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  1. User Info Menu

    Meine Zwillingsschwester und ich ...

    Hallo,

    ich bin nun Anfang Vierzig und habe eine Zwillingsschwester. Wir sind Zweieigige Zwillinge und auch sonst sehr verschieden.
    Meine Schwester ist ruhig und in sich gekehrt, nachdenklich und oberflächlich ich bin sehr lebhaft, tiefgründig und lustig.

    Schon als Kind wurde mir daher von allen Seite die Rolle der "Kümmerin" auferlegt, meine Schwester war wie ein Schatten um den ich mich immer kümmern musste, sei es in der Schule (sie war sehr schlecht und ich einigermaßen gut) bei unseren gemeinsamen Freuden (ich hatte viele sie keine) u.s.w.
    Mit ca. 13 Jahren ist mir aufgefallen, dass sich sich hinter meiner Art regelrecht versteckte und es sich gemütlich machte, so nach dem Motto die "Nummer" macht das schon.
    So ging das dann jahrelang, für mich war das alles sehr anstrengend und fordernd. Es hieß immer Nummer mach doch mal, kümmer dich mal.

    In der achten Klasse hatte unser Lehrer ein einsehen und erklärte unseren Eltern dass wir dringend getrennt werden müssten, damit sich jeder nach seiner Art entsprechend enfalten könnte. Später sagte er mir mal ich hätte ihm unendlich leid getan. Und ab da war ich zumindestens in der Schule "frei" von diesem erdrückenden Gefühl.

    Tja und noch heute gibt es genung Menschen, Verwandte die nicht verstehen wollen, dass nicht ich so aktiv war und ich kümmern wollte sondern das mir das durch die Art meiner Schwester auferlegt wurde. Ich habe auch heute noch dass Gefühl nie ganz die Person sein zu können die ich eigentlich bin.

    Außer bei meinem Partner, da spürte ich sofort, dass er verstand wie ich wirklich bin und der mal nix von mir wollte außer mich so liebt wie ich wirklich bin.

    Hat jemand ähnliches erlebt?

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    AW: Meine Zwillingsschwester und ich ...

    Hallo,

    ich bin kein Zwilling, deshalb kann ich da keine persönliche Erkenntnis beisteuern.

    In meinem Bekanntenkreis habe ich zwei Zwillingspärchen und was mir da immer auffällt - obwohl diese jetzt schon um die 40 Jahre sind, sprechen deren Eltern, Familien und Bekannte immer von "den Zwillingen" - nicht von "Hanni und Nanni" (oder wie sie auch immer heisen). Wenn man diese über die beiden reden hört meint man, die Einzelperson exisistiert nicht.
    Mich persönlich stört das, ich möchte auch als Zwilling als eigene Person anerkannt werden und nicht in diesen "die Zwillinge-Topf" geworfen werden - das würde mir zu viel von meiner Persönlichkeit nehmen.
    Daher ist mir immer wichtig, die jeweilige beim Namen zu nennen und nicht zu denken, was A tut, muss auch B tun.

    Vielleicht ist es das, was dich stört, dass du dich zu wenig als eigenständiger Mensch gesehen fühlst?

    Übrigens, ich kann mir nicht vorstellen, dass deine Schwester zurückgezogen, nachdenklich und oberflächlich ist...das passt nicht zusammen...vielleicht siehst du sie da auch zu festgefahren.
    viele Grüße
    Mohnblume

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    AW: Meine Zwillingsschwester und ich ...

    Danke für deine Antwort,

    doch meine Schwester ist leider so ein Mensch. Sie ist leider ein sehr berechnender Mensch, nicht sehr teilnehmend
    anteilnehmend, einfühlend, empfindend, gefühlvoll, gutherzig, nachsichtig, rücksichtsvoll, warmherzig, und gütig.
    So war sie schon als Kind. Ich bin das totale Gegenteil, keine Ahnung warum das so ist, obwohl wir sicherlich ähnlich erzogen wurden.

    Ich habe meine Schwester sehr sehr lange geschützt und unterstützt, solange bis ich für jeden in der Familie der Depp war, dann konnte ich nicht mehr und wollte auch nicht mehr.

    Kennst du das Gefühl wenn man bis ca. 22 Jahre immer tut und macht und am Ende die Doofe ist, kein schönes Gefühl. Für meine Sensibilität war da kein Platz, dass konnte ich letzlich nur in meiner beziehung ausleben.

    Im übrigen ist meine Schwester seit 25 Jahren Single und die beste Freundin meiner Mutter ;-(

  4. Inaktiver User

    AW: Meine Zwillingsschwester und ich ...

    Hallo Nummer,

    Zwillinge sind auch in ihrer Persönlichkeit unterschiedlich. Ich habe selber einen Zwilling.

    Sich von dem anderen zu trennen ist nicht einfach. Ich würde sagen, dass es fast unmöglich ist. Viellicht solltest du einfach dein Schwester so akzeptieren wie sie ist. Es kann auch sein, dass du deine Schwester immernoch so siehst wie ihr in Kindertagen wart. Was aber nicht heißt, dass sie immer noch so ist.

    Ich kann dir nur eins Raten: Schau wie dein Verhaltensmuster gegenüber deinem Zwilling ist und "arbeite" daran.

    Was ist so schlimm, dass sie noch Single ist? Fühlst du dich dafür verantwortlich sie unter die Haube zu bringen? Warum lehnst du es ab, dass sie eure Mutter als beste Freundin ansieht?

    So wie du schreibst, hört es sich für mich an,dass ihr eure Leben lebt. Der eine so und der andere eben anders. Ihr beide seid eigenständig und nicht "Hanni und Nanni"

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    geschockt AW: Meine Zwillingsschwester und ich ...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hallo Nummer,

    Was ist so schlimm, dass sie noch Single ist? Fühlst du dich dafür verantwortlich sie unter die Haube zu bringen? Warum lehnst du es ab, dass sie eure Mutter als beste Freundin ansieht?

    So wie du schreibst, hört es sich für mich an,dass ihr eure Leben lebt. Der eine so und der andere eben anders. Ihr beide seid eigenständig und nicht "Hanni und Nanni"

    Daran ist nichts schlimmes, ich habe kein Problem damit, auch leben wir beide unsere Leben.
    MIr ging es vielmehr darum was es aus mir gemacht hat, welche Spuren es doch hinterlassen hat.

    Und es sind solche Spuren, dass ich heut eleider sagen muss, sie ist mir egal. Das schmerzt auch und enspricht überhaupt nicht meiner Art, eigeentlich

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    AW: Meine Zwillingsschwester und ich ...

    Hi Nummer

    welch ein Nick!
    Warum Nummer?

    Wahrscheinlich sind das mehrere Faktoren die da bei dir zusammen kommen.
    Zum einen, nicht ale Einzelpersönlichkeit behandelt zu werden, zum anderen dass ihr so verschieden seid.

    Sei froh dass du so bist und nicht wie deine Schwester-die ja in ihrer Abhängigkeit festzuzstecken scheint.

    Eine Bürde, die nur ein Zwilling ganz verstehen kann.
    Ich hatte mal eine gute Freundin, deren eineiige Zwilingsschwester wurde bei der Geburt leider zu spät entdeckt und ist geistig behindert, weil sie zu wenig Sauerstoff bekam.

    Das war auch sehr schlimm für meine Freundin, die sich immer verantwortlich fühlte und ihre Kindheit damit verbrachte, ihre Schwester zu betreuen.

    Ja jedes Schicksal stellt eine besondere Herausforderung dar.
    Nimm es an und schau, was es dir für dein Leben bringen kann, ohne dass du verbittert wirst.

    Ich finde es ziemlich toll, dass du einen Partner gefunden hast der so gut zu dir passt!
    Das hätten viele gerne und schaffen es nicht!

    Ich wünsche dir dass du irgendwann keinen Groll mehr hast auf deine Familie und deine Schwester und ihnen vergeben kannst.
    Die Dummen verwerfen, was sie sehen, nicht was sie denken.
    Die Klugen verwerfen, was sie denken, nicht was sie sehen. (Huang-po)

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    AW: Meine Zwillingsschwester und ich ...

    Danke Joshuatree für deine liebe Antwort.

    Mein Nickname weil ich mir nix merken kann, also nicht mal eine Nummer, und das kann ich mir aber komischerweise merken ;-)

    Lieben Gruß

  8. Inaktiver User

    AW: Meine Zwillingsschwester und ich ...

    Zitat Zitat von Nummer Beitrag anzeigen
    Und es sind solche Spuren, dass ich heut eleider sagen muss, sie ist mir egal. Das schmerzt auch und enspricht überhaupt nicht meiner Art, eigeentlich

    Ich glaube nicht, dass es dir egal ist. Vielleicht ist es nur eine Art der Ablehnung.

    Kennst du das Gefühl wenn man bis ca. 22 Jahre immer tut und macht und am Ende die Doofe ist, kein schönes Gefühl. Für meine Sensibilität war da kein Platz, dass konnte ich letzlich nur in meiner beziehung ausleben.
    Ich denke, dass hier der Knackpunkt liegt. Ihr beide seit nun erwachsen. Man trägt nicht mehr die gegenseitige Verantwortung wie zu Kinder- und Schulzeiten, wo man im Grunde nie alleine war. Der andere war immer da und man hatte seinen Platz.

    Ich glaube eher, das von Zwillingen erwartet wird, dass man immer für den anderen da sein muss. Vielleicht ändert sich gerade eure Beziehung zueinander. Vielleicht müsst ihre eure "Plätze" neudefinieren.

    Wie sieht dein Partner deine Schwester?
    Geändert von Inaktiver User (02.12.2009 um 13:35 Uhr)

  9. User Info Menu

    AW: Meine Zwillingsschwester und ich ...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich glaube nicht, dass es dir egal ist. Vielleicht ist es nur eine Art der Ablehnung.

    Ich glaube eher, das von Zwillingen erwartet wird, dass man immer für den anderen da sein muss. Vielleicht ändert sich gerade eure Beziehung zueinander. Vielleicht müsst ihre eure "Plätze" neudefinieren.

    Wie sieht dein Partner deine Schwester?
    Unser Verhältnis hat sich vor 18 Jahren verändert als ich spürte uns verbinden rein gar nichts, außer die Tatsache dass sie sich jahrelang hinter mir versteckt hat. Und dann habe ich nochmals zwei Jahr egebraucht um das vor mir zu vetreten.

    Mein Partner empfindet es ähnlich wie ich.

  10. Inaktiver User

    AW: Meine Zwillingsschwester und ich ...

    Zum ersten Mal lese ich, dass jemand ein solches Zwillingsproblem beschreibt. Und ganz ehrlich, ich habe in deinen alten Posts gestöbert, ob du vielleicht MEINE Zwillingsschwester bist ... Aber Gottlob treffen einige von dir genannten Wesenszüge und Lebensumstände nicht auf mich zu.

    Aber es gibt auffällig viele Parallelen: auch ich habe eine Zwillingsschwester, wir sind zweieiig - sie war immer eher laut, ich leise - sie extrovertiert, ich eher introvertiert - sie hatte viele Freunde, ich hatte viele Jahre lang kaum welche - heute ist sie verheiratet, ich bin (wenn auch erst seit zwei Jahren) solo - sie hatte gute Schulnoten, ich war mäßig bis schlecht - auch wir sind nach der achten Klasse getrennt worden ...

    Und auch auf unserer Beziehung lastet das Thema "nicht frei sein", "sich um den anderen kümmern müssen" schwer. Und du ahnst es: sie ist es, die sich in der Rolle der Kümmernden sieht.
    Paradoxerweise habe ich mich selber immer als recht autonom empfunden, während sie immer das Gefühl hatte, für mich mitdenken, für mich dasein zu müssen.

    Heute, nach Jahren, beschreibt sie mich, wenn sie von der Vergangenheit erzählt, als eine Art belastende Klette. Dessen war ich mir nie bewusst, oder besser: ich war mir nie darüber bewusst, dass unser bis vor wenigen Jahren sehr enges Verhältnis für sie nicht ähnlich bedeutungsvoll war wie für mich.

    Ihr "Befreiungskampf" aus diesem engen Verhältnis ging mit einem jahrelang andauernden, heftigen Streit einher. Und ich muss sagen, dass ich mich seitdem über viele Jahre hinweg von ihr im Stich gelassen fühlte. Auch ihre Äußerung, sie habe mich oft als Last empfunden, schmerzt unglaublich, denn - und das ist glaube ich typisch für viele Zwillinge - sie war für mich immer der wichtigste Mensch auf Erden, ich habe sie mehr geliebt als alles andere. Umso schmerzhafter zu erfahren, dass sie mich zwar auch liebte, sich aber gleichzeitig ein Stückweit "erdrückt" fühlte ...

    Aus heutiger Sicht kann ich ihren Standpunkt ein ganzes Stück weit nachvollziehen. Trotzdem: ich sehe es bis heute nicht so, dass ich mich an sie "herangehängt" habe, ich empfinde es nach wie vor so, dass ich immer mein eigenes Leben gelebt habe. Interessant dennoch, dass sie eine solche Wahrnehmung hat.
    Und hier weiß ich wiederum, dass dem ein frühkindliches Trauma meinerseits zugrunde liegt, während bei ihr von Anfang an alles "rund" lief. Und eben die Tatsache, dass es bei ihr rund lief und bei mir eben nicht, hat bei ihr Schuldgefühle erzeugt.


    Ganz ehrlich finde ich es entsetzlich, wie du deine Schwester beschreibst, die Art und Weise, wie du von ihr sprichst. Und aus deinen Worten spüre ich eine ganze Menge Wut, ja fast Hass auf sie. Du vergisst, dass sie wahrscheinlich nicht so gehandelt hat, weil sie berechnend, boshaft war/ist, sondern ihr und euer Handeln ist aus eurer Geschichte, aus der Art, wie ihr auf diese Welt gekommen seid zu verstehen.

    Nur als kleines Beispiel: ich bin gleich nach meiner Geburt von Eltern und Schwester getrennt worden und wurde für einige Wochen in Quarantäne vom Pflegepersonal versorgt, niemand sonst konnte zu mir. Ist eigentlich sonnenklar, dass ein solches Kind im Laufe seines weiteren Lebens ganz unbewusst dazu neigt, die Menschen, die es liebt, umso stärker festhalten zu wollen, nicht wahr?! Dennoch: ich kann auch gut denjenigen verstehen, der sich festgehalten fühlt ...

    Sehr schade finde ich dennoch, dass sich euer Verhältnis so abgekühlt und verhärtet hat ...

    Traurig finde ich ebenfalls, dass du mehrfach erwähnst, welch liebenden Menschen du an deiner Seite hast, während deine Schwester all die Jahre lang alleine durch die Welt gegangen ist und als "beste Freundin" ausschließlich eure Mutter hat. Ich finde, dass klingt sehr herablassend, sorry.

    Es klingt so, als hättest du alles "aus eigener Kraft" "richtig" gemacht, während du sie als "Looser" zeichnest. Du vergisst dabei, dass ihr euch nur zu einem Teil habt aussuchen können, wie sich euer Leben bis zum heutigen Tage gestaltet hat ...
    Geändert von Inaktiver User (02.12.2009 um 23:10 Uhr)

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