Lieber stecher36 !
Dein Bild ist treffend- und ein solcher Umgang mit dem Gegenüber ist zum Hut-Ziehen!
Es erfordert viel Energie, jeden Menschen so intensiv zu sehen und ihm so zu begegnen.
Völlig in Ordnung.Ich möchte darauf nicht antworten!
Ja.Glaube ich, auch den Frust, die Hilflosigkeit und Ohnmacht keine Wahl zu haben!
Ist das ein Grundgefühl bei Dir? Keine Wahl zu haben?
Meistens passt es für mich. Auch wenn es Schutz ist, passt es (sonst würde man es ja nicht tun, ich empfinde den Schutz dann eben gerade als nötig. Jemand hat hier woanders sehr treffend geschrieben, dass das Unbewusste schon sehr genau weiß, was es verkraften und an Konfrontation zulassen darf)Passt die Situation und der Augenblick des Nein-Sagens und Kontakt-Ablehnensoder ist es eher der Schutz?
Manchmal bin ich natürlich nicht sicher, im nachhinein dann.
Man weiß ja nicht, was passiert wäre, wenn man nicht "Nein" gesagt hätte...
Noch bleibt es leider dabei, dass ich dann oft denke: "Ach, jetzt glaubst du grad nur, dich schützen zu müssen."-
und grenze mich trotzdem ab. Blööööd!
Vermutlich schon. Versucht zumindest. Oder auch nicht?Hat man Dir überhaupt schon mal zugehört? Nicht nur jetzt sondern schon früher?
Es gibt sehr unterschiedliche Arte des Zuhörens.
Ich merke auch immer wieder einfach, dass die Dinge in mir einfach zu komplex oder ambivalent sind, mir die sprachlichen Fähigkeiten nicht ausreichend zur Verfügung stehen und das Unverständnis dann eine so gruslige Leere hinterlässt.
Wahrscheinlich hat das aber mit zu hohen Erwartungen zu tun.
Sicher sogar.
Zurück nochmal zur eigentlichen Frage:
Wenn man weiß, dass bestimmte Dinge, die man eigentlich so gerne tun würde, diese überschwemmende Grundtraurigkeit auslösen für eine lange Dauer-
sollte man sie dann vermeiden??
Auch wenn es einen großen Verzicht bedeutet?
Antworten
Ergebnis 31 bis 40 von 51
Thema: Umgang mit Traurigkeit
-
25.11.2009, 18:32Inaktiver User
AW: Umgang mit Traurigkeit
-
25.11.2009, 18:54Inaktiver User
AW: Umgang mit Traurigkeit
(Du hattest voher schon mal geschrieben, dass Du diese Traurigkeit nicht beeinflussen kannst auch die positiven Momente nicht wo es Dir besser geht. Hier wiederum schreibst Du, dass sie durch bestimmte "Dinge" ausgelöst wird?)
Also nebulös, gibts dafür eine Steigerung?
Die nächste Frage mag provokativ klingen ich habe sie aber bewusst so ausgewählt:
Was an dieser Grundtraurigkeit ist der positive Nebenfeffekt für Dich?
Und was verhindert sie?
Und nachwievor würde es mich interessieren, ob bereits organische Ursachen erforscht wurden?Geändert von Inaktiver User (25.11.2009 um 19:06 Uhr) Grund: Nachtragsfrage
-
25.11.2009, 19:11Inaktiver User
AW: Umgang mit Traurigkeit
NEIN @Blueserin! Wenn Du bestimmt Dinge gern tust, dann tu es, auch wenn sie eine Grundtraurigkeit bei Dir auslösen könnten. Das Vermeiden bringt Dich da nicht weiter!!! Mglw. ist das auch eine Ursache Deiner Grundtraurigkeit, weil Du versuchst zu vermeiden und Verzicht übst.
Geändert von Inaktiver User (25.11.2009 um 19:26 Uhr)
-
25.11.2009, 19:55Inaktiver User
AW: Umgang mit Traurigkeit
Es ist kein Widerspruch- kann´s nur (s.o.) nicht gut ausdrücken.
Sie wird ausgelöst, getriggert- womit, das weiß ich (mitunter!), aber dass es geschieht, entzieht sich dem Einfluss.
Ich kann nicht durch Willenskraft bewirken, dass die Auslöser die Traurigkeit nicht auslösen, ich könnte die nur vermeiden, aber dann sucht sich der Schmerz andere Wege, um "sein Recht einzufordern".
Andersrum funktioniert es selten: was Freude auslösen würde, dafür gibt es leider keine zuverlässigen Trigger.
Verzeih, wenn ich auf diese Frage zynisch antworte.Die nächste Frage mag provokativ klingen ich habe sie aber bewusst so ausgewählt:
Was an dieser Grundtraurigkeit ist der positive Nebenfeffekt für Dich?
Und was verhindert sie?
Die Antwort darauf ist so "küchenpsychologisch" wie lange genug durchgekaut und ohne läuternden Effekt:
vertraute Sicherheit ist der Gewinn; verhindert das Aushalten zu hohen Risikos und das Scheitern an zu geringer Frustrationstoleranz.
Bekannt.
Außerdem hat die Grund-Traurigkeit ja einen Grund, der eben einfach da ist und bleibt.
Bitteschön: Ja, wurden sie- und auch durch Serotonin-Wiederaufnahmehemmer vorübergehend beeinflusst.Und nachwievor würde es mich interessieren, ob bereits organische Ursachen erforscht wurden?
Es war schrecklich. Es war unecht. Ich war nur ein Geist- wenn auch ein gut funktionierender. Das will ich nicht sein. Nie mehr. Nicht so. Wenn schon Geist, dann wenigstens kein Chemie-induzierter.
Schublade gefüllt?
Klar, selber schuld, "dann musse eben in ihrer Nebelsuppe weiterwabern".
Entschuldigung!
Du gibst Dir solche Mühe...
Aber es ist dieses allzu Bekannte "die is so nebulös".
Und dem steht gegenüber: sei wie Du bist.
Ich will nicht nebulös sein. Wie wird man unnebulös.
Oder wie polt man sich so um, sagen zu können:
DOCH, es ist OKAY, dass ich nebulös bin, ich will das sein, auch wenn das zum Davonlaufen ist.Geändert von Inaktiver User (25.11.2009 um 20:23 Uhr) Grund: Ergänzung
-
25.11.2009, 21:42Inaktiver User
AW: Umgang mit Traurigkeit
Das wurde Dir so gesagt, oder?
Sixt, ein Putzlestück für die LeinwandAußerdem hat die Grund-Traurigkeit ja einen Grund, der eben einfach da ist und bleibt.
Ok. Und ich verstehe, dass Du das nicht sein möchtest. Die Frage, die sich mir stellt was hast Du sonst noch dagegen unternommen oder hast Du schon aufgegeben?Bitteschön: Ja, wurden sie- und auch durch Serotonin-Wiederaufnahmehemmer vorübergehend beeinflusst.
Es war schrecklich. Es war unecht. Ich war nur ein Geist- wenn auch ein gut funktionierender. Das will ich nicht sein. Nie mehr. Nicht so. Wenn schon Geist, dann wenigstens kein Chemie-induzierter.
Ich kenn diese Haltung sehr gut. Es ist aber nicht meine!Schublade gefüllt?
Klar, selber schuld, "dann musse eben in ihrer Nebelsuppe weiterwabern".
Na is ja kein Vorwurf von mir. Aber durch das, dass Du kein Vertrauen mehr hast oder nur einen sehr enttäuschten Blick auf die Menschen und was Du hier schreibst kommt das halt bei mir so an!Entschuldigung!
Du gibst Dir solche Mühe...
Aber es ist dieses allzu Bekannte "die is so nebulös".
Darum habe ich auch geschrieben, dass ein öffentlicher Raum nicht geeignet ist solche Dinge zu besprechen.
Anscheinend konnte Dir aber auch niemand bis jetzt einen geschützten Raum bieten.
Du bist die die Du bist!Und dem steht gegenüber: sei wie Du bist.
Indem Du hier schreibst und auf meine Fragen antwortest. Du tust es bereits. Du musst nichts umpolen.Ich will nicht nebulös sein. Wie wird man unnebulös.
Oder wie polt man sich so um, sagen zu können:
DOCH, es ist OKAY, dass ich nebulös bin, ich will das sein, auch wenn das zum Davonlaufen ist.
Und lass mir einfach das Gefühl, dass Du nebulös wirkst auf mich. Ist für mich kein Grund aufzuhören zu schreiben.
Das kommt ja auch daher, dass Du so komische Wörter wie das mit dem Gesellschaftsinkompatibeldingens schreibst.
-
25.11.2009, 22:32Inaktiver User
AW: Umgang mit Traurigkeit
(alles jetzt mal nur ganz alleine für Dich, stecher36...)
-
25.11.2009, 22:50
AW: Umgang mit Traurigkeit
Welch ein Thema! Danke dafür, blueserin

Kommt drauf an.
Bei mir sind es vor allem partnerschaftliche Beziehungen, die dies tun, denn alles kommt hoch, was jemals an Verletzungen stattfand - vor allem in der Kindheit. Je realer die Männer wurden, desto schmerzhafter (und lange Zeit habe ich das Thema einfach ignoriert, oder mir irreale Männer ausgesucht). Ich bin nun in einer Partnerschaft, in der ich mit allem konfrontiert werde, was jemals war, und ich habe schon oft gedacht: "Ich steig aus, ich packs einfach nicht." Habe es aber nicht getan. Ich bin glücklich, dann werden Knöpfe gedrückt (dazu brauchts nicht viel) und ich falle in den Ozean - ...
Alles Gute, KittyCoat check girl: Goodness! What lovely diamonds!
Mae West: Goodness had nothing to do with it...
-
25.11.2009, 23:48Inaktiver User
AW: Umgang mit Traurigkeit
Hallo Blueserin,
Ich weiß nicht genau wie du dich fühlst. Aber ich kann dir erzählen, wie es mir geht. Zu mir gehört auch etwas, das ich mal -um in dem hier genannten Bild zu bleiben- einen Pool von Schmerzen nenne.
Es gehört zu mir. Ich habe einen langen Weg damit hintermir, in dem ich sehr unterschiedlich damit umgegangen bin. Und ich weiß, dass ich einen langen Weg vor mir habe. Um den Weg vor mir mache mir aber meist keine Gedanken.
Wenn die Schmerzen sich melden, leise oder auch lauter, wenn sie anfluten, dann lasse ich sie kommen. Ich kämpfe nicht (mehr) dagegen an, denn sie sind ein Teil von mir. Solange ich dagegen ankämpfte, ging es mir sehr schlecht. Jetzt lasse ich sie zu und gucke sie mir an. Manchmal vergehen sie dann wieder und ich fühle mich nach einiger Zeit besser. Oft überwältigen sie mich. Ich kann es nicht voraussehen. Aber ich lasse es zu. Wenn sie mich überwältigen, kann das Dimensionen annehmen, in denen nichts mehr geht, unterträgliche Schmerzen, Supergau. Zulassen, wenn möglich Bauchatmung. Irgendwann wird es wieder besser.
Ich denke nicht (mehr) darüber nach, ob ich genug dagegen oder dafür gemacht habe. Ich denke auch nicht darüber nach, ob ich das Richtige gemacht habe. Die Schmerzen sind da und es hilft nicht, sie zu bekämpfen oder zu unterdrücken. Angucken, hineinfühlen und zulassen. Sich mitten in den Hurricane begeben. Seit ich mich das traue und sie als Teil von mir akzeptiere, kann ich besser damit leben. Ich weiß nicht, ob sie mich immer begleiten werden oder ob es irgendwann besser wird. Ich denke nur an heute, maximal an morgen. Nicht weiter.
Ich erwarte auch nicht mehr, dass ich das anderen Leuten erklären oder irgendwie vermitteln kann, wie ich mich fühle. Mir war das lange Zeit wichtig und es war auch notwendig (zB bei Ärzten). Meiner Erfahrung nach schreckt es andere Menschen ab und macht hilflos. Hilflos deshalb, weil sie merken, dass sie nichts machen können, Tipps und Ratschläge nicht helfen, Medikamente erst recht nicht. Diese Hilflosigkeit kann dann in Ablehnung und Wut umschlagen, je nach Charakter. Ich habe bis jetzt nur einen Menschen kennengelernt, der auf Dauer aushält mitzukriegen, wie es mir geht.
Ich habe nicht mehr das Bedürfnis, mich anderen Menschen darüber mitzuteilen und die Erwartung, dass mir andere Menschen helfen können. Ich freue mich über jeden, der mir guttut und mich nimmt auch ohne genau nachvollziehen zu können wie es in mir ausschaut.
Ich kenne manche Trigger, aber oft genug überraschen mich die Schmerzen ohne dass ich einen Auslöser dafür sehe. Dadurch, dass ich die Schmerzen angenommen habe, versuche ich auch nicht, sie möglichst zu vermeiden. Das heißt, wenn ich auf etwas Lust habe, dass Schmerzen auslösen könnte, freue ich mich, dass ich Lust verspüre und mache das dann auch. Den Impuls zu unterdrücken und der Lust nicht nachzugeben, heißt ja nicht, dass ich sicher keine Schmerzen haben werde. Sicher wäre nur, dass ich mir etwas Schönes versagt hätte.
Soviel erstmal von mir.
LG marlienGeändert von Inaktiver User (25.11.2009 um 23:56 Uhr)
-
26.11.2009, 17:10Inaktiver User
AW: Umgang mit Traurigkeit
Liebe Kitty1670!
Das ist wahr.
In keiner anderen Beziehungsform als der wirklich partnerschaftlichen kann man so "nackt" werden und kommt man so nah an die "Ursuppe".
Das ist auch meine Überzeugung und Erfahrung.
Und deswegen kann ich auch immer niemandem glauben und nur innerlich kopfschüttelnd in Widerspruch gehen, wenn man so oft hört und liest (auch hier in zig verschiedensten Strängen): "Du kannst nur dir selbst die Liebe geben, die du dir wünschst-;
oder "du musst dich erst selbst genug lieben";
oder gar noch: "ich kann auch ohne Partnerschaft glücklich und zufrieden sein, brauche das nicht, es ist allenfalss ein netter Puderzucker im Leben."
Ich nehme das keinem ab.
Aber das ist vielleicht ein etwas anderes Thema.
Wenn nun gerade dies Deine Traurigkeit so heftig auslöst- ja, so musst Du Dich also auch fragen: Soll ich nun alles, was mit Männern zu tun hat, grundsätzlich vermeiden- und auch eine von ihnen werden, die behaupten, "es nicht zu brauchen?"
Vielleicht würde es Dir besser gehen, unabhängig davon, ob man es "Dir abnimmt" ??
(Funktioniert m.E bloß, wenn Du Dich selbst davon richtig und so fundamental überzeugen kannst, dass Du es Dir selber glaubst. Und das bezweifle ich eben, dass das möglich ist.)
Alles Liebe auch für Dich!
-
26.11.2009, 17:50Inaktiver User
AW: Umgang mit Traurigkeit
marlien !!


Du hast mit Deinen Worten meine persönliche Zusammenfassung formuliert.
Anders geht es nicht.
Es ist so gut, dass Du diese Möglichkeiten für Dich gefunden hast.
Ich möchte bitte da auch hinkommen.
Aber jetzt habe ich das alles in meinem Kopf-
als theoretisches Wissen,
und kann nuir inständig hoffen, dass es dort nicht sein druck-ausübendes Unwesen treiben wird,
wenn es mir "nicht schnell genug" gelingt. ... ...
Das ist nun wirklich meine große Hoffnung.



Zitieren
