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  1. Inaktiver User

    Durchhalten? Oder verleugne ich mich?

    Hallo ihr Lieben,

    immer mal wieder mache ich mir Gedanken zu der Frage, wie lange/wie intensiv man auch mal Neues ausprobieren sollte und wann ein mangelnder Erfolg darauf schließen lässt, dass dieser Weg nichts für einem ist.

    Konkreter: Seit 10 Monaten habe ich einen neuen Job, eine Stufe rauf auf der Karriereleiter. Mein vorheriger Bereich hat mir viel Spaß gemacht, bot mir aber keine Weiterentwicklungsmöglichkeiten. Jetzt habe ich einen Job in einem völlig neuen Feld. Das heißt: Ich muss es mir erst einmal "erarbeiten". Wo ich früher absolute Expertin in meinem Feld war, backe ich hier kleine Brötchen. Das kratzt an meinem Ego, was ich aber erst einmal so hinnehme.

    Wo ich früher aber auch schnell Dinge umsetzen konnte, zum Einen, weil ich Bescheid wusste, zum Anderen, weil ich mein damaliges Team komplett hinter mir stehen hatte, "holpert" es jetzt so vor sich her. Die Teams, die ich leite, sind aufgrund der vorherigen, aufrührenden Erfahrungen, noch mitten im Teamfindungsprozess einschließlich der Klärung meiner Rolle als Chefin.

    Jetzt ist es weniger diese berufliche Situation, die mich meine Frage stellen lässt, ich meine es allgemeiner. Ich frage mich: Ist Durchhalten angesagt? Das Hinnehmen, dass gerade mal nicht die Erfolge kommen? Die Schwierigkeiten, die es mit sich bringt, wenn noch keine tragfähigen Netzwerke aufgebaut sind? Kurz: Ist es angesagt, einfach mal eine ganze Zeit durchzuhalten, auch gegen das "Bollern meines Egos"? Einen langen Atem zu beweisen? Mal eine persönliche "Wüstenzeit" erleben?

    Oder

    Mache ich mir etwas vor? Befinde ich mich in einem Umfeld, das nicht meinen Fähigkeiten entspricht? Ist dieses Unbehagen ein Zeichen, dass ich auf dem falschen Dampfer bin? Wäre es besser zu schauen, was mir besser liegt?

    Woran merke ich, was es ist? Wohin die Zeichen deuten?

    Ist verständlich, was ich meine?

    Würde mich über Anregungen freuen!

  2. Inaktiver User

    AW: Durchhalten? Oder verleugne ich mich?

    du sagt: seit 10 monaten.

    kannst du dir vorstellen, dir einen zeitrahmen zu stecken?

    wiedervorlage xx.xx.20xx?

    und dir und den teams bis dahin alle chancen zu lassen?


    jetzt eine ist-bestands-aufnahme machen. die klar formulieren und auf wiedervorlage legen. und dann schauen- bewegt sich was, was bewegt sich? in welche richtung bewegt es sich?
    will ich diese richtung?

  3. User Info Menu

    AW: Durchhalten? Oder verleugne ich mich?

    Hallo Nancissima,

    das ist eine Frage, die ich mich auch immer mal wieder beschäftigt.

    Ich habe im Leben beide Seiten erlebt:
    Ich habe ein Promotionsstudium unter sehr widrigen Bedingungen durchgezogen, wo ich sowohl währenddessen als auch hinterher dachte, eigentlich hätte ich es abbrechen müssen. Auf der anderen Seite habe ich aus dieser Zeit auf anderer Ebene (neue Freundschaften, Behaupten im fremden Land) viel für mich mitgenommen. War es nun richtig oder falsch, das so gnadenlos durchzuziehen? Ich weiß es bis heute nicht.

    Zweite Situation:
    Ich habe im Job eine ziemliche Durststrecke erlebt, wo ich in der Luft hing, nichts zu tun hatte, mich sehr unwohl gefühlt habe. Ich habe mich in dieser Zeit wegbeworben, sowohl intern als auch extern, allerdings erfolglos. Irgendwann war die Durststrecke dann vorbei, es ging langsam aber sicher aufwärts und heute bin ich immer noch im selben Unternehmen auf einer Position, wo ich mich total wohlfühle. Ich bin also froh, dass ich gezwungen war, durchzuhalten.

    Ich weiß also auch nicht, woran man erkennt, ob man besser aufgibt oder weiter durchhält. Ich glaube, ich würde es am Leidensdruck festmachen und an den möglichen Alternativen. Ich glaube, mit ausreichend Perspektiven im Hinterkopf wagt man den Absprung schneller. Aber ob das immer besser ist?

    Ich finde auch wichtig, wie man für sich selbst eine solche Aufgabe deuten würde: Empfindet man sie als Niederlage und Scheitern oder als bewusste Entscheidung für einen anderen Weg? Wie ist man bisher im Leben mit schwierigen Situationen umgegangen? Ist man eher der Typ, der davonläuft? Dann steckt die persönliche Herausforderung wohl eher im Durchhalten. Oder ist man jemand, der sehr streng zu sich selbst ist und sich alles abverlangt. Dann muss man vielleicht lernen, auch mal loszulassen.

    Ich glaube nicht, dass es eine allgemeingültige Antwort auf diese Frage gibt. Im Zweifel muss man immer wieder in sich selbst hineinhören und erspüren, was sich richtig anfühlt.

    Tja, das hilft Dir nun wohl auch nicht weiter…

    Viele Grüße,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

  4. Inaktiver User

    AW: Durchhalten? Oder verleugne ich mich?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    du sagt: seit 10 monaten.

    kannst du dir vorstellen, dir einen zeitrahmen zu stecken?

    wiedervorlage xx.xx.20xx?

    und dir und den teams bis dahin alle chancen zu lassen?


    jetzt eine ist-bestands-aufnahme machen. die klar formulieren und auf wiedervorlage legen. und dann schauen- bewegt sich was, was bewegt sich? in welche richtung bewegt es sich?
    will ich diese richtung?
    So etwas habe ich auch schon überlegt. Nächste Woche starte ich in ein zweijähriges berufsbegleitendes Studium, dessen Abschluß mir voraussichtlich meine beruflichen Möglichkeiten erweitert. Meine Überlegung ist, danach Tabula Rasa zu machen und weiterzuschauen.

    Zwischenzeitlich war der Frust aber auch schon so groß, dass ich selbst am Sinn des Studiums gezweifelt habe (obwohl ich mich darauf wie Bolle freue).

    Die Ist-Bestands-Aufnahme ist eine tolle Idee. Dann kann ich zwischendurch auch schon mal vergleichen.

    Frage mich halt manchmal mit meinen immer mal wieder vorhandenen Überlegungen aufzugeben, ob ich einfach persönlich zu "faul" bin. Heißt: Zu bequem, auch mal über meinen eigenen Schatten zu springen... (meine ganze bisherige berufliche Laufbahn war ein "Durchlaufen", mit Herausforderungen der Art, wie ich sie relativ einfach bewältigen könnte. Jetzt tuts deutlich mehr weh...)

  5. Inaktiver User

    AW: Durchhalten? Oder verleugne ich mich?

    ein studium bringt von der zeitschiene schon mal die aktion;:


    zu jeden semesterferien- bestandsaufnahme.

    und wenn dur dir selbst sagst: bis zum ende des studium gebe ich mir selbst die zeit- et voila!

  6. Inaktiver User

    AW: Durchhalten? Oder verleugne ich mich?

    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    Ich finde auch wichtig, wie man für sich selbst eine solche Aufgabe deuten würde: Empfindet man sie als Niederlage und Scheitern oder als bewusste Entscheidung für einen anderen Weg? Wie ist man bisher im Leben mit schwierigen Situationen umgegangen? Ist man eher der Typ, der davonläuft? Dann steckt die persönliche Herausforderung wohl eher im Durchhalten. Oder ist man jemand, der sehr streng zu sich selbst ist und sich alles abverlangt. Dann muss man vielleicht lernen, auch mal loszulassen.

    Ich glaube nicht, dass es eine allgemeingültige Antwort auf diese Frage gibt. Im Zweifel muss man immer wieder in sich selbst hineinhören und erspüren, was sich richtig anfühlt.

    Tja, das hilft Dir nun wohl auch nicht weiter…

    Viele Grüße,

    Malina
    Doch, tut es. Weil es auch gut tut zu wissen, dass ich nicht DIE Patentlösung erahnen kann/muss/soll.

    Es ist tatsächlich etwas Persönliches. Schwierigkeiten bin ich bisher nicht aus dem Weg gegangen, sondern hatte eher welche der Art, die ich mit ein wenig mehr Mühe bewältigen konnte. Jetzt ist die Mühe deutlich größer, es fühlt sich an wie Muskelkater beim Marathon bei Kilometer 15...

    Grundsätzlich wäre ich zwar frustriert, wenn ich diese Aufgabe nicht bewältigen würde. Wäre ich mir aber sicher, dass es die richtige Entscheidung ist, wäre das okay. Aber wie gesagt... Es ist das Persönliche... Ich kenne es nicht, etwas, was ich will, nicht so ohne weiteres zu erlangen...

    Daher:
    Danke!

  7. Inaktiver User

    AW: Durchhalten? Oder verleugne ich mich?

    Hi Nancissima,

    "Die Leber wächst mit ihren Aufgaben" Hirschhausen

    so erste Frage:

    Du warst vorher schon in leitender Position aber Du hast geschrieben, dass Du Karrieresprung gemacht hast.

    Was genau daran ist jetzt der Karieresprung?

  8. Inaktiver User

    AW: Durchhalten? Oder verleugne ich mich?

    Wobei, Malina, so ganz stimmt das nicht, was ich eben geschrieben habe. Was Du beschreibst, sich festzubeißen, sich alles abzuverlangen, das kenne ich auch aus stressigen Zeiten in meinem früheren Job (und auch privat). Dort hat es dann nach einer gewissen Zeit dazu geführt, dass ich mir Alternativen überlegt und umgesetzt habe. Und ja, meine Supervisorin spiegelt mir auch jetzt wieder, teilweise sehr streng mit mir zu sein, deswegen war ich vor dem Urlaub auch mal ganz schön k.o. ... Irgendwie hat es also beides...

    @brighid:

  9. Inaktiver User

    AW: Durchhalten? Oder verleugne ich mich?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hi Nancissima,

    "Die Leber wächst mit ihren Aufgaben" Hirschhausen

    so erste Frage:

    Du warst vorher schon in leitender Position aber Du hast geschrieben, dass Du Karrieresprung gemacht hast.

    Was genau daran ist jetzt der Karieresprung?
    Hirschhausen mag ich!!!

    Ich bin von unterer auf mittlerer Leitungsebene aufgerückt. Heißt konkret: Volle Freistellung für Leitungsaufgaben.

    Konkret heißt es auch, dass ich zwei Teams mit unterschiedlichen Aufgabenstellungen leite. Beide Aufgabenstellungen kannte ich vorher nicht, muss ich mir erst erarbeiten. Beide Teams haben heftige Vorerfahrungen (eins: der vorherige Chef ist verstorben. Das andere: Zusammenführung zweier sehr unterschiedlicher Teams - bis heute "Kulturunterschiede"). Auch bringe ich meinerseits eine völlig neue Kultur mit hinein, da ich aus einem ganz anderen Bereich komme.
    Geändert von Inaktiver User (26.09.2009 um 08:38 Uhr) Grund: "Anonymisierung"

  10. User Info Menu

    AW: Durchhalten? Oder verleugne ich mich?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wobei, Malina, so ganz stimmt das nicht, was ich eben geschrieben habe. Was Du beschreibst, sich festzubeißen, sich alles abzuverlangen, das kenne ich auch aus stressigen Zeiten in meinem früheren Job (und auch privat). Dort hat es dann nach einer gewissen Zeit dazu geführt, dass ich mir Alternativen überlegt und umgesetzt habe. Und ja, meine Supervisorin spiegelt mir auch jetzt wieder, teilweise sehr streng mit mir zu sein, deswegen war ich vor dem Urlaub auch mal ganz schön k.o. ... Irgendwie hat es also beides...

    @brighid:
    Es besteht ja immer auch die Gefahr, dass man sich sagt, wenn ich nur noch ein wenig länger durchhalte, mich noch mehr anstrenge, oder wenn ich überhaupt ein anderer Mensch wäre, dann würde die Situation sich verbessern.

    Ich neige immer schnell dazu zu glauben, dass andere in derselben Situation keine oder weniger Schwierigkeiten hätten und es deshalb mein Problem ist, das ich lösen muss. Bis zu einem bestimmten Punkt mag das ja auch stimmen, und manchmal lernt man tatsächlich mehr, wenn man sich durchbeißt. Aber ist auch wichtig, den Punkt zu erkennen, ab dem es nur noch sinnlose Quälerei wird. Manches passt einfach nicht und wird auch nicht mehr besser

    Dabei stellt sich dann natürlich auch die Frage, welche Gestaltungsspielräume man noch hat, um die Situation noch zu verbessern. Hat man schon alles ausgereizt? Scheut man vor bestimmten Aktionen zurück? Will man überhaupt noch was ändern, oder hat man schon innerlich gekündigt?

    Tja, die Antwort auf die Frage, ob man durchhalten oder aufgeben soll, hängt tatsächlich von vielen Faktoren ab.

    Viele Grüße,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

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