Ganz genau !
... was zB ewk und ein oder zwei andere erwähnt haben, hat nichts mit Liebe, sondern eigentlich nur mit Abhängigkeit zu tun.
Und opfern muss ich mich auch nicht aus Liebe.
Auch da zustimme
Liebe ist ein Geschenk, das keine Gegenleistung erwartet
Da bin ich jetzt anderer Meinung. Ich kann meine Liebe jedem schenken. Warum auch nicht ? Was nicht heissen muss, dass ich Kontakt zu Menschen pflegen muss, die mir nicht gut tun, mich schlecht behandeln. Aber theoretisch kann ich doch lieben, ohne Kontakt zu haben, zB. wenn der andere vielleicht gerade eine furchtbare Phase durchmacht. Wenn eines meiner Kinder drogen- oder alkoholabhängig wird, nur als Beispiel. Muss ich dann aufhören, es zu lieben ?
@Lukulla
Ich hab Deinen Beitrag nicht mehr genau im Kopf, aber warum sollten wir nicht an uns alle den Anspruch stellen, bedingungslos lieben zu lernen... Kenzia schreibt, wir sind dazu nicht fähig - ich denke wir sind es und können dahin kommen. Genau darum sind wir meiner Meinung nach hier: um genau das zu lernen.
Fremde schreibt es: die göttliche Liebe ist bedingungslos. Der göttliche Funke, das göttliche Licht ist in uns allen - daher sind wir alle in der Lage, bedingungslos zu lieben, wenn wir das wollen
Jetzt schreibt sicher wieder irgendjemand, dass das "salbungsvolles Gesülze" ist... nur kann ich es leider nicht besser ausdrücken...
Entschuldigung
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Antworten
Ergebnis 41 bis 50 von 169
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27.12.2009, 14:50
AW: Gibt es bedingungslose Liebe?
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27.12.2009, 14:58Inaktiver User
AW: Gibt es bedingungslose Liebe?
Ich selbst liebe weder selbst- noch bedingungslos.
Und ich selbst konnte bislang jedem, der selbst- noch bedingungslos zu lieben glaubte, verhältnismäßig schnell und einfach vor Augen führen, wo ich die Bedingungen für und den ganz eigenen Nutzen seiner Liebe sehe.
Ob die Personen diese Persepktive dann akzeptiert haben, steht natürlich auf einem anderen Blatt
"Selbstlose Liebe" verkennt meines Erachtens, dass man immer etwas davon hat, zu lieben - nämlich mindestens das gute Gefühl. Und sei es nur das gute Gefühl, welches aus der hochmütigen Selbstdarstellung als "wahrhaft liebesfähigen, weil zur selbstlosen Liebe fähigen Menschen" herrührt.
Selbstlos, das klingt für mich auch so unbeteiligt, so, als hätte ich selbst mit dieser Liebe gar nichts zu tun, wäre nicht involviert.
Ist nicht meins.
Vieles, was sich wie "bedingungslose Liebe" anfühlt oder so aussieht, verkennt meines Erachtens, dass der/die/das so Geliebte vielleicht einfach nur alle dafür erforderlichen Bedingungen a priori und "von Natur aus" erfüllt. Und dies eben einfach so, weil er oder sie eben so ist, nicht etwa aber "so tut, als ob" oder "so wird, damit ...".
Was den angenehmen Nebeneffekt hat, das der Liebende seine Bedingungen oder Erwartungen nicht formulieren oder auch nur sich selbst bewusst machen muss.
Das erspart lästige Selbstreflektion, und nährt eben das gute Gühl, "bedingungslos zu lieben".
"Bedingungslos lieben" hätte für mich durchaus etwas Wahlloses - da würde ich mich als "Geliebter" wohl nicht persönlich gemeint fühlen können.
Auch Eltern lieben ihre Kinder nicht grundsätzlich selbst- oder bedingungslos.
Selbstlos schon mal deswegen nicht, weil die Reproduktion meiner Selbst m.E. alles andere als selbstlos ist.
Es ist in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle auch eine wichtige Bedingung, dass es die eigenen Kinder sind.
Spannende Sache, was passiert, wenn Vaters Maybe sich auf einmal als Definitely-not entpuppt. Mütter haben da etwas "bessere Ausgangsbedingungen".
Was aber ist mit Müttern, die ein Kindern als Ergebnis einer Vergewaltigung zur Welt bringen?
Es sind eigene, werden von den Müttern aber nicht immer bedingungslos, manchmal auch gar nicht geliebt, was ich keinesfalls als Vorwurf verstanden wissen möchte.
Lediglich als Hinweis darauf: Auch Eltern stellen Bedingungen daran, ihre Kinder zu lieben, ohne das an der Liebe dann per se etwas Schlechtes, Minderwertiges wäre.
Und Kinder lieben ihre Eltern schon mal gleich gar nicht selbst- oder bedingungslos. Meinen Vater liebe ich beispielsweise nicht und habe ihn nie geliebt, da ich mich von ihm nie geliebt gefühlt habe (weder "grundsätzlich als Sohn" noch als Individuum oder Persönlichkeit). Ich kann mir zwar haarklein und im Detail erklären, warum mein Vater mir dieses Geliebt-werden-Gefühl nicht geben konnte und kann. Ich bin geneigt, anzunehmen, dass mein alter Herr es vermutlich schwerlich besser oder anders hätte machen können. Am Ergebnis ändert es nichts - ich liebe ihn nicht.
Wie auch immer, ich glaube nicht, dass selbstlose oder bedingungslose Liebe erforderlich oder besonders erstrebenswert wäre.
Was mir wichtig ist, ist:
Ich will mich "ganz" geliebt fühlen, als Paket, also mit allen guten und schlechten Seiten.
Das setzt schon mal voraus, dass ich alle Seiten zeigen kann, dass sie wahrgenommen werden, und dass ich nicht fürchten müsste, dass dies zu einem Verlust an Liebe führen könnte.
Ansonsten:
Geld und Respekt will ich mir verdienen.
Liebe nehme ich nur als Geschenk.
Geschenke finde ich so richtig schön, wenn der Eigennutz des Schenkenden, das "weil ..." nicht im Vordergrund steht (, wenngleich es das "weil" geben darf und m.E. immer geben wird).
Ich mag auch keine Geschenke "trotz" oder "obwohl" bekommen.
Ich mag Geschenke, bei denen das "für Dich" an erster Stelle steht.
"Leisten, um geliebt zu werden" habe ich Jahrzehnte lang gelebt.
Ich war nicht einmal schlecht darin, aber es hat mich sehr unglücklich gemacht.
Insofern rate ich davon ab.
Ob meine Art zu lieben den Namen "Liebe" verdient hat, weil sie nicht einmal bedingungs- oder selbstlos zu sein behauptet, mag jede/r für sich entscheiden.
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27.12.2009, 15:44Inaktiver User
AW: Gibt es bedingungslose Liebe?
Schöner Beitrag!
Ich tu mich auch schwer mit der Abgrenzung der bedingungslosen Liebe zur Selbsttäuschung.
Wie gesagt, Liebe ist für mich was zwischen zwei Menschen passiert, nicht eine one-way- Empfindung, die nicht real gelebt wird von beiden sondern nur auf ein distanziertes Liebesobjekt gerichtet ist, mit dem ich nicht in Interaktion bin. Das wär für mich eher Projektion und hat mehr mit Idealisierung und Beziehungsangst zu tun als mit meinem Verständnis von Liebe.
Jolanda, wo meinst du denn, dass du erwartungslos bist? Was genau ist es denn zum Beispiel, was du nicht zurückbekommen musst, wenn du bedingungslos liebst??
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27.12.2009, 16:02Inaktiver User
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27.12.2009, 16:30Inaktiver User
AW: Gibt es bedingungslose Liebe?
Aber das ist es doch.... ein echtes Geschenk ist nicht an Bedingungen geknüpft - sonst wäre es doch ein Tauschhandel?
Ich stimme dir aber zu, dass es schwierig ist, das eine vom anderen zu unterscheiden. Ich bring das auch hin und wieder durcheinander und bin froh, wenn mir dann ein lieber (!) Mensch geduldig (!!) den Unterschied vor Augen führt.
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27.12.2009, 16:41
AW: Gibt es bedingungslose Liebe?
Es gibt eine kleine Geschichte von Anthony de Mello.
Sie hat für mich Züge von dem, was ich darunter verstehen könnte ...
akzeptieren, sein lassen, annehmen, was ist.
Das hat nichts damit zu tun, alles hinzunehmen,
was ein anderer mir aufbürden will, alles zu tun,
um angenommen und "geliebt" zu sein oder sich so zu fühlen.
Das wäre für mich keine Liebe, weder bedingungslos noch anders!
***
Ändere dich nicht!
Jahrelang war ich neurotisch, ich war ängstlich und selbstsüchtig.
Jeder sagte mir immer wieder, ich solle mich ändern,
jeder sagte mir immer wieder, wie neurotisch ich sei.
Sie waren mir zuwider, und ich pflichtete ihnen doch bei.
Ich wollte mich ändern, aber ich brachte es nicht fertig,
so sehr ich mich auch bemühte.
Am meisten schmerzte mich, dass mein bester Freund mir
auch immer wieder sagte, wie neurotisch ich sei.
Auch er wiederholte immer, ich solle mich ändern.
Auch ihm pflichtete ich bei, aber zuwider wurde er mir nicht.
Das brachte ich nicht fertig.
Ich fühlte mich so machtlos und so gefangen.
Eines Tages sagte er:
"Ändere dich nicht, bleib so, wie du bist.
Es ist wirklich nicht wichtig, ob du dich änderst oder nicht.
Ich liebe dich so, wie du bist. So ist es nun einmal!"
Diese Worte klangen wie Musik in meinen Ohren:
"Ändere dich nicht, ändere dich nicht ...ich liebe dich!"
Und ich entspannte mich, ich wurde lebendig, und Wunder über Wunder,
ich änderte mich.
Jetzt weiss ich, dass ich mich nicht wirklich ändern konnte,
bis ich jemand fand, der mich liebte, ob ich mich nun änderte oder nicht.
Liebst du mich auf diese Weise, Gott?
von Anthony de Mello aus:
"Warum der Vogel singt/

Lyanna
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27.12.2009, 17:19
AW: Gibt es bedingungslose Liebe?
Ich würde niemandem raten, bedingungslos zu lieben. Das bedeutet nämlich auch, dass man den anderen liebt, egal, wie mies er einen behandelt, und das möchte ich niemandem zugestehen.
Sicherlich gibt es Bedingungen für Liebe, die man ohne Weiteres als kleinlich und kleingeistig bezeichnen darf, z.B. wenn man vom anderen ständiges Wohlverhalten, Rücksicht auf die kleinsten Empfindlichkeiten oder immerwährende Liebesbeweise erwartet.
Ein Mensch muss in einer Liebesbeziehung schon so sein dürfen, wie er ist, und nicht in erster Linie dem anderen zu Gefallen leben müssen, um Liebe zu verdienen. Einseitig Bedingungen zu diktieren ist keine Frage von Liebe, sondern eher eine der ungleich verteilten Macht. Aber es sollte eben Grenzen geben, was man sich gerade noch herausnehmen darf an Verletzungen für den anderen, um seine Liebe nicht zu verlieren, und das sollte allen Beteiligten klar sein.Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
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27.12.2009, 17:24Inaktiver User
AW: Gibt es bedingungslose Liebe?
Eben, latona. Das scheint mir das reifere und realistischere Konzept zu sein.
Und deshalb nochmal die Frage - mit dem Post von Fremde kann ich nichts anfangen, das ist mir ein zu pauschales Gewaber:
Was erwartet ihr bedingungslos Liebenden nicht in der Liebe?
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27.12.2009, 18:44Inaktiver User
AW: Gibt es bedingungslose Liebe?
Ähm, ich steh ja da irgendwo dazwischen - mit meiner Theorie von bedingungsloser Liebe im Rahmen von Bedingungen oder besser: Voraussetzungen (als da wären: Selbstliebe, Vertrauen, gegenseitiger Respekt, sich-öffnen-wollen).
Das, was Latona hier beschreibt:
würde ich jetzt schon gar nicht mehr als Liebe bezeichnen wollen - das klingt eher nach Abhängigkeit für mein Empfinden. Und erfüllt eben nicht die Bedingung (Voaussetzung) von Gegenseitigkeit. Einseitige Liebe gibt es so gesehen wohl gar nicht... hm, muss ich nochmal drüber nachdenken!Ich würde niemandem raten, bedingungslos zu lieben. Das bedeutet nämlich auch, dass man den anderen liebt, egal, wie mies er einen behandelt, und das möchte ich niemandem zugestehen.
Ich sage, dass Liebe zwischen Menschen stattfinden kann, die sich auf der Basis oben genannter Voraussetzungen begegnen - und zwar ohne, dass weitere Bedingungen erfüllt sein müssen im Bezug auf Persönlichkeit und Verhalten.
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27.12.2009, 19:17
AW: Gibt es bedingungslose Liebe?
Darum habe ich den eindeutigen Unterschied gemacht zwischen lieben und eine Beziehung oder überhaupt Kontakt haben. Das können zwei völlig verschiedene Paar Stiefel sein.
Jemanden zu lieben, heisst doch nicht zwangsläufig, dass ich eine Beziehung mit diesem Menschen haben muss. Hört die Liebe zu einem Menschen denn auf, wenn dieser Mensch stirbt ? Ist die Liebe dann weg ?

@ewk
Abgrenzung zwischen bedingungsloser Liebe und Selbsttäuschung ? das ist, als würdest Du nach der Grenze zwischen Russland und Spanien fragen. Da liegt viel zu viel dazwischen
Bedingungslose Liebe ist an sich erwartungsfrei und genügt sich selbst. Und ich habe nicht behauptet, dass ich schon so weit bin, dass ich das selbstverständlich kann



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