Das war am Anfang so, ja. Weil ich dachte, unsere Geschichten ähneln sich; tun sie aber nicht, wie sich heraus gestellt hat. Da ich aber immer mal wieder in Deinem Strang lese, dürfte klar sein, dass ich durchaus noch interessiert bin, wie Deine Geschichte weitergeht...wobei ich mir eher wie jemand vorkomme, der an einem Autounfall mit Verletzten vorbeifährt und nicht weggucken kann. Sorry für den Vergleich, aber so fühlt sich das für mich an.
Eure momentane Lage finde ich irrsinnig.
Hm...dann weiss ich wirklich nicht, warum Du dich zum tausendundersten Mal auf ein Gespräch mit ihm einlässt. Ein Mensch, der eine Entscheidung getroffen hat und definitiv dahinter steht, strahlt das auch aus. Da gibts einfach keine Diskussionen mehr. Das merkt dann sogar der Ignoranteste. Ich denke da z.B. an die zum Teil irre aufdringlichen fliegenden Händler in manchen (Urlaubs-)ländern dieser Erde. Wenn man durch Körpersprache etc. klar macht "Nein", dann lassen die einen in Ruhe...selbst erlebt. Weil sie merken: das ist vergebliche Liebesmüh (im wahrsten Sinne des Wortes).
Wie ich schon sagte, schlaflos, hoffe ich für Dich und Deine Kinder, dass Ihr aus dieser strapaziösen Situation bald heraus seid, und dass Du einen Weg findest, mit ihm (als dem Vater Deiner Tochter) irgendwie einigermaßen gut umgehen zu können.
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Thema: Wer bin ich?
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28.04.2010, 22:59Inaktiver User
AW: Wer bin ich?
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29.04.2010, 09:25Inaktiver User
AW: Wer bin ich?
Morganna,
was interessiert dich denn so an meiner Geschichte? Warum willst du wissen, wie es weitergeht?
Schlaflos
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30.04.2010, 15:31Inaktiver User
AW: Wer bin ich?
Das ist tatsächlich eine gute Frage, über die ich ein Weilchen nachdenken musste. Die Antwort ist vielleicht nicht besonders nett, aber Du hast ja gefragt. Irgendwie ist es wohl die Faszination des Schreckens, die mich weiterlesen hat lassen. Immer, wenn ich eine neue Episode aus Deinem Leben lese (ich meine die, in denen Dein Mann vorkommt), jagen mir kleine Schauer über den Rücken. Besonders intelligent und höflich ist so ein Verhalten nicht wirklich, deshalb klinke ich mich jetzt auch aus Deinem Strang aus.
Alles Gute!
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17.05.2010, 15:52
AW: Wer bin ich?
Hallo liebe schlaflos,
würde gern wissen, wie es dir geht!?
Liebe Grüsse
Lilith
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17.05.2010, 21:44Inaktiver User
AW: Wer bin ich?
Liebe Lilith,
das ist ja witzig, gerade heute habe ich gedacht, es wäre wieder an der Zeit, in meinem Strang weiterzuberichten.
Mir geht es gut.
Ich bin in D gewesen und habe alles gut geregelt bekommen. Heute habe ich meinen Mietvertrag für die neue Wohnung bekommen. Ich muss ihn nur noch unterschreiben
Es ist eine sehr schöne Wohnung, und ich weiß schon genau, wie ich sie einrichten und mir gemütlich herrichten werde.
Mit meinem Ex habe ich einen guten Weg des Umgangs miteinander gefunden. Zuerst kam es mir komisch vor, mich mit ihm über den Umzug und all das zu unterhalten. Aber nun ist es ganz normal. Und ich muss sagen, er unterstützt mich sehr und in jeder Hinsicht. Er fragt mich in letzter Zeit häufig (wenn auch durch die Blume), ob wir zusammenbleiben werden. Aber dadurch, dass ich mich gefestigter fühle, habe ich kein Gefühl der Panik mehr und kann gut damit umgehen.
Ich werde weiter alles auf mich zukommen lassen. Dabei bin ich ja nicht passiv und harre und hoffe blind. Ich gestalte ja aktiv mein weiteres Leben.
Was mir noch gut getan hat und tut: Der Kontakt mit alten Freunden in der Heimat, mein Yoga, ohne das ich gar nicht mehr sein mag, meine täglichen Meditationen, das Planen und Organisieren...
Auch mein Ex tut mir gut, so seltsam sich das anhören mag. Der Abstand, die Distanz hat uns besser miteinander umgehen gelernt. Wir reden auch recht offen und häufig über unsere Befindlichkeiten. Vieles von seinen Gedanken, die er sich macht, ist mir neu.
Was soll ich noch sagen?! Es ist momentan eine gute Zeit für mich
Schlaflos
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17.05.2010, 21:59
AW: Wer bin ich?
Ach, ich freu mich so für dich und hoffe, das es genau so weitergeht.....
Schön, das du dir schon Gedanken über die Einrichtung machst, dann wirst du dich auch schnell zuhause fühlen
Und das ihr redet, so richtig, ist doch ein gutes Zeichen....
Wie auch immer.... Es ist besser, zu verstehen.....
Ganz liebe Grüsse
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19.05.2010, 18:02Inaktiver User
AW: Wer bin ich?
Hallo liebe BriCom

Heute habe ich mich zum erstenmal getraut, mein erstes Posting meines Stranges hier durchzulesen. Ja: getraut! Es hat mich nämlich jede Menge Überwindung gekostet. Aber ich habe das Bedürfnis, eine Bestandsaufnahme zu machen. Vom Gefühl her empfinde ich mich anders als damals im November, klarer, weniger traurig. Aber auch mit etwas "zerzauster Seele" wie nach stürmischer Fahrt.
Ich ziehe mal einige Textstellen heraus, auf die ich mir selbst antworten möchte (ist das jetzt schizophren???)...
Meine Tage werden heller und heller. Die letzten dissoziativen Störungen sind einige Zeit her, und sie traten auch nur noch sehr vereinzelt auf. Speziell die allerletzte empfand ich als deutlich abgeschwächter.Bin eine Frau im besten Alter, im RL sehr erfolgreich und im herkömmlichen Sinne wunschlos. Glücklich? Nein, aber mit diesem Begriff kann ich auch kein Gefühl verbinden. Ich kenne Augenblicke der Erfüllung, aber es sind nur kurze Spots in einem alltäglichen Dunkel. Hört sich wahrscheinlich abgehoben an, aber so empfinde ich mich, meine Seele: Schwarz und traurig
Gestern habe ich mich mit einer guten Freundin unterhalten, und sie sagte mir, sie beneide mich um meine Möglichkeiten. Da spürte ich ein ganz warmes Gefühl im Bauch. Ich glaube, das war Glück
Die Erinnerungen an meine Kindheit begleiten mich nach wie vor, aber ich habe eine Entscheidung getroffen, die mich so einiges mit dem wohl absolut notwendigen Abstand betrachten lassen. Das Thema "Mutter" ist für mich erledigt: Ich möchte und werde sie nicht wiedersehen. Die Dinge sind alle geschehen, und ich bin zu der Erkenntnis gekommen, dass es mit meiner Mutter darüber nichts mehr zu kommunizieren gibt. Sie hat mit Sicherheit sehr viele Probleme; aber ich will nicht darüber mit ihr reden. Diese Frau aus meinem Leben fernzuhalten, ist die Grenze, die ich ziehen werde. Nur so kann ich einigermaßen angstfrei in die Zukunft schauen. Ein bisschen ist es auch so, dass ich das als eine Art "Zertifikat" sogar betrachte; könnte ich diese Grenze zu ihr nicht ziehen, würde das beweisen, dass ich noch nicht mit ihr durch wäre. Aber das bin ich!
Im Gegensatz dazu möchte ich mit meinem Bruder offen über das Geschehen reden; er hatte mich ja sexuell missbraucht. Aber er ist zu einem Mann geworden, der ein gutes Herz hat und in der Lage sein wird, sich der eigenen Schuldigkeit zu stellen. Bei ihm habe ich das Gefühl, dass wir zueinander in neuer Qualität finden können.
Heute weiß ich, was Verzeihen heißt, und dass es nichts mit Entschuldigen oder Gutheißen zu tun hat. Ich sehe meine kleine Tochter und weiß jetzt, dass so ein Wesen komplett schutzlos und ausgeliefert ist. Sie hat mir eigentlich erst bewiesen, dass ich keine Schuld gehabt haben kann und dass es nichts als Schicksal gewesen ist - dem ich jedoch heute nicht mehr ausgeliefert bin.
Vielleicht werde ich nie zu diesem Ur-Vertrauen finden können, das mir als Kind genommen worden ist. Vielleicht ist es komplett zerstört worden, damals? Wer weiß? Aber ich denke, mit Verstand und Empathie und Übung im - vor allem - Grenzensetzen ist einiges machbar.
Das Thema "Partner" habe ich vor allem in den letzten Wochen extrem beleuchtet. Das hat mich eigentlich am allermeisten geschüttelt. Es war wie ein Indikator für mein Seelenleben. Mein Ex (oder wie immer ich den Mann in meinem Leben auch nennen mag) hat mir den Weg zu mir selbst gewiesen; auf heftige Art, die mich oft an den Rand der Verzweiflung getrieben hat. Dafür bin ich dem Leben dankbar!!!
Wie es mit uns weiterlaufen wird und ob überhaupt - das mag ich nicht beurteilen. Es ist auch gar nicht so interessant, so empfinde ich das jetzt. Fakt ist, dass ich mich auf mein neues Leben sehr freue, auf meine Autonomie, meine Zukunft. Es gibt so vieles zu gestalten, und seien es nur die Farben an den Wänden meiner neuen Wohnung... Ich habe mir einiges vorgenommen, das ich schon immer mal machen wollte. Ich habe so eine richtige Lust auf Leben bekommen, die ich vorher noch nie so gehabt habe.
Worauf ich aber achten werde, ist mein Hang zur Abhängigkeit. Ich denke, ein latentes Klammerbedürfnis wird mich weiterhin begleiten. Aber das lässt sich vielleicht bei Bewusstsein handhaben?! Andererseits verängstigt mich Nähe - ein blöder Teufelskreis! Ich werde also mal schauen müssen, wie ich mein Leben eigentlich leben möchte. Wirklich allein war ich ja noch nie gewesen, so ganz auf mich gestellt bis in die letzte Konsequenz. Das ist schon etwas Neues - aber rein intellektuell beschaut wohl der einzig mögliche Weg hin zur echten Selbstfindung.
Das war ein hartes Stück ArbeitIch suche mich selbst. Es klingt vielleicht vollkommen bekloppt (?), aber ich kann mich einfach nicht finden. Ich habe sogar Probleme, meinen Geschmack auszudrücken: keine besonderen Vorlieben oder Abneigungen. Ich weiß nicht, welcher Haarschnitt mir steht, welches Outfit meinen Typ unterstreicht (wie auch, wo ich keine Ahnung hab, was für ein Typ ich überhaupt bin), lese querbeet, sehe Filme querbeet, bin allgemein interessiert querbeet - aber wo ist die Leidenschaft für eine Sache???
Also: Meine Haare sind inzwischen kurz, und so gefallen sie mir aus vielerlei Gründen am besten. Ich mag Jeans und "Tussi"-Schuhe
Science-fiction und Abenteuerromane lassen mich kalt, für Tolstoi könnte ich sterben. An Filmen habe ich eigentlich doch so einige Präferenzen (die oftmals mit dem Hauptdarsteller zusammenhängen
). Meine Leidenschaft - naja, die wird vielleicht noch kommen... Neulich sagte mir mein Ex, am meisten möge er mein feuriges Temperament
Wenn ich mich da mal selbst nicht ganz falsch eingeschätzt habe...
Ja, manchmal heule, manchmal bin ich traurig. Das gehört wohl zu mir. Ich suche noch nach der großen weiten Wut. Aus meinem Tagebuch weiß ich nun, dass die Heultage deutlich weniger geworden sind und die Gute-Laune-Tage bei weitem überwiegen. Auch hier hat mir das Bewusstwerden die Augen geöffnet und zu einer Neubewertung geführt.Manchmal bin ich tagelang traurig und weine heimlich, das ist dann die Opferrolle, in die ich hineinkrieche, weil ich mich in ihr zu sehr heimisch fühle. Aber ich hasse sie, ich will sie nicht als mein Zuhause akzeptieren. Nicht mehr!
Mein Ex will mir nicht weh tun, das glaube ich nicht (mehr). Er will ausziehen. Das respektiere ich jetzt. Interessant ist die Wandlung dieses Themas: ICH bin diejenige, die wirklich auszieht. ER will sich noch nicht einmal eine Wohnung suchen und erst einmal "schauen, wie es so laufen wird". Ein kleines bisschen bin ich da stolz auf mich, weil ich mich meiner größten Angst (der Verlustangst) aktiv - wenn auch unter Strampeln und Protest - gestellt habe. ER scheint da noch einiges vor sich zu haben.Aktuell ist da eben diese komplizierte Beziehungskiste, in der ich noch stecke. Mein Problem ist das Grenzen-Setzen. Mein Partner sagt mir: Ich kann dir nur Nähe geben, wenn wir wieder Distanz haben. Er will also ausziehen, trotzdem die Beziehung aufrechterhalten. - Ja, ich kenne alle die Mechanismen, die dahinterstecken, ich durchschaue das Muster. Aber im Praktischen hilft es mir nichts, weil ich seine Nähe zulasse, obwohl ich fühle: NEIN, du hast mir weh getan, komm mir jetzt nicht zu nah!
Aber er ist erwachsen und lebensfähig und wird seinen Weg finden
Last but not least: Abgeschnitten fühle ich mich schon seit einiger Zeit nicht mehr. Es ist immer die Gefahr der Ablenkung da, zu der ich neige. Dann muss ich mich ermahnen, im Augenblick zu bleiben.
Ach ja, noch etwas: Bei meinem letzten Flug hatte ich keine Panikattacke. Nicht, dass ich total entspannt gewesen bin, aber es war gut auszuhalten.
Danke fürs Mitlesen an alle. Vielleicht hat ja einer von euch einen Vorschlag für meine neue Signatur - ich finde, die alte hört sich etwas zu depressiv an und passt nicht mehr.
Schlaflos
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19.05.2010, 19:01
AW: Wer bin ich?
ach, liebe schlaflos

deine worte hören sich so toll und wahrhaftig an, da mag ich jetzt auch gar nicht viel zu schreiben, weil es manchmal besser ist, sich einfach (mit) zu freuen und die klappe zu halten
es ist wie es ist und das ist gut so.
du hast sooooooooviel gelernt! über dich!
wie war das noch: tausend kleine tode sterben, damit die veränderung kommt...
signaturvorschlag hab ich gerade jetzt nicht parat. aber andere vielleicht???
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20.05.2010, 13:02
AW: Wer bin ich?
Hallo schlaflos,
das nennt man jawohl "Fortschritt".
Sei herzlich und kräftig gelobt.
Hier mal ein Vorschlag zur Signatur:
Es gibt keinen Weg zum Glück. Glücklich sein ist der Weg. (Buddha)
Herzlich
Lo.Ich darf, ich bin, ich werde!
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21.05.2010, 09:14Inaktiver User
AW: Wer bin ich?
Liebe lobanshee,
danke für den Signaturvorschlag, er hat mich zur Dualität des Lebens gebracht und so zu Khalil Gibran, den ich vor Jahren mal gelesen (aber nicht wirklich verstanden) habe.

Schlaflos




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