Antworten
Seite 1 von 6 123 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 51
  1. Inaktiver User

    Umgang mit Traurigkeit

    Entschuldigung, muss den Beitrag wieder rausnehmen.
    Geändert von Inaktiver User (23.11.2009 um 15:35 Uhr) Grund: Darauf kann´s leider keine Antwort von außen geben.

  2. Inaktiver User

    AW: Umgang mit Traurigkeit

    Schade

  3. Inaktiver User

    AW: Umgang mit Traurigkeit

    Also ich versuch´s nochmal- vielleicht etwas weniger konfus. (Danke shadow... und stecher36 !! )

    Hallo, liebe Community!

    Wie geht ihr mit tiefsitzenden inneren Schmerzen um?
    Ich meine nicht die akuten, die z.B. ein Liebeskummer auslöst, sondern welche, für die es keine Lösung geben kann, (die chronischen sozusagen), weil die Ursache ein Teil des Lebens ist, der einfach bleibt.
    (eine nicht heilbare Krankheit z.B., oder der Verlust einer geliebten Person, oder wie bei mir eine Wesensgrundeigenschaft).

    Wenn ich von mir schreibe, dann weiß ich, dass ich gut für mich sorgen muss.
    Aber wenn ich mir dann "Gutes tue", dann kommt es mir vor wie Verdrängung, Unterdrückung, Verleugnung meines Wesens.
    Und vielleicht kommt der Schmerz ja auch gerade deswegen immer wieder?

    Der Versuch, mich anderen mitzuteilen, verschlimmert den Schmerz leider eher- weil ich den richtigen verbalen Ausdruck nicht beherrsche, und sich außerdem die Traurigkeit so angestaut hat, dass sie nicht zumutbar ist.
    (Das ist, als kommt jemand, der völlig ausgehungert ist, in eine Bäckerei...)
    Ich halte das Bemühen um Verständnis und positive Reaktionen dann meistens für "unecht".
    Denn jeder ist sich selbst der nächste und hat doch im Grunde nur sich selbst im Kopf.
    Verständnis ist doch oft nichts weiter als eine gute Möglichkeit, sich selber sagen zu können: Ach was bin ich doch für ein guter Mensch...!

    Vielleicht müsste ich eher fragen: Wie geht eigentlich Hilfe annehmen-
    denn warum sollte sich nun einer von Euch die Mühe und Gedanken machen, wenn ich ja quasi vermittle: Versucht´s gar nicht erst...

    Jemand hat hier sinngemäß als Signatur: "Leiden ist eine OPTION".
    Ich versuche gerade, dies zu meinem Leitsatz zu machen.
    Es ist meine Entscheidung, ob ich das Leid zulasse.
    Und es funktioniert ja auch, die Schmerzen sind erstmal weg (wenn ich dies nicht tue).
    Nur kommt es mir eben wie Verbitterung vor.
    Da ich insgesamt ein emotionsbestimmter Mensch bin, empfinde ich es als Verbiegen, wenn ich versuche, das nicht mehr zu sein.
    Auch wenn ich manchmal kaum noch Luft bekomme.

    Was habt ihr denn für Ventile-
    falls ihr mit dem Geschreibsel überhaupt was anfangen könnt, es ist so schwer nachvollziehbar, wie ich glaube.
    Vielleicht brauche ich grad auch einfach irgendein Ventil.
    Aber es ist schön und gut, dass der Versuch hier möglich ist- ich danke euch!
    Geändert von Inaktiver User (23.11.2009 um 21:49 Uhr)

  4. Inaktiver User

    AW: Umgang mit Traurigkeit

    Ich würde gern mit Dir einen anderen Ansatz probieren:

    Wenn Du die Schmerzen hast, wo fühlst Du sie im Körper?
    Wenn Du die Augen schliesst, welche Farbe, oder Form haben sie, evtl. sogar welchen Klang?
    Wie ist Dein Atem wenn die Schmerzen da sind? Ist er eher oben im Hals? Wenn ja dann versuche die Füsse auf der Erde zu spüren.
    Atme tief in die Erde hinein gedanklich. Ändert sich etwas?

  5. Inaktiver User

    AW: Umgang mit Traurigkeit

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ... es ist so schwer nachvollziehbar, wie ich glaube ...
    Ist es nicht, liebe Blueserin, manche Schmerzen gehen einfach nicht mehr weg! Ich habe über viele, viele Jahre gelernt, dass sie ein Teil meiner Persönlichkeit sind und habe heute eine Art Pakt mit ihnen geschlossen. Ein gewisses, fragiles Gleichgewicht gefunden.

    Daher kann ich sehr gut nachvollziehen, wie Du Dich fühlen musst, auch wenn ich Deine konkrete Situation gar nicht kenne, Du womöglich nicht einmal genau beschreiben könntest, wie sie eigentlich ist.

    Ein Ventil für die Schmerzen kann Deine Art sein, mit der Welt umzugehen. Ich habe für mich eine bestimmte Art gefunden, mit ihr und in ihr zu leben. Wirklich zu leben und nicht nur zu existieren. Ich habe Metaphern und Ausdrucksformen für das Leid gefunden, mir den Humor als Verbündeten gesucht und setze das Augenzwinkern als Teil meiner Kommunikation darüber ein.

    Aber weggehen wird es nie mehr. Das Leid und die Schmerzen sind ein Teil meiner Persönlichkeit, sie haben mich mitgeprägt, sie haben mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Dagen helfen keine Tabletten oder Therapeuten. Niemand kann aus meiner Seele löschen, was geschehen ist. Niemand kann wissen, wie ich heute wäre, wäre es nicht geschehen.

    Das ist tatsächlich für viele Menschen schwer nachvollziehbar, denn viele glauben, dass nur ein glückliches Leben ein gutes Leben ist. Du wirst womöglich oft den Rat hören, Dir professionelle Hilfe zu suchen und den Schmerz loszulassen. Es gibt aber Schmerzen, bei denen das einfach nicht geht. Menschen, die darauf angewiesen sind, dass sie Dir irgendwie helfen können, verzweifeln daran vielleicht und wenden sich wieder ab.

    Trotzdem kannst Du Leute finden, die Dich so sein lassen können wie Du bist. Die einfach nur da sind, wenn Du einen Halt brauchst. Die vielleicht gar nicht verstehen, was nun genau los ist, die aber bei Dir sein und Dir eine Hand reichen wollen. Die Dir nach dem Auftauchen aus dem tiefsten Abgrund einfach nur einen Kakao hinhalten oder während einer ganz dunklen Stunde nichts weiter tun als Taschentücher zu besorgen und still bei Dir zu sitzen.

    So ungefähr? Das zum Beispiel brauche ich, solche Menschen sind sehr wohltuend für mich. Diejenigen, die immer gleich mit guten Ratschlägen zur Hand sind und vor der Unendlichkeit des Schmerzes sehr ratlos dastehen, ja sogar wütend werden, dass sie ihn nicht wegzaubern können, tun mir nicht gut, auch wenn sie liebe Menschen sind. Ich habe gelernt, solche Menschen von mir zu verschonen. Vielleicht geht es Dir ja ähnlich.

    Wichtig ist es natürlich, zu unterscheiden, ob man an einem Leid nur festhält, weil es einem "liebgeworden" ist, auch das gibt es ja. Und dagegen kann man wirklich etwas unternehmen. Aber darüber wirst Du vermutlich schon nachgedacht haben?

    LG, Orlando

  6. Inaktiver User

    AW: Umgang mit Traurigkeit

    Liebe Blueserin,
    du hast hier schon 2 gute und hilfreiche Antworten erhalten und ich finde es sehr mutig, dass du dich öffnen konntest
    Du hast schon ganz wichtige Strategien entwickelt, deine Traurigkeit
    anzunehmen, mit ihr "etwas anzufangen". Sei es, in dem du darüber nachdenkst, etwas für dich tust, was nicht Verdrängen heisst !
    Würdest du diese "Grundtraurigkeit" verdrängen, wäre sie nicht (hier z.B.) präsent und ich glaube auch nicht, dass verdrängen "besser" wäre.
    Du weisst, warum du dieses Gefühl hast, es ist für dich sichtbar,
    wenn du es auch nicht abschalten kannst. Du läufst nicht vor ihr weg, so wie ich das früher immer wieder versucht habe, mit dem Resultat das es mir immer schlechter ging.
    Ich konnte z.B. jahrelang nicht weinen, obwohl ich innerlich fast deshalb erstickte.
    Der Schritt, diesen Teil des eigenen Lebens und der Persönlichkeit zu akzeptieren, ist unglaublich wichtig.
    Wenn man Zahnweh hat, sollte man diesen auch nicht auf Dauer mit Tabletten bekämpfen, sondern an der Ursache arbeiten. Dieses
    gelingt dir doch ! Zu wissen, dass es "nie ganz gehen" wird, ist ein Teil sich selbst zu akzeptieren, eine der wichtigsten Leistungen die wir überhaupt erbringen können (ich arbeite daran auch noch), zu wissen: ich muss mich nicht dafür schämen, das ich SO bin. Das bin ICH.
    Wenn du Hilfe annehmen willst, solltest du so wenig wie möglich
    die Erwartung hoch schrauben, eher nach dem Motto: es soll mir ein klein wenig weiter helfen, oder ein Steinchen ins Mosaik bringen,
    das noch fehlt,aber was das Ergebnis am Ende sein wird, weiss ich noch nicht.....
    Ich kann mich einfach nicht so gut ausdrücken ,wie viele andere hier, schade.Aber ich hoffe trotzdem ,du weisst in etwa was ich meine.Die Traurigkeit annehmen,ihr einen Platz geben, aber nicht das ganze Leben ihr zu überlassen, das wird jedenfalls meine
    Langzeit-Strategie sein, eine andere sehe ich für mich nicht.
    Alles Liebe für dich !
    Lieben Gruß
    S.

  7. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Umgang mit Traurigkeit

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    oder wie bei mir eine nicht "gesellschafts-kompatible" Wesensgrundeigenschaft


    Was ist das für eine Wesensgrundeigenschaft?

  8. Inaktiver User

    AW: Umgang mit Traurigkeit

    LeMay, ist das nicht eigentlich völlig egal?

  9. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Umgang mit Traurigkeit

    Hm. Ich weiss nicht. Meinst Du, es ist zu indiskret, zu fragen?

    Ich meine, möglicherweise meint sie mit "gesellschafts-unkompatibel", dass sie eine soziopathische Massenmörderin ist.

    In dem Falle würde ich sagen: Das ist nun wirklich nicht schlimm. In der Weltgeschichte gibt es viele Beispiele von Menschen mit dieser Eigenschaft, die gesellschaftlich hoch angesehen waren. Stalin zum Beispiel.

    Vielleicht ist ihre Wesensgrundeigenschaft höchst kompatibel.


    P.S.: Das Beispiel bitte nicht zu ernst nehmen.
    Geändert von LeMay (23.11.2009 um 21:52 Uhr)

  10. Inaktiver User

    AW: Umgang mit Traurigkeit

    Ja, einerseits kommt es mir persönlich indiskret vor, das zu fragen. Das mag aber für Dich anders sein, vielleicht brauchst Du ja einen Namen, um Dir ein Bild zu machen.

    Das ist für mich nicht so. Aus meinem eigenen Erleben heraus kann ich auch sagen, dass es nicht darauf ankommt, ob man den Schmerz versteht, den das Gegenüber spürt, sondern eher nur darauf, ob man das Gegenüber so wie es ist als ganzen Menschen erkennt und annehmen kann.

    Oft zieht die Benennung des Leids eine Reaktion nach sich wie zum Beispiel: "Ja, aber dagegen kann man doch ... " und dann werden Dinge aufgezählt, die man unternehmen kann. Vollkommen verständlich!

    Aber ich glaube, dass das nicht immer passt. Oder sagen wir mal: ich persönlich habe diese Erfahrung gemacht. Vielleicht mag Blueserin dazu aber ja lieber selbst noch etwas sagen.

    LG, Orlando

Antworten
Seite 1 von 6 123 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •