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  1. User Info Menu

    Eigene Ziele setzen

    Hallo,

    ich bin auf der Suche nach eigenen Zielen . Nein, im Ernst... Habt ihr persönliche Ziele? Sind die eher materieller Natur oder eher idealistisch?
    Ich kenne einige Menschen (v.a. Männer), die sich persönliche Ziele setzen, z.B. bis dahin das Studium beendet haben, dann einen Masters dransetzen, dann ins Ausland etc., aber ich habe so etwas eigentlich nicht.
    Ich frage nämlich aus einem Problem heraus. Als wir geheiratet haben, hatte mein Mann folgende Ziele mit mir "abgesprochen" (also, wir hatten unter diesen Bedingungen geheiratet): große Familie (mind. 2 Kinder), einige Jahre im Ausland arbeiten, ein Haus auf dem Land. Da ich damals keine eigenen konkreten Ziele hatte, außer mit meinem Mann ein glückliches Leben zu führen, stimmte ich zu, da ich mir das auch alles vorstellen konnte. Nun haben sich 1 und 2 für mich durch Erfahrung relativiert. Mein Mann ist ziemlich am Boden zerstört deswegen und ich habe echt Angst um unsere Beziehung, aber das soll hier nicht das Thema sein.
    Ich frage mich, wie man eigene Ziele haben kann und ob die immer so konkret sein müssen. Ich bin eher jemand, der gerne ausprobiert und erstmal abwartet, was passiert. Auf die Frage "wo sehen Sie sich in 5 Jahren?" kann ich demnach fast nicht antworten. Mein Ziele im Leben sind eigentlich glücklich und zufrieden zu sein, aber nichts konkretes. Ja, ich möchte auch mal ein Haus, muss aber nicht sein. Ich habe eine Tochter, aber das reicht mir auch. Ich weiß eher, was ich nicht will und das weiß ich meist aus Erfahrung. Ist das so ungewöhnlich? Ist es wichtig im Leben, konkrete Ziele zu verfolgen?

    Was sagt ihr?

    Gruß,
    Inselfreundin

  2. gesperrt

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    AW: Eigene Ziele setzen

    Hi,

    Mein Ziele im Leben sind eigentlich glücklich und zufrieden zu sein, aber nichts konkretes. Ja, ich möchte auch mal ein Haus, muss aber nicht sein. Ich habe eine Tochter, aber das reicht mir auch. Ich weiß eher, was ich nicht will und das weiß ich meist aus Erfahrung. Ist das so ungewöhnlich? Ist es wichtig im Leben, konkrete Ziele zu verfolgen?
    Ziele sollten Konkret sein. Auf Ziele arbeitet man hin (auch Frauen ), und zwar mehr oder weniger energisch, sonst erreicht man sie nämlich nicht. Das unterscheidet Ziele nämlich von - eher verschwommenen - Wünschen.
    Das fett gedruckte ist, meiner Meinung nach, typisch Frau.


    Calacirya

  3. Inaktiver User

    AW: Eigene Ziele setzen

    ja, ich habe Ziele - und ich glaube fest daran, dass das "Vorstellen" und "Ausmalen" auch beim Erreichen hilft. Einfach nur so in den Tag hineinleben hätte mich, glaube ich, nciht dahin gebracht, wo ich heute bin. Was mir auch hilft: es Leuten erzählen, das zwingt dann zur Umsetzung, weil Nachfragen kommen.

    Andererseits: wenn du dich so wohlfühlst, wie du lebst, ist "Ziele haben udn umsetzen" halt nicht dein Weg - das ist weder schlimm, noch schädlich.
    In der Beziehung seh ich's etwas anders: klar muss der Raum für Nachverhandlungen da sein - aber wenn große und abgesprochene Ziele einfach so wegfallen, tut das weh (ich habe das erlebt re: Zusammenziehen; über das Sachthema hinaus geht irgendwo der Glaube in die Ehrlichkeit und Standhaftigkeit des anderen verloren).
    Könnt ihr drüber reden? Weiß es, WARUM deine Position heute anders ist als damals?

  4. Inaktiver User

    AW: Eigene Ziele setzen

    Es mag typisch Frau sein, Ziele nur ungenau zu bestimmen. Es ist vermutlich typisch Mann, an einmal gesetzten Zielen starr festzuhalten, auch wenn sich die Bedingungen geändert haben. Was bei dir, Inselfreundin, der Fall zu sein scheint.

    "Man muss" gewiss gar keine Ziele haben. Ich habe mir nie zum Ziel gesetzt, zwei Kinder zu haben. Ich habe es mir gewünscht und gehofft, dass es klappt und war dankbar, dass es geklappt hat. Kinder zeigen einem wohl am stärksten von allem, wie unvorhergesehen vieles verläuft. Wenn Ziele setzen darauf hinaus läuft, dass man am Boden zerstört ist, wenn sich etwas nicht realisieren lässt, dann ist das eine falsche Strategie. Man kann sehr wohl ohne ein eigenes Haus glücklich sein - und es gibt umgekehrt viele Menschen die ein schönes Haus haben und ausgesprochen unglücklich sind!

    Ich kannte mal einen, der sich als Ziel vornahm, mit 35 verheiratet zu sein. Man schweigt höflich und denkt wie blöd. Es hat auch nicht geklappt. Das lässt sich ja nicht erzwingen oder ansparen wie ein Haus. Da möchte ein Paar ein Kind und dann gleich weiter an der Karriere basteln, die natürlich fein vorgezeichnet ist - und dann wird es ein Zwillingspärchen, zu früh auf die Welt gekommen, und alles steht kopf.

    Ziele als eine Richtschnur sind in Ordnung. Ein Studium hat natürlicherweise ein Ziel, den Abschluss. Aber es muss immer nachverhandelt werden können, wie meine Vorrednerin schrieb. "Plan B" finde ich auch immer eine schöne Beschreibung.

    Anderenfalls müssten Leute, die ihrem Abschluss nicht schaffen, ins Wasser gehen - oder was?

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    AW: Eigene Ziele setzen

    ohne ziele würde ich wahnsinnig werden.
    einfach so in den tag hineinleben,nein, das ist nicht meins.
    mein leben ist sicher nicht so gelaufen wie erwünscht, aber zum beispiel mein berufliches ziel, nämlich in einer bestimmten branche zu arbeiten, hat sich erfüllt, zwar wesentlich später als erhofft, aber es hat mit positivem denken und guter vorbereitung geklappt. hätte ich das nicht durchgezogen, hätte ich mich den rest meines leben fragen müssen: was wäre gewesen wenn....

    nun hab ich natürlich das ziel eine gewisse position zu erreichen. aber ich habe auch einen alternativwunsch. nämlich familienplanung. seit ich weiß, dass ich das was ich mir fest vornehme, auch schaffe, habe ich nicht mehr diese innere unruhe.

    bin zwar in sachen persönlichkeit noch auf dem absoluten selbstfindungstrip und hab meinen platz noch nicht gefunden. aber ohne ziel wäre ich verloren...
    Nichts wahrhaft Gutes war jemals einfach

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    AW: Eigene Ziele setzen

    Zitat Zitat von Inselfreundin Beitrag anzeigen
    Hallo,

    ich bin auf der Suche nach eigenen Zielen . Nein, im Ernst... Habt ihr persönliche Ziele?
    Ja.

    Sind die eher materieller Natur oder eher idealistisch?
    Beides.

    Ich kenne einige Menschen (v.a. Männer), die sich persönliche Ziele setzen, z.B. bis dahin das Studium beendet haben, dann einen Masters dransetzen, dann ins Ausland etc., aber ich habe so etwas eigentlich nicht.
    Ich frage mich, wie man eigene Ziele haben kann und ob die immer so konkret sein müssen. Ich bin eher jemand, der gerne ausprobiert und erstmal abwartet, was passiert.
    Das ist auch eine Art Ziel.

    Auf die Frage "wo sehen Sie sich in 5 Jahren?" kann ich demnach fast nicht antworten. Mein Ziele im Leben sind eigentlich glücklich und zufrieden zu sein, aber nichts konkretes. Ja, ich möchte auch mal ein Haus, muss aber nicht sein. Ich habe eine Tochter, aber das reicht mir auch. Ich weiß eher, was ich nicht will und das weiß ich meist aus Erfahrung. Ist das so ungewöhnlich? Ist es wichtig im Leben, konkrete Ziele zu verfolgen?
    Es gibt Menschen, die setzen sich absolute, messbare Ziele. Oftmals haben solche Menschen arge Probleme, wenn plötzlich der klare Weg unerwartete Hindernisse enthält. Sie sind oft nicht flexibel genug, darauf zu reagieren.
    Persönlich halte ich es tendenziell eher wie Du. Ich habe Ziele, aber eher abstrakterer Natur. Ich habe grobe Vorstellungen, wie ich leben möchte, in welchem Umfeld ich mich bewegen möchte, was ich gut und was ich schlecht finde.
    Ich habe keine absoluten Ziele wie 2010 Abteilungsleiter, bis 40 zwei Kinder, 2015 ein Haus, zwei Freundinnen und drei Autos..

    Dadurch, dass ich eher abstrakte Ziele verfolge, bleibe ich zwar auf Kurs, bin aber flexibel, mich auf neues einzustellen. Das muss ich auch. Immerhin habe ich schon in fast jeder deutschen Großstadt gewohnt, habe diverse Firmen und Konzerne hinter mir, diverse Freundinnen usw. Mit absoluten Zielen wäre vieles vermutlich ganz anders gelaufen, aber ebenso vermutlich hätte ich viele Chancen nicht ergriffen und verpasst.
    Grundsätzlich denke ich aber, ist man entweder der Typ wie Du oder ich, oder der Typ absolute Ziele.
    Mir war es nie wichtig, Abitur zu haben, dies oder das zu studieren, dann dies oder das zu machen. Mir war wichtig, einen Lebensstandard zu erreichen, tolle Freunde zu haben, Menschen und Kulturen kennen zu lernen. Mir war vor 15 Jahren nicht klar, dass ich mal Spaß daran haben würde, in Ost- bzw Süd-Europa zu arbeiten, in Österreich zu leben usw. Es hat eines das andere ergeben - erst heute ergibt sich Rückwirkend ein sehr stimmiges Bild.

    Zur Ausgangsfrage:
    Ziele sind lebenswichtig. Ja, lebenswichtig. Menschen ohne Ziele sehen idR keinen Sinn mehr im Leben. Typische Beispiele sind die Mutter, deren Kinder aus dem Haus sind und die erstmal neue Lebensinhalte (=Ziele) definieren muss, der Manager, der in Rente geht und von niemandem mehr gebraucht wird oder der jugendliche, der nicht weiß, wo seine Zukunft liegt.
    Deutschland schafft sich ab.. - Zeit für Veränderung!

  7. Inaktiver User

    AW: Eigene Ziele setzen

    Welche Ziele haben denn die Einwohner eines Pflegeheims? Wenn man nun keins mehr findet, muss man sich dann aufhängen?

    Lebensinhalt ist nicht gleich "Ziel".

    Eine Mutter, deren Kinder aus dem Haus sind, hat ein riesengroßes Ziel erreicht: Die Kinder sind selbstständig. Nun kann sie sich etwas Neues vornehmen oder das Leben einfach genießen. Ich finde es furchtbar, dass wir heute immer nur in eine Richtung gucken sollen und uns auf den Weg machen, als müsste alles im Leben einem Ziel untergeordnet werden.

    Der Weg ist bekanntlich das Ziel

    Wer Geige spielt, kann das auch ganz ohne Ziel machen, einfach nur aus Freude. Und dieses "nur aus Freude" und "nur für den Moment" - das ist für mich wirkliche Lebensqualität. Nicht das Hinterherhechelns hinter Zielen. Da sind immer ein paar, aber die machen nicht mein ganzes Denken aus.

  8. User Info Menu

    AW: Eigene Ziele setzen

    Liebe Inselfreundin,

    Deine Geschichte erinnert mich an meine eigene Ehe, die mittlerweile vorbei ist.

    Mein damaliger Mann hatte auch konkrete Ziele, und ich ? Eigentlich keine. Naja, was ich beruflich machen wollte, das wusste ich schon. Und das mache ich jetzt auch ! Und irgendwann hatte ich große Sehnsucht nach einem Kind - das haben wir dann auch noch bekommen - wunderbarerweise.

    Insgesamt erinnere ich mich aber, dass mich die festen Pläne meines Mannes sehr bedrückt haben. Er hat mir immer vorgeworfen, keinen Plan zu haben... Heute weiß ich, dass ich zu wenig Platz hatte, meine eigenen Ziele "in mir aufsteigen zu lassen", vielleicht war ich einfach zu jung (21) bei der Heirat, wer weiß ? Wie alt seid Ihr denn ?

    Wie sich jetzt herausgestellt hat, waren die "Ziele" meines Mannes damals noch stark bestimmt von den Vorstellungen seiner Eltern. Das gibt es, glaube ich, gar nicht so selten. Nur so als Denkanstoß...

    Keine Ziele zu haben, ist nichts Schlimmes, finde ich. Das bedeutet nur, dass man NOCH keine Ziele hat. Die ergeben sich dann schon noch.
    Ich habe nach der Scheidung lange gebraucht, um zu erkennen, dass eigene Wünsche ganz wichtig sind. Und dass das Mitmachen, weil das das Einfachste ist, am Ende nach hinten losgeht. Dann lebt man am Ende ein fremdes Leben.

    Ansonsten würde ich raten, die Fragen einzeln zu besprechen: Noch ein Kind ? Wohneigentum wo und wie ? etc.

    Euch Alles Gute,
    steinfink

  9. User Info Menu

    AW: Eigene Ziele setzen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Welche Ziele haben denn die Einwohner eines Pflegeheims? Wenn man nun keins mehr findet, muss man sich dann aufhängen?
    Manche tun das genau deshalb. Und der Rest hat Ziele. Sei es, seine Mitbewohner bei den Mahlzeiten zu treffen, zusammen etwas zu spielen und sich darauf zu freuen usw. Alles kleine Ziele.

    Lebensinhalt ist nicht gleich "Ziel".
    Doch, nach meiner Definition schon. Ein Ziel ist ein Grund, etwas zu tun. Ein Lebensinhalt (=INHALT) ist ein Grund, etwas zu tun (=Ziel).

    Eine Mutter, deren Kinder aus dem Haus sind, hat ein riesengroßes Ziel erreicht: Die Kinder sind selbstständig. Nun kann sie sich etwas Neues vornehmen oder das Leben einfach genießen.
    Auch "Leben geniessen" ist ein Ziel. Ein nicht messbares und doch ist es ein Ziel. Wenn man "Leben geniessen" aber dann nicht konkretisiert (im Sinne von Reisen, Lernen usw), wird man schnell vor dem TV enden und sich sinnlos vorkommen. Es geht also um Ziele.

    Ich finde es furchtbar, dass wir heute immer nur in eine Richtung gucken sollen und uns auf den Weg machen, als müsste alles im Leben einem Ziel untergeordnet werden.

    Der Weg ist bekanntlich das Ziel
    Genau. Aber ohne Ziel kein Weg, sondern sinnloses umher irren.

    Wer Geige spielt, kann das auch ganz ohne Ziel machen, einfach nur aus Freude. Und dieses "nur aus Freude" und "nur für den Moment" - das ist für mich wirkliche Lebensqualität.
    "Nur für den Moment" ist auch ein Ziel. Man zielt darauf ab, den Moment zu geniessen. Der andere Geiger spielt für das Orchester oder weil sein Vater berühmt war oder weil.. jeder hat seine eigene Art Ziele zu definieren. Wichtig ist nur, dass man es macht.
    Deutschland schafft sich ab.. - Zeit für Veränderung!

  10. Inaktiver User

    AW: Eigene Ziele setzen

    Zitat Zitat von blackjack21 Beitrag anzeigen
    Wichtig ist nur, dass man es macht.
    Keiner muss müssen. Keiner muss deine Art, Ziele zu definieren und zu verfolgen, annehmen. Ich mag diese Art, anderen Ratschläge geben zu wollen, nicht. Wenn ich schreibe: Ich tue etwas ohne Ziel, dann tue ich das ohne Ziel, manchmal sogar ganz bewusst und ausdrücklich. Was jemand anderes mit derselben Tätigkeit bezwecken mag, bleibt davon völlig unberührt.

    Wenn die Frage ist, ob man sich Ziele setzen *muss*, dann kann die Antwort nur sein: Nein. Und es kann, wie ich zu beschreiben versuchte, sehr sinnvoll sein, ohne permanente Zielpeilung zu leben.

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