Antworten
Seite 7 von 9 ErsteErste ... 56789 LetzteLetzte
Ergebnis 61 bis 70 von 81
  1. Inaktiver User

    AW: Anpassungsfähig oder Fähnchen im Winde?

    Zitat Zitat von HansDampf Beitrag anzeigen
    Für mich gibt es so etwas wie "meinen Weg" nicht.

    Zu Begin meiner Beziehung war ich 15, mein Weg ist also unser Weg seit 25 Jahren. Ich habe die allermeisten Entscheidungen meines Lebens (und fast alle wichtigen Erfahrungen) in dieser Partnerschaft getroffen bzw. gemacht. Kompatibilität innerhalb dieser Partnerschaft ist für mich ein Prinzip höchster Priorität, das prägt natürlich. Das schließt Konflikte und Reibung nicht aus, Kompromissfähigkeit hat aber einen hohen Stellenwert.

    Weil ich meine Frau liebe, sind mir ihre Wünsche so wichtig.
    für mich gibt es eben diesen, meinen weg. aber es hat ev. wirkflich mit dem zu tun wie man aufgewachsen ist.
    wie du ev. weisst bin ich in div. heimen, pflegeeltern, familienmitgliedern und div. WG's aufgewachsen, bis ich 19 war, also von geburt bis 19 jahren.
    da musste ich schon mal meinen weg lernen, einfach aus überlebenstechnischen gründen.

    dann lernte ich meinen zukünftigen mann kennen, mit dem ich 23 jahre zusammen war, fast solange wie du mit deiner frau.

    da ich aber von meinem leben vorher schon so geprägt war eben MEINEN weg zu suchen und zu verfolgen blieb dies auch teilweise in der ehe so.
    das heisst nicht dass wir nicht redeten und lösungen suchten, aber meistens bestimmte ich in den ersten jahren unseres zusammen seins, ich war def. dominanter weil ich es mir halt auch gewohnt war meinen weg zu suchen und zu verfolgen.

    wünsche von meinem partner sind mir auch wichtig, aber für die erfüllung bin ich nicht zuständig, das ist seine sache!

    lara

  2. Inaktiver User

    AW: Anpassungsfähig oder Fähnchen im Winde?

    Hallo Lara,

    ich kann schon nachvollziehen, was Du meinst. Vielleicht wird es deutlicher, wenn "Prinzipien" ersetzt werden durch "Bedürfnisse" und "sich selbst treu bleiben".

    Ja, das gibt es, dass Menschen sich nicht treu bleiben, weil sie vor bestimmten Konsequenzen Angst haben. Beim Partner ohne Kinderwunsch bleiben, obwohl sie selbst Kinder haben möchte. Trotz prima Kompetenzen auf eine Führungsposition zu verzichten, weil das auch unbequem sein kann. Und so weiter...

    Ich halte es für sehr schwierig, wenn man ständig gegen seine eigenen Bedürfnisse handelt. Das ist immer mal wieder notwendig, weil Kompromisse eben notwendig sind im sozialen Miteinander. Wenn ich aber meine Bedürfnisse immer und immer wieder hintan stelle, werde ich tiefunglücklich.

    Ich denke aber - und das klang hier in mehreren Beiträgen schon an - dass sich Bedürfnisse im Laufe der Zeit wandeln können. Heutzutage würde ich nicht wegen meines Partners auf meine Karriere verzichten. In fünf Jahren sehe ich das vielleicht anders, weil ich neue Erfahrungen gemacht habe, die mich zu einer anderen Schlußfolgerung kommen lassen.

    Wichtig finde ich, sich selbst immer auf der Spur zu sein und sich beispielsweise nicht Bedürfnisse "von außen" einreden zu lassen ("Als Frau MUSS man einen Kinderwunsch haben!" u.a.). Dann kann man auch bewusst (!) Kompromisse eingehen, weiß, warum, und weiß, wo die eigene Grenze liegt.

  3. Inaktiver User

    AW: Anpassungsfähig oder Fähnchen im Winde?

    @nancissima

    danke dir für diesen konstruktiven beitrag. ich sehe das schon so ähnlich.

    lara

  4. Inaktiver User

    AW: Anpassungsfähig oder Fähnchen im Winde?

    @Hans

    gibt es wünsche die du deiner frau nicht erfüllen würdest?

    lg
    lara

  5. User Info Menu

    AW: Anpassungsfähig oder Fähnchen im Winde?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hallo Lara,

    ich kann schon nachvollziehen, was Du meinst. Vielleicht wird es deutlicher, wenn "Prinzipien" ersetzt werden durch "Bedürfnisse" und "sich selbst treu bleiben".

    Ja, das gibt es, dass Menschen sich nicht treu bleiben, weil sie vor bestimmten Konsequenzen Angst haben. Beim Partner ohne Kinderwunsch bleiben, obwohl sie selbst Kinder haben möchte. Trotz prima Kompetenzen auf eine Führungsposition zu verzichten, weil das auch unbequem sein kann. Und so weiter...

    Ich halte es für sehr schwierig, wenn man ständig gegen seine eigenen Bedürfnisse handelt. Das ist immer mal wieder notwendig, weil Kompromisse eben notwendig sind im sozialen Miteinander. Wenn ich aber meine Bedürfnisse immer und immer wieder hintan stelle, werde ich tiefunglücklich.

    Ich denke aber - und das klang hier in mehreren Beiträgen schon an - dass sich Bedürfnisse im Laufe der Zeit wandeln können. Heutzutage würde ich nicht wegen meines Partners auf meine Karriere verzichten. In fünf Jahren sehe ich das vielleicht anders, weil ich neue Erfahrungen gemacht habe, die mich zu einer anderen Schlußfolgerung kommen lassen.

    Wichtig finde ich, sich selbst immer auf der Spur zu sein und sich beispielsweise nicht Bedürfnisse "von außen" einreden zu lassen ("Als Frau MUSS man einen Kinderwunsch haben!" u.a.). Dann kann man auch bewusst (!) Kompromisse eingehen, weiß, warum, und weiß, wo die eigene Grenze liegt.
    Sehr schöner Beitrag .

    Ich denke auch, dass man unterscheiden muss zwischen Bedürfnissen oder meinetwegen auch Prinzipien, die man aus Bequemlichkeit oder einem anderen zuliebe aufgib, und solchen, die sich tatsächlich im Laufe der Zeit wandeln können.

    Und dann ist es in meinen Augen auch ein Unterschied, ob man eine Erfahrung schon mal gemacht hat und sagt: nie wieder, oder ob man sie nur aus der Theorie heraus ablehnt.

    Und trotz allem kann man grundsätzlich offen dafür bleiben, einen Weg zu finden, die eigenen Bedürfnisse nicht zu leugnen und die Partners zu berücksichtigen.

    Wenn ich z.B. wüsste, dass ich selbst wohl nicht die oberbegeisterte Mutter würde (wobei man das wohl nie sicher wissen kann, da hat sich schon manche radikale Wandlung vollzogen), ich aber sicher wäre, dass mein Partner ein toller und begeisterter Vater wäre (weil er z.B. toll mit Nichten und Neffen umgehen kann, weil er bereit ist, länger in Elternzeit zu gehen, etc.), dann könnte ich mir eher vorstellen, mich auf ein gemeinsames Kind einzulassen, als wenn ich das Gefühl hätte, meinen Partner reizt mehr die Idee eines Kindes als das tätige Vatersein. Also es müsste eine fundierte Basis geben, damit ich eine klare Einstellung aufgeben würde. Aber auf so einer Basis wäre ein Sinneswandel für mich vorstellbar.

    Und bei vielen Themen im Leben lassen sich ja auch Kompromisse finde. Ich wäre z.B. nicht bereit, einem Mann zuliebe mit dem Tauchen anzufangen oder mit ihm Motorrad zu fahren. Das ist einfach nicht meins und insofern wohl auch ein Prinzip von mir. Aber ich wäre bereit, ihn alleine losziehen zu lassen. Ich wäre auch bereit, mit ihm in eine Gegend zu fahren, wo er diesen Hobbies frönen kann, so lange ich da auch was anderes unternehmen kann. Bestünde der Mann jedoch darauf, dass ich aktiv mitmache, wäre das für mich ein Verbiegen, zu dem ich nicht bereit wäre.

    Ich stell meine Bedürfnisse nicht allein in den Vordergrund, aber ich verleugne sie auch nicht dauerhaft, um dem anderen eine Freude zu machen. Das führt auf Dauer zu nichts als Frust, den der andere dann womöglich noch nicht mal versteht. Für mich gehört es zu einer reifen Beziehung dazu, dass man in der Lage ist, Lösungen zu finden, die beiden möglichst gerecht werden.

    Aber ich würde ungerne schon beim Kennenlernen einen Kriterienkatalog abhaken, um zu schauen, ob es passt. Am Ende muss für mich das Gesamtpaket stimmig sein und dazu gehören weniger einzelne Prinzipien als der Umgang mit Differenzen.

    Viele Grüße,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

  6. User Info Menu

    AW: Anpassungsfähig oder Fähnchen im Winde?

    Hallo Lara,

    was mich gerade interessiert:
    aus deinen Beiträgen lese ich heraus, dass du in deinem Leben auch schon Wege gegangen bist, hinter denen du selbst nicht wirklich gestanden bist. Oder dachtes du zu dieser Zeit, dass es das optimale ist?
    Das ist doch im Endeffekt auch nichts anderes, als das du dich dem Wandel in deinem Leben angepasst hast, oder gegen deine Einstellung gedacht hattest "viellicht ist es der neue Weg doch wert". Oder warum hast du z.B. ein Kind bekommen, obwohl du keines wolltest?

    Das du heute weißt, bestimmte Dinge willst du nicht mehr ist dann doch auch ganz normal und verständlich, wenn du das als Maßstab für deine Lebensgestaltung siehst. Wäre ja schlimm, wenn man nichts für sich selbst dazulernt.
    viele Grüße
    Mohnblume

  7. Inaktiver User

    AW: Anpassungsfähig oder Fähnchen im Winde?

    damals dachte ich dass das so richtig ist und so von mir gewollt. ich schaute zuwenig auf mein bauchgefühl und überredete meinen bauch sozusagen.
    da war ich aber noch anfang 20 :-)

    je älter ich wurde desto mehr hörte ich auf meinen bauch und mit jeder entscheidung die ich tat wurde ich dabei sicherer, weil sie mir gut tat.

    lara

  8. User Info Menu

    AW: Anpassungsfähig oder Fähnchen im Winde?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    @Hans

    gibt es wünsche die du deiner frau nicht erfüllen würdest?

    lg
    lara
    Die Frage kann nicht Dein Ernst sein...



    Natürlich gibt es die. Solche, die Ihre oder meine Würde verletzen würden, die ihr oder mir schaden würden, die ein unkalkulierbares Risiko für uns als Familie darstellen würden usw.

    Das gilt natürlich nur für Wünsche ihrerseits, für deren Erfüllung mein Zutun notwendig ist. Das 100ste Paar Schuhe kann sie sich ja selbst kaufen.

    Hans
    ----------------------------------------------------------------
    "Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.

  9. Inaktiver User

    AW: Anpassungsfähig oder Fähnchen im Winde?

    Zitat Zitat von HansDampf Beitrag anzeigen
    Natürlich gibt es die. Solche, die Ihre oder meine Würde verletzen würden, die ihr oder mir schaden würden, die ein unkalkulierbares Risiko für uns als Familie darstellen würden usw.
    Und wie würdest Du darauf reagieren, würde sie Dir ihre Fremdverliebtheit zu einem anderen Mann gestehen. Und würde sie diese Liebe parallel zu Dir auch ausleben wollen. Und würde Sie sich mit dieser Zerrissenheit und diesen intimen Wunsch an Dich wenden, Dich bitten, daß Du sie verstehst und das tolerierst.

    Dann lieber Hans, hätte Deine Großherzigkeit und Deine Liebe ein Ende, oder?

  10. User Info Menu

    AW: Anpassungsfähig oder Fähnchen im Winde?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und wie würdest Du darauf reagieren, würde sie Dir ihre Fremdverliebtheit zu einem anderen Mann gestehen. Und würde sie diese Liebe parallel zu Dir auch ausleben wollen. Und würde Sie sich mit dieser Zerrissenheit und diesen intimen Wunsch an Dich wenden, Dich bitten, daß Du sie verstehst und das tolerierst.

    Dann lieber Hans, hätte Deine Großherzigkeit und Deine Liebe ein Ende, oder?
    Irgendwie habe ich genau auf diese Frage gewartet...

    Ich halte das für eine Situation, auf die man sich theoretisch nicht wirklich vorbereiten kann. Wie ich in einem solchen Fall reagieren würde, weiß ich ehrlich nicht. Das hängt von vielen situativen Randbedingungen ab, und ich kenne auch meine langfristige emotionale Reaktion nicht.

    Definitiv würde eine solche Situation meine Liebe nicht beenden, denn Gefühle lassen sich nicht einfach ein oder ausschalten. Was nicht heißt, daß ich problemlos mit einer solchen Situation umgehen könnte. Vielmehr könnte es sein, daß ich mich z.B. auf ein "offenes" Modell einlassen würde, es aber (wie es ja häufig passiert) nicht leben (also nicht ertragen) könnte.

    Ich sehe aber nicht, daß es in diesem Fall um eine "Wunscherfüllung" geht. Eher um eine "emotionale Notlage", für die man gemeinsam eine Lösung suchen muß. Also eher um eine Krise (wie auch Krankheit und Tod es sein können).


    Hans

    P.S. Ich finde den etwas hämischen Ton Deiner Frage allerdings nicht angemessen.
    ----------------------------------------------------------------
    "Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.

Antworten
Seite 7 von 9 ErsteErste ... 56789 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •