Das wollte ich Dir auch gar nicht unterstellen.
Jein. Nicht ganz so plakativ, nicht oberflächlich. Das spielt auf einer anderen Ebene.Ich weiß, du willst sagen: Da schnippt der Typ mit den Fingern, und rrummss, Schlaflos springt an wie ein Trecker! Alter Wein in neuen Säcken - quasi.
Er ist DEIN Ex weil DU emotional auf ihn angesprungen bist, irgendwann.Und diese Baustellen treiben mich ab und an zum Schreiben hier. Nicht mein Ex per se.
Das Eine ist vom Anderen nicht ganz zu trennen, er stößt in Dir immer noch etwas an. Man kennt das doch: Man will mit jemandem nichts mehr oder nur noch begrenzt zu tun haben, die Optionen sind klar eingescgrenzt und merkt - so wie Du jetzt - man hängt trotzdem noch an dessen emotionaler Angel:
Ich seh das so:
Er schnippt mit dem Finger und Du fragst andere, wie das einzuordenen ist - obwohl Du nichts mehr von ihm willst.
Du weißt heute noch nicht, wie Du damit umgehen sollst.
Emotional hast Du Dich noch nicht von ihm emanzipiert, hängst durchaus noch an seiner emotionalen Angel.
Das meine ich auch mit Eigenständigkeit.
Vielleicht besser: Emotionale Eigenständigkeit.
Nimm's einfach als Wasserstandsanzeiger für Dich, als Standortschild. Aber nicht zum Anlaß wieder in Grübeleien um ihn, um Dich, um Euch zu verfallen.
Mach einfach weiter - auch das wird sich verändern.
Und ich halte es auch für normal, dass man von seinen eigenen Geistern ab und zu kurz eingeholt wird, wenn sich jemand mit dem man mal alles geteilt hat, persönlich verändert und wieder bindet.
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Thema: Wer bin ich?
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12.11.2010, 17:14Inaktiver User
AW: Wer bin ich?
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12.11.2010, 17:33Inaktiver User
AW: Wer bin ich?
Richtig. Die Gründe dafür haben aber mit ihm als Mensch nicht sehr viel zu tun; außer, dass er so wie er war/ist mit seinen eigenen Problemen gut in meine eigenen griff. Wir passten zusammen.
Zitat von Inaktiver User
Eine Liebes-Beziehung jedoch stelle ich mir so vor, dass es um den jeweiligen Partner geht und nicht darum, wie man selbst mit Hilfe von ihm überleben kann. Ich denke an zwei eigenständige Wesen, nicht an zwei bedürftige - wie wir es waren.
Jetzt jedoch bin ich dabei, mich zu ändern. Auch deshalb passt es nicht mehr. Und wird es auch nicht mehr passen.
Mal ein anderes Beispiel:
Wenn ich die Straße heruntergehe, in der meine Mutter wohnt, wird es mir jedesmal sehr schwummerig im Bauch. Dieses Gefühl bedeutet aber nicht, dass ich es bereue, den Kontakt zu meiner Mutter abgebrochen zu haben. Trotzdem "bedeutet" sie mir viel.
Es ist ein komischer Schmerz...
Muss die Frage nicht lauten: Wird es je möglich sein, bei der Intensität all dieser Ereignisse eine emotionale Unabhängigkeit zu erreichen? Ist das überhaupt ein anzustrebendes Ziel? Ich will mich ja auch nicht totrennen in einem Anspruch ohne Sinn.
Ja, ich weiß bei sehr vielen Dingen nicht, wie ich damit umgehen soll. Dann fühlt es sich an, als würde ich in einem zähen Brei waten. Das irritiert mich. Und dann schreibe ich hier. In der Hoffnung auf irgendeinen Hinweis, wie ich am schnellsten aus meinem Dilemma herauskomme?
Zitat von Inaktiver User
So richtig weiß ich es nicht, es ist ein Impuls, dem ich folge, weil er keine nennenswerten Konsequenzen bedeutet. Schreiben erleichtert ja auch. Und Antworten zu bekommen hilft dabei, meine Gedanken zu ordnen, zu sortieren.Geändert von Inaktiver User (12.11.2010 um 17:35 Uhr) Grund: nachträglicher Gedanke
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12.11.2010, 17:52Inaktiver User
AW: Wer bin ich?
Ja, das sehe ich genau so.
Jedoch: Du bist nach wie vor auf dem Weg.
Du bist nicht durch.
Das gilt es eifach anzuerkennen.
Du glaubst doch wohl nicht, dass Du nach den paar Wochen durch bist. Ob Du nun Kontakt mit ihm hast oder nicht.
Vielleicht bleibt der Schmerz lebenslang komisch, vielleicht gibt es ihn irgendwann gar nicht mehr - da kannst Du kein Ziel formulieren und auch keinem nachrennen. Du kannst nur an Deiner Eigenständigkeit dranbleiben und mit zunehmender Eigenständigkeit beobachten, wie sich anderes verändert, weniger wichtig wird.Es ist ein komischer Schmerz...
Muss die Frage nicht lauten: Wird es je möglich sein, bei der Intensität all dieser Ereignisse eine emotionale Unabhängigkeit zu erreichen? Ist das überhaupt ein anzustrebendes Ziel? Ich will mich ja auch nicht totrennen in einem Anspruch ohne Sinn.
Irgendwann wird es keinen Knatsch-Smiley und auch kein Posting mehr bedürfen, Du weißt dann selbst sofort, wie Du es für Dich handeln kannst, dass es Dich zwar erinnert aber Dich nicht stundenlang oder auch nur minutenlang in seinen Bann zieht.
Es gehört dann vielleicht noch dazu - aber nur so, wie beim Apfelessen Schalen, Kerngehäuse oder Stiel übrig bleiben.
"Am schnellsten" gibt's nicht.In der Hoffnung auf irgendeinen Hinweis, wie ich am schnellsten aus meinem Dilemma herauskomme?
Das dauert, so lange es dauert.
Es dauert aber um so länger, je stärker Du gegen etwas kämpfst. Setz Dich weiterhin für Dich ein, dann werden die blöden alten Nebenwirkungen von selbst schwächer.
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12.11.2010, 18:05Inaktiver User
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12.11.2010, 18:51
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12.11.2010, 19:14
AW: Wer bin ich?
Nö. Das war bei mir früher auch so, selbst wenn die Trennung eher von mir ausging. Sicher, mal mehr, mal weniger. Und das waren bei mir so eine handvoll Beziehungen im Alter zwischen vielleicht 16 und 26 Jahren, jeweils mindestens ein Jahr und die längste immerhin fünf Jahre.
Zumindest wolltest Du ja mal was von ihm und für eine Zeit wart ihr gegenseitig halt der jeweils ganz Besondere füreinander, das hört so schnell nicht auf. Wie lange wart Ihr zusammen?
Jaja, der Appetit kommt früher oder später meistens wieder ...
, nein im Ernst, Du wirst bestimmt wieder einen Mann finden.
Ja, es ist bestimmt einfach auch eine Kränkung für das Ego und ein kleiner Stich für die Eitelkeit. Aber normal, würde ich meinen."...und gibt's auch kein Wiedersehn, einmal war es doch schön."
(Peter Kreuder et al, Sag beim Abschied leise 'Servus')
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12.11.2010, 22:04Inaktiver User
AW: Wer bin ich?
Komisch, das war bei mir nie so gewesen. IN einer Beziehung, ja, da konnte es schon mal vorkommen, dass ich eifersüchtig wurde. Aber wenn Schluss war, war irgendwie auch ganz klar Schluss. Stille, Leere, Aus die Maus!
Fast 8 Jahre...
Dann wäre es etwas, das von mir aus geht, das unabhängig davon wäre, was "er" tut oder so?! Dann könnte ich es (ein klein wenig) lenken? Dann würde es auch bedeuten, dass ich mir gerade künstlich angst einjage, indem ich den Gedanken daran zulasse usw.?!
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12.11.2010, 22:50
AW: Wer bin ich?
Mit meiner ersten 'richtigen' Freundin, da hatte ich Schluss gemacht und sie fand das erst ziemlich schlimm (was mir ehrlich leid tat), aber nach einer Weile liess sie mich dann wissen, dass sie nun einen 'richtigen' Mann gefunden habe, was mir doch ein wenig wehtat
... aber das ging dann bald wieder.
Einige Jahre später war es dann meine damalige Freundin, die Schluss machte, das fand ich ziemlich schlimm und bald darauf heiratete sie auch noch ausgerechnet den Typen, den wir beide (dachte ich!) das ganze Studium über ziemlich panne fanden, das tat dann richtig weh. Nach ein paar Jahren waren sie schon wieder geschieden, was mich erst mit Genugtuung erfüllte, aber dann kam ich mir blöd vor und wenn ich sie alle hundert Jahre mal wieder mit ihrem jetzigen Mann treffe, dann freue ich mich für sie.
Mal so, mal so.
Das geht halt nicht so schnell vorbei.
Nein, ich glaube nicht, dass Du das so einfach abspalten kannst oder vielleicht sogar kannst, aber nicht unbedingt solltest. Wenn er so handelt, dann gefällt Dir das nicht und Du bist auch nicht unabhängig davon. Das ist halt erstmal so und Du wirst das aushalten müssen, das gehört wohl zum Sichwahrnehmen dazu.
Wieder aber mit der Zeit besser."...und gibt's auch kein Wiedersehn, einmal war es doch schön."
(Peter Kreuder et al, Sag beim Abschied leise 'Servus')
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13.11.2010, 22:48Inaktiver User
AW: Wer bin ich?
Das erinnert mich an eine Szene, als ein Mann verzweifelt darüber war, dass er seine große Liebe nicht einmal berühren hatte können und im entscheidenden Moment geradezu vor ihr floh. Man muss dazu sagen, die beiden waren in einem abhängigen Verhältnis zueinander. - Die psychologische Erklärung dafür: Das Ganze einfach so wegstecken zu können, hätte ja bedeutet, er liebte sie nicht. Aber er liebte sie sogar so sehr, dass es einer Panikattacke bedurfte, damit er sich selbst davon abbrachte, sich mit dieser Frau einzulassen.
Der Fokus liegt jetzt nicht auf Lieben oder ähnlich romantischer Denkweise von mir. Aber das alles hat etwas bedeutet in meinem Leben, sehr viel sogar. Und WEIL das so gewesen ist, sind die emotionalen Verstrickungen fester...
Wie bei diesen beiden Frauen bei dir, die ja jede für sich auch etwas ganz Besonderes für dich gewesen sind. Vielleicht hatte ich diese Erfahrung vorher noch einfach nicht gemacht?!
Das hab ich mir auch gedanklich markiert. Beim Lesen des Wortes "abspalten" kam mir gleich wieder ein Schaudern den Rücken hoch
Ich werde versuchen, es auszuhalten.......
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14.11.2010, 08:58
AW: Wer bin ich?
Warum konnte er sie nicht berühren?
Ja, jede für sich war (und ist immer noch) eine Besondere.
Warst Du vorher immer 'nur einfach so' mit jemandem zusammen?
Naja, das klingt vielleicht etwas drastischer, als es gemeint war. Es geht halt um ein Reaktionsmuster beim Umgang mit unangenehmen Erfahrungen - wo das sich-nicht-darauf-Einlassen manchmal für lange Zeit die einzig erträgliche, wenn nicht überlebensnotwendige Methode ist -, aber dieses Reaktionsmuster ist auf Dauer vielleicht nicht immer die beste Wahl.
Wenn er sich denn wirklich einer anderen zuwendet, dann kannst Du außer aushalten ja auch wütend, traurig, ... sein und Dich ablenken, jemandem davon erzählen, irgendwo gegentreten ... und wenn er das nicht macht, dann solltest Du Dich natürlich nicht mit irgendwelchen Phantasieszenarien selbst foltern. Vielleicht gehört er ja auch zu denjenigen, die das trennen: Dich einerseits vermissen, sich aber auch mit einer anderen einlassen können."...und gibt's auch kein Wiedersehn, einmal war es doch schön."
(Peter Kreuder et al, Sag beim Abschied leise 'Servus')



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