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Thema: Abgrenzung

  1. Inaktiver User

    AW: Abgrenzung

    Viel Glück

  2. Inaktiver User

    AW: Abgrenzung

    Hallo Ihr lieben,

    ich habe mal meinen uralten Strang wieder ausgegraben, da ich unabhängig von der BriCom drüber nachgedacht habe
    Jetzt haben mich die beiden "Wer bin ich" & "Umgang mit Traurigkeit"
    Stränge so bewegt, dass ich da ansetzen möchte, wo ich damals aufgehört habe.

    Was mich damals wirklich angesprungen hat war die Frage, ob ich mich
    ausgeschaltet/abgeschaltet fühle.

    Ja das stimmt, ich fühle mich teilweise nicht. Und mir fällt es auch wahnsinnig schwer meine Gefühle zu schildern. Ich habe einen Schalter und eine Glocke aus zentimeterschweren Glas unter dem sich alles verkrochen hat, was Emotion und Gefühle sind. Teilweise um nicht verletzt zu werden, teilweise aus dem Grund, dass früher alles andere wichtiger war.

    Als ich meine Postings wieder durchgelesen habe, habe ich mir selber vorgetanzt. Herje was mache ich eigentlich? Ein Beispiel:
    Ich habe über meine Familie geschrieben...mit Sicherheit wurde ich einige Male übersehen...
    Nix, wurde ich einige male übersehen: ich war 1,5 Jahre im Ausland kam mit 16 zurück und wartete 3 Stunden am Flughafen. Sie hatten schlichtweg vergessen, dass ich zurückkam. Ich hatte mit 14 einen Gehörsturz. Meine Mutter sagte ich solle mich nicht so ernst nehmen sie wolle jetzt den Film weiterschauen. Ich rief meinen Onkel an mich ins Krankenhaus zu fahren. Mein Abitur holte ich alleine ab. Meiner Schwester wurde eine Party gegeben. Alles nickte ich stumm ab, nahm es nie ernst, dass ich mich einfach übersehen fühlte. Es gab ja wirklich Gründe dafür, dass ich allein da stand. Es gab wichtigeres.

    Meine Verletzungen steckte ich unter die Glasglocke, machte mich unverwüstlich indem ich das Glas panzerte und verdarb von innen.
    Macht ja nichts, außen war ja nichts zu sehen. Das Glas ist wohl die Unnahbarkeit, von der so viele, die mich treffen sprechen.

    Statt es abzutragen, lüftete ich es einige Male, zog mein Gegenüber mitdrunter nur um ihn dann mit einer imensen Wucht von innen gegen die Glasoberfläche zu werfen, wenn er meine Erwartungen enttäuscht hat, mein kleines Gefängnis so anzunehmen oder sich gar zu mir zu setzen und die Modrigkeit zu genießen.

    Gut gemeint ist das Gegenteil von Gut.
    (danke an _beate_, jetzt weiß ich dass dieses Lieblingszitat von mir von Kurt Tucholski stammt )
    Wenn immer jemand auf mich zukam, lies ich sie ratlos zurück, wie man mit mir umgehen könnte. Auf Zuneigung reagierte ich mit Zurückweisung. Es gab es sogar eine Bedienungsanleitung für mich, von meiner ältesten Freundin, so sehr sie es aus Scherz gemeint hatte so sehr hatte sie wohl recht damit.
    Sie hieß in kurz: "lass sie kochen, wenn du ihr nicht auf die Schulter klopfst, beruhigt sie sich. Stelle ihr notfalls eine Zigarette zur Verfügung" Sie hatte recht, mein eigenes Verhalten, war mir immer klar, was unter meiner Glocke vorging wusste ich ja, niemand anderes wusste es jedoch. Wie auch ich nahm es ja nicht ernst. War ja alles pillepalle, nicht der Rede wert.

    Was bei mir selber entstand, war ein total löchriges Bild von mir selber, meine Verletzungen durften dort nicht sein, also sind sie dort auch nicht. Ausradiert. Mit rückblickend erstaunlicher Genauigkeit und Ausgiebigkeit reagierte ich auf absolut irrelevante Ratschläge von außen (Mutter, Verwandschaft, "Freunde") nahm sie wohl aus Beweislust dreifach ernst und befolgte Ratschläge mich nicht ernstzunehmen. Dinge die mir selber nicht guttaten "TROTZDEM" zu tuen. Am Schluss stand ich meistens da, und konnte sagen: so siehste, jetzt habe ich deinen Rat befolgt, habe mich wieder ein Stück nihiliert, biste jetzt zufrieden?

    Und liebe Küchenpsychologiker ,
    ihr habt recht, meine Mutter hat oft genau das selbe gemacht. Beweisführungen unter gnadenloser Selbstverneinung, in der Hoffnung, jemand würde sie aufhalten. Ich weiß jetzt nicht ob der Punkt verständlich ist.

    Weiblichkeit:
    hiermit kann ich leider immer noch wenig anfangen...
    Womit ich etwas anfangen kann ist sich versuchen selber zu spüren.
    Ich habe mir Hilfe geholt in einer Psychotherapie da ich drauf und dran war zu resignieren. Der letzte Monat war abenteuerlich.
    Eine wahre Achterbahnfahrt und diese zuzulassen, hat mich ganz schön geschlaucht. Aber immer war dieser Knopf diese Glaswand da, ich selber prallte an ihr ab, hebelte schnell und gewohnt meine Grenzen (meine gepanzerten Glasglöckchen )zurecht, bis ich mal sowohl Schalter als auch Glaswand einfach Schalter und Glaswand sein lies, sie von außen betrachtete statt sie zu benutzen, dauerte.


    Abgrenzung hat wohl wenig mit Abschaltung zu tuen. Warum suchte ich mir immer diejenigen, die das von mir verlangten?

    Mami...Gewohnheit...


    Doch wie schaffe ich es mich wieder einzuschalten?

  3. Inaktiver User

    AW: Abgrenzung

    Willkommen im Club

    Ein Problem könnte sein, dass du dich als Kind aufgrund der Ignoranz deiner Bezugspersonen so weit ändern musstest, dass du zu jemandem wurdest, der du eigentlich gar nicht bist...

    Was hat dir denn deine Psychotherapie in diesem Thema nahegelegt?

    schlaflos

  4. Inaktiver User

    AW: Abgrenzung

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Willkommen im Club

    Ein Problem könnte sein, dass du dich als Kind aufgrund der Ignoranz deiner Bezugspersonen so weit ändern musstest, dass du zu jemandem wurdest, der du eigentlich gar nicht bist...
    Ja das liegt nahe, aber irgendwie hatte die wirkliche SchliSchla wohl immer soviel Durchsetzungsvermögen, dass sie die Waage auf null gehalten hat:

    Diejenige sein, die von mir verlangt wird. -
    Das sein, was nicht von mir erwartet wird (Trotz)

    Kommen wir bei null raus. Kein Wunder, dass nie jemand
    mich sah. Ich danke innerlich meinem Trotz, dass nochwas von mir übrig ist.

    Mein Psychotherapeut, sagt ich soll erstmal mich selber ernst nehmen. Was mir völlig neu ist. Ich bin regelrecht fast vom Stuhl gefallen, als er mir meine Gefühle meines toten Vaters und der Ignoranz meiner Mutter spiegelte und einfach sagte: "ja sie sind ein Waise".

    Ich hätte mich nicht gewagt, soetwas jemals zu äußern. Ich war erstmal 2 Tage still. Darf ich das? Darf ich mich wirklich so fühlen?

    klar darf ich das. Aber es dauert. Manchmal sehe ich durch meine ganze Achterbahn hindurch ein kleines Stückchen Akzeptanz, das ich wirklich das Recht habe so zu fühlen. Aber erstmal muss ich es irgendwie schaffen es auch zu formulieren. Auch in seiner ganzen Drastigkeit. Ich habe es zwar geschafft meine Gefühle immer irgendwie auszudrücken aber teilweise so subtil, dass ich sie abgeschliffen habe und meiner eigenen subtilen Gefühlswelt geglaubt habe. Ist nicht so schlimm.

    Naja, weit sind wir nochnicht mit der Therapie. Den Schalter zu finden jemanden an mich ran zu lassen fällt mir noch ziemlich schwer. Und mein Glas ist auch noch sehr widerstandsfähig.

    Es gab da diese zwei Personen. Diese zwei SchliSchlas und ich muss beide erstmal definieren. Das schlimme für mich war, dass beide anfingen miteinander zu kämpfen...was in nicht sehr schlimmen Selbstverletzungen mündete. (ne ich meine wirklich nicht schlimm, nichts selbstgefährdendes das ist von beiden SchliSchlas abgestimmt )

    Was hat dir denn deine Psychotherapie in diesem Thema nahegelegt?

    schlaflos
    Selbstakzeptanz üben, definieren wer die wirkliche ist, ist bisher das Programm.

  5. Inaktiver User

    AW: Abgrenzung

    Ich zitiere mal David Richo ("Wie die Seele erwachsen wird"):

    "Du trauerst zum Beispiel darüber, dass deine Eltern in der Kindheit dir nie zuhören wollten. Heute, als Erwachsene, bemerkst du, dass du immer noch deine Gefühle vor anderen Menschen verheimlichst, sie nicht zeigen kannst. Diese "Geheimnistuerei" (Verschlossenheit) ist unter Umständen deine lebenslange Überreaktion darauf, dass deine Eltern nie wissen wollten, wer du bist - sie hatten Angst davor, dich wirklich zu kennen. Nun hast du Angst davor, andere wissen zu lassen, wer du wirklich bist."

    Den Schalter zu finden jemanden an mich ran zu lassen fällt mir noch ziemlich schwer.
    Zunächst musst du dich selbst an dich heranlassen. Das wirst du nur schaffen, indem du mit der Unfähigkeit deiner Eltern abschließt, es hinnimmst, was gewesen ist - und wirklich loslässt.

    Ich selbst war auch ein sehr wütendes Kind, war störrisch, frühreich-zynisch und voller Argwohn. Kein Wunder eigentlich! Mein Therapeut hat mir dazu gratuliert, zu dieser Stärke, zu dieser Reaktion. Es zeigt nämlich auch, dass ein Selbstschutzmechanismus nicht nur vorhanden gewesen ist, sondern auch wirklich funktioniert hat.

    Damals jedoch war man ein Kind, und es war eine angemessene Reaktion, auf diejenigen wütend zu sein, die einen vernachlässigten. Denn man war von ihnen abhängig. Nur durch dieses Reagieren konnte man zeigen, dass man existent war.

    Heute jedoch ist man erwachsen, und der Zug ist abgefahren. Niemand mehr ist für dich verantwortlich, nur noch du allein. Das wiederum kann neue Angst (Lähmung, Wut) erzeugen, weil man es gar nicht gewohnt ist. Indem du akzeptierst, was war und anerkennst, dass du heute auch gar niemanden mehr brauchst, um deine Grundbedürfnisse zu stillen, wirst du in der Lage sein, dich selbst zu sehen.

    Ich befinde mich selbst gerade mitten in dieser Trauerarbeit, aber ich habe das Gefühl, voranzukommen.

    Vielleicht kannst du mit diesen Zeilen ja etwas anfangen

    schlaflos

  6. Inaktiver User

    AW: Abgrenzung

    [QUOTE=Inaktiver User;6520895]
    "Du trauerst zum Beispiel darüber, dass deine Eltern in der Kindheit dir nie zuhören wollten."

    ja Schlaflos,

    das trifft den Nagel wohl auf den Kopf. Auch das Trauern, das nunmal zu Ende getrauert werden muss. Irgendwie haben sich da verschiedene Dinge bei mir die Klinke in die Hand gegeben: Ich bin nicht da, 5 Rad am Wagen, anderes ist wichtiger. Und die ständige Vorstellung: ist doch alles nicht so schlimm.

    Ich habe mich nie trauern lassen. Jetzt versuche ich das mal. Es war für mich halt schlimm. Ich fühle mich teils einsam.

    Was bei mir jetzt an der Reihe ist, dieser Art Selbstverletzung auf den Grund zu gehen. Die erst auftrat als ich von dem Menschen verlassen wurde, den ich wirklich geliebt habe.

    Schuldgefühle?
    Wie wird man die los?

    Das ständige Gefühl missverstanden zu werden?
    In einer selbstgebauten Pefektionsmaschine setzen bis man wirklich von allen verstanden wird? Statt einfach sein Glöckchen zu heben
    und zu sagen: naja, ich mein das da!
    Verletzlichkeit

    Ich befinde mich selbst gerade mitten in dieser Trauerarbeit, aber ich habe das Gefühl, voranzukommen.

    Vielleicht kannst du mit diesen Zeilen ja etwas anfangen

    schlaflos
    sehr viel konnte ich damit anfangen

    Wie gestaltet sich deine Trauerarbeit? Sich erinnern und relativieren.
    Weinen?

    Manchmal muss ich mit meiner Mutter telefonieren gerade heute wieder um eine uralte bürokratische Altlast loszuwerden. Sie sagte der Brief vom Amt wäre angekommen, in einem denkbar ungüstigen Moment, denn der hätte sie ja von diesem und jenem abgehalten,
    und selbst jetzt hätte sie keine Zeit zu telefonieren.

    Ich fragte sie nur, was sie mir damit sagen wolle. Sie war still.

    Ich weiß nicht ob ich sie einfach reden lassen sollte, aber ich bin schon ein bisschen stolz so etwas einfach hinterfragen zu können.
    Ganz ruhig...

    Ruhig ist gut.
    Das gefällt mir.

    Und wenn ich dahin komme, ruhig zu werden...dann freue ich mich.

  7. Inaktiver User

    AW: Abgrenzung

    Liebe schlischlaschloe,

    Schuldgefühle und sonstige Ängste wird man nicht los, aber du kannst sie annehmen und in dein Leben integrieren. Wenn du sie wegdrückst, werden sie immer wieder platzen wie eine Bombe

    Ich denke, es ist das Beste, wenn du zusammen mit deinem Therapeuten die Trauerarbeit angehst. Mit Sicherheit weiß er viel besser als ich (oder ein anderer Laie hier), wie das auf die für dich und deine spezielle Situation beste Art und Weise geschehen kann. Jedoch: es ist ein langer Prozess, und vermutlich wird ein Rest immer über bleiben.

    Wie gestaltet sich deine Trauerarbeit? Sich erinnern und relativieren.
    Weinen?
    Das kommt darauf an, welches Thema ich gerade mental verarbeite. Meiner Mutter konnte ich inzwischen ganz gut verzeihen. Ich habe mir immer wieder spezielle Erlebnisse oder auch "nur Gefühle" visualisiert, sie aufgeschrieben, bin durch den dabei entstehenden neuen Schmerz gegangen. Dann habe ich den Zettel beerdigt. Ich affimiere mich aber oftmals.

    Dann habe ich mit meinem Therapeuten auch Familienaufstellungen gemacht, die mir sehr-sehr viel andere Blickwinkel und neuartige Gefühle gebracht haben.

    Weinen versuche ich zu vermeiden bzw. nur dann zuzulassen, wenn ich mir sicher bin, es dient dem Loslassen. Wenn ich merke, es würde zurück in die altbekannte Opferrolle führen, verbiete ich es mir strikt. Was mir auch gut gelingt - aber nicht immer.

    schlaflos

  8. Inaktiver User

    AW: Abgrenzung

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Schuldgefühle und sonstige Ängste wird man nicht los, aber du kannst sie annehmen und in dein Leben integrieren. Wenn du sie wegdrückst, werden sie immer wieder platzen wie eine Bombe
    Hallo schlaflos,
    ja, ich denke mir hat es viel geholfen zu merken, dass diese Schuldgefühle eben eine Art waren ihren Willen durchzusetzen. ich habe mich ja auch immer instinktiv dagegen gewehrt. Daher mein Trotzkopf. Sie waren nich real und nur Mittel zum Zweck.
    Was viel eher bei mir der Fall ist, dass ich mein damaliges Schutzschild, den Trotz immer noch vor mir herschiebe und ihn ja eigentlich gar nicht mehr brauche, obwohl ich ihm schon manchmal dankbar bin, er hat mich dieses jahr schon zweimal davor bewahrt, Kunden anzunehmen mit denen die Zusammenarbeit ein Graus gewesen wäre.
    Aber irgendwie muss ich meinem Trotzkopf noch gewisse Zuständigkeitsbereiche zuweisen und ihm sagen, in anderen Bereichen hat er nichts zu suchen

    Ich geh immernoch an die Decke, wenn mir jemand den Schuh zuschieben will. Anstatt ihn einfach nett lächelnd zurückzuschieben.


    Ich denke, es ist das Beste, wenn du zusammen mit deinem Therapeuten die Trauerarbeit angehst. Mit Sicherheit weiß er viel besser als ich (oder ein anderer Laie hier), wie das auf die für dich und deine spezielle Situation beste Art und Weise geschehen kann. Jedoch: es ist ein langer Prozess, und vermutlich wird ein Rest immer über bleiben.
    Mich verabschieden vom Waisenkind.
    Weißt du gewissermaßen bin ich ja garkeins, sogar im Gegenteil. Hab ja viel Familie. Nur ist mir eben dieser Ticken an komischen Verhalten, der erst sehr spät zum Vorschein kam übriggeblieben.

    Genau gesagt er kam erst vor zwei Jahren zum Vorschein. Davor war ich eben wild. Und konnte meine Wucht auch an anderen auslassen, nur habe ich mich zurückdrängen lassen und aus Schutz mein Glöckchen angelegt, in der ich so sein konnte wie ich bin. Nach außen hin war ich eben was anderes. War das Sucht nach Harmonie, nachdem ich massiven Gegenwind von außen bekam?

    Dachte ich, ich sollte doch lieber die SchliSchla nach außen zeigen, die ich vermittelt bekommen habe die Leute glücklich macht?

    Muss ich andere glücklich machen, und wenn ja wie viele? Reichen nicht die, die mich auch so mögen wie ich bin?




    Dann habe ich mit meinem Therapeuten auch Familienaufstellungen gemacht, die mir sehr-sehr viel andere Blickwinkel und neuartige Gefühle gebracht haben.

    Weinen versuche ich zu vermeiden bzw. nur dann zuzulassen, wenn ich mir sicher bin, es dient dem Loslassen. Wenn ich merke, es würde zurück in die altbekannte Opferrolle führen, verbiete ich es mir strikt. Was mir auch gut gelingt - aber nicht immer.

    schlaflos
    Warum ist weinen immer die Opferrolle?
    Ich habe dazu eine ganz andere Einstellung, aber das liegt wohl daran, dass ich früher sehr sehr nah am Wasser gebaut war. Einfach ein "Sensibelchen" wie mich meine Familie so schön taufte. Ich habe es mir abgewöhnt irgendwann um die Grundschulzeit rum. "Was sollen die denn von dir denken, wer will schon eine Heulsuse" hat mich überzeugt.
    Kein Weinen bis Abitur. Bis ich erleichtert bei meiner besten Freundin zusammengesackt bin und alles rausgelassen hab. Seitdem ist das mein Refugium. Das ist das was ich darf. Da ich mich selber nie als jemanden gesehen habe, der Dinge nicht löst. Der Probleme nicht angeht. Erst das ist eine Opferhaltung. Weinen an sich...warum soll das Opfer sprechen?

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    AW: Abgrenzung

    Liebe Schlischla,

    ich erkenne mich in jedem Deiner Worte selbst auch wieder. Daher würde ich Dir gern zwei Dinge sagen:

    1. Du bist in einem Monat (!!) unglaublich weit gekommen. Du wirst diese Einsichten in den nächsten Wochen annehmen können. Die Änderung des Verhaltens dauert vielleicht noch ein bisschen. Aber Du kannst Dir Ziele setzen und den Weg dahin genießen. Das macht wirklich Spaß.

    2. Du bist unglaublich selbstreflektiert. Meine Erfahrung ist: Menschen, die keinen Zugang zu sich selber haben, kreisen um sich und denken viel über sich selber nach. In dem Moment, wo sie den Zugang finden, wird das zum Vorteil: Viele Erkenntnisse bekommen (einen anderen) Sinn und (eine andere) Struktur. Du baust auf die Dinge auf, die eine lange Zeit vielleicht Dein Leben unnötig schwer gemacht haben. Dafür wird es jetzt leichter.

    Ich wünsche Dir alles Gute und viel Spaß auf Deinem Weg.

    LG
    Babette
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