@ Leda
Also, die Signatur habe ich ja schon ein paar Tage oder so... Sie trifft ein Gefühl in mir, einen Nerv, wenn du so willst. Und den dann "Eins zu Eins". Aber ich fühle das nicht permanent. Ich bin auch nicht pausenlos traurig. Manchmal: Ja.
Festgeschrieben? Ja, da hast du irgendwie recht. Ich möchte es aber eigentlich nicht als mein Lebensmotto sehen, das würde es auch nicht treffen. Ich WEIß, dass die Traurigkeit vorbeigehen wird. Zumal ich sie eher meiner Angst zuschreibe als dem Menschen...
Heute fühle ich mich wie ein Teenager, der sich freut, dass die "Erwachsenen" für ein paar Tage allein in die Ferien gefahren sind. Das hat mir witzigerweise einen Funken Hoffnung - bei all der sonst gefühlten Angst - gegeben: nämlich, wie auch sein könnte, wenn ich wieder ohne Partner in meinen eigenen vier Wänden lebe...
Diesen Eindruck hast du von mir?Du suhlst Dich im Leiden.
Das Schreiben und die Antworten hier gewähren Dir kleine Pausen davon. Bzw. garantieren Dir auch noch Publikum im selbstgebuddelten Schlammloch, das eher tiefer als flacher wird, je ausführlicher Du Dich darin hin- und her wälzt.
Das Schreiben und die Antworten hier sind mein Fenster zur Außenwelt. Ich fühle mich ja nicht nur abgeschnitten, ich bin es auch in vielerlei Hinsicht wirklich und brauche schlicht manchmal Feedback. Auch, weil ich finde, dass mein Sohn wohl kaum der Ansprechpartner für diese Gedanken sein kann, die ich hier niederschreibe.
Aber ich will mich weder in meinem eigenen Leid suhlen noch brauche ich Publikum im Sinne von Show und dem Reiz des Ausagierens.
Was meinst du mit "selbstgebuddeltem Schlammloch"? Das habe ich nicht so richtig kapiert. Die Beziehung hier? Ja, die ist tatsächlich selbstgebuddelt, und ich hätte sie schon viel früher verlassen sollen. Oder was anderes?
Tue ich das nicht? Fange ich nicht bei mir selbst an?Ihm Grenzen setzen?
Fang mal bei Dir selbst an, Dir Verhaltensgrenzen dort zu setzen, wo es für Dich destruktiv wird.
Maßstab:
Tut es mir gut?
Ja / Nein
Ich schreibe lieber in die BriCom, anstatt jeden zweiten Tag ein Pseudo-Drama zu starten. Tut es mir gut? JA!!! UND WIE!!!
Heißt denn IHM Grenzen setzen nicht automatisch auch MIR Grenzen setzen?
Schlaflos
Antworten
Ergebnis 451 bis 460 von 1650
Thema: Wer bin ich?
-
07.04.2010, 16:48Inaktiver User
AW: Wer bin ich?
-
07.04.2010, 16:55Inaktiver User
AW: Wer bin ich?
@ Farmelli
Nein, so komisch sich das anhören mag, verbuche ich das unterm Strich als Erfolg. Ich bin mir selbst sehr viel näher gekommen, habe immer wieder versucht, nicht in meine Traumwelten von früher abzudriften. Und ich habe die berechtigte Hoffnung, in einiger Zeit das auch in wirklich jeder Hinsicht zu fühlen. Wenn der größte Kummer durch ist. Obwohl, vielleicht ist er das ja schon, der tritt ja sicher nicht abrupt erst "richtig" auf, wenn die Schlösser neue Namensschilder tragen.
"Knatsch" eher im Sinne von "alter Wein in neuen Schläuchen", im Sinne von "nervig-nervig".
Ich mache mir manchmal Vorwürfe, aber wirklich nur manchmal - und es bringt ja auch nichts -, dass ich nicht damals gleich die Kurve gekriegt habe und direkt nach dem Restaurant wieder meine Koffer gepackt hatte. Aber nun ist es wie es ist. Besser spät als nie!
Schlaflos
-
07.04.2010, 16:55
-
07.04.2010, 17:01
-
07.04.2010, 17:08Inaktiver User
AW: Wer bin ich?
Nein, der Kontext ist etwas anders.
(Ist hier irgendjemand In Treamtent-Fan? Dann bitte nicht weiterlesen: Spoilerwarnung!!!)
Der Therapist Paul verliebt sich in einer Art Gegenübertragung in einer seiner Patientinnen. Als sie die Therapie beendet hat, geht er zu ihr, und es ist klar, dass "es" nun passieren wird. Aber als sie im Schlafzimmer landen, kann er sie nicht einmal berühren. Er bekommt eine Panik-Attacke und flüchtet.
Zu seiner Supervisorin, Gina. Die kommt zu dem Schluss, dass er einerseits seine ethischen Standards (Arzt-Patient) und sein Wissen um die Zusammenhänge bei erotischen Übertragungen hatte, andererseits sich aber derartig heftig in die Patientin verliebt hatte, dass sein Körper eine ausgewachsene Panik-Attacke "benötigte", um ihn von etwas abzuhalten, was er den Rest seines Lebens bereut hätte: nämlich seiner Patientin als auch sich Schmerzen zuzufügen.
Ich sehe diese Signatur nicht nur als Ausdruck der Trauer Pauls, sondern auch als offene Frage, wie es nun weitergehen wird in seinem Leben. Er jammert ja nicht, er erkennt und ist vielleicht traurig, natürlich verletzt und ängstlich - aber er will auch tatsächlich wissen: What's left for me now?
Schlaflos
-
07.04.2010, 17:13Inaktiver User
AW: Wer bin ich?
doppelt
Geändert von Inaktiver User (07.04.2010 um 17:26 Uhr) Grund: doppelt
-
07.04.2010, 17:23Inaktiver User
AW: Wer bin ich?
@ Julifrau
Ich sage mir das manchmal: DESHALB jetzt, wegen DIESEM oder JENEM, was mein EX gerade getan hat, könnte ich schon mal gar nicht mit ihm zusammenleben. Da habe ich eine Liste im Kopf - und bei der geht es nicht um Marotten oder Kleinigkeiten!
In 83 Tagen stehen die Möbelpacker vor der TürIch glaube, so funktionieren Abschiede. Und - durch Abstand. Es wird Zeit, dass ihr den findet.
Schlaflos
-
07.04.2010, 18:13
-
07.04.2010, 18:27Inaktiver User
AW: Wer bin ich?
Ja, vor allem diese Ambivalenz. Er sitzt komplett zwischen allen Stühlen, und seine Gewissheit über die Zusammenhänge hilft ihm gerade überhaupt nicht weiter. Er konnte das "Alte" nicht leben und weiß auch nicht, was die Zukunft bringen wird. Hat alles zusammen: Mut, Resignation, Enttäuschung, aber auch Hoffnung, Zweckoptimismus, Glaube.
Zitat von Alaska
So sehe ich mich selbst gerade...
Eine Signatur kann ja auch jederzeit wieder geändert werden
-
07.04.2010, 18:36
AW: Wer bin ich?



Zitieren

