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    AW: Gibt es bedingungslose Liebe?

    Liebe ist nicht weil ... sondern trotz und obwohl.
    (Gabriele Krone-Schmalz)

    Sagt für mich alles aus über dieses Thema. (hab ich eben geklaut von einer Userin)

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    AW: Gibt es bedingungslose Liebe?

    Dieser Text von Nena, ganz leicht verändert,
    kommt dem nahe, was ich unter "bedingungsloser Liebe" verstehen könnte.

    Es gibt sie, leider nur sehr selten, aber manche Menschen "leben" sie.
    Es ist lebbar!

    Liebe will nicht,
    Liebe kämpft nicht,
    Liebe wird nicht,
    Liebe ist.
    Liebe sucht nicht,
    Liebe fragt nicht,
    Liebe ist, so wie sie ist.

    Liebe ist, so wie es ist.

    Liebe will nicht,
    Liebe muss nicht,
    Liebe wird nicht,
    Liebe ist.
    Liebe braucht nicht,
    Liebe fragt nicht,
    Liebe fühlt sich an, wie sie ist.


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    AW: Gibt es bedingungslose Liebe?

    Es gibt keine bedingungslose Liebe.

    Die Frage danach aber impliziert, als ob das etwas Erstrebenswertes sei. Für mich nicht.

    Leider wird viel geheuchelt in dieser Frage, vor allem Eltern heften sich gern den Stern an die Brust, dass sie ihre Kinder alle gleich und stark lieben und quasi naturgegeben auch bedingungslos. Da fängt das häufigste aller Problem an:

    Es gibt kaum eine Liebe, die sie so stark an Erwartungen geknüpft ist, wie die Liebe der Eltern zu ihren Kindern. So gut wie alle Eltern tragen ihre Psychosen, ihre Unzulänglichkeiten und ihre Verletzungen ihrer eigenen Kindheit mit in diese Allianz, die meisten unreflektiert und oft unbewusst. Die Leidtragenden sind die Kinder, die sich ungefiltert ständig den Erwartungen der Eltern ausgesetzt sehen.

    Das Kind muss dies und jenes tun oder lassen, Abitur machen oder Klavier spielen, sensibel sein, aber eigenständig und natürlich dankbar sein. Dankbar den Eltern gegenüber.

    Eine schlimme Bürde, die uns unser ganzes Leben begleitet.

    Besser wäre es, die Eltern würden aufhören, zu heucheln. Können sie aber nicht, weil sie dann darüber reflektieren müssten, wie fehlbar sie sind, wie ungerecht und wie herrisch und darüber, dass es eben keine naturgegebene bedingungslose Liebe gibt und sie diejenigen sind, die ihre Kinder mit Märchen füttern.
    Körperlich Distanz
    Sozial zusammen


    You'd have to be here
    I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
    It's northerly facing and close to an open fjord
    The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
    Calling so slowly from summer's before

    Kari Bremnes

  4. Inaktiver User

    AW: Gibt es bedingungslose Liebe?

    Zitat Zitat von Lukulla Beitrag anzeigen
    Leider wird viel geheuchelt in dieser Frage, vor allem Eltern heften sich gern den Stern an die Brust, dass sie ihre Kinder alle gleich und stark lieben und quasi naturgegeben auch bedingungslos. Da fängt das häufigste aller Problem an:
    Wie kommst Du darauf?
    Was ist mit der Liebe von den Kindern zu den Eltern?

    Eine schlimme Bürde, die uns unser ganzes Leben begleitet.
    Da stimme ich Dir zu. Das ist aber keine bedingungslose Liebe, das ist eben Liebe nur unter Bedinung (und selbst da ist Liebe das falsche Wort)

    Besser wäre es, die Eltern würden aufhören, zu heucheln.
    Die gesamte Gesellschaft heuchelt. Es darf einem nicht zu gut aber auch nicht mies gehen. So ein undefiniertes "passt schon" ist am verträglichsten.

    Können sie aber nicht, weil sie dann darüber reflektieren müssten, wie fehlbar sie sind, wie ungerecht und wie herrisch und darüber, dass es eben keine naturgegebene bedingungslose Liebe gibt und sie diejenigen sind, die ihre Kinder mit Märchen füttern.
    Na ja nicht jeder ist unreflektiert wie Du das hinstellst. Und auch Du hast Deine Schwachpunkte.
    Glaubst Du, dass Du es besser machst. Hast Du Kinder?

  5. Inaktiver User

    AW: Gibt es bedingungslose Liebe?

    Soeben habe ich das Thema entdeckt und meine spontane Antwort ist "ja klar, die gibt es".

    Ich glaube, dass Mütter ihre Babys bedingungslos lieben. Sie können gar nicht anders. Dass Mütter allerdings ihr Leben lang ihre Kinder bedingungslos lieben, glaube ich weniger.

    Interessanterweise denke ich bei diesem Begriff nicht an Partnerschaften - dort scheint es mir anders gelagert zu sein.

    Ebenso glaube ich, dass Nonnen und Mönche ihren Gott bedingungslos lieben - sie tun, was er ihnen predigt.

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    AW: Gibt es bedingungslose Liebe?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Ich glaube, dass Mütter ihre Babys bedingungslos lieben. Sie können gar nicht anders.
    DAS bedarf der Überprüfung eines jeden einzelnen selbst.
    Für mich ist das ein Märchen.
    Es kann so sein, muss aber nicht, und viele Mütter leiden,
    weil es eben nicht so ist, obwohl es von ihnen "erwartet" wird,
    weil die "neue Gesellschaft" es so vorgibt.

    Viele Therapieplätze sind belegt von Müttern die unbedingt und unter allen Umständen ein Kind haben wollten,
    um es zu lieben.
    Und als es endlich da war, war da nichts ...nix mit Liebe, eher Ablehnung und Schuld und Scham.

    Also, ich sage nicht, das Mütter ihre Babys nicht lieben, aber es gibt genau so viele, die das eben nicht "können".

    Ich halte es da eher mit Lukulla:
    bedingungslose Liebe, was immer das auch heisst, gibt es hier auf dieser Erde nicht,
    jedenfalls nicht in der Form, wie manch einer sich das so vorstellt.
    Auch das sind nur "Gedankenkonstrukte" ...
    so oder so müsse es sein!

    Ich finde es aber schön, wenn Mensch sich damit befasst
    und die Liebe nicht aus seinem Leben ausspart
    und hier und da jemand das, was für ihn "bedingungslose Liebe"ist,
    leben kann.


    Lyanna

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    AW: Gibt es bedingungslose Liebe?

    Ich denke, ihr verwechselt Erwartungen und Enttäuschungen mit Lieben und Nicht-lieben. Sie sind zwei völlig unterschiedliche Dinge.

    Bedingunslose Liebe gibt es sicher. Die meisten Eltern lieben ihre Kinder so und umgekehrt, Kinder lieben ihre Eltern bedingungslos auch. Das heiß aber nicht, dass man überhaupt keine Erwartungen haben darf! Bedingungslos zu liebe bedeutet nicht, dass man zu allen "ja" sagen muss bzw. mit allen einverstanden sein muss!!... Eltern erwartet natürlich etwas von den Kindern und umgekehrt und das ist gut so. Wenn diese Erwartungen nicht in Erfüllung gehen, ist man selbstverständlich enttäuscht und traurig, ABER das heiß gar nicht, dass man sie nicht mehr liebt. Kinder und Eltern lieben sich TROTZ Enttäuschungen, Ärger, Frust, usw. .... Zwischen mein Mann und sein Vater z.b. herrschte Funkstille 2 Jahre, weil mein Mann einfacht nicht wollte, eine bestimmte Erwartung seines Vaters erfüllen: mit ihm in seiner Ordination zu arbeiten. Ja, sie waren bestimmt wütend und böse aufeinander, aber die Liebe zwischen ihnen hat nicht einmal ein bisschen an Stärke verloren. Für mein Mann war es klar: "ich liebe meinen Papa sehr und bewundere ihn aber ich muss meinen eigenen Weg finden".

    Vor gut zehn Jahren arbeitete meine Schwester als Psychologin in einem Kinder- und Jugendheim. Dabei machte sie eine Beobachtung, die sie immer wieder erstaunte: Die meisten Jugendlichen in dem Heim verteidigten und verklärten ihr Elternhaus, auch wenn die Zustände dort schlimm waren. Sie waren ja ins Heim gekommen, weil die Eltern sie nicht mehr wollten oder nicht mehr mit ihnen klar kamen, weil sie auf die eine oder andere Weise zu Hause keinen Platz mehr hatten. Und die Eltern waren alles andere als Bilderbucheltern, in den meisten Elternhäusern herrschten Gewalt und Alkohol, gelegentlich saßen die Väter auch im Gefängnis. Aber die Kinder verteidigten ihre Eltern, sowohl ihre jugendlichen Mitbewohner als auch die Erzieher durften nichts Schlechtes über sie sagen. Und sie freuten sich, wenn sie mal nach hause fuhren, und kamen verstört und oft aggressiv wieder zurück – offensichtlich waren sie wieder einmal in ihren Hoffnungen enttäuscht worden. Trotzdem haben sie auf die Frage: "Wen liebst Du am meisten? immer wieder beantwortet: meine Mama und meine Papa....
    Geändert von AnaPaula (27.12.2009 um 08:08 Uhr)
    ... "they say life´s what happens what you´re busy making other plans. But sometimes in New York, life is what happens while you´re waiting for a table."....S.J.P.

  8. Inaktiver User

    AW: Gibt es bedingungslose Liebe?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Da stimme ich Dir zu. Das ist aber keine bedingungslose Liebe, das ist eben Liebe nur unter Bedinung (und selbst da ist Liebe das falsche Wort)
    Genau diesen Gedanken hatte ich auch, Liebe ist da das falsche Wort. Ob es die bedingungslose Liebe gibt? Dazu müssten doch alle menschlichen Bedürfnisse ausgeschaltet werden. Ist es Liebe? Oder Hörigkeit? Oder Verpflichtungsgefühl? Zugehörigkeitsgefühl?

    Ich kann einen Menschen lieben, aber die Bedingung (bzw. Erwartung) daran knüpfen, dass mir dieser Mensche auch gut tut, sonst macht diese Liebe krank und ich bin, so wie es in meiner Signatur steht, keine Heilige.

    Anima

  9. Inaktiver User

    AW: Gibt es bedingungslose Liebe?

    um es auf die Spitze zu treiben: Liebe "mit Bedingung" ist keine Liebe, sondern die primitive Erfüllung von eigenen Bedürfnissen.

    Liebe ist immer bedingungslos.

  10. User Info Menu

    AW: Gibt es bedingungslose Liebe?

    Vor gut zehn Jahren arbeitete meine Schwester als Psychologin in einem Kinder- und Jugendheim. Dabei machte sie eine Beobachtung, die sie immer wieder erstaunte: Die meisten Jugendlichen in dem Heim verteidigten und verklärten ihr Elternhaus, auch wenn die Zustände dort schlimm waren. Sie waren ja ins Heim gekommen, weil die Eltern sie nicht mehr wollten oder nicht mehr mit ihnen klar kamen, weil sie auf die eine oder andere Weise zu Hause keinen Platz mehr hatten. Und die Eltern waren alles andere als Bilderbucheltern, in den meisten Elternhäusern herrschten Gewalt und Alkohol, gelegentlich saßen die Väter auch im Gefängnis. Aber die Kinder verteidigten ihre Eltern, sowohl ihre jugendlichen Mitbewohner als auch die Erzieher durften nichts Schlechtes über sie sagen. Und sie freuten sich, wenn sie mal nach hause fuhren, und kamen verstört und oft aggressiv wieder zurück – offensichtlich waren sie wieder einmal in ihren Hoffnungen enttäuscht worden. Trotzdem haben sie auf die Frage: "Wen liebst Du am meisten? immer wieder beantwortet: meine Mama und meine Papa....
    Das ist nicht erstaunlich, sondern psychologisch leicht zu erklären. Kleine Kinder sind darauf angewiesen, von ihren Eltern in ihren Emotionen und in ihrem Selbst gespiegelt zu werden, um ein vernünftiges Selbst auszuprägen. Das ist ein existenzielles Bedürfnis. Wird dieses Urbedürfnis enttäuscht, ist Verklärung sehr oft die Folge. Das Kind bleibt auf dem Entwicklungsstand des Kleinstkindes stehen. Da hatte es schließlich die Wahl, sich der Wahrnehmung der Eltern anzupassen oder von diesen verstoßen zu werden - was gleichbedeutend mit dem Tod ist.

    Insofern ist das gerade kein Beispiel für bedingungslose Liebe, sondern eine verzweifelte Reaktion darauf, dass diese Liebe ausgeblieben ist. Solche Menschen werden - sofern sie das nicht professionell aufarbeiten - am allerwenigsten bedingungslos lieben können.
    Zurück ist ein Ort, den es nicht gibt.

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