Na klar, immer hereinspaziert
Ja, es gibt auch für mich einige Kirchenlieder, die mich rühren. Vor allem die von Paul Gerhardt haben eine starke Wirkung.
Es tut gut, nicht allein zu sein mit der Spiritualität![]()
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Thema: Wer bin ich?
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26.07.2012, 20:15Inaktiver User
AW: Wer bin ich?
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26.07.2012, 20:20Inaktiver User
AW: Wer bin ich?
ich mag modernere Kirchenlieder gern, Taizee-Gesänge und Gospel.
Wenn es mir nicht gut geht, muß ich in die Baptistenkirche hier am Ort. Das brauche ich, weil die tolle moderne Kirchenlieder singen. Manchmal haben sie eine Band mit Gitarre und Schlagzeug, ganz prima, und es wird eine längere Zeit nur gesungen. Danach fühle ich mich viel besser.
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26.07.2012, 20:24Inaktiver User
AW: Wer bin ich?
Das hört man oft. Gospel hat etwas sehr Mitreißendes. Ist allerdings nicht ganz so meine Kragenweite. Ich musste mal einige Monate lang den Gottesdienst einer amerikanischen Kirchengemeinde ertragen - der wurde mit Zettel und Stift abgehalten, die Leute sollten wie in einer Klippschule die Bibelpassagen suchen und nachsprechen
Irgendwie verbinde ich das seitdem mit dieser - an und für sich so tollen - Kirchenmusik. Leider
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26.07.2012, 20:36Inaktiver User
AW: Wer bin ich?
Ach, sieh dir mal im August die Konzerte von den Gospel Travellers und dem Oslo Gospel choir auf Bibel TV an, das ist so toll!!! Mit den Gospel Travellers hab ich schon mitgesungen, dreimal, und mit Tore Aas, dem Leiter des Oslo Gospel Choirs haben wir während eines workshops geprobt. Einfach grandios, mitreißend, einmalig, unschlagbar. Es wird dir gefallen. Bei uns ist im nächsten Monat wieder eine Gospelwoche in einer Kirche im benachbarten Ort, da werde ich bestimmt zu mindestens drei Konzerten gehen. Super Gruppen treten da auf. In den vergangenen zwei Jahren war ich auch mit einer Gruppe von betreuten Menschen da, die waren hingerissen, haben getanzt, geklatscht, mitgesungen. Selbst die, die es wrklcih schwer hatten in ihrem Leben waren angerührt und öffneten sich. Eine hat mich sogar schon seit Anfang des Jahres gefragt, wann es wieder soweit ist, wann wir wieder in ein Gospelkonzert gehen. und das ist jemand, die mit mir zusammen das erste mal eine Kirche betreten hat, im Alter von über 50 Jahren, zu einem Gospelkonzert in N.
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27.07.2012, 10:49
AW: Wer bin ich?
Moin!
Gospel sind auch nicht ganz meins. Erstens hab ich da wohl oft das Gefühl, ich soll mitgerissen werden, es soll mitreißend sein, und das ist für mich gleich abtörnend. Ich sehe mir das dann mit Distanz an und ich glaube, Distanz ist etwas, was sich nicht mit Gospel-Gesang verträgt. Zweitens mag ich auch dieses Exaltierte nicht - wobei ich mich erinnere, dass ich irgendwann vor langer Zeit mal eine Version von "Nobody knows the trouble" hörte, die mich sehr angesprochen hat.
Paul Gerhardts Lieder finde ich so innig und schlicht, das finde ich ganz wunderbar. Außerdem bin ich auch ein großer Bewunderer von Bach.
Ich habe zumindest momentan nicht das Bedürfnis, mich einer bestimmten Kirche, einem bestimmten Glauben anzuschließen. Das ist so ein Gebiet, bei dem ich einfach mal schaue, wie sich alles weiterentwickelt. Trotzdem ist es so, dass der Glaube mir im Alltag wichtig ist.
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27.07.2012, 11:22Inaktiver User
AW: Wer bin ich?
Liebe floralina,
ich kann sehr gut nachempfinden, dass du ganz hingerissen bist vom Gospel. Denn ich habe ja selbst schon - wie gesagt - Gottesdienste erlebt, wo stand up gesungen worden ist.

Ist es denn "nur" die Musik und das damit zusammenhängende Gefühl, das dich beeindruckt. Oder lebst du auch deine Spiritualität?
Liebe Massashi,
mir geht es - schon wieder
- ganz genau wie dir. Vielleicht ist es auch eine Mischung aus Typ (ich bin ja per se eher zurückhaltend) und aus der Erfahrung geborener Distanz? Es bleibt ein Geschmack von Gehirnwäsche - obwohl das sicherlich ein viel zu starker Begriff ist.
Mein Glaube ist sehr an den lutherischen Protestantismus gebunden. Obwohl mich der Papst fasziniert, und ich habe sogar einige seiner Bücher gelesen, mag ich es nicht, dass sich ein Mensch dazu erhebt, der Stellvertreter Gottes auf Erden zu sein. Und diese ganzen Doktrien, die aus der Bibel hergeleitet und im Katechismus gemündet sind, halte ich für einen ganz fürchterlichen Irrtum der Auslegung christlichen Glaubens, wo doch Gnade, Mitgefühl und Verzeihung so - in meinen Augen - dominierend sind, dass ich sie überhaupt nicht mit sturen, lebensverachtenden Regeln vereinbaren mag.
Naja, ein weites Feld
Auch ich fühle eher in der Schlichtheit und in so wenig Ablenkung wie möglich die Essenz, die für mein Leben genau das Rechte ist. Glaube, Hoffnung, Liebe. Diese drei. Aber die Liebe ist die größte von allen
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27.07.2012, 18:34Inaktiver User
AW: Wer bin ich?
ich finde mich in den posts von euch beiden wieder. Aber wie gesagt, mag ich Gospel etc, ich möchte mich jetzt nicht so gern wiederholen. Ich mag eben das Laute und Temperamentvolle, aber auch wieder das Stille, Innerliche. Und was heißt Spiritualtität leben eigentlich? Heute morgen, um halb sieben, als ich zu meiner Arbeit fuhr, stand da ein Reh auf einer Wiese im goldenen Sonnenschein und äste. Der Anblick traf mein Herz, es war der Augenblick des tiefen Atems, des Erschauerns vor der Schönheit von Gottes Schöpfung und des Erfülltwerdens. Ein Bild, unerwartet und tief war es für mich. Ich sah das abgeerntete Feld und darauf die zusammengerollten Getreide, Farben so wunderschön wie kein Mensch sie malen kann. Ich habe gespürt wie mir Kraft geschenkt wurde für die Aufgaben des Tages.
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07.10.2012, 22:15Inaktiver User
AW: Wer bin ich?
Zurück zum Thema Selbstfindung
In letzter Zeit passiert es mir oft, dass ich flash backs habe in meine Kindheit. Aber nichts Negatives, also keine Intrusionen oder ähnliches.
Ein Beispiel (ein sehr häufiges, oft wiederkehrendes):
Ich wache auf, und währenddessen erinnern mich Geräusche von der Straße an meine Zeit bei meiner Großmutter, bei der ich sehr gerne und oft gewesen bin. Ich rieche ihre Wohnung, fühle das kalte Leinen ihrer Federbetten und befinde mich gedanklich wieder bei ihr. Sehr schöne Erinnerungen sind das.
Ich habe ja unglaublich wenige Erinnerungen an meine Kindheit, und nun (endlich, will ich fast meinen) kommen auch sehr schöne an die Oberfläche meines Bewusstseins. Vielleicht kann ich ja auch erst jetzt zulassen, dass "nicht alles nur schlimm gewesen ist"? Sagt man doch so, oder?!
Und noch etwas Positives: Wenn ich mich in meiner Wohnung so umschaue, dann kann ich den Gedanken zulassen, hier zu bleiben. Vielleicht sogar für immer
Und sollte ich das tatsächlich "schaffen", dann hätte meine Jüngste die Chance, in einem gefestigten Umfeld aufzuwachsen, das nicht durch stete Umzüge und wechselnde Menschen bestimmt ist. Ich wollte ja immer nur weg-weg-weg 
Außerdem habe ich auch seit einiger Zeit wieder angefangen zu lesen. Konnte ich ein paar Monate nicht wirklich. Ich glaube, ich werde ruhiger. Ich glaube auch, dass ich mich selbst besser lassen kann.
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08.10.2012, 09:23
AW: Wer bin ich?
Guten Morgen!
Gut, dass es Deine Großmutter gab!
Auf den ersten Blick hatte ich gelesen: "Es war alles nicht so schlimm" und wollte mich schon aufregen. Denn so hat sich meine Mutter ausgedrückt, um die Gewalt meines Vaters herunterzuspielen. Aber das war ein Freudscher Verleser und das, was da steht, sagt ja ganz was anderes.
Ich glaube fast (ist noch eine These), dass es im Leben eines jeden Menschen auch Schönes und Gutes gab, sonst wäre er gestorben. Und Deine Stärke, die man zum Beispiel daran erkennen kann, mit welchem Tempo Du handelst und mit welchem Tempo Du Erkenntnisse aus Deiner Therapie umsetzt, ist bestimmt auch ein Zeichen dafür, dass es einiges Gute in Deinem Leben gab, aus dem Du diese Kraft schöpfst.
Wobei: Ich glaube, dass die Kraft in erster Linie aus einem selber kommt. Dass aber der Mut, auf diese Kraft zurückzugreifen, durch positive Erlebnisse im außen entsteht. - Wie seht Ihr das?
Lesen: Ulkig, wie oft ich Überschneidungen mit Deinem Leben finde! Ich mag Siri Hustvedt sehr gern (allerdings nicht alles) und habe vor ca. 3 Monaten angefangen, wieder Romane zu lesen.
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08.10.2012, 17:26Inaktiver User
AW: Wer bin ich?
Ja, sie war wohl auch meine Beschützerin
Nachdem sie gestorben war, habe ich mir einige ihrer Möbel gesichert (keiner wollte sie haben...) Sie erinnern mich jeden Tag an sie, und wie sich nun herausstellt, auch an das Gute an und in mir selbst.
Da hättest du wohl jeden Grund zum Aufregen gehabt!!!
Obwohl - die andere Version, nämlich: Alles war immer so schlimm gewesen! - das ist ja das Credo bislang gewesen. Und nun ist es durchbrochen. Vielleicht braucht man das, um sich selbst bestätigt zu wissen.
Sehr lange konnte ich kein gutes Haar an meiner Mutter lassen. Ich konnte es kaum ertragen anzuerkennen, dass sie beispielsweise eine gutaussehende Frau gewesen ist. Heute kann ich das so stehen lassen. Weil ich weiß, was ich weiß. Sie ist ein böser Mensch. All ihre äußere Attraktivität unterstreicht das nur, wie ich finde.
Ich liebe ihr Buch "Der Sommer ohne Männer"


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