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  1. Inaktiver User

    AW: Meine Zwillingsschwester und ich ...

    Zitat Zitat von Nummer Beitrag anzeigen
    ... ich hatte eine Rolle übernehmen müssen?
    Eine Rolle übernimmt man in jeder Familie, aber diese Rolle ist nicht statisch.

    Es scheint mir an der Zeit, euch wie Erwachene gegenüber zu treten und sich und den anderen als Persönlichkeit mit all dem, was ihn ausmacht, anzuerkennen. Aber vielleicht ist es dazu bei euch noch zu früh.

    Es ist ein langer Weg zu erkennen, dass man heute keinerlei Erwartungen mehr aneinander stellen sollte, dass jeder für sein eigenes Leben verantwortlich ist.

    Die Selbstverantwortung für sein eigenes Leben zu erkennen findet aus meiner Sicht bei Zwillingen später statt als bei Einzelnen. Hier haben wir Zwillinge Nachholbedarf, nicht selten harte Arbeit an sich selbst!


    Zitat Zitat von Nummer Beitrag anzeigen
    Aber für mich war da irgendwann kein Raum mehr in dieser Zweierbeziehung ...
    Nach wie vor verstehe ich nicht, weshalb es für dich keinen Raum gab?

    Zitat Zitat von Nummer Beitrag anzeigen
    Ich wollte einfach mal ich sein dürfen. Nicht mehr.
    Noch was: mache nicht deine Schwester dafür verantwortlich, wenn du dich noch nicht wirklich gefunden hast, nicht "du sein durftest". Ich glaube, damit machst du es dir zu einfach.
    Geändert von Inaktiver User (03.12.2009 um 10:39 Uhr)

  2. User Info Menu

    AW: Meine Zwillingsschwester und ich ...

    Ja, da magst du recht haben.

    Ich hatte keinen Raum weil ich mich immer (bis wir ca. 20 J. alt waren) um sie kümmern musste, sollte, durfte.

    UND DAS MACHE ICH IHR NICHT ZUM VORWURF. Allerhöchstens meinen Eltern.

  3. Inaktiver User

    AW: Meine Zwillingsschwester und ich ...

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Es scheint mir an der Zeit, euch wie Erwachene gegenüber zu treten und sich und den anderen als Persönlichkeit mit all dem, was ihn ausmacht, anzuerkennen.
    Ja, das ist das schwierigste. Den anderen so akzeptieren, wie er ist. Merkwürdigerweise ist es einfacher Freunde und den Partner so anzuerkennen, als die eigene Familie.

    Insbesondere wenn man die Rolle als Vorteiter, Beschützer hat etc. Ich glaube eher, dass man diese Rolle ablegen muss. Genauso wie der andere die Rolle des Beschützenden aufgeben muss und lernen muss für sich selbst einzustehen.

    Nummer, ich glaube ich weiß in welche Richtung du gehen möchtest. Aber eins sollte dir klar sein, loslassen hat nichts mit egal sein zu tun. Wenn einen die Dinge egal werden, stumpft man ab. Ich glaube eher, dass es was mit Ablehnung zu tun hat bei dir. Deine Beschreibung von deiner Schwester zeigt eher, dass du sie ablehnst.

    Warum ist es so schlimm, dass sie keinen Partner hat? Was ist so schlimm daran, dass eure Mutter ihre beste Freundin ist? Zwischenmenschlische Beziehungen sind im allgemeinen unbeständig. Und wenn es hart auf hart kommt, bleibt meist nur die Familie übrig.

    Als bei euch beiden vor 18 Jahren der Knacks kam, bist du wahrscheinlich diejenige gewesen die gegangen ist. Ich beschreibe die Sicht aus deiner Schwester wie es sich anfühlt:

    - sie ist nicht mehr da, wo man IMMER hingehen konnte, egal ob einen langweilig war, man irgendwie sich nach Gesellschaft sehnte
    - das Gefühl alleine dazustehen
    - irgendetwas fehlt, dass durch andere zwischenmenschliche Beziehungen nicht wirklich ausgeglichen werden kann, weil die anderen Freundschaften nicht das eigentliche "zu Hause" sind

    Das ist das wie es mir erging, als mein Zwilling vor einigen Jahren aus beruflichen Gründen die Stadt verlassen hat. Aber dadurch hat sich eins herauskristalisiert, dass ich mich weiterhin auf meinen Zwilling verlassen konnte. Diese Person war weiterhin da, aber eben auf eine andere Art und Weise. Wenn die Person vorbeikam, da war es wie vorher, es hat der Beziehung keinen Abbruch getan.

    Warst du denn weiterhin für deine Schwester da oder hast du dich von ihr abgewandt? Vielleicht sieht deine Schwester in eurere Mutter auch einen Ersatz für dich an. Fällt mir gerade ein.

  4. Inaktiver User

    AW: Meine Zwillingsschwester und ich ...

    Weißt du, Nummer, es ist überhaupt nicht mein Anliegen, dir ein schlechtes Gewissen zu machen. Nirgendwo sehe ich Schuld. Selbst deine Eltern haben nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt, da bin ich mir sicher. Schade finde ich nur, wie verhärtet alle Seiten scheinen.

    Ich habe den Eindruck, dass du innerlich in Not bist, das Gefühl hast, nicht das leben zu können, als was du dich selber empfindest. Nun wendest du dich mit diesem Gefühl von Defizit an uns.

    Ich habe auch das Gefühl, dass du dieses Defizit noch gar nicht so recht in Worte fassen kannst und nicht wirklich formulieren kannst, was du dir denn wünschen würdest. Vielleicht aber helfen dir die Posts, dem ein wenig mehr auf die Spur zu kommen!

  5. Inaktiver User

    AW: Meine Zwillingsschwester und ich ...

    Zitat Zitat von Nummer Beitrag anzeigen
    Ja, da magst du recht haben.

    Ich hatte keinen Raum weil ich mich immer (bis wir ca. 20 J. alt waren) um sie kümmern musste, sollte, durfte.

    UND DAS MACHE ICH IHR NICHT ZUM VORWURF. Allerhöchstens meinen Eltern.
    Ich finde es jetzt nicht schlimm, sich um den anderen zu kümmern. Nur muss man dann seine Balance finden, sich einerseits nicht zu sehr auf den anderen zu konzentrieren, aber auch nicht komplett fallen zu lassen.

    Deinen Eltern braichst du keinen Vorwurf machen. Ich selber habe mal ein Zwillingspäärchen kennengelernt, zwei Frauen, sie sind die besten Freundinnen, unternehmen viel zusammen, sind für einander da, aber jeder für sich geht seinen eigenen Weg. Beide sind mittlerweile verheiratet, die Partner akzeptieren dieses Zusammengehörigkeitsgefühl und würden gern selbst Zwillingskinder haben. Warum, weil sie sehen, dass man nicht alleine ist. Man kümmert sich gegenseitig um einander. Das ist doch das Beste was einen passieren kann, zu wissen das noch jemand da ist.
    Geändert von Inaktiver User (03.12.2009 um 11:41 Uhr)

  6. User Info Menu

    AW: Meine Zwillingsschwester und ich ...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ja, das ist das schwierigste. Den anderen so akzeptieren, wie er ist. Merkwürdigerweise ist es einfacher Freunde und den Partner so anzuerkennen, als die eigene Familie.
    Was ist daran merkwürdig?
    Freunde und Partner sucht man sich aus. Und wenn es nicht mehr passt, dann trennt man sich (was auch nicht immer einfach ist).

    Familie bekommt man vom Schicksal vorgesetzt. Da muss man mit dem "vorgegebenen Material" leben, ob man will oder nicht. Und die Trennung ist aufgrund der familiären Verstrickungen oft noch komplizierter.
    Wer Unsinn hören und glauben will, der wird auch Unsinn zu hören bekommen.

    Cave: Meine Beiträge könnten Spuren von Ironie enthalten!

  7. Inaktiver User

    AW: Meine Zwillingsschwester und ich ...

    Zitat Zitat von phantomlake Beitrag anzeigen
    Was ist daran merkwürdig?
    Ein Paradoxon ist es schon, da gebe ich On_Ice recht, gerade weil einem der andere so wichtig ist und weil man ihm eigentlich mit Akzeptanz begegnen möchte.

    Es ist so viel schwieriger, den anderen mit ALLEM zu akzeptieren, weil man meist emotional sehr viel stärker eingebunden ist als bei Freunden - gerade als Zwilling.

  8. User Info Menu

    AW: Meine Zwillingsschwester und ich ...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Ich habe den Eindruck, dass du innerlich in Not bist, das Gefühl hast, nicht das leben zu können, als was du dich selber empfindest. Nun wendest du dich mit diesem Gefühl von Defizit an uns.

    Ich habe auch das Gefühl, dass du dieses Defizit noch gar nicht so recht in Worte fassen kannst und nicht wirklich formulieren kannst, was du dir denn wünschen würdest. Vielleicht aber helfen dir die Posts, dem ein wenig mehr auf die Spur zu kommen!
    Ja ich denke das trifft mein Gefühl sehr gut.
    Ich habe das Gefühl nie das leben zu können wie ich selbst empfinde. Und die Beziehung zu meiner Zwillingsschwester hat daran (leider) einen großen Anteil.

    Es war kein Platz dafür, dass ich auch mal leise und schwach hätte sein können, dabei bin ich sicherlich schwächer als sie.
    Das habe ich erst in meiner Partnerschaft gelernt.

  9. User Info Menu

    AW: Meine Zwillingsschwester und ich ...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ja, das ist das schwierigste. Den anderen so akzeptieren, wie er ist. Merkwürdigerweise ist es einfacher Freunde und den Partner so anzuerkennen, als die eigene Familie.

    Nummer, ich glaube ich weiß in welche Richtung du gehen möchtest. Aber eins sollte dir klar sein, loslassen hat nichts mit egal sein zu tun. Wenn einen die Dinge egal werden, stumpft man ab. Ich glaube eher, dass es was mit Ablehnung zu tun hat bei dir. Deine Beschreibung von deiner Schwester zeigt eher, dass du sie ablehnst.

    Warum ist es so schlimm, dass sie keinen Partner hat? Was ist so schlimm daran, dass eure Mutter ihre beste Freundin ist? Zwischenmenschlische Beziehungen sind im allgemeinen unbeständig. Und wenn es hart auf hart kommt, bleibt meist nur die Familie übrig.

    Als bei euch beiden vor 18 Jahren der Knacks kam, bist du wahrscheinlich diejenige gewesen die gegangen ist. Ich beschreibe die Sicht aus deiner Schwester wie es sich anfühlt:
    Ja ich war die die gegangen ist.
    Es ist nicht schlimm, dass sie keinen Partner hat.

  10. Inaktiver User

    AW: Meine Zwillingsschwester und ich ...

    Zitat Zitat von phantomlake Beitrag anzeigen
    Was ist daran merkwürdig?
    Freunde und Partner sucht man sich aus. Und wenn es nicht mehr passt, dann trennt man sich (was auch nicht immer einfach ist).

    Familie bekommt man vom Schicksal vorgesetzt. Da muss man mit dem "vorgegebenen Material" leben, ob man will oder nicht. Und die Trennung ist aufgrund der familiären Verstrickungen oft noch komplizierter.

    Das ist richtig, man sucht sich die Menschen aus, mit denen man gern zusammen ist. Und wenn es nicht passt, dann trennt man sich.

    Die emotionale Bindung sollte nicht unterschätzt werden. Es ist einfacher sich von den Eltern zu trennen und sich den Mechanismen der Familie zu entziehen. Aber vom Zwilling sich zu trennen, die Mechanismen ausser Kraft zu setzen, ist schwieriger. Man sitzt zwischen Baum und Borke, insbesondere wenn es um Freundschaften oder Partner geht.

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