Ich freue mich für sie. Ehrlich, es ist schön, dass nach meiner besten Freundin, mehreren Kolleginnen in meinem Alter (30 Jahre) und jünger jetzt auch noch zwei weitere enge Freundinnen schwanger sind. Sie freuen sich auf das Kind, haben Angst, richten ihre Wohnung und ihr Leben neu ein - und ich gucke zu. Sie haben kaum ein anderes Thema mehr - und ich höre zu. Geduldig, interessiert. Aber manchmal könnte ich einfach nur heulen.
Ich liebe Kinder, ich mag Babys, gern würde ich auch eins haben. Aber nicht allein. Nicht so. Meine langjährige Beziehung habe ich selbst vor 1,5 Jahren beendet, weil wir einfach nicht miteinander harmonierten im Alltag. Aus ähnlichen Gründen hat mein letzter Freund mich vor zwei Monaten verlassen, mit dem ich zusammengewohnt habe. Ja, der Kinderwunsch war zwischen uns zur Sprache gekommen, aber bevor er konkret werden konnte lief es bei uns so schlecht, dass am Ende die Trennung stand.
Und jetzt zu Weihnachten wieder die drängenden Fragen der Eltern: Werden wir denn auch mal Großeltern? Das tut weh. Weil ich mir das doch selbst auch wünschen würde. Aber wie?
Und dann eine Mail zu Weihnachten, eine alte Schulfreundin meldet sich, wünscht frohe Tage und vermeldet ihren bevorstehenden Entbindungstermin.
Und ich?? Ich hab so Angst, das einfach nicht hinzukriegen mit der reifen Partnerschaft, in der die gemeinsame Entscheidung für ein Kind getroffen werden kann. In der man zusammen die schwierigen ersten Jahre durchsteht und vielleicht auch noch während der Pubertät des Sohnes, der Tochter zusammenlebt. Ich fühl mich so allein, unfähig zu einer tragfähigen Beziehung und unter Druck gesetzt von Werbebildern glücklicher Mütter. Und diesen Erwartungen der Gesellschaft. Und meinen eigenen.
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Ergebnis 1 bis 10 von 20
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27.12.2009, 17:23
Aus Freundinnen werden Mütter - und ich?
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27.12.2009, 18:03
AW: Aus Freundinnen werden Mütter - und ich?
Hallo Jordbaer,
ich kann dich sehr gut verstehen. Mir ging es damals so mit dem Wunsch nach einer Beziehung. Irgendwie waren immer nur meine Freundinnen - und in meinen Augen auch der Rest der Welt - auf der Sonnenseite des Lebens. Nur ich nie. Fast schon hatte es sowas Selbstverständliches, dass meine Beziehungen entweder in die Hose gingen oder erst gar keine mit dem so umschwärmten OdB zustande kam.
Verstanden hab ich das damals nicht. Wie auch. Irgendwann ist der Knoten geplatzt. Soll heißen, ich habe jemanden kennengelernt, mit dem ich dann auch viele Jahre verheiratet war und zwei wunderbare Kinder bekommen habe. Jetzt gehörte ich zu denen, die auf der Sonnenseite des Lebens standen - zumindest aus der Sicht der anderen.
Einige Jahre später war das "große Glück" vorbei. Ich lebe seit dem mit meinen Kindern alleine. Und nach einer langen Zeit des Haderns und des Unglücklich-Seins geht es mit wieder gut.
Was ich damit sagen will ist, dass das Leben sich in Wellen vollzieht. Mal biste oben, mal unten. Keiner bleibt immer oben, und keiner immer unten. Vielleicht kannst du ja irgendwann dem Leben einfach vertrauen. Es wird schon für dich sorgen
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Man wandelt nur das, was man annimmt.
C.G. Jung
Nein ist ein ganzer Satz.
Keine Ahnung von wem
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28.12.2009, 08:34
AW: Aus Freundinnen werden Mütter - und ich?
Auch ich kann dich sehr gut verstehen. Ich wünsche dir auch, dass du bald einen Partner findest, mit dem du deinen Traum verwirklichen kannst.
Aber wenn man auch vermeindlich das bessere Ende erwischt hat, heißt das noch lange nicht, dass es so bleibt, bzw. dass es das bessere Ende ist. Auch ich war überzeugt, dass ich mit meinem damaligen Partner glücklich werden könnte. Nun ja, ich habe zwei tolle Kinder, die ich ohne ihn definitiv nicht hätte. Großgezogen habe ich sie alleine, weil es schon sehr bald nach dem zweiten Kind nicht mehr mit uns klappte.
Eine große Stütze war mir dann Jahre später mein zweiter Mann. Mit ihm bin ich heute noch zusammen, er hat mit mir die schwere Zeit der Pubertät von zwei Kindern die Treue gehalten. Mit ihm habe ich keine Kinder. Man kann mit einem Mann auch ohne Kinder glücklich sein. Ich weiß, dass dich das nicht wirklich tröstet - aber Kinder sind nur ein Teil des Lebens und sie verlassen einen auch wieder.Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
Christian MorgensternIn einer Stunde ruhigen Sitzens verbrennt man 73 Kilokalorien.
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28.12.2009, 09:05Inaktiver User
AW: Aus Freundinnen werden Mütter - und ich?
Wie wahr!
(demnächst wird mich mein Kind nämlich verlassen, da großgezogen)
Liebe Jordbär, ich finde, deine Vorstellungen von einer "reifen" Partnerschaft, in der Kinder möglich sind, hängen ganz schön hoch. Guck dir mal die anderen Paare in deiner Umgebung an, die Kinder bekommen - sind das tatsächlich alles derartig "reife" Paare?
Zitat von jordbaer
Also ich war eigentlich gar nicht reif, als ich das Kind bekam. (Ich bin dann nachgereift.
Immerhin.) Und die Beziehung zum Vater hielt gar nicht lange. Aber immerhin haben wir als Trennungseltern ein sehr gutes Team abgegeben. Würde man mein Muttersein unter dem Aspekt des reif-Seins bewerten, ohje, dann hätte ich wohl niemals Mutter werden dürfen. Ich bin es aber geworden und bin stolz auf alles.
Jordbär, du klingst, als wenn die Bilder von einer "Rama-Familie" ganz schön betonmäßig in deinem Kopf sitzen. Und mit solchen Betonbildern von Beziehung (und den entsprechenden Erwartungen) haben es reale Beziehungen meiner Erfahrung nach schwer.
Ich habe nicht genau verstanden, warum dich dein Freund, mit dem du zusammen gewohnt hast, verließ. Wegen deiner Sehnsucht nach Familie und Muttersein? Weil ihr nicht harmoniertet? (Ist ja ein Unterschied)
Von deinen Eltern finde ich es mehr als unsensibel, dich genau in dem Moment, wo du verlassen wurdest, zu fragen, ob du ihnen mal Enkel "liefern" wirst.
Geradezu herzlos.
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28.12.2009, 09:19Inaktiver User
AW: Aus Freundinnen werden Mütter - und ich?
Ich möchte Lunas Beitrag dick unterstreichen. Und ergänzen:
Vielleicht schaust Du im Zuge Deiner Analyse etwas genauer auch auf das Scheitern Deiner Beziehung. Du schreibst, es "passte nicht mehr im Alltag" - wenn ich mir anschaue, welche festgefügten Bilder Du offenbar mit Dir herum schleppst, frage ich mich, ob es die Diskrepanz zwischen Bild und Realität war, die Lebendigkeit, die Veränderlichkeit von Menschen und Beziehungen, die so schlecht in Bilder_Rahmen passen, und die in Beziehungen grosse Ab- und Angleichleistungen notwendig machen, die letztlich zu einem Scheitern Deiner Beziehungen beitrugen? Das könnte ein lohnenswerter Ansatz sein, um gute Weichen für zukünftige Beziehungen zu stellen, u.a. auch in Hinblick auf Deine Haltung zu
Konflikten & Harmonie (was, wenn es in der Beziehung nicht mehr "passt" im Alltag? Wieviel Konflikt lässt Du zu? Wie sehen diese Konflikte aus?)
"Reife" & Veränderlichkeit (ist es beispielsweise reif, sprunghaft, veränderlich, unsicher, ängstlich, unentschlossen zu sein?)
Wunsch & Wirklichkeit (was, wenn Wirklichkeit und Wunsch nicht zueinander passen? Wie ist dann Deine Haltung zu Deiner Wirklichkeit? Wie gehst Du mit dieser Wirklichkeit um?)
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28.12.2009, 09:37Inaktiver User
AW: Aus Freundinnen werden Mütter - und ich?
Das ist ein tolles Gegensatzpaar!
Mir gegenüber, also in stetigem Sichtfeld, wohnt und wuselt ein junges Paar mit Kind, und ich sehe, wie sie "hineinwachsen" ins Elternsein, jeder für sich natürlich, und dann denke ich auch oft "so, wie ihr das angeht, wird eure Beziehung nicht lange halten". Das meine ich nicht bös, aber ich sehe quasi einen Film ablaufen... was ich damit sagen will, ist: Ein Kind zu bekommen, verändert unglaublich viel im eigenen Leben. Diese Veränderung anzunehmen und mitzumachen, erfordert vor allem von jedem einzelnen eine Menge - vor allem Mut, eben nicht betonmäßig ans Leben heranzugehen.
"Reife" von frischgebackenen Eltern zu verlangen, ist gewissermaßen das Falscheste, was man ihnen wünschen kann. Denn vor ihnen liegt ein Parcour herausfordernder Anpassungsleistungen. Tatsächlich gefragt ist vor allem Flexibilität und die Bereitschaft, eigene Haltungen und Werte sangwamal "in Bewegung" zu erleben.
Ob man dann zum Kind auch noch einen Partner bekommt, mit dem man gemeinsam diese ganzen Veränderungen durchstehen kann, das halte ich ehrlich gesagt inzwischen für einen Glücksfall. Daran würde man dann allerdings reifen.
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28.12.2009, 10:11Inaktiver User
AW: Aus Freundinnen werden Mütter - und ich?
Irgendwo habe ich mal gelesen "wer draußen ist, will rein - wer drinnen ist, will raus!" .... kurz: immer das, was man nicht hat, erscheint einem sooooooo schön und erstrebenswert!
Klar ist es schön, Kinder zu haben! Aber es gibt auch die andere Seite - Kinder haben ist wirklich kein Kinderspiel. Warum können Kinderlose es nicht genießen, keine Kinder zu haben ... keine Sorgen, keine Ängste, keine schlaflosen Nächte, keine Trotzphase, keine schlechten Noten, keinen ständigen Lärm, keine ungeteilte Ruhe und Zweisamkeit (und auch mal Einsamkeit) keine Pubertät ......
Mein Tipp: freue dich über dein Leben, so wie es ist - und suche dir einen neuen Freundeskreis ohne Babyboom!
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28.12.2009, 10:25
AW: Aus Freundinnen werden Mütter - und ich?
Erzähl doch mal ein wenig genauer, worum es ging, als der "Alltag" nicht mehr klappte. Was genau lief denn so schlecht, dass man sich trennte?
Mir drängt sich auch ein wenig der Eindruck auf, dass du vielleicht aufgibst, wenn es nicht optimal läuft. Statt zu kämpfen, zu lernen, zu arbeiten: Wie könnte ich es besser hinbekommen? Das Perfekte zu verlangen, ist ja zeitgemäß. Aber es ist nicht zielführend. Vielleicht müsstest du da lockerer werden.
Bist du tolerant? Wie zeigt sich das konkret? Usw.
Deine Eltern fragen dich nach Enkeln - was spricht dagegen, ihnen die Wahrheit zu sagen: Die Frage tut mir weh, ich wünsche mir ja selber ein Kind, aber es klappt einfach nicht. Bitte, fragt nicht mehr. Ihr bekommt es rechtzeitig mit!
Die Freundinnen haben jetzt andere Träume als du, völlig klar. Aber du wirst auch wieder Frauen finden, mit denen dich mehr verbindet. Augen aufmachen, nicht aufgeben, vergrab dich nicht in Selbstmitleid.
LG KarlaThe original Karla
est. 2006











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28.12.2009, 11:16Inaktiver User
AW: Aus Freundinnen werden Mütter - und ich?
Och, das geht auch zusammen. Man muss die Welt ja auch nicht aufteilen in Mütter und Nichtmütter.

Als frischgebackene Mutter hatte ich zwei wichtige Freunde, die keine Kinder hatten. Ich brauchte sie und sie nahmen sich gerne ab und an ein Stück Familie. Ein guter Freund von mir war Patenonkel und hat diese Aufgabe mit viel Enthusiasmus ausgefüllt. Er hat Jahre später selbst dann ein Kind bekommen, und bis dahin hat er mit viel Witz, Verantwortlichkeit und Originalität einen super Patenonkel abgegeben. Das hat ihm Spaß gemacht.
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28.12.2009, 20:36
AW: Aus Freundinnen werden Mütter - und ich?
Nun, natürlich schließt das eine das andere nicht aus, das habe ich auch nicht gemeint.
Ich meinte: Es gibt ja auch noch andere Interessen, die zwei Menschen einander interessant machen können.
LG KarlaThe original Karla
est. 2006













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