Bei mir auch.
Obwohl ich meist sehr klare Vorstellungen habe, was ich will und was nicht, bin ich offener geworden in meinen Vorstellungen.
Ich denke, als ich jünger war hab ich da auch Halt gesucht in so einem äußeren Rahmen - inzwischen hab ich gelernt, dass es den Halt so und so nur in mir gibt, ich weiß auch, ich kann mich auf mich verlassen - und so ist der äußere Rahmen nicht mehr so wichtig für mich.
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02.12.2009, 21:46Inaktiver User
AW: Anpassungsfähig oder Fähnchen im Winde?
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02.12.2009, 22:33Inaktiver User
AW: Anpassungsfähig oder Fähnchen im Winde?

Ja, es ist recht frustrierend, wenn man mit den Prinzipien anderer überfahren wird. Und man sich am Ende fragt: Wo bleib ich?
in einer solchen Diskussion.
Bei mir selber beobachte ich oft, dass ich selber sehr star werde in meinen Äußerungen, wenn ich merke dem anderen geht es nur darum seine Meinung abzustecken.
Das hat viel mit Einfühlungsvermögen und Verständis zu tuen. Obs passt, kommt dann meistens weniger auf die jeweiligen Ziele drauf an, als auf das gezeigte Verständis.
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03.12.2009, 07:51
AW: Anpassungsfähig oder Fähnchen im Winde?
Und manchmal hat der Sinneswandel ja sogar tatsächlich mit dem Partner zu tun. Wenn man z.B. eher keine Kinder will und dann lernt man einen Mann kennen, bei dem man spürt, dass er sich gleichberechtigt kümmern will und würde, kann das doch dazu führen, dass man seine Meinung noch mal ändert, weil einen möglicherweise vor allem der Gedanke geschreckt hat, für alles allein verantwortlich zu sein.
Hinter einem Prinzip steckt ja meist eine Vorstellung, Befürchtungen, Erwartungen, was passiert, wenn man so oder so handelt. Und deshalb verwirft man bestimmte Dinge oder macht sie zum unabdingbaren Lebensbestandteil. Aber meistens ist die Welt ja gar nicht so schwarz oder weiß, und man kann ja durchaus erkennen, dass die Befürchtungen sich gar nicht bewahrheiten müssen.
So kann ein Leben mit Kindern z.B. weniger einengend sein als befürchtet oder ein Leben ohne Kinder weniger sinnentleert, eine Beziehung ohne Trauscheinkann trotzdem verbindlich sein und eine Ehe kein Gefängnis. Immobilienbesitz kann ein Gefühl von Sicherheit verschaffen oder ein Klotz am Bein sein. Ich kann jeweils beide Einstellungen verstehen und je nach Lebenssituation könnte ich auch beide vertreten.
Ich verstehe ehrlich gesagt immer noch nicht den Vorteil von unumstößlichen Prinzipien.
Viele Grüße,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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03.12.2009, 08:23
AW: Anpassungsfähig oder Fähnchen im Winde?
Ob unumstößliche Prinzipien nun Vorteile haben, dass weiß ich auch nicht. Aber da könnte man ja über jeden Wesens- oder Charakterzug die Vor- und Nachteile diskutieren und würde selten auf einen Nenner kommen.
Ganz so flexibel wie Malina sehe ich mich da nicht. Es gibt Dinge, da habe ich eine klare Einstellung und da wäre für mich im Vorfeld klar: da würde der tollste Partner nix dran ändern. Einfach weil das Dinge sind, von denen ich weiß - nein, dass will ich nicht. Ich nehme mal z.B. Kinder - war für mich immer klar, dass ich keine möchte. Das kommt so tief aus mir innen drinnen und ist eine Sache, die nichts mit den Umständen zu tun hat, das hätte ein Mann nie ändern können.
Aus solchen Gründen habe ich auch schon sonst gute Beziehungen gegen die Wand gefahren.
Ob diese Denke nun Vorteile hat? Ich glaube nicht und trotzdem ist sie da.
Genauso gibt es Dinge, über die würde ich nachdenken, einfach weil ich sie zwar schön und zu meinem jetzigen Leben passend finde, die ich aber je nach Situation anpassen könnte.
Ich finde es ok, wenn Menschen Prinzipien haben. Warum auch nicht?
Und ich glaube, wenn der Partner und die Situation passt, sind auch diese Menschen flexibler als sie selbst denken.
Viele sind aber doch gar nicht so festgelegt, oder sagen nach außen etwas anderes, als sie tief in sich drin denken und dann nehmen sie die Dinge halt wie sie kommen. Finde ich genauso in Ordnung.viele Grüße
Mohnblume
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03.12.2009, 12:31
AW: Anpassungsfähig oder Fähnchen im Winde?
Hallo Lara,
in der Biographie von Reinhard Mey findet man (exemplarisch) zwei solcher Beispiele, wie Du sie im Eingangsposting beschrieben hast.
Als R.M. seine zweite Frau kennenlernte, war er (überzeugter) Kettenraucher. Als sie ihm sagte, daß für sie ein rauchender Mann kein Partner fürs Leben sein kann, hörte er von einem auf den anderen Tag auf zu rauchen.
In seiner ersten Ehe war R.M. überzeugt davon, daß Kinder nicht in seine Lebensvorstellungen passen würden. Als seine zweite Frau ihm sagte, daß sie unbedingt Kinder möchte, sagte er: Na klar, das machen wir. Und bezeichnet heute seine drei Kinder als das Beste in seinem Leben.
Ich denke, man findet bei Männern häufiger diese Art von "induzierten" Bedürfnissen. Sie liegen in der Person verborgen und werden durch einen anderen Menschen geweckt. Das ist nicht inkonsequent, sondern einfach anders. Man lebt ergebnisoffen und ist damit flexibler, aber der Gefahr, sich einem anderen Menschen zuliebe zu sehr zu verbiegen, natürlich näher.
Auch ich empfinde mich als einen solchen prinzipienlosen Gesellen, denn was gibt es Schöneres, als einem Menschen, den man liebt, einen Wunsch zu erfüllen.
Hans----------------------------------------------------------------
"Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.
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03.12.2009, 12:46Inaktiver User
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03.12.2009, 12:48Inaktiver User
AW: Anpassungsfähig oder Fähnchen im Winde?
genau da würde es mir zu heiss werden, denn wenn ich keine kinder will und dann doch bekomme weil ich einen partner habe der kinder will, kann es passieren dass mich die ganze sache wirklich zu sehr einengt und das kind drunter leidet.
ich z.b. wollte nie kinder, habe dann trotzdem eines bekommen (gewollt) und war in meinen augen eine miese mutter. mein sohn kann es jetzt ausbaden weil ich nicht zu meinen prinzipien gestanden bin.
lara
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03.12.2009, 12:50Inaktiver User
AW: Anpassungsfähig oder Fähnchen im Winde?
@mohnblume
so gehts mir auch heute.
lara
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03.12.2009, 12:54Inaktiver User
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03.12.2009, 12:56Inaktiver User
AW: Anpassungsfähig oder Fähnchen im Winde?
Es ist aber ein großer Unterschied, ob ich selbst etwas weiterhin ablehne und mich nur dem Partner zuliebe breitschlagen lasse - oder ob ich selbst offener werde und etwas, was ich früher strikt abgelehnt hätte nochmal genauer durchdenke und für mich selber zu dem Entschluß komme, dass ich es gar nicht mehr ablehne, sondern es mir nichts mehr ausmachen würde oder ich vielleicht sogar Lust hätte mich drauf einzulassen.
Das gehört für mich auch zur Entwicklung dazu, dass sich manche Sichtweisen wandeln und eben auch weiterentwickeln und sich Prioritäten und Bedürfnisse verändern. Für mich allein, das muss gar keine Anpassung an einen Partner bedeuten.



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