Antworten
Seite 2 von 6 ErsteErste 1234 ... LetzteLetzte
Ergebnis 11 bis 20 von 51
  1. Inaktiver User

    AW: Umgang mit Traurigkeit

    LeMay, ich habe natürlich nur auf den ersten Satz Deines Postings geantwortet .

  2. Inaktiver User

    AW: Umgang mit Traurigkeit

    Ihr Lieben!

    Ich möchte Euch sehr herzlich danken!

    ~~~~~

    stecher36: Das klingt "therapie-erfahren". Es ist eine gebräuchliche Methode, sie ist mir bekannt. (Der nächste Schritt ist dann meistens, das derart imaginierte und "materialisierte" Gefühl in einen imaginierten Tresor einzuschließen oder irgendwohin "wegzustellen".)
    Ja, das ist womöglich ein brauchbares Ventil, es ist so symptomlindernd wie kurzlebig, sofern es im Zustand des Gerade-Überschwemmt-Seins überhaupt möglich ist, sich so zu distanzieren.
    Wenn ich dem Schmerz soviel Aufmerksamkeit (Form, Farbe, Ort usw.) gebe, dann kann er mitunter auch erst richtig mächtig werden.
    Ist es dann nicht auch ein destruktives "Baden" darin?
    Die Praxis des Atmens in die Erde kenne ich aus zwei Jahren intensivster bioenergetischer Analyse. Wobei sich in den betreffenden Momenten die Affirmationen eher auf "Einatmen-Ausatmen" beschränken müssen.
    Therapien sind Überlebenshilfe gewesen, keine Heilungsoption.

    Orlando: Deine Worte sind starker Balsam.
    (Ich bin so erstaunt!)
    Du schreibst von Metaphern und Ausdrucksformen für Dein Leid, die Du gefunden habest.
    Die fehlen mir eben noch.
    Hast Du sie bewusst gesucht, oder sie irgendwann irgendwie einfach entdeckt? Ich wüsste gerne, welcher Art die sind- auch wenn man sie natürlich nicht einfach würde übernehmen können.
    Aber den Humor zum Verbündeten zu machen- ein genialer Zug, das hat Reife (oder ist eine Gabe?)!

    Es ist halt so, dass es ein Teufelskreis ist: Diese Grundtraurigkeit lähmt mich in sehr vielen Dingen, die helfen könnten, ihrer herr zu werden.
    Das Wesentliche ist, es mit-teilen zu können. Da genügt es nicht, z.B. ein Bild zu malen oder mit Sport irgendwelche Hormone freizusetzen.
    Da fehlt eben der besagte Mensch mit dem Kakao und Taschentüchern (das ist soo schön geschrieben!).
    Du sagst, man könne diese(n) Menschen finden.
    Ich bezweifle das.
    Das mag ein paar mal ausgehalten werden. Aber wenn der Pool zu groß ist, hält das keiner aus.
    Schon gar nicht, wenn es eben keinen so konkreten Anlass gibt wie eine unheilbare Krankheit oder Todesfall eines eigenen Kindes.
    Zumindest ist dies meine Erfahrung- und so ist auch die Angst vor dem Mich-Öffnen als weiterer Pool hinzugekommen.

    Am besten ist es wohl, wenn man in den "lösungsorientierten" Reaktionen die Hilflosigkeit zu sehen vermag, und die Furcht davor, dass es einen ja selbst treffen könnte- keine Gleichgültigkeit oder Desinteresse. Aber dazu darf man eben nicht zu trostbedürftig sein.


    Natürlich ist dies ein sehr wesentlicher Punkt: das Festhalten an "einem liebgewordenen Leid", aus Gründen der vertrauten Sicherheit und Angst vor ungewohntem Terrain.
    Aber das ist auch ambivalent.
    Selbst wenn es mir klar wäre, dass dem so ist, heißt das noch nicht, dass man da rauskommt.
    Und dann gilt es doch genauso, damit irgendwie umgehen zu müssen (dass man es eben - noch- nicht schafft, diese Haltung zu überwinden)- auch wenn man zutodest darüber traurig ist.
    Geändert von Inaktiver User (24.11.2009 um 09:08 Uhr)

  3. Inaktiver User

    AW: Umgang mit Traurigkeit

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ihr Lieben!

    Ich möchte Euch sehr herzlich danken!

    ~~~~~

    stecher36: Das klingt "therapie-erfahren". Es ist eine gebräuchliche Methode, sie ist mir bekannt. (Der nächste Schritt ist dann meistens, das derart imaginierte und "materialisierte" Gefühl in einen imaginierten Tresor einzuschließen oder irgendwohin "wegzustellen".)
    Ja, das ist womöglich ein brauchbares Ventil, es ist so symptomlindernd wie kurzlebig, sofern es im Zustand des Gerade-Überschwemmt-Seins überhaupt möglich ist, sich so zu distanzieren.
    Wenn ich dem Schmerz soviel Aufmerksamkeit (Form, Farbe, Ort usw.) gebe, dann kann er mitunter auch erst richtig mächtig werden.
    Ist es dann nicht auch ein destruktives "Baden" darin?
    Die Praxis des Atmens in die Erde kenne ich aus zwei Jahren intensivster bioenergetischer Analyse. Wobei sich in den betreffenden Momenten die Affirmationen eher auf "Einatmen-Ausatmen" beschränken müssen.
    Therapien sind Überlebenshilfe gewesen, keine Heilungsoption.
    Nein nicht wegschliessen, Schutzpanzer drum was weiss ich. Blödsinn.

    Ich kann Dich einfach nicht fühlen Blueserin. Ich spüre Dich nicht durch den Text und deswegen fällt es mir schwer zu antworten.

    Orlando hat da mehr Resonanz zu Dir und kann es viel besser nachempfinden.

    Alles Gute wünsch ich Dir!

  4. Inaktiver User

    AW: Umgang mit Traurigkeit

    Liebe sinn-sucht:
    Es ist eine immerwährende und zermürbende Gratwanderung-
    wo hört die konstruktive Auseinandersetzung auf, wo beginnt Selbstmitleid und das Suhlen in Vermeidbarem.
    Ich finde halt oft das richtige Maß darin nicht.
    Und wenn man sich schon so viele Jahre damit auseinandersetzt, muss man sich schon fragen, wozu überhaupt.

    Wie kam es dazu, dass Du dann weinen konntest?
    Kannst Du es vor jemand anderem?
    Ich kann es nicht, nur ganz alleine. Und das heilt eben nicht, es erschöpft und lindert nur dadurch eine Weile.

    Der Vergleich mit Zahnweh- tja, das ist ja genau das Schwierige. Einen Zahn kann man eben ziehen, kriegt´n Implantat und gut is´.
    Das geht aber eben nicht mit allem.
    Und wenn man genug Ursachenforschung betrieben hat, muss irgendwann der Punkt kommen, an dem man sagt: es ist eben nunmal so. "Zahnschmerzen" lebenslänglich.
    Ich frage mich einfach, ob es besser ist, sich damit zu arrangieren in dem (vorübergehenden??) Gefühl, innerlich zu verkümmern, oder ob ich die ständige Dauerfrage zulassen darf: "Habe ich schon genug getan??"
    Oder ist diese Frage ein Festhalten, das es verhindert, klarzukommen.

    Ach, ich kann es nicht besser ausdrücken...

    Der Traurigkeit nicht das ganze Leben überlassen, keine Erwartungen haben und Hilfe als Mosaiksteinchen mit offenem Ausgang betrachten-
    das sind sehr sehr gute Gedanken- ich danke Dir!
    Man muss sowas vielleicht nur immer mal wieder von jemandem hören /lesen.
    Geändert von Inaktiver User (24.11.2009 um 09:03 Uhr)

  5. Inaktiver User

    AW: Umgang mit Traurigkeit

    stecher, trotzdem ist es schön, dass Du es versucht hast.

    Aber das wäre gerade ein hübsches Beispiel für das, was ich meine:
    Ich kenne Deine Reaktion auch im RL.
    Dieses "Nicht verständlich", nicht "fühlbar" sein.

    Darüber kann man sich äußerst grämen, wenn es sich häuft.
    Wie könnte man da aber aktiv was dran ändern?? (Dass man eben so tickt).

    @LeMay: damit hättest auch Du eine Antwort.
    Auch wenn ich das "nicht-gesellschaftskompatibel" wieder rausgenommen habe, da es aus dem Affektmoment heraus geschrieben war und nur ein Zeichen momentan verminderten Selbstbewusstseins heraus, das aber nicht grundsätzlich zur Diskussion steht.

  6. Inaktiver User

    AW: Umgang mit Traurigkeit

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    stecher, trotzdem ist es schön, dass Du es versucht hast.

    Aber das wäre gerade ein hübsches Beispiel für das, was ich meine:
    Ich kenne Deine Reaktion auch im RL.
    Dieses "Nicht verständlich", nicht "fühlbar" sein.

    Darüber kann man sich äußerst grämen, wenn es sich häuft.
    Wie könnte man da aber aktiv was dran ändern?? (Dass man eben so tickt).
    Körperliche Ursachen wurden ausgeschlossen?

    Ich würde im RL wenn wir uns begegnen ganz anders vorgehen. Ein Forum ist dafür nicht der geeignete Ort und mir fehlt da Dein Ausdruck, Deine Ausstrahlung.

    Hier bekomme ich einen winzigen Ausschnitt präsentiert, sehr "nebulös" formuliert (für mich) und deswegen bekomme ich wenig Zugang.

    Ich trage zumindest einen ähnlichen Punkt in mir spazieren, wo ich aber die Ursache kenne. Dieses Wissen hilft mir zumindest Verständnis für mich aufzubringen. Wenn ich andere damit konfrontiere können die das verständlicherweise überhaupt nicht nachvollziehen. Wie auch?
    Wenn jemand Wurzeln hat wird er einen Menschen nie verstehen wie es demjenigen geht dessen Wurzeln rausgerissen und weggeschleudert wurden.
    Die Umwelt reagiert dann sogar mit Schuldzuweisungen a la Sei doch froh, hast dies und jenes andere haben gar nichts etc.

    Dann wird man still und zieht sich unverstanden zurück, zweifelt unter Umständen an sich und seiner Situation.

    Wie komme ich da raus? Ich suche mir die Leute sehr genau aus, denen ich etwas von mir anvertraue.
    Es wird auch immer Momente geben, wo man sich zutiefst unverstanden fühlt. Das merkt man daran, wenn die Tips kommen und ich bin ja auch nicht gefeit davor anderen Tips zu geben.
    Nachdem mir bewusst geworden ist, dass ich damit auch andere überfordere kann ich deren Unsicherheit und Hilflosigkeit wiederum nehmen und ihnen sagen, dass ich im Moment einfach nur so angenommen werden möchte wie ich gerade bin und sonst keine Hilfe erwarte, weder in klugen Sprüchen noch "hiflreichen" Tips.

  7. Inaktiver User

    AW: Umgang mit Traurigkeit

    Lieber stecher36, dafür, dass es Dir schwerfällt zu antworten, gelingt es Dir ausnehmend gut...
    Ich kann sehr viel mit Deinen Worten anfangen.

    Körperliche Ursachen ausschließen?? Wie das? Denkst Du an endogene Depression? (Ich halte Diagnosen für Schubladen. Auch körperliche Reaktionen haben m.E. immer andere Zusammenhänge.)

    Dafür, dass Du Foren für keinen geeigneten Ort hältst, biste aber ganz schön viel hier unterwegs .
    Im übrigen stelle ich immer wieder mit Erstaunen fest, wie stark sich selbst hier und so anonym die wesentlichen Dinge wiederholen und manifestieren, mit denen man auch im RL zu tun hat. Manchmal sogar besonders, sie kristallisieren sich oftmals geradezu heraus!
    Und weil man nicht damit rechnet, kann es mitunter besser helfen, den Splitter im eigenen Auge zu sehen.

    Was Du nämlich als "nebulös" bezeichnest, ist bei mir keineswegs nur hier so.

    Mir fällt so viel zu Deinen Zeilen ein, was vom hundersten ins Tausendste führte.

    "Sich die Menschen sehr genau aussuchen" denen man etwas anvertraut...
    Wenn man sich mehrmals in seiner Auswahl vertan hat, wird man so skeptisch.
    Der größte Hemmschuh!

    Wenn ich mich in einer Situation jemandem zeige, in der ich gerade ohnehin extrem verletzlich bin (weil traurig), dann erfordert es schon sehr viel Mut zu sagen: "Bitte nimm mich jetzt einfach mal so wie ich grade bin". Wenn dann eine Zurückweisung erfolgt (auch durch Entziehen), kommt das nämlich noch zum eigentlichen Zustand der Verletzlichkeit dazu, und es geht dann über meine Kraft, das wegzustecken.

    Aber es ist einen neuen Versuch wert, das nächste Mal zu sagen: lass uns einfach einen Kakao zusammen trinken. Nichts weiter.

  8. Inaktiver User

    AW: Umgang mit Traurigkeit

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Körperliche Ursachen ausschließen?? Wie das? Denkst Du an endogene Depression? (Ich halte Diagnosen für Schubladen. Auch körperliche Reaktionen haben m.E. immer andere Zusammenhänge.)
    Ich denke im Moment an gar nichts und an alles, da ich nicht im mindesten eine Ahnung habe was es bei Dir ist.
    Und werte die Diagnosen nicht von vornherein ab. Es ist auch ein Unterschied wer die Diagnose erstellt! Und wenn ich was weiss, dass es nichts gibt was es nichts gibt und das aus eigener Erfahrung.

    Dafür, dass Du Foren für keinen geeigneten Ort hältst, biste aber ganz schön viel hier unterwegs .
    Doch halte ich nicht geeignet und hat auch nichts mit der Häufigkeit meiner Besuche hier zu tun.

    Im übrigen stelle ich immer wieder mit Erstaunen fest, wie stark sich selbst hier und so anonym die wesentlichen Dinge wiederholen und manifestieren, mit denen man auch im RL zu tun hat. Manchmal sogar besonders, sie kristallisieren sich oftmals geradezu heraus!
    Und weil man nicht damit rechnet, kann es mitunter besser helfen, den Splitter im eigenen Auge zu sehen.
    Mag sein!

    Was Du nämlich als "nebulös" bezeichnest, ist bei mir keineswegs nur hier so.
    Glaube ich Dir sofort! Scheiss Gefühl der Nebel

    Mir fällt so viel zu Deinen Zeilen ein, was vom hundersten ins Tausendste führte.


    "Sich die Menschen sehr genau aussuchen" denen man etwas anvertraut...
    Wenn man sich mehrmals in seiner Auswahl vertan hat, wird man so skeptisch.
    Der größte Hemmschuh
    Ist immer ein Wagnis.

    Wenn ich mich in einer Situation jemandem zeige, in der ich gerade ohnehin extrem verletzlich bin (weil traurig), dann erfordert es schon sehr viel Mut zu sagen: "Bitte nimm mich jetzt einfach mal so wie ich grade bin". Wenn dann eine Zurückweisung erfolgt (auch durch Entziehen), kommt das nämlich noch zum eigentlichen Zustand der Verletzlichkeit dazu, und es geht dann über meine Kraft, das wegzustecken.
    Es gibt ja hoffentlich Phasen, wo es Dir besser geht?
    In diesen Phasen wachsam bleiben für die Menschen, die einem wirklich gut tun.

    Aber es ist einen neuen Versuch wert, das nächste Mal zu sagen: lass uns einfach einen Kakao zusammen trinken. Nichts weiter.
    Oder sich auch das Recht zu nehmen, nein danke!

  9. Inaktiver User

    AW: Umgang mit Traurigkeit

    Mir ist noch was eingefallen:

    Gibt es in Deiner Familie ähnliche Schicksale? Also Mama, Papa bis zu 4-5 Generationen zurück?

  10. Inaktiver User

    AW: Umgang mit Traurigkeit

    Bin grad total beschwipst, aber trotzdem kurz schreiben.

    stecher36:
    (Was für eine Ausdauer! )

    Gibt es in Deiner Familie ähnliche Schicksale? Also Mama, Papa bis zu 4-5 Generationen zurück?
    Klar gibt es die.
    Und?? Was nützt es einem, darum zu wissen?

    Doch halte ich nicht geeignet und hat auch nichts mit der Häufigkeit meiner Besuche hier zu tun.
    Neugierig bin: Womit hat sie dann zu tun?

    Es gibt Phasen des "Besser-Gehens".
    Aber sie stehen in keinem Verhältnis, und v.a. kommen sie, ohne dass ich weiß wodurch, und sie haben deswegen nichts mit Selbstbestimmtheit zu tun. Also kann ich sie auch nicht bewusst herbeiführen, leider.

    Das "Nein danke"- Sagen beherrsche ich viel zu gut!

    Aber egal.
    Puh, ich kann heute nicht mehr konstruktiv denken...
    hab den Tag ausgehalten, war im Wald, hab die Bäume vollgequatscht und vollgeheult, hab mich mit jemandem getrofffen, der mich zum Essen einlud, fragte, wie´s mir geht, und nach dem ersten Satz von mir wieder von sich gesprochen hat.
    War aber ne nette Ablenkung...

    Gute Nacht allen Lesenden.

Antworten
Seite 2 von 6 ErsteErste 1234 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •