Das Problem war, ich funktionierte in der Schule noch ganz gut. Meine Noten waren gut und da ich auch eine gute Freundin hatte bei der ich die meiste Zeit am Tag war, hatte ich in ihr ganz guten Halt. Erst in der fünften klasse fing es an, dass sich meine noten rapide verschlechterten...das war ein jahr die reine hölle da auch zu hause es immer schlimmer wurde. Naja mein Vater hat erst nach 5Jahren, als ich 11 war die Reißleine gezogen und ist mit mir ausgezogen. (Leider hat er mich dann mit 17 endgültig vor die Tür gesetzt weil ich mich mit seiner neuen Frau nicht verstand)
Die Frage der Schuld habe ich für mich schon lange geklärt. Ich habe auch ein recht gutes Verhältnis zu meinen Eltern. Ich weiß aus welchen Gründen sie damals so gehandelt haben und wie sich daraus eine eigene dynamik entwickelt hat. Keiner der beiden hat sich je bei mir entschuldigt aber ich kann damit leben. Sie haben beide schwere konsequenzen zu tragen und ich sehe dass als die Strafe an die "Gott" ihnen zugekommen lässt. Natürlich könnte ich sie hassen für das was passiert ist, aber frieden hätte ich dann auch nicht geschlossen.
Ich habe mich für den Weg der Vergebung entschieden. Durch sie wurde ich zum dem Menschen der ich bin und das ist auch gut so. Für andere mag dass nicht zu verstehen sein, aber es gibt mir eine gewisse Freiheit dich ich brauche um auch noch schöne Erlebnisse mit ihnen teilen zu können.
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Thema: Wer bin ich?
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22.11.2011, 17:06Inaktiver User
AW: Wer bin ich?
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22.11.2011, 17:50
AW: Wer bin ich?
Interessant! - Ich kenne jemanden, der sehr radikal die Auffassung vertritt, dass erstens alles gut ist wie es ist und dass zweitens jeder für alles verantwortlich ist, was er erlebt. Ich hadere mit dieser Auffassung, da meines Erachtens Verantwortung hier zu umfassend begriffen wird, also er geht so weit zu sagen - Achtung, hier wird´s religiös - dass jeder sich selbst die Familie aussucht, die er braucht, um bestimmte Dinge zu lernen.
Wie gesagt, ich hadere damit. Faszinierend finde ich das allemal.
Massashi
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22.11.2011, 20:57
AW: Wer bin ich?
"...und gibt's auch kein Wiedersehn, einmal war es doch schön."
(Peter Kreuder et al, Sag beim Abschied leise 'Servus')
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24.11.2011, 20:22Inaktiver User
AW: Wer bin ich?
Danke, Alaska

Ich darf bei all den schlimmen Dingen der Vergangenheit aber trotzdem behaupten, dass ich gerade die wohl schönste Zeit meines bisherigen Lebens genieße. Und all diese Fülle an Erinnerungen beweist mir das sogar. Ich fühle mich stark; deshalb halte ich das auch gut aus.
Meine Thera meinte neulich zu mir, sie möchte nun damit beginnen, mit mir Imaginationstechniken zu erlernen. Sie sollen mir helfen, in Dissoziationssituationen mit Hilfe von bestimmten Bildern (?) wieder heraus zu finden.
Kennt das jemand von euch? Bin richtig neugierig.
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24.11.2011, 21:27
AW: Wer bin ich?
Das ist gut, Schlaflos.
Vielleicht meint sie Psychodynamisch Imaginative Trauma Therapie? -> PITT."...und gibt's auch kein Wiedersehn, einmal war es doch schön."
(Peter Kreuder et al, Sag beim Abschied leise 'Servus')
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24.11.2011, 21:51Inaktiver User
AW: Wer bin ich?
Das liest sich gut verständlich. Bei Imagination dachte ich zunächst an Bilder. Starre Bilder. Mir gefällt der Ansatz des Nicht-Körperlichen - natürlich. Und dass die eigenen Ressourcen, die ja oftmals als eher negativ eingestuft, im positiven Sinne genutzt werden. Aber die Studie basiert auf Versuchen mit vor allem Borderline-Patientinnen; und meine Thera stuft mich als eindeutig nicht Boderlinerin ein (ich hatte sie mal gefragt). Mal schauen. Nächste Woche weiß ich mehr.
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25.11.2011, 19:58
AW: Wer bin ich?
ja, hier, ich! *fingerheb*

Meine Thera macht das ja von Anfang an mit mir. Richtung ---> Katathymes Bilderleben. Ich finds gut, mir hat es sehr geholfen. Frag doch mal deine Thera, was für Imaginationstechniken das sind.
Die Imaginationen die wir gemacht haben, waren nicht starr. Es waren richtige Reisen zurück inkl. der Gefühle. Es gibt auch die Methode, als jetziger Erwachsener in die Situation mit hineinzugehen und das Kleine zu beschützen, sich für es einzusetzen.
Ich hab dir einmal von einer Imagination meiner Angst geschrieben. Erinnerst du dich?
Zuerst war die Angst dunkel, mystisch, unheimlich. Ein wogendes, dunkles, sehr bedrohliches Etwas... Ein Loch in der Erde, angefüllt mit "Schleim". In der zweiten Imagination dazu verwandelte sich die Angst in einen süßen Brei, von dem ich sogar naschen konnte. Das Loch verlor seinen Schrecken. Und ich glaube, ich auch ein wenig meine (Lebens)Angst 
Imaginationen gehen ganz tief rein in die Gefühle, auch in die "negativen", besser die schmerzvollen. Im geschützten Rahmen tut es gut, diese zuzulassen und sogar umzuwandeln, oder zu neutralisieren. Mir hat es wie gesagt sehr geholfen.
Weiß nicht, ob ich das jetzt gut erklärt habe
Und es gibt sicher auch verschiedene Arten der Imaginationstherapie...
„Hoffnung ist die Fähigkeit, die Musik der Zukunft zu hören.
Glaube ist der Mut, in der Gegenwart danach zu tanzen.“
(Peter Kuznic, kroatischer Theologe)
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25.11.2011, 20:51Inaktiver User
AW: Wer bin ich?
Liebe Fliege
Genau, ich erinnere mich daran. Du hast es sehr gut beschrieben, und nun bin ich noch neugieriger geworden. Es hat etwas von Dinge-im-nachhinein-Zurechtrücken und gibt mir eine sanfte Hoffnung. Danke!!!
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25.11.2011, 21:47
AW: Wer bin ich?
fein

jup, dinge zurechtrücken im nachhinein. vieles, was mir kopfmäßig schon bewusst war - weiß man/frau ja oft... - kam dann auch im gefühls"hirn" an.
logisch beschreiben oder in worte fassen lässt sich das ganze kaum. es ist quasi nur fühlbar. aber danach ist die welt irgendwie... anders. nicht sofort, es sackt nach und nach in einen rein (auch bei kommenden erfahrungen, die man auf einmal anders wahrnimmt. oder sich anders verhält. sich anders äußert. mir ging das oft so. dann dachte ich oft "huch? bin das ich???
coooool
"). ist halt schwer zu beschreiben
„Hoffnung ist die Fähigkeit, die Musik der Zukunft zu hören.
Glaube ist der Mut, in der Gegenwart danach zu tanzen.“
(Peter Kuznic, kroatischer Theologe)
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08.12.2011, 19:19Inaktiver User
AW: Wer bin ich?
Ich hatte Geburtstag. Hatte Überraschungsbesuch von Freunden, Glückwünsche von sehr vielen Menschen (was mich immer wieder erstaunen lässt, aber inzwischen kann ich genießen). Mein Seelenzustand ist ausgeglichen und - glücklich.
Ex hat mir ein Geschenk gemacht. Es war etwas, das ich selbst vor einigen Jahren mal gekauft hatte (was er sicher nicht mehr wusste, ihn kümmerte ja Haushalt nie)
Und er hat mir eine SMS geschickt. Wow. Meine beste Freundin meinte, er wolle mir krampfhaft zeigen, wie gut er über mich hinweg ist, denn sein Stil sei das gar nicht.
Aber ich habe mich überhaupt nicht aufgeregt.
Mein Bruder hat mir auch eine Karte geschickt. Er würde mich gerne in der Weihnachtszeit treffen. Aber der Ton war leichtfüßig wie immer. Da steckt kein ernsthafter Wunsch dahinter, alte Dinge mit mir aufzuarbeiten.
Meine Mutter hat sich nicht gemeldet. Das habe ich auch nicht erwartet.
Ach, und dann habe ich meine FB-"Freundschaft" mit Mr. Verpasste-Chance gelöscht. Er meldete sich nicht mehr, und gratuliert hat er mir auch nicht. Abgehakt.
Wieso ich das hier schreibe, wenn mich das doch überhaupt nicht tangiert? Weil es bei all dem nicht mehr um diese Menschen geht, sondern ich befasse mich jetzt mit mir. Ein kleiner feiner Unterschied
Leider kann ich erst nächste Woche meine Thera wegen der Imagination fragen. Bin immernoch sehr neugierig. Mal schauen...




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