Ihr Lieben,
ich beschäftige mich schon länger mit diesem Thema und habe noch nicht so den richtigen Zugang gefunden.
Ich halte mich gerne für optimistisch, musste aber feststellen, dass ich das leider gar nicht bin. Aber ich habe oft gehört und bin überzeugt, dass man es lernen kann.
Nur: wie?
Man kann als Pessimist nicht, wie viele gerne behaupten, einfach lernen anders zu denken. Wenn etwas doof ist, ist es doof. Da sehe ich nix Positives drin - und wenn ich laut sage welch gute neue Chancen das doch bringt, dann ist das eine Lüge.
Es gibt Bücher, die man lesen kann. Oder Optimisten, die man kennt und von denen man lernen kann. Aber hilft das?
Fakt ist: die Optimisten, die ich kenne, haben es leichter im Leben weil sie sich nicht so einen Kopf machen um alles und positiv denken. Und à la Self-Fulfilling-Prophecy klappt auch das meiste bei ihnen - oder sie finden einen neuen Weg.
Der Witz ist: meine Ausgangslage ist nicht mal schlecht. Nur wie komme ich zum Ziel???
Danke für alle Ratschläge
Cy
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 59
-
02.11.2009, 16:05
Wie kann man OPTIMISMUS lernen?



Cytheria
-
02.11.2009, 18:35
AW: Wie kann man OPTIMISMUS lernen?
Ich halte nicht viel von zwanghaftem Optimismus, weil der nämlich sehr schnell sehr realitätsfern werden kann. Was nützt es Dir, eine Situation, die objektiv nicht gut ist, mit Gewalt schön zu reden? Du musst Dich mit dem befassen, was in der Realität vorhanden ist, nicht mit dem, was Positive Thinking-Apostel von Dir erwarten. Pessimisten wollen sich nicht selbst in die Tasche lügen, und das ist auch gut so!
Natürlich ist es nicht gut, wenn Du Dich ständig mit Horror-Szenarien fertig machst. Aber wenn Du Dich auf Deine Fähigkeiten und Deine Ressourcen besinnst, wenn Du nach Alternativen schaust, dann passiert Dir das nicht so einfach. Kluge Pessimisten sichern sich dadurch ab, dass sie für den worst case einen Plan B haben. So kommen sie nicht total ins Schwimmen, wenn Plan A nicht klappt, eine Möglichkeit, die die Optimisten eher scheuklappenmässig ausblenden.
Ich kann Dir dazu ein gutes Buch empfehlen:
Julie K. Norem, Die positive Kraft des negativen Denkens.
Ob jemand Optimist oder Pessimist ist, ist eine Mentalitätsfrage, die auch mit der Verarbeitung der eigenen Lebenserfahrung zu tun hat. Es wäre schwachsinnig, alle zu Optimisten umpolen zu wollen, denn die Pessimisten haben genauso ihre Berechtigung. Sie haben nur andere Bewältigungsformen für die Realität, aber deshalb sind diese nicht schlechter.
Ich lasse mir meinen strategischen Pessimismus jedenfalls nicht mehr madig machen.Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
-
02.11.2009, 18:59Inaktiver User
AW: Wie kann man OPTIMISMUS lernen?
Ich kalkuliere auch lieber mit dem worst case als dass ich mir alles schön rede. Ja, das ist eine Bewältigungsstrategie! Immerhin gibt es viel viel Schlimmeres als durch eine Prüfung zu rasseln. Das muss man sich doch auch mal klar machen.
Ich kann das nicht ab, wenn Leute sagen: "Ich bin nie krank, warum sollte sich das ändern?" Das ist wie wenn Leute sagen: "Mein Computer hat immer funktioniert, warum soll ich umständlich meine Daten sichern?" Ich muss in Bezug auf Festplattencrash, Diebstahl etc. immer mit dem GAU rechnen und entsprechend vorsorgen. Kann ich nicht bei allem im Leben. Aber da, wo es nicht zuviel kostet, da schon. Vom fröhlichen Optimismus zur grenzenlosen Naivität ist nur ein kleiner Schritt.
Ansonsten denke ich nicht in diesen Kategorien. Ich glaube auch nicht, dass man sich da grundlegend verändern kann. Ich bemühe mich auch eher um
- Vertrauen
- Heiterkeit
- Gelassenheit
- Großzügigkeit
... und finde das schon oft verdammt schwer.
-
02.11.2009, 21:06
AW: Wie kann man OPTIMISMUS lernen?
Hi!
ich als alter Pessimist hab mir den Optimismus etwas angeeignet.
Nun ja, wie ich das gemacht hab? Es braucht Zeit, verdammt viel Zeit um auch den Mittelweg zu finden.
Grundsätzlich habe ich mir abgewöhnt in meinen Gedanken das Wort "Nein" zu verwenden. Man nennt es auch das Gehirn bewusst umzustimmen. Es werden Sätze ständig wiederholt um einige negative Gedanken aus dem Leben zu verbannen.
Nachdem das recht gut klappt hab ich mich mit meinem Bauch auseinander gesetzt. Das hab ich während meiner Trennungsphase (in der ich noch bin) angefangen.
Auf Gefühle horchen und dann entscheiden. Nicht den Kopf zu sehr beanspruchen. Nicht über alles Stunden und Tage nachgrübeln.
Und dann hab ich mir noch den Dale Carnegie "Sorge dich nicht! Lebe!" geschnappt.
Das Buch steht etwas im Gegensatz zum Bauchdenken. Bisher komme ich damit sehr gut klar und die Dinge erscheinen stets anders und immer lösbar! Egal welche Situation gerade eintritt. Das positive Denken kann Jahre benötigen um in der richtigen Abstimmung gefestigt zu sein. Ich bin noch dabei aber auf einem sehr guten Weg dorthin.
Aber eines darfst du nie vergessen. Der Schnee bleibt dennoch weis wenn er vom Himmel fällt! Es passiert nichts umsonst und du weisst niemals für was die Situation gut ist.
Die Erkenntnis kommt bekanntlich erst später........
-
03.11.2009, 10:37
AW: Wie kann man OPTIMISMUS lernen?
Sehr gutes Beispiel!"Mein Computer hat immer funktioniert, warum soll ich umständlich meine Daten sichern?"
Ich will natürlich weder zum Zweckoptimisten werden noch zum Scheuklappenoptimismus konvertieren. Eher so ein gesundes Maß an Optimismus... bei anderen sieht das halt immer so einfach aus.
Ich weiß ja auch (theoretisch) dass gewisse Ereignisse für etwas gut sind und Neues bringen. Und im Nachhinein ist es auch immer so. Nur wenn gerade etwas nicht gut läuft, fällt es schwer, sich das ins Gedächtnis zu rufen. Und genau da täte mir etwas Optimismus echt gut!


Cytheria
-
03.11.2009, 11:01
AW: Wie kann man OPTIMISMUS lernen?
Hi.
Ich finde Optimismus und Daten sichern sind 2 Paar Schuhe!
Wer meint, Naivität hätte was mit Optimismus zu tun, irrt.,
Ja, ich bin Optimistin, und zwar ganz bewußt. Es erleichtert das Leben ungemein, ich lache sehr viel, ich bin glücklich.
Wer es nicht versteht, der sollte sich zuerst den Film "Happy go lucky" ansehen.
Es geht einfach darum, die Lebensfreude, die potentiell da ist, auszuleben.
In jedem Moment kannst du auf 2 unterschiedliche Arten leben und wahrnehmen. Das eine Modell ist: Schimpfen, über andere und die Umstände herziehen.
Das andere Modell heisst: Humorvoll sein, über alles mögliche bereit sein zu lachen, im Gefühl und bei sich selbst zu sein. (und dadurch auch bei anderen)
So kann man auch schlechte Zeiten überstehen ohne sich von sich selbst (und von anderen) zu entfernen.
Der1. Schritt ist, dass man wieder fühlen lernt. Dass man dann lernt diesen Gefühlen immer zu trauen und sie entscheiden lässt, wie man handelt.
Wer gegen seine Gefühle arbeitet, kann nicht Optimist sein.
Wie viele Menschen (auch ich früher) sind im Kopf und nicht im Herzen präsent. Wenn du WRIKLICH traurig bist und dieses Gefühl zeigen kannst, bist du kein Pessimist sondern immer noch viel näher am Glück dran als jemand, der sich anstrengend sagt "Ist doch nicht so schlimm".
Zu lernen positiv zu denken und im Gefühl zu bleiben heisst, sich aufs Leben einzulassen.
Das heisst auch, Sätze nicht so zu formulieren "Ich ziehe einen Schal an damit ich nicht krank werde" sondern "Ich ziehe einen Schal an damit ich gesund bleibe".
Denn alles was du aussprichst und in Gedanken hast, ist schon vorhanden.
Es ist ganz einfach, optimistisch zu sein. Es ist eine Entscheidung.
Auch wenn der Weg dahin lang sein mag, es macht viel mehr Spaß so zu leben! Ich empfehle Seminare zum Thema, das ist besser als nur Bücher, weil sie näher an einem dran sind.
Liebe Grüße!
Die Dummen verwerfen, was sie sehen, nicht was sie denken.
Die Klugen verwerfen, was sie denken, nicht was sie sehen. (Huang-po)
-
03.11.2009, 11:15
AW: Wie kann man OPTIMISMUS lernen?
Seminare?
Hmm, aber erst nachdem man es selbst versucht hat. Entscheidend ist immer noch der Wille es wirklich zu Wollen! An dieser Einstellung kannst nur du etwas ändern. Ein Seminar hilft dir da auch nicht weiter.........und dann reichen auch Bücher.......
-
03.11.2009, 14:43
AW: Wie kann man OPTIMISMUS lernen?
Ich finde eben nur, dass es NICHT ganz einfach ist. Und ich weiß nicht so recht, wo anfangen. Ich hab jetzt 3 Buchtipps bekommen - welches hilft?Es ist ganz einfach, optimistisch zu sein. Es ist eine Entscheidung.
Und ich bin auch glücklich, aber ich hab auch vor so vielen Sachen Angst... und diese Angst kommt immer wieder hoch. Wie lerne ich denn, die Angst nicht zuzulassen (?) oder als Motivator zu nutzen?


Cytheria
-
03.11.2009, 15:05Inaktiver User
AW: Wie kann man OPTIMISMUS lernen?
-
03.11.2009, 15:29Inaktiver User
AW: Wie kann man OPTIMISMUS lernen?
Das "Augen zu und durch" Programm hat nur einen entscheidenenden Nachteil.
Man lernt nix dabei!
Viel besser wäre es mit der Angst bis an die Grenze zu gehen und dann mit der Angst diese Grenze zu überschreiten um zu erkennen, dass nichts passiert ist.
Bei geschlossenen Augen steht man bei der nächsten Gelegenheit wieder da wo man nicht mehr hinmöchte.



Zitieren


