Hallo BriCom,
nachdem ich nun länger im "Kennenlernforum" gepostet habe weil ich den Klassiker "Ich will keine Beziehung mit Dir" zu lang mitgemacht habe und nun mal wieder dumm da sitze mit gebrochenem Herzen, habe ich viel über mich nachgedacht und einige Erkenntnisse über mich bekommen. Das ist ja schon mal gut, aber dennoch komm ich bei der Umsetzung nicht weiter und hoffe auf Euren Rat.
Nach einer langen Beziehung habe ich ein paar Männer kennegelernt und mir ist im Nachhinein aufgefallen das ich irgendwie zu tief drin hänge und es mir danach sehr schlecht geht wenns nicht klappt. Sagen wir mal so mir fehlt die Lockerheit. Jetzt ist aber nicht so das ich kein schönes Leben hätte, keine Freunde, keine Hobbys oder so, also nicht so als würde ich mich zu sehr auf einen Partner fixieren oder mir das sogar wünschen, sondern mir gehts eigentlich ganz gut und ich finde ich sehe ganz gut aus, bin lustig, direkt und sonst auch total locker. Ich habe keine Probleme auf Menschen zuzugehen oder neues auszuprobieren, ich bin selbstständig (10 Wochen alleine durch Asien getourt) von daher kann ich mir mein eigenens Verhalten was die Liebe betrifft nicht erklären.
Ich renne den Männern nicht hinterher und ich bombadiere sie auch nicht mit sms.. gehe nicht mit ihnen schnell in die Kiste etc.. bei dem letzten habe ich sogar 2 Monate gebraucht bis ich überhaupt Gefühle zugelassen habe und dann habe ich es zugelassen und die waren direkt so intensiv das es jetzt sooo weh tut.
Ich weiß nicht genau wie ich es beschreiben soll, ich denke das ich alles mehr oder weniger richtig mache, aber ich bin ein absoluter Gefühlsmensch und ich glaube ich verschenke sozusagen mein Herz nicht unbedingt zu schnell sondern zu intensiv.
Das möchte ich gerne ein bisschen ändern denn mir graut es jetzt schon davor wieder einem Mann näher kennenzulernen und wenns dann wieder nicht klappt wieder so zu leiden.
Ich hoffe das war jetzt einigermaßen verständlich. Ist nicht so einfach zu beschreiben! Vieleicht hat ja jemand ein ähnliches Problem oder einen Ansatz zur Umsetzung meiner Erkenntnisse...
Vielen Dank schon mal.. LG
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22.09.2009, 13:44
Selbsterkenntnis - aber das reicht noch nicht! Euer Rat ist gefragt!
Geändert von sunnwell (22.09.2009 um 13:47 Uhr)
Von nem schönen Teller wird man auch nicht satter!!!!
Liebe ist nix für Feiglinge!!!
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22.09.2009, 14:26Inaktiver User
AW: Selbsterkenntnis - aber das reicht noch nicht! Euer Rat ist gefragt!
Na, dann schalten wir mal die Alltagspsychologie an!

Erste Frage: Kennst Du aus früheren Erfahrungen (Kindheit) das Gefühl, ganz viel ackern zu müssen für eine "Beziehung"? Und gleichzeitig nicht zu viele Forderungen zu stellen, Dich selber zurück zu nehmen? Ist wildes Herumspekuliere, ich meine so etwas wie der klassische unerreichbare Vater, der zwar gute Schulnoten sehen wollte, bevor er Dich mal umarmt hat, der aber keineswegs erreichbar war, wenn Du mal den Wunsch hattest, mit ihm etwas zu machen.
Zweite Frage: Warum wertest Du es so hoch, so selbstständig zu sein, Dich nicht zu schnell zu verlieben, autonom zu bleiben? Hängt das mit Frage eins zusammen?
Das ist nicht furchtbar und "abschaffenswert", mir fällt nur auf, dass Du es so hoch hängst. So sehr Autonomie in einer Partnerschaft wichtig ist, so sehr ist eine extreme Automie auch ein Feind von Nähe. Vielleicht schaust Du Dir diesbezüglich auch noch mal die Männer an, mit denen Du diese Erfahrungen gemacht hast. Vielleicht ist es nicht nur Deine "mangelnde Autonomie", vielleicht auch mal die mangelnde Bereitschaft zur Nähe seitens Deines Partners.
Ich habe Deine anderen Postings nicht gelesen, deswegen ist das hier alles nur Spekulatius. Aber vielleicht ist ja ein "gedanklicher Haken" dabei.
Liebe Grüße!
Nancissima
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22.09.2009, 14:44
AW: Selbsterkenntnis - aber das reicht noch nicht! Euer Rat ist gefragt!
[QUOTE=Inaktiver User;6271249]Na, dann schalten wir mal die Alltagspsychologie an!

Erste Frage: Kennst Du aus früheren Erfahrungen (Kindheit) das Gefühl, ganz viel ackern zu müssen für eine "Beziehung"? Und gleichzeitig nicht zu viele Forderungen zu stellen, Dich selber zurück zu nehmen? Ist wildes Herumspekuliere, ich meine so etwas wie der klassische unerreichbare Vater, der zwar gute Schulnoten sehen wollte, bevor er Dich mal umarmt hat, der aber keineswegs erreichbar war, wenn Du mal den Wunsch hattest, mit ihm etwas zu machen.
[/QUOTE=Nancissima;6271249]
Danke erst mal für anschalten (-:
Hmmm also eigentlich kann ich das jetzt nicht so sagen, bzw. erinner ich mich nicht wirklich dran. Ich bin halt ein Scheidungskind, aber da ich noch wirklich klein war, habe ich nicht viele Erinnerungen an die Zeit wo es zur Trennung kam. Ich glaube damit hat es eigentlich nichts zu tun.
Zu Frage zwei:
Ich finde das ganz schwer zu erklären. Vieleicht hilft es wenn ich sage, wie ich es gern hätte????
Schön wäre, wenn ich jemand männliches kennenlerne das man sich langsam beschnuppert eben kennenlernt, schaut ob was draus wird oder nicht und wenn eben nichts draus wird, dann wäre es total toll wenn ich nicht schon mein komplettes Herz da reingehängt hätte damit es eben nicht so weh tut. Sicher wäre es dann auch schade das es nicht geklappt hat aber davon würde die Welt nicht unter gehen.
Ich wollte mit dem Selbstständig sein einfach sagen das ich nicht auf einen Partner angewiesen bin um glücklich zu sein oder nicht alleine mit meinem Leben klar komme. Wenn es so wäre dann könnte ich verstehen das ich mich direkt so reinhänge weil ich dann vieleicht das Gefühl hätte ohne einen Partner nichts Wert zu sein. Aber so ist es eben nicht!! Darum geht es irgendwie nicht...
Ach herrije ist schon schwer das richtig auszudrücken irgendwie...Von nem schönen Teller wird man auch nicht satter!!!!
Liebe ist nix für Feiglinge!!!
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22.09.2009, 14:51
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22.09.2009, 14:52Inaktiver User
AW: Selbsterkenntnis - aber das reicht noch nicht! Euer Rat ist gefragt!
Willst Du das denn wirklich? Willst Du wirlich ein langsames Kennen lernen? Und ist es nicht eher eine Vernunftsentscheidung zu sagen: Das Herz erst mal raushalten, dann tuts hinterher nicht so weh!?
Irgendwo ist hier eine Diskrepanz. Entweder wünscht Du Dir von Anfang an mehr (das ist erst mal so, weder schlecht noch gut), deswegen ist das Herz mit dabei. Oder könnte es sein, dass Du es einfach "ausschalten" möchtest, dass das Herz beim Verlieben mit dabei ist, selbst in der unsicheren Phase des Sich-Kennenlernens?
Leider gehört Schmerz mit dazu, wenn man hoffnungsfroh beginnt und dann feststellt "Leider doch nicht". Das lässt sich eher nicht damit umgehen, in dem man das Herz ausschaltet, dann wirds ein reines rationales Abwägen. Und ist damit kein Verlieben mehr.
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22.09.2009, 15:04Inaktiver User
AW: Selbsterkenntnis - aber das reicht noch nicht! Euer Rat ist gefragt!
Meiner Erfahrung nach schon. Ich gehe jetzt mal davon aus, dass Du bei Mama warst nach der Trennung.Ich bin halt ein Scheidungskind, aber da ich noch wirklich klein war, habe ich nicht viele Erinnerungen an die Zeit wo es zur Trennung kam. Ich glaube damit hat es eigentlich nichts zu tun.
Welches Bild wurde Dir von Deiner Mutter vermittelt, was es bedeutet
a) Frau zu sein
b) wie Männer sind?
c) was denkst Du selbst drüber?
Musst sich deine Mutter durchkämpfen, alles alleine stemmen?
Provokativ gefragt: weil auf den Vater nicht verlass ist?
Wie schaut Dein Kontakt zu deinem Papa aus?Schön wäre, wenn ich jemand männliches kennenlerne das man sich langsam beschnuppert eben kennenlernt, schaut ob was draus wird oder nicht und wenn eben nichts draus wird, dann wäre es total toll wenn ich nicht schon mein komplettes Herz da reingehängt hätte damit es eben nicht so weh tut. Sicher wäre es dann auch schade das es nicht geklappt hat aber davon würde die Welt nicht unter gehen.
Also zwischen einer "natürlichen" Selbständigkeit und einer "übertriebenen" Selbständigkeit gibt es massive Únterschiede.Ich wollte mit dem Selbstständig sein einfach sagen das ich nicht auf einen Partner angewiesen bin um glücklich zu sein oder nicht alleine mit meinem Leben klar komme. Wenn es so wäre dann könnte ich verstehen das ich mich direkt so reinhänge weil ich dann vieleicht das Gefühl hätte ohne einen Partner nichts Wert zu sein. Aber so ist es eben nicht!! Darum geht es irgendwie nicht...
Was meine ich mit "übertriebenen". Ich glaube eher, dass Du da unbewusst eine Schutzmauer aufgebaut hast um nicht mehr von Männern verletzt zu werden.
Tief in Dir drin schreit die kleine sunwell, da schaut her ich brauche niemanden, ich schaffe das alles alleine. Schaut ich bin ein Mahnmal für die Verletzungen, die Du/Ihr mir zugefügt habt.
Das doofe an Schutzmauern ist, dass sie zwei Seiten haben. Sie schützen Dich zwar gegen Angriffe von aussen, aber Du sitzt im goldenen Käfig und kannst auch nicht raus.
Jetzt tobt in Dir ein Konflikt. Autonomie gegen Selbstaufgabe. Der Königsweg ist es die Mitte zu finden. Nähe und Distanz zu leben, zuzulassen, dass die Vaterwunde da ist. Den Schmerz, die Wut, die Trauer zuzulassen.
Wie wahr...Ach herrije ist schon schwer das richtig auszudrücken irgendwie...
Ich wünsche Dir alles Gute!
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22.09.2009, 15:06
AW: Selbsterkenntnis - aber das reicht noch nicht! Euer Rat ist gefragt!
Von nem schönen Teller wird man auch nicht satter!!!!
Liebe ist nix für Feiglinge!!!
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22.09.2009, 15:23
AW: Selbsterkenntnis - aber das reicht noch nicht! Euer Rat ist gefragt!
Hi Nancissima,
ich glaube Du hast recht. Es ist eher so das ich versuche das Herz rauszuhalten damit es nachher nicht so weh tut. Vieleicht wäre es anders wenn einer von den besagten Männer direktes richtiges Interesse bekundet hätt, dann hätt ich mich vieleicht sicherer gefühlt. Aber so weit war es bei den jeweiligen Herren gar nicht. Nur beim letzten und der hat irgendwann gesagt nach großem Bemühen, werben etc.. "Ne also ich kann nicht sagen Wow du bist es"..das hat mich dann schon sehr verletzt...Von nem schönen Teller wird man auch nicht satter!!!!
Liebe ist nix für Feiglinge!!!
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22.09.2009, 15:28Inaktiver User
AW: Selbsterkenntnis - aber das reicht noch nicht! Euer Rat ist gefragt!
Ich finde, was Stecher schreibt, klug und durchdenkenswert. Die gewünschte Herz-Raushalte-Technik kann durchaus Teil Deiner Schutzmauer sein, die aus einem extremen Autonomiebedürfnis heraus entstanden ist.
Vielleicht musstest Du mal sehr autonom sein - die Frage ist, ob es Dir jetzt immer weiterhilft.
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22.09.2009, 15:35
AW: Selbsterkenntnis - aber das reicht noch nicht! Euer Rat ist gefragt!
Schwierig zu sagen, ich war sechs als meine Mutter ihren jetzigen Mann meinen Stiefvater geheiratet hat. An die Zeit davor kann ich mich nicht wirklich erinnern. Ich weiß das mein richtiger Vater ein Casanova war und meine Mutter während der Schwangerschaft mit mir mit einer anderen betrogen hat (das war auch der Scheidungsgrund). Da haben wir irgendwann mal als ich älter war drüber gesprochen. Ich glaube damals hat sie das schwer getroffen aber jetzt ist sie glücklich wie es ist.
Der sieht so aus das seine Frau (der damalige Scheidungsgrund) mittlerweile an MS schwer erkrankt ist und er sie bei sich zuhause pflegt. Sie wohnen rund 500 km von mir entfernt und ich fahre ein mal im Jahr hin um ihn zu besuchen. Er nutzt die Zeit um sich bei mir auszuheulen das, dies sein Schicksal ist weil er damals meine Mutter verlassen hat, das es ihm ja ach so schlecht geht etc. Sonst telefonieren wir zu Weihnachten und zum Geburtstag. Viel mehr nicht. Er ist wie ein Freund oder eher bekannter für mich. Nicht mehr.Wie schaut Dein Kontakt zu deinem Papa aus?
Denkst Du wirklich das die Vaterwunde damit zutun hat. Ich habe meine neue Familie immer als richtige Familie gesehen und bin damit auch sehr zufrieden...Jetzt tobt in Dir ein Konflikt. Autonomie gegen Selbstaufgabe. Der Königsweg ist es die Mitte zu finden. Nähe und Distanz zu leben, zuzulassen, dass die Vaterwunde da ist. Den Schmerz, die Wut, die Trauer zuzulassen.
Aber ich stimme zu, ich habe Angst verletzt zu werden und dann versuch ich krampfhaft die Gefühle zurückzuhalten damit es nachher nicht so weh tut, aber das tuts dann trotzdem wenn es doch in die Hose geht und ich zurückgewiesen werde und merke irgendwie erst dann wie tief die Gefühle doch schon waren..Von nem schönen Teller wird man auch nicht satter!!!!
Liebe ist nix für Feiglinge!!!


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