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  1. Inaktiver User

    Bin ich neidisch?

    Ich mache mir Sorgen über meinen Zustand .
    Ich habe eine Freundin, die, wie ich 25 Jahre alt ist.
    Kurz zu meinem Leben: Ich habe einen guten Beruf, einen ganz tollen Freund, zwei süße Katzen und ziehe demnächst mit meinem Freund in unsere Traumwohnung. Ich bin mit meinem Freund rundum glücklich und weiß sogar zu schätzen, wie glücklich ich bin. – Manchmal merkt man ja erst, wie glücklich man war, wenn’s vorüber ist. Nein, ich genieße die momentane Zeit. Freue mich auf die Zukunft und sehe auch einigermaßen zufrieden auf die Vergangenheit. Was ich habe und bin, habe ich alleine mir selbst zu verdanken. Ok, ich habe eine tolle Familie im Hintergrund, die mir den Rücken stärkt, aber ich muss für mein Leben selbst aufkommen (eigentlich ja logisch), habe auch schon Rückschläge erlitten, wurde zurückgeworfen und mich aber immer wieder aufgerappelt.
    An sich alles gut. Würde mal sagen, bin eine ganz normale Mittzwanzigerin.

    Aber ich denke ständig über meine Freundin nach, wie ihr Leben verläuft. Sie bekommt was sie will. Sie ist 25, verheiratet (der Mann ist nicht der Papa von den Kindern), zweifache Mama, mit dem dritten schwanger und hat gerade ein Haus gebaut. An sich könnte man sagen: Wow, taffe Frau. Nur, wenn man den Hintergrund kennt, dann weiß man, dass sie eigentlich keine taffe Frau ist, sondern ein verwöhntes Prinzesschen (menno, so redet man nicht über seine Freundinnen, ich weiß). Sie hat die Schule abgebrochen, als sie mit der ersten Tochter schwanger war. Bals darauf folgte Tochter Nummer 2, dann die Trennung vom Freund, mit dem jetzt kein Kontakt mehr besteht und was allen beteilgten auch recht ist. Ihre Eltern zahlen den kompletten Unterhalt für sie und ihre Kinder.

    Sie lernte ihren Mann kennen, veranstaltete ihre absolut pompöse Traumhochzeit (Eltern zahlen).
    Ihr Mann verdient sehr wenig, also zahlen ihre Eltern auch weiterhin monatlich Unterhalt an sie.
    Sie arbeitet nicht – sie will sich lieber selbst ausleben. Prinzessin möchte gern ein Eigenheim. Ok, Eltern möchten ein Haus kaufen für sie.
    Nein, ein gekauftes Haus entspricht nicht ihren Vorstellungen. Sie möchte bauen. Vom Feinsten. Ok, Eltern zahlen.
    Auch das Bad mit Whirlpool und die Exclusic-Küche.
    Auch den Kuba-Urlaub für die ganze Familie. Man muss sich nach dem Stress ja etwas erholen.
    Nun sollte ein drittes Geschwisterchen die Patchworkfamilie komplett machen. Zur Erinnerung: Man kann sich im Prinzip nicht mal die ersten zwei selbst leisten. Aber egal, Eltern zahlen ja.
    Im neuen Haus gibt’s übrigens vier Kinderzimmer, es soll noch ein weiteres folgen.
    Nun möchte sie sich selbstständig machen. Eigenkapital? Klar, auf Papas Konto findet sich bestimmt noch etwas.

    Ich bin bei jeder neuen Aktion fassungslos. Ich hab keine Ahnung ob ich neidisch bin. Klar, ich möchte auch das, was sie hat. Aber ich weiß auch, diese Zeit kommt noch, ich bin absolut im „Plan“ Und so gern ich all das am liebsten natürlich auch sofort haben möchte wie ein Kleinkind, so weiß ich doch bei etwas längerem Nachdenken, dass ich weitaus zufriedener sein werde, wenn ich das erreiche, wenn ich es mir selbst zu verdanken habe und nicht auf dem Silbertablett vorgesetzt bekommen habe.
    Ich meine, was soll bei ihr als nächstes kommen? Privatjet? Eigene Fernseh-Show? Sie muss ja nichts erarbeiten, bekommt es ja immer sobald sie den Wunsch ausgesprochen hat. Das ist dann natürlich schnell langweilig und muss wieder getoppt werden. Sie hat ja kein langfristiges Ziel vor Augen.

    Irgendwie bin ich fassungslos. Über das Leben meiner Freundin und über meine Reaktion darauf. Ich bin eigentlich kein neidischer oder missgünstiger Mensch und ich würde auch nicht mit ihr tauschen wollen (möchte nur irgendwann mal dasselbe „vorweisen“ können wie sie), aber manchmal wünsche ich mir beinahe, sie bekommt mal einen Dämpfer, damit sie sieht, dass das Leben nicht das Schlaraffenland ist.

    Geschrieben sieht das noch miesiger aus, als gedacht
    Ich mag sie ja wirklich. Bis auf diese Prinzessinenallüren ist sie super in Ordnung.

    Grrmpf….

  2. User Info Menu

    AW: Bin ich neidisch?

    ich habe zwar keine solche freundin, kenne aber durchaus so jemanden.

    die frau (unwesentlich älter als ich), war allerdings aus einfach verhältnissen. aber sie wurde "günstig" schwanger vom unternehmers sohn, bekam zwei kinder und tat dann gar nichts mehr.

    ich hab es live erlebt, wie sie mit dem dicken benz (und ich liebe mercedes überalles *heul*) auf den hof des betriebes fuhr, die kinder rauszerrte und sie bei ihrem mann deponierte mit den worten: ich muss jetzt zum friseur.

    also das totale klischee spielte sich da ab: das dumme blondchen angelt sich den wohlhabenden mann.

    ich war damals auch elendig neidisch. auch wenn sie ne blöde zicke ist (ist sie immer noch) und nicht mal das klopapier, dass sie jeden tag benutzt, erarbeitet hat. aber viel schlimmer finde ich die anspruchshaltung, die da an den tag gelegt wird.

    ich bin ein sehr verwöhntes einzelkind und konnte mich nie beklagen. aber ich habe gelernt, dass man ach was dafür tun muss und das die wünsche nicht selbstverständlich erfüllt werden.

    und mir wäre es auch zu langweilig mit mitte 20 nur haus, kinder und mann zu versorgen. ich wünsche es mir auch. kene frage. aber ich hab dafür ein berufleben, ich hab was geleistet im vorfeld. und kann mir dann diesen traum von familie selbst ermöglichen.

    wie du schon sagtest: es fühlt sich dann sehr viel besser.

    und weißt du was der tollen blondine mit dem tollen mann und den tollen kinder, dem benz, dem tennisclub, dem louis vuitton täschchen passiert ist?

    er ist mehr als nur einmal fremdgegangen, sie dann später auch mit ihrem yogalehrer. er ist anfang des jahres ausgezogen und sie musste ebenfalls eine kleinere wohnung beziehen. und steht nun da, anfang 30, getrennt lebend, und nur noch mit den nötigsten finanziellen mitteln ausgestattet. und kein mann mehr da, der die kinder während der arbeitszeit nimmt, weil sie zur maniküre will.

    das muss sich doch wesentlich beschissener anfhlen, als wenn man zumindest perspektiven hat bei einer trennung oder zumindest das wissen: ich konnte vorher für mich sorgen, also kann ich es auch jetzt wieder....
    Nichts wahrhaft Gutes war jemals einfach

  3. Moderation

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    AW: Bin ich neidisch?

    Eine meiner besten Freundinen baut gerade zusammen mit ihrem Mann ein Haus - für knapp 3 Mio. € - da musste ich schon schlucken. Aber ich weiß, dass sie trotz des vielen Geldes, dass ihr Mann verdient, nicht wirklich glücklich ist.

    Trotzdem - ich muss es mir eingestehen - ein kleines bisschen neidisch bin ich da manchmal schon (Und ich hab ihren Mann vor ihr kennengelernt, vielleicht hätte ich ihn mir schnappen sollen? )
    A reader lives a thousand lives before he dies... The man who never reads lives only one.
    (George R. R. Martin)

    Moderation von:
    Alle Jahre wieder... ---------- -Rezeptideen und Rezepte für Kinder----
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  4. Inaktiver User

    AW: Bin ich neidisch?

    Ach was soll das mit dem Geld? Wenn ich dran denke, dass es vielen vielen Menschen viel schlechter geht, dann relativiert sich das bei mir immer. Deshalb bin auf Reiche nie neidisch. Ab einem bestimmten monatlichen Einkommen, mit dem man bequem leben (und ich meine damit nicht über die Maßen leben) kann, ist alles weitere egal. Das hab ich irgendwann gemerkt.

    Haus = man muss sich kümmern. Kinder = Stress. Keinen Job = möglicherweise bzw höchstwahrscheinlich keine Erfüllung. So seh ICH das angesichts dem Leben Deiner Freundin. Ich wöllte eher, dass diese Dinge/Ziele aus meinem Leben heraus erwachsen und entstehen, wenn die Zeit dafür reif ist.

    Du sagst Du bist glücklich? Dann genieße DAS. Außerdem kannst Du ja nicht beurteilen, wie glücklich sie ist.

    Und so gern ich all das am liebsten natürlich auch sofort haben möchte wie ein Kleinkind, so weiß ich doch bei etwas längerem Nachdenken, dass ich weitaus zufriedener sein werde, wenn ich das erreiche, wenn ich es mir selbst zu verdanken habe und nicht auf dem Silbertablett vorgesetzt bekommen habe.
    Sag ich doch

  5. User Info Menu

    AW: Bin ich neidisch?

    Man kann ein Leben führen wie Deine Freundin und trotzdem nicht glücklich sein. Man kann ein Leben führen, wie Du es jetzt führst, und dennoch glücklich sein.

    Deine Freundin ist vor Schicksalsschlägen nicht gefeit.
    Und ich halte es nicht für sonderlich klug, den eigenen Lebensunterhalt langfristig von einem gutverdienenden Ehemann abhängig zu machen. Was ist, wenn er sich mal von ihr trennen will? Das neue Scheidungsrecht macht es Frauen nicht mehr so leicht, sich aufgrund der Mutterrolle beruflich zur Ruhe zu setzen. Und ich weiß nicht, ob ihre Eltern wirklich bereit sind, ihre Tochter für den Rest ihres Lebens durchzufüttern. Zumindest werden sie ihr dann dafür im Gegenzug doch ziemlich in die Lebensführung reinreden. Oder was ist, wenn Papas Geld mal flöten geht? In der heutigen Wirtschaftslage nichts Ungewöhnliches.

    Du kannst Dir natürlich einen Mann, Kinder und ein Eigenheim im Grünen wünschen. Das Leben ist Dir jedoch nichts davon schuldig, und schon gleich gar nicht alles drei zusammen. Das muss Dir klar sein. Überlege Dir daher, wie Du glücklich sein könntest, wenn nicht alles oder gar nichts davon eintrifft. Versteif Dich nicht auf einen Traum, sondern überlege zufriedenstellende Ausweichmöglichkeiten.
    Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!

  6. User Info Menu

    AW: Bin ich neidisch?

    Irgendwie bin ich fassungslos. Über das Leben meiner Freundin und über meine Reaktion darauf. Ich bin eigentlich kein neidischer oder missgünstiger Mensch und ich würde auch nicht mit ihr tauschen wollen (möchte nur irgendwann mal dasselbe „vorweisen“ können wie sie), aber manchmal wünsche ich mir beinahe, sie bekommt mal einen Dämpfer, damit sie sieht, dass das Leben nicht das Schlaraffenland ist.
    Eindeutig neidisch, würde ich sagen.

    Aber Neid ist ja nix schlimmes. Was mir bei solchen Diskussionen immer auf die Nerven geht, ist, wenn die Leute anfangen, solch ein "Prinzessinnenleben" zu verteufeln - nach dem Motto: Das ist ganz ganz schlecht für das Mädel, wenn sie von ihren Eltern alles bekommt, so lernt sie doch nie mit Geld umzugehen..., Ich würde das nicht wollen..., selbst erarbeitetes ist doch viel mehr wert....bla...bla...bla...


    Mir kommt das dann immer so vor, als müssten sich manche Menschen den Luxus von anderen "schlecht reden", damit sie es überhaupt (oder besser) ertragen können, dass es anderen Menschen besser geht.

    Ich sage dann eher: Man, hat die´s gut. Das hätte ich auch gern!
    Aber ich gönne es ihnen.
    Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
    Ist es wichtig?
    Ist es wahr?
    Und ist es besser, als die Stille?


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    AW: Bin ich neidisch?

    Hm, ich glaube nicht, dass sowas tatsächlich Neid ist - Neid ist ja Mißgunst, also, wenn man dem anderen etwas nicht gönnt.

    Zitronensonne, vielleicht gönnst Du das alles Deiner Freundin grundsätzlich schon, aber eben nicht auf die Art und Weise, wie sie da rankommt?

    Vielleicht habe ich zuviele Märchen gehört, als ich klein war. Im "Sterntaler" gibt es ja dieses arme, kleine vom Schicksal gebeutelte Mädchen, dass auch noch ihr letztes Hemd für die anderen gibt... solchen Menschen gönne ich aus vollem Herzen, wenn über ihnen die Taler herniederprasseln.

    Einmal rutschte mir peinlicherweise auch direkt sowas raus. Kollegin eins wurde schwanger - ich sagte "Herzlichen Glückwunsch" und meinte das auch so. Kollegin zwei hat jahrelang versucht, ein Kind zu bekommen, hatte vier erfolglose künstliche Befruchtungen hinter sich und eine Psychotherapie, um mit der Tatsache fertig zu werden, dass es niemals Nachwuchs geben wird. Und dann wurde eben diese Kollegin mit 41 Jahren vollkommen unverhofft schwanger! Ich heulte Freudentränen und sagte: "Dir gönne ich das wirklich" und meinte das auch so. Kollegin eins verzog allerdings das Gesicht und sagte "Was soll das denn heißen? Mir gönnst Du es nicht?"

    Nee, so war das ja nicht. Und neidisch war ich auch nicht. Aber bei Kollegin zwei... das war halt einfach was anderes!

    Andererseits kann ich ausflippen, wenn ich Geschichten höre wie "Ein Millionär spielte mal nur zum Spaß ein Kästchen im Lotto und gewann den Jackpot". Dann denke ich: "Herrgott! Es gibt so viele arme Leute, wieso muß das Glück ausgerechnet jemanden treffen, der es gar nicht nötig hat?"

    Das ist kein Neid, sondern beleidigtes Gerechtigkeitsempfinden! Vielleicht kindisch von mir, aber eindeutig unneidisch

  8. User Info Menu

    AW: Bin ich neidisch?

    Ob jemand glücklich ist oder nicht, hängt nicht vom Geld ab. Soweit lt. Glücksforschern das Einkommen über 16.000 EUR liegt.

    Und selbst erarbeitetes Vermögen macht einfach mehr Spaß.

    Von daher können Eltern ihren Kindern auch das Glück verbauen, wenn sie zu großzügig sind.

    Zumal die Abhängigkeiten und die sich daraus ergebenden Ansprüche der Eltern oft ein hoher Preis sind.

  9. gesperrt

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    AW: Bin ich neidisch?

    @ TE

    mir wärs wurscht.

    tatsächlich wäre ich mit so einer Frau gar nicht befreundet.

  10. Inaktiver User

    AW: Bin ich neidisch?

    aber was helfen denn die negativen Argumentationen?
    * es macht sie nicht glücklich(er)
    * es schadet der Persönlichkeitsentwicklung, sie braucht nen Dämper
    * sie wird schon noch ein Unglück erleben, das Potential dazu ist angelegt

    Nichts. Außer, dass man seine eigenen Mängel - nämlich einem anderen etwas gönnen zu können (ob das jetzt Neid ist oder beleidigtes Gerechtigkeitsempfinden; wer setzt denn den Standard für Gerechtigkeit?) - nett kaschiert.

    Wenn die Bekannte eine kluge Frau ist, wird sie sich denken: was juckt's die deutsche Eiche, wenn die Sau sich an ihr reibt (orientalische Alternative: der Hund bellt, die Karavane zieht weiter).
    Und so sehe ich das Ungleichgewicht eher auf Seite der TE. Einer echten Freundin würde das unverdiente Glück der anderen nicht sauer aufstoßen.

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