und aufreibender Prozess, aber ich konnte wieder zu mir stehen und durchsetzen, dass ich nur das tue, was mir auch gut tut.
Und im Zuge dessen habe ich gemerkt, dass ich keine Teamplayerin bin und am liebsten allein unterrichte.
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29.12.2009, 14:51Inaktiver User
AW: Der etwas andere Jahresrüblick- Teil 2
das war auch wirklich schwierig. weil man danach wirklich eine völlige leere hat und die alltags-dinge kommen einem dann doch so profan vor. dennoch habe ich es bald wieder genießen können zeit für mich zu haben, nicht mehr nach terminkalender leben zu müssen und mit freunden etwas unternehmen zu können.
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29.12.2009, 15:46
AW: Der etwas andere Jahresrüblick- Teil 2
Schöne Idee!
Meine Jahresbilanz lautet:
Im Job eine sehr schwere Zeit gehabt. Ich habe gemerkt, dass ich selbst in Krisensituationen ein kühlenkopf bewahren und standhaft bleiben kann.
Die Einsicht, dass man manchmal verliert und dafür nichts kann. Aber der Kopf trotzdem noch über den Schultern getragen wird.
Das Erlangen von Zuversicht, dass alles schon irgendwie gut gehen wird. Geduld haben mit mir und meiner Umwelt. Und dass alles seine Zeit hat und seine Zeit braucht.
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29.12.2009, 16:32Inaktiver User
AW: Der etwas andere Jahresrüblick- Teil 2
Hallo,
wegen diesem Threat habe ich mich extra angemeldet, denn das erste Mal in meinem 46jährigen Leben kann ich die von Frau Doctor gestellten Fragen auch beantworten.
Dieses Jahr war jedoch anders. Ich war lange arbeitslos, habe dann einen ziemlich tollen Job gefunden. Ich habe zum ersten Mal wirklich geliebt, war mit meinem Freund ein Jahr zusammen, dann ist er in sein Heimatland zurückgekehrt.
Danach habe ich den Entschluss gefasst, mich ganz und gar aus der Beziehungswelt zurückzuziehen, um mir genau das zu geben, was ich sonst von anderen erwartete. Ich hatte einen enormen Erwartungsdruck an Männer, die mit mir zusammen waren.
Das sollte mir nicht noch mal passieren, die Gründe für mein Verhalten wollte ich erfahren, mich aus dieser Falle lösen. Ich habe für mich erkannt, dass ich es kann, dass alles möglich ist, wenn man sein Herz daran hängt.
Es hat mich extrem stark gemacht, ich weiss nun, was Gelassenheit ist, was Mitgefühl wirklich bedeutet. Ich habe gelernt, dass ich extrem lernfähig bin, ich arbeite z.b. in einem Job, für den ich null Erfahrung hatte, aber sehr gute akademische und menschliche Voraussetzungen.
Ich habe gelernt, dass auch wenn es eine beiderseitige starke Liebe gibt, es trotzdem sein kann, dass diese nicht gelebt werden kann oder muss. Manchmal ist anderes wichtiger.
Obwohl ich mir viele Möglichkeiten zurechtgebogen hatte, musste ich akzeptieren, dass es einfach nicht so geht. Etwas zu akzeptieren, wie es ist, das ist überhaupt das Schwerste für mich.
Meine Abstinenz ist zum Jahresende vorbei. Den letzten Monat habe ich damit verbracht, alle Mails, Fotos von meinem Freund zu löschen. Das letzte, das ich tun werde, ist ihn aus meinem MSN account zu löschen. Seit 2 Wochen geht es mir körperlich nicht gut (sehr niederiger Blutdruck, Schwindel, Kopfschmerz), das hängt alles damit zusammen.
Aber ich weiss jetzt, dass ich es tun kann, ich kann mich lösen ohne Streit, ohne dem anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben, ohne die Gründe hin und her zu wälzen, ohne dass jemand anders in den Startlöchern wartet. Ich bin nämlich auch immer von einer Beziehung zur nächsten mit einer Altlast, mit dem Wissen, mich noch nicht vollständig (wenn auch nur in Gedanken) von dem anderen gelöst zu haben.
Ich kann es nicht erwarten, das Jahr 2010!
ganz lieben Gruss
Esperanza


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