Hallo,
ich habe das Gefühl, immer mit einer Maske vor anderen herumzulaufen. In größerer Gemeinschaft fühle ich mich unwohl, habe Angst Mist zu erzählen und würde am liebsten gar nichts sagen oder möchte flüchten. Wenn ich mich mit einer einzelnen Person unterhalte, geht es. Ich hab dann wohl auch das Gefühl, der muss mir ja zuhören, ist ja schließlich keiner weiter da. Ich glaub, ich vermittle einen völlig falschen Eindruck von mir. Das macht mich noch unsicherer.
Kann man die Maske nicht irgendwie loswerden und sich trauen zu sein, wie man ist?
KM
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 27
Thema: Nicht authentisch...
-
24.09.2009, 19:00
Nicht authentisch...
-
24.09.2009, 19:59
AW: Nicht authentisch...
Hallo Kaffeemuetze,
so eine Maske kann ja verschiedene Funktionen erfüllen:
> man schützt das, was dahinter liegt, damit es nicht verletzt wird
> man glaubt, dass man mit der Maske besser ankommt als mit dem
wahren Ich
Welcher Grund ist es denn bei dir?
Wenn du das weißt, dann kannst du dir auch überlegen, wie du diese Maske los werden kannst
.
-
25.09.2009, 06:48Inaktiver User
AW: Nicht authentisch...
Hallo Kaffeemütze,
wenn ich lese, was Du schreibst, habe ich den Eindruck, dass Du Dein Ich gar nicht zum Vorschein kommen lassen möchtest. Du schreibst, als ob Du Dich damit anderen zumuten würdest ("Mist erzählen", "dem bleibt ja gar nichts anderes übrig als mir zuzuhören"). Dann macht eine Maske natürlich auch Sinn.
Magst Du mehr davon schreiben, was Du von Dir selber denkst?
Liebe Grüße
Nancissima
Huhu, Beklamo!
-
25.09.2009, 22:43
AW: Nicht authentisch...
Hallo zusammen,
ja, es ist schon wie "verstecken", ich habe leider große Selbstzweifel, vor allem, wenn ich in einer relativ großen Runde bin. Dann fühle ich mich einsam, weil ich denke, dass alle anderen unterhaltsamer sind als ich und je mehr ich das denke, umso kleiner fühle ich mich. Vielleicht wirke ich auch verkrampft und das schafft natürlich eine schlechte Ausstrahlung. Wenn ich mich jedoch mit 1-2 Personen zusammen bin, fühle ich mich sicherer.
Eventuell stecken ungute Erfahrungen aus der Kindheit dahinter. Ich hatte oft das Gefühl, ausgeliefert zu sein und in der Gruppe eher die Rolle des "Opfers"zu haben, über das man sich lustig machen kann, das man veräppeln kann usw.
Ich bin ziemlich belesen und kann auch interessante "Beiträge" liefern, aber eben nicht in großer Runde...(immer in sorge: was denken die dann, das interessiert vielleicht keinen, andere haben mehr Humor, können simple Sachen spannend und unterhaltsam bringen und und und...)
KM
-
25.09.2009, 23:23
AW: Nicht authentisch...
Hallo Kaffemütze,
gut, vor dem Hintergrund macht es natürlich "Sinn", sich eine Maske zuzulegen.
Wenn du in einer kleinen Runde von 1-2 Leuten ein gutes Gefühl hast und merkst, dass du gut ankommst, dann könntest du ja mal versuchen, in einer Runde von 3-4 Leuten was zu erzählen was dich begeistert. Und dann mal in einer Runde von 6-7 Leuten. Einfach mal, um dich zu steigern und um festzustellen, dass es doch nicht nur Mist ist, was du erzählst.
Wenn es dir ein sichereres Gefühl gibt, dann könntest du auch einen Rhetorikkurs belegen. Damit du lernst, freier und lockerer zu sprechen.
Aber mal abgesehen von alle dem: Es muss auch nicht jeder in Begeisterungsstürme ausbrechen, wenn man was erzählt. Das kann unterschiedliche Gründe haben (der andere ist müde, ist verpeilt, hat andere Interessen wie man selbst, ist in Gedanken gerade bei einem Streit von vorhin ....) und muss erst mal nichts mit dir und deinen Geschichten zu tun haben.
Huhu Nancissima
-
26.09.2009, 09:00Inaktiver User
AW: Nicht authentisch...
Hallo Kaffeemütze,
hast Du Freunde, bei denen Du Dich so richtig wohl fühlst? Bei denen Du das Gefühl hast, nicht ständig mit einer Maske herumlaufen zu müssen?
Was ist der Unterschied?
Wenn Du, auf einer Party oder wo auch immer, auf unbekannte Menschen triffst, wirst Du IMMER Menschen treffen, die andere Interessen haben als Du. Wenn Du Dir klar machst, wie normal das ist, nimmt das vielleicht ein wenig die Angst. "Everybodys darling is everybodys ass."
Wann immer Du Menschen kennen lernst, läuft Kennen lernen darüber ab, dass man von anderen etwas erfährt und sich selbst ein wenig offenbart. Diese "Selbstoffenbarung" kannst Du aber eigenverantwortlich steuern. Keiner muss im ersten Kontakt von Deinen sexuellen Vorlieben erfahren oder von Deinem ätzenden Chef.
Du kannst aber vielleicht von Deiner letzten Reise erzählen, von dem Buch, das Du gerade liest oder der Fortbildung, die Du planst. Damit gibst Du dem Gegenüber die Gelegenheit, Dich kennen zu lernen und kannst anhand der Reaktionen überlegen, was Du desweiteren von Dir preisgibst.
Worüber ich "gestolpert" bin, ist, dass Du von schlechten Kindheitserfahrungen berichtest - Beklamo (Hallo! Guten Morgen! Und ein schönes Wochenende wünsche ich Dir!
) hat es gut beschrieben, dass damit Deine Maske einen Sinn bekommt. Aber: Sie hatte "damals" einen Sinn, als Du diese Erfahrungen gemacht hast. Heute hindert sie Dich, und Du würdest hier nicht schreiben, wenn Du nicht darunter leiden würdest. Immer, wenn man das feststellt, sollte man klären, warum eine bestimmte Verhaltensweise in früheren Situationen Sinn gemacht hat. Dann kannst Du nämlich alternative Verhaltensweisen überlegen/ausprobieren - zum Beispiel die, die wir weisen Frauen Dir hier vorschlagen.
Du klingst doch interessant, belesen: Lass anderen Menschen doch die Chance, Dich kennen zu lernen!
-
26.09.2009, 09:23
AW: Nicht authentisch...
In einer Gruppe sein oder nur mit ein oder zwei Personen sein, ist nun mal ein großer Unterschied.
Es gibt ja auch Menschen, die sich nur in einer größeren Gruppe
wohlfühlen und nervös werden, wenn nur eine Person ihr Gegenüber ist.
Ich vermute, dass Menschen, die sich vor allem oder nur in einer größeren Gruppe wohlfühlen, eher Menschen sind, die sich gerne und gut in Szene setzen und gut mit Smalltalk zurecht kommen und - vielleicht - das auch nur können. Wenn man nur ein Gegenüber hat, ist es viel schwerer, ewig nur auf der Ebene des Smalltalks zu bleiben.
Ich würde es also nicht einseitig problematisieren, wenn sich einer wohler fühlt im unmittelbaren Kontakt mit einer einzelnen Person.
Ist natürlich die Frage, welche Ausmaße das hat, sich in einer Gruppe unwohl zu fühlen.
-
26.09.2009, 11:28Inaktiver User
AW: Nicht authentisch...
Liebe Kaffeemütze, was hältst du davon, zu üben, auch in größeren Gruppen deinen Platz zu finden und somit auch deinen Raum für Gespräche, Geplänkel, Amusement, was eben gerade ansteht.
Es ist zu lernen, ich spreche aus ureigener Erfahrung.
Mein Weg dahin war unterstützt durch viel Gruppenarbeit, auch im therapeutischen Sinne. Es gibt Selbsterfahrungsseminare, in denen du diese Situationen gespiegelt bekommen wirst. Doch dann in einem geschützten Rahmen mit wertvollem Feedback und dem Potential, einiges an deiner verletzten Seele zu heilen.
Das ist meine Erfahrung und Empfehlung.
Hab' Mut!
-
27.09.2009, 13:26Inaktiver User
-
28.09.2009, 11:10Inaktiver User
AW: Nicht authentisch...
Vor Jahren nahm ich an einem Informationsabend teil. Ich war sehr skeptisch, obwohl mir der Trainer bodenständig erschien und auch Frimentrainings abhielt, und damit in die Kategorie 'seriös' fiel. Die Initialzündung gab an diesem Abend eine der kleinen Testaufgaben, die wir für uns selbst zu lösen bekamen. Die Frage "Nenne 10 positive Eigenschaften von Dir" machte mich damals im wahrsten Sinne des Wortes sprachlos
. Mir fielen nämlich keine 10 ein, nicht um's Ver***. An mir empfand ich so gut wie nichts als wirklich positiv.
So kam zum ersten Training in dieser Form, die ich im Laufe der Zeit fortsetzte. Mein mangelndes Selbstwertgefühl spiegelte sich natürlich auch in diesen Gruppen in der Interaktion mit anderen. Ich kam allmählich dahinter, was es bedeutet, wenn ich mich selbst nicht mag. Wie sollen mich andere mögen? Erstens glaube ich ja gar nicht, dass sie es tun können und zweitens, habe ich auch tatsächlich oft die entsprechende Ausstrahlung, die eher verjagt, anstatt anzuziehen. Gleichzeitig wage ich nicht, einen wirklichen Platz einzunehmen in einer Gruppe, im Leben. Ich traue mich nicht. Ich habe Angst. Irgendwann könnte ja jemand merken, dass ich eigentlich eine Pfeife bin. Also hilft nur wegducken, kleinmachen und am besten unsichtbar. Alle anderen sind ohnehin besser.
In Gruppen zu arbeiten hat zudem den Vorteil zu realisieren, dass selbst die Tollsten unter den Tollen auch nur mit Wasser kochen und ihr Päcklein tragen.
Dies in Seminaren gespiegelt zu bekommen, ist die Basis für Veränderungen, die sukzessive stattfinden werden.
Wenn du eine Empfehlung für eine kompetente Adresse möchtest, gerne per PN.
Viele Grüße, JulifrauGeändert von Inaktiver User (28.09.2009 um 11:15 Uhr)


Zitieren

