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  1. Inaktiver User

    AW: Sozialisierungskrise

    Danke, schlischlaschloe!

    (Themenfern: Ich selbst habe gerade gelernt, dass sich unter den Nonnen auch die erste europaeische Dramatikerin, eine Deutsche, verbarg. Also: Freiraum, der intellektuell genutzt werden konnte.)

  2. Inaktiver User

    AW: Sozialisierungskrise

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Nun, das ist eine Unterstellung.

    Für mich trifft das nicht zu. Ich schaue nicht schief, und ich sehe andere Menschen auch nicht als Stachel an und ich finde es echt bescheuert, wenn man sich in so einem Verfolgungswahn ergeht: Die denken über mich ... und das denken sie weil ...
    Das mag stimmen.

    Es geht mir nicht um Verfolgungswahn wie Du es beschreibst. Mir gehts um die Andersartigkeit.
    Und um Neid.
    Der Dauersingel sehnt sich vielleicht nach einer Beziehung und indem er Paare sieht wird die Sehnsucht wieder hochgeholt.
    Derjenige der in einer Partnerschaft ist sehnt sich vielleicht nach der vermeintlichen Freiheit des Singels!

  3. Inaktiver User

    AW: Sozialisierungskrise

    Natürlich spielt da Neid eine Rolle, ob der nun gerade eine wirkliche Grundlage hat oder nur so ein Spontangefühl ist, das einer Überprüfung nicht standhält.

    Mich nervt aber, wenn man anderen Leuten Neid unterstellt, indem man ihren Blick wieauchimmer interpretiert oder einfach über ihre Gedanken spekuliert. Was soll das?

    Im Studium habe ich manchmal die Reinemachefrau beneidet, weil sie sich den Kopf nicht so zerbrechen musste wie ich.

    Davon hat sie wohl nichts geahnt

    Und es war auch nicht wirklich ernst gemeint.

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    AW: Sozialisierungskrise

    Wo ist denn jetzt Analytikerin hin?

    Nur mal so halb Off-Topic: Das Thema bringt bei mir viele halbverdrängte Gedanken hoch: Ich lebe in Amerika, wo es kaum
    Vereinzelung gibt, und der Sozialisierungszwang wesentlich höher ist als in Europa oder Deutschland. Freizeitaktivitäten werden grundsätzlich in der Gruppe oder mit dem Partner unternommen. Geheiratet wird möglichst früh (ein Paar, das anderthalb Jahre zusammen ist, und er hat "die Frage" noch nicht gestellt, wird als außerhalb der Norm empfunden). Wenn man nicht gerade in New York oder anderen Großstädten lebt - was ich nicht tue - ist alleiniges Ausgehen fast unmöglich - womit ich in Deutschland nie ein Problem hatte. Und das selbst beim Lunch - MAN sitzt einfach nicht allein in einem Restaurant ...

    Einmal wurde ich am Strand von drei älteren Herrn angesprochen, warum ich denn "allein" hier bin, da habe ich zum ersten Mal die Unterschiede erklärt zu Europa - verstanden haben sie's glaube ich nicht.

    Im Vergleich zu hier, erlebe ich Deutschland als sehr offen und frei etwas für sich und alleine zu unternehmen.

    In einer Beziehung zu leben (was ich tue), bedeutet auch nicht, nicht mehr offen für andere Dinge zu sein - ich sehe mich da ähnlich wie Bootsfrau.

    Analytikerin, es wäre schön, wenn du noch mal schreiben würdest, oder fühlst du dich nicht verstanden?

    Kitty
    Coat check girl: Goodness! What lovely diamonds!
    Mae West: Goodness had nothing to do with it...

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    AW: Sozialisierungskrise

    Vielen Dank für eure tollen Antworten. Spannend!

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Dieses "ich verstehe gar nicht, dass sich binden und dass man Kinder haben will" - ist das nicht auch ein bisschen - hm - intolerant (ich will nicht "hochnäsig" schreiben)? Warum soll man nicht gern eine Familie haben? Nur weil du das nicht verstehen kannst?
    Ich verstehe es auch nicht aber ich toleriere es. Das ist ein Unterschied. Genauso diese Toleranz erwarte ich aber auch gegenüber meinem Lebens- und Denkstil und dies ist leider nicht der Fall. Wenn man Sprüche hört, wie, du weisst aber schon, dass du nicht normal bist, dann verletzt das, vorallem, da der Ton in diesem Spruch die Musik macht. Ich sage ja auch nicht jemanden, der Familie möchte, du weisst aber schon, dass du normal bist.

    Klar habe ich heutzutage prinzipiell die Möglichkeit, mein Leben so zu gestalten wie ich es möchte. Aber ich zumindest habe auch das Bedürfnis nach Zugehörigkeit (wie vermutlich die meisten Menschen). Es mag etwas überheblich klingen, wenn man das so schreibt. Ist aber nicht so gemeint. Ich halte mich nicht für etwas besseres und gönne ja den anderen Menschen ihr Lebensmodell. Aber ich finde es oft schwer, als ständige "Ausnahme" durchs Leben zu gehen.
    Genauso empfinde ich das auch. Auch ich persönlich, benötige ein gewisses Zugehörigkeitsgefühl. Ich hätte gerne mehr Menschen um mich herum, die mir ähnlich sind. Oftmals kommt dann urplötzlich das, was Roxanna schreibt
    Um mich rum sind längst alle verheiratet, die nie heiraten wollten.
    Diese teilweise plötzlichen inkonsequenten Persönlichkeitsschwankungen in meinem Umfeld überfordern mich, weil sich mir jemand anders verkauft, als er wirklich ist.

    Es geht mir nicht um Verfolgungswahn wie Du es beschreibst. Mir gehts um die Andersartigkeit.
    Und um Neid.
    Es geht hier nicht um Neid. Ich bin nicht neidisch auf Menschen, die in Beziehungen leben, sonst würde ich ja selbst danach streben. Mir geht es vielmehr darum, zu verstehen. Jetzt kann man natürlich sagen, was gehen dich die anderen an, warum machst du dir darüber Gedanken aber ich bewege mich nunmal als Teil in einem Ganzen und möchte gerne herausfinden, wie der andere erst so tickt und warum ich nicht so ticke, wie der grösste Teil. Äh, hört sich jetzt irgendwie an wie Molekularbiologie aber ich hoffe, ihr versteht mich. Freu mich auf eure Antworten

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    AW: Sozialisierungskrise

    Zitat Zitat von Analytikerin Beitrag anzeigen
    Genauso empfinde ich das auch. Auch ich persönlich, benötige ein gewisses Zugehörigkeitsgefühl. Ich hätte gerne mehr Menschen um mich herum, die mir ähnlich sind. Oftmals kommt dann urplötzlich das, was Roxanna schreibt Diese teilweise plötzlichen inkonsequenten Persönlichkeitsschwankungen in meinem Umfeld überfordern mich, weil sich mir jemand anders verkauft, als er wirklich ist.
    Ich bin eine berufstätige Mutter und habe von Anfang an Vollzeit (oder fast Vollzeit) gearbeitet. Nicht nur um meine Kinder zu ernähren, sondern weil es mir ein Bedürfnis war. Ich habe einen anspruchsvollen Beruf, der über das übliche Hinzuverdienen hinaus geht. Ich hätte den Gedanken, zu Hause angekettet zu bleiben, nicht ausgehalten, aber ich scheue mich davor, das meinem Umfeld zu erzählen.

    Was glaubst du, wie viele ich davon kenne und mit wie vielen Menschen ich mich austauschen kann? Ich lese ab und zu in der Zeitung, dass es diese Frauen gibt und ich lese auch in der Community davon, aber ich kenne keine in echt!
    Mein Mann hat ein ähnliches Freiheitsbedürfnis wie ich und auch zum Glück ähnliche Wertvorstellungen, wir würden es sonst nicht miteinander aushalten.
    Ich kann mich gut an die Zeit als junge Frau erinnern, ich kam mir jahrelang wie ein Alien vor. Von den vielen Vorwürfen meiner Umwelt mal ganz zu schweigen. Jetzt wo ich älter werde, fällt es mir leichter zu akzeptieren, dass die meisten Menschen meine Lebensvorstellungen nicht teilen. Und ich gewöhne mich immer daran, dass der Austausch mit anderen Menschen nicht so statt finden kann, dass auch ich etwas davon hätte.

    Makrele

  7. Inaktiver User

    AW: Sozialisierungskrise

    Ich wollte lange auch nicht heiraten und auch keine Kinder.

    Irgendwann hat sich das geändert und ich habe eine Familie. Inkonsequente Persönlichkeitsänderung? Bin ich nun jemand anders? Nein, das empfinde ich nicht so. Ich nenne das eher eine Entwicklung. Andere wollten immer heiraten und Kinder bekommen und haben dann mit 30 festgestellt, dass es das doch nicht war. Ergebnis sind stressige Scheidungen und darunter leidende Kinder. Dann doch lieber anders herum, oder? Fairerweise muss man auch sagen: Wer es erst gar nicht versucht hat, kann natürlich trefflich davon sprechen, wie sich die anderen geirrt haben und dass es doch das Beste sei, es gleich zu lassen.

    Ich kann vieles, was andere tun, auch nicht verstehen, und ich fühle mich in vielen Situationen auch wie ein Alien. Ich weiß nicht, wieso jemand zu dir sagt, du seist nicht normal. Wieso lässt du das überhaupt zu? Und warum glaubst du, dass du nur "dazu" gehörst, wenn du dasselbe Lebensmodell lebst? Zusammengehörigkeit kann doch auf allen möglichen Gemeinsamkeiten fußen, auch im Beruf, bei einem gemeinsamen Hobby usw. Ich unterhalte mich doch nicht immer nur über meine Familie!

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