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  1. Inaktiver User

    AW: Sozialisierungskrise

    Wie frangipani schreibt, es gibt heute so viele Lebensmodelle, da ist es schon beinahe schwer, aufzufallen. Ich kenne Verheiratete und Singles und Kinderlose und Familien - in allen Kombinationen.

    Sei doch froh, dass du in dieser offenen Zeit lebst. Früher wärst du eine "alte Jungfer" oder wenigstens "Alleinstehende" gewesen und bedauert worden. Wer bedauert dich heute?

    Im Übrigen haben wohl viele Menschen in irgendeinem Bereich das Gefühl, "aus der Norm" zu fallen. Bei mir ist das der Beruf in einer Männerdomäne und die Weigerung, High Heels zu tragen oder mich überhaupt auch nur die Bohne für Schuhe zu interessieren. Nur als Beispiel.

    Dazu, akzeptiert zu werden, gehört aber auch, selbst zu akzeptieren. Dieses "ich verstehe gar nicht, dass sich binden und dass man Kinder haben will" - ist das nicht auch ein bisschen - hm - intolerant (ich will nicht "hochnäsig" schreiben)? Warum soll man nicht gern eine Familie haben? Nur weil du das nicht verstehen kannst?

    Ich mag Weizenbier, andere Leute finden das fies. Na und?

  2. Inaktiver User

    AW: Sozialisierungskrise

    Macht dich die Freiheit unfrei ?

  3. Inaktiver User

    AW: Sozialisierungskrise

    Zitat Zitat von Analytikerin Beitrag anzeigen
    Beziehung eingehen, heisst Treueversprechen, nie mehr mit anderen Männern.
    Nein, das muss es nicht bedeuten. Es sind durchaus andere Formen von Beziehung denk- und lebbar.

  4. User Info Menu

    AW: Sozialisierungskrise

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Nein, das muss es nicht bedeuten. Es sind durchaus andere Formen von Beziehung denk- und lebbar.
    Ja, das sehe ich genauso.

    Auch ist am Anfang einer Beziehung oft gar nicht die Rede vom "für immer". Man kann es durchaus langsam angehen lassen, im Tempo das für alle Beteiligten als okay empfunden wird. Und dann eventuell: siehe oben, oder auch nicht.

    Mir ist noch nicht ganz klar, was du bei deinem Spaziergang eigentlich empfunden hast: Die (scheinbare) Herablassung der Paare, die dir entgegenkamen? Die Leerstelle (manchmal wäre es doch eben schön, wenn jemand ...). Beides?

    Kitty
    Coat check girl: Goodness! What lovely diamonds!
    Mae West: Goodness had nothing to do with it...

  5. Inaktiver User

    AW: Sozialisierungskrise

    Zitat Zitat von Analytikerin Beitrag anzeigen
    Mich prickt an, dass ich mit meiner Meinung und meiner Sichtweise doch eben zu einer Minderheit gehöre. Der Großteil der Menschen, denen ich begegne, und das sind viele, möchten eine Beziehung haben bzw. haben, heiraten und Kinder bekommen. Klar, gibt es immer wieder mal jemanden, der damit auch nichts anfangen kann aber das ist echt schon wie eine Stecknadel im Heuhaufen. Ich dachte bisher halt immer, es gibt mehrere von meiner Sorte aber mittlerweile fühl ich mich als Exot. Und es ist einfach nicht schön, immer so ein bisschen anders zu sein als der Otto-Normalverbraucher.
    Diese Gedanken kann ich gut nachvollziehen. Ich bin zwar verheiratet, aber für mich war die Ehe nie DAS Lebensmodell schlechthin, was ich mir für mich vorgestellt hatte. Eigentlich wollte ich nie heiraten.
    Dementsprechend habe ich meine Hochzeit sehr gelassen gesehen, dieses ganze Bohei um Kleider, Ringe, Kutschen etc. war nicht mein Ding.

    Auch die Ehe an sich sehe ich sehr pragmatisch, wenn es eines Tages nicht mehr passen sollte, dann will ich die Beziehung auch nicht auf Krampf aufrecht erhalten.
    Und auch wenn ich meinen Mann liebe: ich brauche meinen Freiraum. Das sollte eigentlich selbstverständlich sein, aber ich stoße bei anderen oft auf Unverständnis, wenn ich bestimmte Dinge ohne meinen Mann unternehme.

    Kinder konnte ich mir lange Zeit nicht vorstellen. Inzwischen denke ich schon darüber nach, aber recht zögerlich. Das "typische" Familienidyll, das ich in meiner Umgebung sehe schreckt mich eher ab.

    Mit dieser Einstellung bin ich in meinem Umfeld halt auch die Ausnahme. Gerade als Frau wird ja irgendwie erwartet, dass Ehe und Familie wichtige Themen sind. Und die Frauen, die ich kenne, entsprechem dem überwiegend.
    Klar habe ich heutzutage prinzipiell die Möglichkeit, mein Leben so zu gestalten wie ich es möchte. Aber ich zumindest habe auch das Bedürfnis nach Zugehörigkeit (wie vermutlich die meisten Menschen).

    Es mag etwas überheblich klingen, wenn man das so schreibt. Ist aber nicht so gemeint. Ich halte mich nicht für etwas besseres und gönne ja den anderen Menschen ihr Lebensmodell. Aber ich finde es oft schwer, als ständige "Ausnahme" durchs Leben zu gehen.

  6. Inaktiver User

    AW: Sozialisierungskrise

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Es mag etwas überheblich klingen, wenn man das so schreibt. Ist aber nicht so gemeint.
    Nein tut es nicht!

    Ich hatte eine Nachbarin, die hat ihre Wohnung behalten und ihr Freund/Mann hat seine behalten und die sind seit 20 Jahren glücklich mit dieser Situation.

    Warum nicht? Natürlich stellt es eine Ausnahme dar und die Menschen, die Eure Einstellung vertreten werden ja deswegen schief angeschaut weil:

    - die Vorstellung für einen selber nicht ausreicht
    - weil man sich ein anderes Leben vorstellt

    - weil ihr der Stachel seit, der genau auf die Wunde in der eigenen Beziehung zeigt!

  7. Inaktiver User

    AW: Sozialisierungskrise

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    - weil ihr der Stachel seit, der genau auf die Wunde in der eigenen Beziehung zeigt!

    Nun, das ist eine Unterstellung.

    Für mich trifft das nicht zu. Ich schaue nicht schief, und ich sehe andere Menschen auch nicht als Stachel an und ich finde es echt bescheuert, wenn man sich in so einem Verfolgungswahn ergeht: Die denken über mich ... und das denken sie weil ...

  8. Inaktiver User

    AW: Sozialisierungskrise

    Zitat Zitat von Analytikerin Beitrag anzeigen
    Aber eigentlich klappt es ja, ich lerne viele kenne, habe schönen Sex mit denen und manchmal denke, wäre ja auch schön, mal an einem Sonntagnachmittag Händchen haltent durch die Gegend zu spazieren oder gar zusammenzuziehen, andererseits bekomm ich davor den Graus. Nur von einem für ewig? Never!!! Ich dachte immer, warte mal ab, bis der Richtige kommt, willste das auch alles. Aber so langsam glaube ich, dass ich das im Grunde meines Herzens gar nicht möchte. Ach, ich hab das jetzt alles irgendwie so wirr geschrieben, ich hoffe, ihr versteht's
    Also ich lese in Deinem Beitrag auch Stolz auf Dein Modell, nicht nur Erschrecken darueber. Und wie Du haben schon viele vor Dir empfunden; frueher gingen Frauen mit Freiheitsdrang gern ins Kloster, entkamen dort dem "Ehejoch" und dem (damals noch) oft lebensgefaehrlichen Gebaeren.
    Spaeter zogen sie Maennerkleider an und reisten inkognito.
    Rebelliert haben Frauen immer schon.
    Der einzige Zwang, der heute in unsrer westlichen Welt noch geblieben ist, ist der Rechtfertigungszwang- vor sich selbst und anderen. Gemischt vielleicht mit dem Gefuehl, der Angst?, das Gras auf der anderen Seite sei vielleicht doch eine Schattierung gruener.

    Und die "Durschschnittsfrau"? Was mag ihr wohl durch den Kopf gegangen sein bei ihrem Spaziergang? Dass sie Dich vielleicht beneidet, dass sie noch Milch einkaufen muss, dass sie sich die Unbeschwertheit der ersten Tage zurueckwuenscht, ob die Babysitterin klarkommt, ob das Kind die Schweinegrippe erwischt, was ihr Chef zu ihrem Teilzeitplan sagt, dass sie jetzt stolz sieben Jahre verheiratet ist usw. Ich weiss es nicht. Ich weiss nur, dass sich hinter dem sogenannten "Durchschnittsleben" ein nicht minder krisengebeuteltes Einzelleben verbirgt. Mit permanenter Feinjustierung.

    Und Dein Modell passt doch zu Dir und passt Dir: Wieso solltest Du Dich rechtfertigen muessen? Darueber erschrecken? Nutze, was Du hast.

    Liebe Gruesse

  9. Inaktiver User

    AW: Sozialisierungskrise

    Ein schönes Post, Dampfmaschine!

    Ich hab noch nie darüber nachgedacht, dass Nonnen die ersten emanzipierten Frauen gewesen sein könnten...

  10. Inaktiver User

    AW: Sozialisierungskrise

    Ich bin 37 und sehe auch
    keinen Sinn im Heiraten.

    Um mich rum sind
    längst alle verheiratet,
    die nie heiraten wollten.

    Und die ersten sind wieder
    geschieden .

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