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  1. Inaktiver User

    AW: Durchhalten? Oder verleugne ich mich?

    Muchos gracias Senorita Nancissima.

    war mir klar mit Hirschhausen, derweil Du sonst keine Signatur von ihm hättest

    so jetzt mal Tacheles, bekommst ein 360° Feedback mit Antwortmöglichkeit.

    (Ich werds lustig verarschend beschreiben weil ich a) meinen spass haben möchte und b) du vielleicht drüber lachen kannst, sollte ich es wider Erwarten mit einer humorbefreiten Emanze zu tun haben darst Dich gern beschweren!)

    Also uns stellt sich die Patientin Nancissima vor,
    die Patientin zeigt sich in einem guten Ernährungszustand.
    Eine Verwahrlosung kann nicht festgestellt werden und auch kein sonstigen Abnormitäten.
    Der Körpergeruch ist angenehm und die Mundhygiene läßt nicht zu wünschen übrig.

    Weiterhin zeigt sie eine sehr hohe Leistungsbereitschaft und Selbstüberfoderungstendenz.
    Auslöser ist eine Beförderung mit erweitertem Aufgaben- und Verantwortungsbereich.

    Nancissima legt die Meßlatte persönlich so hoch, so dass sie nicht mehr gesehen wird geschweige denn erreicht wird.
    Sie imponiert mit einem leichten BurnOut Syndrom gepaart mit Selbstzweifeln.
    Diese Selbstzweifel sind ein innerer Ausdruck eines Kontrollsystems, welches Nancissima nicht abheben läßt.
    Diese Zweifel werden sie, wenn sie sie annimmt und als Schutzmechanismus einerseits und als Entscheidungsforcierung andererseits versteht sehr nützlich sein.

    Konnte sie vorher noch durch Erledigung produktiver Aufgaben und gleichzeitigem führen des Teams ihre Leistung zum Ausdruck bringen, ist dies durch die neue Aufgabe so nicht mehr zu lösen.

    Die neue Aufgabe gestaltet sich schwierig, weil sich die Teams gerade finden und es dadurch verschiedene (teilweise heftige) Phasen geht. Sie einerseits die Position der Teammitglieder versteht sich aber selber noch keine gefestigte Position zulegen konnte.

    Wir trauen ihr diese schwierige Aufgabe zu und verstehen auch, dass es eine Herausforderung für sie darstellt.

    Als Hilfestellung empfehlen wir Nancissima, dass sie

    einerseits den persönlichen Antreiber, der die Messlatte so hoch gehängt hat an die Zügel zu nehmen und ihm zu sagen, dass sie so in Ordnung ist wie sie ist und keine zusätzliche Leistung zu erbringen hat, weil sonst ihr System zusammenbricht.

    Andererseits für sich eine wohlwollende Art zu finden sich einzugestehen, dass die Aufgabe eine persönliche Zäsur darstellt und die Dinge gelassener anzugehen, bewusst den Druck rauszunehmen, auch in dem Bewusstsein Fehler machen zu dürfen.

    Wir sind sehr zuversichtlich, dass sich Nancissima hier sehr positiv weiterentwickeln wird und wünschen ihr alles gute und schliessen mit folgendem Zitat ab:

    Zu viel Kompetenz macht unsympatisch. Die Titanic wurde von Profis gebaut, die Arche Noha von Amateuren, so muss man das sehen!
    Geändert von Inaktiver User (22.09.2009 um 15:52 Uhr) Grund: Lesefluss und Satzbau veressert

  2. Inaktiver User

    AW: Durchhalten? Oder verleugne ich mich?

    Stecher, danke!!! Das war total großartig!

    Ich musste lachen, habe mich ertappt und gleichzeitig ermutigt gefühlt.

    Da ist so viel drin in dem, was Du schreibst, dass ich jetzt wohl das ein oder andere noch mal gründlicher durchdenken werde.
    Und mir Deinen Text ausdrucken werde.



    Danke!

  3. User Info Menu

    AW: Durchhalten? Oder verleugne ich mich?

    Mir haben zwei Schritte geholfen:

    1. Ich habe - so im übertragenen Sinne - versucht für mich herauszufinden, welche Aspekte, die mich störten, situationsbedingt, und welche auf ein strukturelles Problem zurückzuführen sind. Das half mir immens, mir die Frage zu beantworten, ob es eine zeitweise Durststrecke ist, oder die Folge einer Unternehmenskultur.

    Bekommst Du Vorbereitung, Unterstützung, Führungsseminare etc.? Oder kannst Du Dir so etwas zumindest extern organisieren? Bist Du auf die spezielle Situation, die Du nun managen musst, vorbereitet worden? Kannst Du Dich Netzwerken von Führungskräften anschließen, wo es zu solchen Fragen einen Austausch und Rückhalt gibt? Gibt es klare Zielvereinbarungen mit Deinen Chefs, weißt Du, was von Dir erwartet wird? Kannst Du Dir vorstellen, dass es in absehbarer Zeit ein gutes Miteinander der Teams geben kann? Kannst Du Dir vorstellen, wie Du das im Einzelnen erreichen kannst? Kannst Du Dir vorstellen, dass Dir diese einzelnen Schritte für die nächste Zeit Spaß machen können, so im Großen und Ganzen? Oder hast Du für Dich anderweitig einen klaren Gewinn aus dieser Situation vor Augen - eine benötigte Qualifikation für den nächsten Berufsschritt o.ä.?

    Das sind grob die Fragen, die ich mir gestellt hatte.

    2. Es gibt kein Richtig oder Falsch, nur eine Entscheidung für oder gegen eine Situation, die Dich in eine neue Sitation bringt, mit der Du umgehen musst. In dem Moment, wo die Entscheidung fällt, nimmst Du alle anderen Optionen nicht in Anspruch. Dort wirst Du nie erfahren, wie es hätte weitergehen können. Also ist es müßig, sich darüber allzu viele Gedanken zu machen. Die Frage ist halt immer: Kannst Du Dir vorstellen, die nächsten fünf Jahre so zu leben?

    Alles Gute!
    Babette
    Zurück ist ein Ort, den es nicht gibt.

  4. Inaktiver User

    AW: Durchhalten? Oder verleugne ich mich?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Zu viel Kompetenz macht unsympatisch. Die Titanic wurde von Profis gebaut, die Arche Noha von Amateuren, so muss man das sehen!
    herrlich. applauss für herrn stecher!

  5. Inaktiver User

    AW: Durchhalten? Oder verleugne ich mich?

    Du durchläufst anscheinend den normalen Selektionsprozess für Führungspersonal.
    Ab einer gewissen Führungsebene geht es nicht mehr um Sachkompetenz und die Fähigkeit, Dinge selbst und womöglich schnell umzusetzen. Sondern darum, anderen die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass sie mit ihrer Sachkompetenz Dinge so umsetze können, dass sie im größeren Zusammenhang ihren Nutzen entfalten.
    Das ist ein vollkommen anderes Spiel.
    Um bei der Arche und der Titanic zu bleiben:
    Nicht mehr Schiffe bauen, sondern eine Werft betreiben oder eine Reederei.

    Ich kann nicht genau erkennen, welche Art Erfolgserlebnis Du erwartet hast. Insofern fehlt mir -ausser Deinem Gefühl- auch das Misserfolgserlebnis.
    Vermutlich hattest Du anfangs einfach falsche Vorstellungen von der Art der Erfolgserlebnisse, die Du auf Deiner neuen Position haben würdest.
    Bist Du bei der Definition Deiner Ziele in irgendeiner Form unterstützt worden (interner Mentor, externer Coach)?
    Wenn nicht, rate ich Dir, mit solcher Hilfe die Ziele zu definieren, um (Miss-)Erfolgserlebnisse mal etwas von der rein gefühlten Ebene herunterzuholen. Wenn Dein Arbeitgeber Dir so etwas nicht bietet, mach es allein für Dich.
    Dann kannst Du feststellen, ob Du wirklich so erfolglos bist, wie Du meinst. Und ob sich Dein Gefühl zu Deinen Erfolgen positiv verändert.

    Was das angekratzte Ego angeht:
    Es ist nicht jedem gegeben, eine Führungskraft zu sein.
    Manche/r "braucht" eben die konkreten, schnellen Erfolge, um zufrieden und gut arbeiten zu können.
    Manche/r kann sich mit Training und Disziplin dahin weiterentwickeln, auch weniger schnelle, weniger konkrete Erfolge wertschätzen zu können.
    Manche/r nicht.
    Das sind Eigenschaften, die Menschen unterscheiden.

    Zudem muss man da auch die Unternehmenskultur betrachten.
    Häufig werden auf jeder Position die konkreten, schnellen Erfolge erwartet, was m.E. Unsinn ist.
    Da muss man seine Ziele und damit Erfolge eben entsprechend zu formulieren und kommunizieren lernen.

    Kurz: Ist es angesagt, einfach mal eine ganze Zeit durchzuhalten, auch gegen das "Bollern meines Egos"? Einen langen Atem zu beweisen? Mal eine persönliche "Wüstenzeit" erleben?
    Kurz: Wenn Du eine Führungsposition innehaben willst und möglicherweise noch weiter in der Führungshierarche aufsteigen möchtest: ja.

    Ich finde es aber sehr gut, dass Du Dich hinterfragst, um herauszukriegen, ob das wirklich Dein Ding ist. Letztlich haben wir ja alle nur ein Leben, und das verbringt man denn vielleicht doch angenehmer in Zusammenhängen und mit Anforderungem, die zu einem passen.
    Auch wenn das dann nicht die große Karriere sein sollte.

    Viel Erfolg weiterhin.

    NM
    Geändert von Inaktiver User (22.09.2009 um 17:49 Uhr)

  6. Inaktiver User

    AW: Durchhalten? Oder verleugne ich mich?

    Danke für Eure Antworten, DieClou und NM!

    Also... Ihr habt mich ja durchaus nachdenklich gemacht...

    Erst mal ist es so, dass ich dieses Jahr Supervision habe und meine Supervisorin auch viel Erfahrung mit den Bereichen hat, die ich leite. Sie hat mir aufgezeigt, dass ich mit viel Dampf in den Backen in einen Bereich reingegangen bin, der eigentlich erst mal "Entschleunigung" braucht. Denn: Wie beschrieben haben die Teams bereits harte Zeiten hinter sich, und in der jetzigen Konstellation gibt es keinerlei Erfahrungswerte. Eigentlich ist also erst einmal Teamentwicklung angesagt und die Gestaltung des ganz normalen Alltags-Wahnsinns. So weit bin ich inzwischen auch.

    Du fragtest nach Erfolgen/Mißerfolgen, NM: Ich habe in meinem früheren Tätigkeitsfeld einen Fachdienst aufgebaut und erweitert. Der Erfolg war also ganz konkret meßbar, ich war intern und extern als Fachfrau anerkannt. Vom Prinzip her gibt es auch in meinem jetzigen Bereich ein konkretes Ziel, eine Zertifizierung, für die entsprechende Voraussetzungen umgesetzt werden müssen. Dies im Team zu implementieren, ist zurzeit sehr schwierig, da sich damit auch eine Art "Paradigmenwechsel" ergibt. Ich bin inzwischen so weit, dass ich das Ziel "Zertifizierung" um ein Jahr verschieben möchte, was prinzipiell kein Problem darstellt - ich muss es nur noch meiner Chefin beibringen, die leider keine große Stütze ist. Und auch hier ist mein Ego etwas "gekniffen": Ich bin dabei, mir neue Netzwerke aufzubauen, früher haben diese mir die Arbeit sehr erleichtert (der "kleine Dienstweg" eben). Das ist aber zurzeit noch in den Kinderschuhen, die neuen Kontakte müssen gepflegt werden und
    meinen alten Status als "Expertin" werde ich die nächsten Jahre wohl nicht haben. Jetzt, wo ich´s schreibe, muss ich ein wenig über mich selber lachen...

    Zusätzlich zur Supervision kommt jetzt ein berufsbegleitendes Studium, das Führungskräfte ausbildet. Das beginnt nächste Woche. Supervision und Studium sind noch von meinem früheren Chef eingestielt worden, der mich sehr unterstützt hat. Die "Neue" ist eher von oben herab, aber behindert mich auch nicht so ganz groß.

    Dieclou, Du fragtest danach: Nein, auf diese sehr spezielle Situation war ich so nicht vorbereitet, es gibt ein "Fremdeln" innerhalb der Teams und auch mir gegenüber. Inzwischen ist mir klar, dass da erst einmal Teamentwicklung laufen muss, und prinzipiell habe ich Lust darauf, weil ich das Arbeitsfeld mag und auch die meisten MitarbeiterInnen (es gibt 2,3 Ätzer, aber der Rest ist nett bis hin dazu, dass es MitarbeiterInnen gibt, die großes Potential haben). Es gibt aber seitens der MitarbeiterInnen eine hohe Erwartungshaltung dahingehend, worum ich mich zu kümmern habe. Die kann ich nicht erfüllen, es ist in dieser Konstellation nicht möglich. Sondern eher, wie NM es beschreibt: Es müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die da auch heißen, dass sich Aufgabenprofile der MA ändern - was zunächst einmal für Widerstand sorgt. Daran "leide" ich manchmal, ich wünschte mir, deutlicher vermitteln zu können, warum ich tue, was ich tue. Stattdessen bin ich manchmal "böse Chefin".

    Mein früherer Chef, zu dem ich einen sehr guten Draht hatte, hatte mir zum Abschluß gesagt: "Fachlich hast du alles, was du brauchst. Aber du musst noch Demut lernen." Diesen Begriff versuche ich noch zu ergründen...
    Geändert von Inaktiver User (23.09.2009 um 08:03 Uhr)

  7. Inaktiver User

    AW: Durchhalten? Oder verleugne ich mich?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Mein früherer Chef, zu dem ich einen sehr guten Draht hatte, hatte mir zum Abschluß gesagt: "Fachlich hast du alles, was du brauchst. Aber du musst noch Demut lernen." Diesen Begriff versuche ich noch zu ergründen...
    das verstehe ich so: fachlich ja unbedingt- menschlich- hast du noch ausbaupotiential.

    demut in diesem zusammenhang- nicht alles nur auf sich beziehen, auch die anderen als menschen in ihrer gesamtheit sehen und wertschätzen können. nicht nur den kopf hochtragen sondern ihn auch mal beugen können.

    das sind so meine ersten gedanken dazu.

  8. Inaktiver User

    AW: Durchhalten? Oder verleugne ich mich?

    Hi Nancissima,

    herzlichen Glückwunsch, dass Du so einen Chef hattest!

    Ich schreib mal wieder frei weg von der Leber aber bei dem Thema wirds nicht so locker frei und spassig weil das hat was tragendes und ernstes.
    (Nimm Dir das raus was für Dich gilt, da ich Dich nicht kenne kann ich auch in manchen Punkten danebenliegen, dann schlag zurück)

    Demut muss derjenige lernen, der die Nase zu weit oben hat, der sein Streben auf etwas unerreichbares ausgerichtet hat. Dabei verliert er manchmal den Boden unter den Füßen und sieht die, die im anvertraut wurden nicht mehr oder geringer weil ja sein heeres Ziel über allem steht.

    Demut soll einen zurückführen auf die Erde, so dass man diese wieder spürt auch in dem Bewusstsein, dass man sich seine zu hoch gesetzen Ziele nicht auf kosten anderer und sich selbst holen kann wie es einem beliebt. Tut man das trotzdem hinterläßt man verbrannte Erde.

    In Deinem Fall könnte es so sein, dass Du aufgrund Deines hohen Anspruches an Dich selbst sehr fehlerintolerant Dir gegenüber bist und Dich kritisierst und niedermachst. Dabei passiert es auch, dass Fehler von anderen auch von Dir in überzogener Weise kritisiert werden (selbst wenn Du es nicht aussprichst), wenn sie deinen Zielen entgegenstehen oder sie behindern.

    Dahinter steckt ein Abwehrmechanismus, eine grosse Angst bestraft zu werden, wenn Du die Leistung nicht erbringst die Du Dir selber so hoch gesetzt hast.

    So und jetzt knackig kurz:

    Immer dann, wenn die Angst kommt es nicht zu schaffen mach folgendes und beobachte wie es Dir dabei geht:

    Setz oder stell Dich hin, schliesse die Augen und atme ein paar mal ruhig in den Bauch.
    Dann sag Dir: Ich bin die, die ich bin!

    Sollten wir zwei zusammenarbeiten dann würde ich Dir folgendes sagen: Nimm Dich nicht sooooo wichtig!

    Viele Grüße

  9. User Info Menu

    AW: Durchhalten? Oder verleugne ich mich?

    Liebe Nancissima,

    das mit der Demut kenne ich auch.... Und in den immer häufiger lichten Momenten, wo ich das weiß und umsetze, ist das ein ziemlich gutes Gefühl, wenn ich nicht mehr die Welt retten möchte und überall herausragen muss. Entlastend. Allerdings steht dem bisweilen diametral entgegen, dass es eben keine klaren Ziele gibt und Erwartungen antizipiert werden müssen. Da rutscht man schnell in so eine Spirale, dass man versucht, Erwartungen umzusetzen, von denen man bestenfalls ahnt, dass sie so gestellt sind. Und damit vielleicht sogar daneben liegt.

    Aber insgesamt klingt das doch gar nicht so schlecht. Wie ist denn die Kommunikation zwischen Dir und den Teams, Dir und den einzelnen Mitarbeitern, und den Mitarbeitern untereinander? Hat dort eigentlich jeder einen festen Platz? Weiß jeder, wohin die Reise geht, warum die Neuerungen anstehen und welche Aufgaben er konkret übernehmen soll?

    Demut bedeutet im übrigen vor allem, seine Grenzen zu kennen. Also die Stellen, wo man selbst um Rat und Hilfe fragen muss. Abgesehen von der Supervision - hast Du Austausch mit anderen Führungskräften, intern, extern?

    LG
    Babette
    Zurück ist ein Ort, den es nicht gibt.

  10. Inaktiver User

    AW: Durchhalten? Oder verleugne ich mich?

    Hallo ihr Lieben,

    zugegebenermaßen: Ich fühle mich ertappt! Das ist aber auch ganz gut so, darum geht es mir ja, mir selbst auf die Schliche zu kommen.

    Ja, es ist so. Ich bin oft mit Power ins Wolkenkuckucksheim geprescht, habe dabei eben auch viel geschafft. Aber es war oft unverständlich für mich, warum andere nicht hinterher kamen. Dies bezieht sich nicht auf mein früheres Team, die wussten, was für Vorteile mein "Vordenkertum" hat (ich will mich ja nicht demütigen ) und konnten sich mit ihren jeweiligen Stärken prima ergänzend einbringen, sodass darüber die von Stecher benannte Bodenhaftung entstanden ist. Aber bei anderen Kollegen auf derselben Ebene habe ich nicht verstanden, warum die nicht...und es ist doch so offensichtlich...und man muss doch weitergehen...

    Jawohl. Und jetzt sitze ich selber hier, mit einem Riesenberg an Aufgaben, empfinde durchaus auch mal ein Gefühl von Überforderung und beginne langsam, den von meiner Supervisorin vorgeschlagenen Gedanken der "Entschleunigung" sympathisch zu finden. Aus fachlichen Gründen, wegen des Teams, aber auch, weil es auch mir mehr Zeit zugesteht. Meine Teams? Sind größtenteils wirklich gute Leute dabei. Aber sie sind eben auch noch mit der "Vergangenheitsbewältigung" beschäftigt und noch ein wenig ängstlich in Bezug auf das, was da kommt (und was kommen wird - unabhängig von mir...). Es gibt die üblichen "Störer" und "Bewahrer", aber eben auch MitarbeiterInnen, denen einige Themen schon selber dämmern. Fitte Menschen, die Spaß an der Arbeit haben und ne Menge auf dem Kasten haben. Die auch Potential für noch mehr haben. Ich glaube, ich habe in den letzten Monaten einen feinen ersten Draht gefunden. Mir wurde irgendwann klar, dass die schönsten fachlichen Beweggründe nicht überzeugen, wenn ich zu den MitarbeiterInnen nicht auch auf der persönlichen Ebene Kontakt bekomme. Viiiieeeele Gespräche...

    Dieclou, es ist schön, dass ich nicht die Einzige bin! Und Stecher: Ich arbeite gerne weiter mit! Und der Satz, sich selbst nicht sooo wichtig zu nehmen, kann ja auch sehr entlastend sein...

    Holla, da gibt es einiges nachzudenken... Ich finde es echt immer wieder spannend, wie oft hier in den Foren so treffende Äußerungen entstehen...

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