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    Fremdbestimmt?

    Hallo,

    ja, wo fange ich jetzt an? Ich hab, eigentlich schon seit meiner Kindheit den Eindruck, dass ich "übrig bleibe". Es scheint mir heute noch, als ob alle ihren Weg gefunden haben, nur ich nicht. Wenn ich Leute höre, die von ihrem beruflichen Werdegang berichten, habe ich den Eindruck, dass die angekommen sind. Bei mir war es so, dass mein Ausbildungsberuf (vor 20 Jahren) quasi aus dem Boden gestampft wurde. Eigentlich in meinen Augen nichts Halbes und nichts Ganzes. In dem Unternehmen arbeitete ich zwar ca. 10 Jahre, hörte dann aber auf (wegen Umzugs). Ich machte eine Weiterbildung (in der Gesamtheit wieder nichts wirklich Greifbares) Ich arbeitete in verschiedenen Büros, was aber eigentlich auch ganz gut klappte (hatte aber trotzdem immer das Gefühl, nicht zu genügen)

    Bis jetzt habe ich immer wieder eine neue Arbeit gefunden, aber mittlerweile habe ich das Gefühl, nirgends mehr richtig Fuß zu fassen. Bildlich gesprochen fühle ich mich entwurzelt.

    Auch privat geht es mir so: ich lebe in einer sehr schwankenden Beziehung, habe aber nicht die Kraft, hier einen klaren Strich zu ziehen oder ganz klar zu sagen, was ich möchte (wenn ich es denn doch mal tue, dann ist oft schlechte Stimmung). Nervlich bin ich angeschlagen (depressive Phasen, kratze die Haut auf, wenn ich sehr unter Druck stehe, auch Gedanken wie: total ausweglose Situation; wozu das alles usw.)

    Ich denke oft, dass das alles daher rührt, dass ich nicht genau weiß was ich möchte, Angst habe, selbst Entscheidungen zu treffen, immer in der Sorge, die Konsequenzen hinterher bitter zu bereuen. Irgendwie klingt das alles nach Fremdbestimmung. Ich füge mich in die gegebenen Situationen und frage selten, wo ich eigentlich dabei bleibe. (Immer erstmal die anderen vorlassen und dann darf ich vielleicht mal)

    Auch in meinem derzeitigen Job hab ich zwar "Fluchtgedanken" aber ich denke mir dann: wenn Du jetzt wieder was neues anfängst, wie soll denn dann dein Lebenslauf aussehen...

    Und dann vergleiche ich mich mit "den Anderen" und stelle fest, das die schon irgendwie "angekommen sind" beruflich und privat und ich eigentlich kein richtiges Ziel vor Augen hab.

    Mehr und mehr wird mir jedoch bewusst, dass das Leben an mir vorbeizieht und hoffe, so lächerlich das klingen mag, auf ein Wunder..

    Ach Mensch..

    Danke

    Kaffeemütze

  2. gesperrt

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    AW: Fremdbestimmt?

    Guter Titel.
    Darf ich ehrlich sein?

    Calacirya

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    AW: Fremdbestimmt?

    ...nur zu...

    KM

  4. gesperrt

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    AW: Fremdbestimmt?

    Ich entnehme deinem Eingangsbeitrag, dass du dich in deinem Beruf nicht wohlfühlst. Dass du dich in der Beziehung nicht wohl fühlst. Dass du jetzt irgendwie merkst, dass in deinem Leben alles mehr oder weniger falsch ist/gelaufen ist/läuft, und du hoffst auf Veränderung, hast aber gleichzeitig auch Angst, was zu verändern. Richtig?

    Natürlich scheinen "die anderen" schon angekommen zu sein - ich schreibe "scheinen", weil es oft nur so erscheint, von aussen betrachtet.
    Aber das tut bei deinem Gefühl nichts zur Sache, dir erscheinen die anderen als "angekommen", und du glaubst, es nicht zu sein.

    Du musst was ändern.
    Wenn ich dir einen Tipp geben darf: Nicht alles auf einmal, so du überhaupt kannst.
    Hoffen hilft auf jeden Fall nicht. Du musst aktiv werden. Die Frage ist nur: Wie.

    Das Problem beim Fremdbestimmt-sein ist, dass man sich erst mal selbst finden muss. Und das kann dauern.
    Während der Selbstfindung aber muss das Leben irgendwie weiter gehen, d.h. man muss arbeiten, Geld verdienen, Beziehungen wollen gepflegt werden, obwohl du ja offensichtlich den Eindruck hast, dass das alles "irgendwie falsch läuft".

    Für mich hört sich deine Geschichte, soweit ich das aufgrund der wenigen Zeilen sagen kann, an, wie prägungsbedingt, d.h. aus der Kindheit übernommen.
    Wenn dem so wäre - wie gesagt, ich vermute nur - würde ich an deiner Stelle ernsthaft überlegen, dabei fachliche Hilfe in Anspruch zu nehmen; gegen sowas kommt Mensch alleine oft nicht an.

    Calacirya

  5. Inaktiver User

    AW: Fremdbestimmt?

    Hallo Calacirya,

    ich habe heute mittag in einem anderen Thema (glaub es hiess "ich kann mich nicht öffnen" oder so, vielleicht kannst du es dir mal durchlesen) geschrieben. Mir gehts ähnlich und ich frage mich allmählich, wo fang ich an und welche unterstützung kann ihc bekommen. Denn auch bei mir ist es so (zumindest vermute ich das), dass ich irgendwie ein muster aus meiner Kindheit mitbekommen hab, das ich nicht loswerde.

    Überall liest man: hol dir professionelle Hilfe. Nur wie und wo? Ich mein, ich kann unmöglich meinem hausarzt meine lebensgeschichte erzählen! Abgesehen davon, dass die für sowas keine zeit haben, mag ich das nicht.

    lg veilchen

  6. Inaktiver User

    AW: Fremdbestimmt?

    veilchen, warum kannst du nicht zum hausarzt gehen, ihm sagen, dass du eine therapie, eine psychtherapie brauchst und du willst ne überweisung von ihm?

    von allein kommt nichts geflogen.

    man/frau muss unter umständen auch mal den inneren schweinehund zuhause lassen und sich auf die socken machen.

    von nichts kommt garnichts

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    AW: Fremdbestimmt?

    Hallo Calacyrica,

    vielen Dank für Deine Antwort. Ja, ich glaube, Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. Ich hatte auch schon einmal eine Zeitlang eine Therapie, die aber leider nicht so zur Wurzel allen Übels vorgedrungen ist. Als ich vor einigen Monaten fast am Ende meiner Kräfte war, bin ich zu meiner Hausärztin gegangen, die mir dann eine Therapie nahegelegt hat und mir Tabletten verschrieben hat. Die habe ich jedoch nicht lange eingenommen, da die Nebenwirkungen nicht unerheblich waren. Da mit der Therapie hab ich bislang vor mir hergeschoben, was sicher auch nicht grad zur Lösung beiträgt. Aber ich denke immer, dass ich den Therapeuten vielleicht nerve :-( Sicherlich muss ich erst richtig zusammenfallen, dass ich richtig wach werde....

    KM

  8. User Info Menu

    AW: Fremdbestimmt?

    Hallo Veilchen,

    beim Hausarzt muss man gar nicht die ganze Geschichte erzählen.

    Schade ist nur, dass man nicht so schnell einen Termin für eine Therapie bekommt...

    KM

  9. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Fremdbestimmt?

    Es freut mich, wenn ich den Nagel auf den Kopf getroffen habe.

    Ja, um eine Therapie muss man sich bemühen, auch das ist nicht einfach, und es kann dauern.

    Mit Formulierungen wie "schade, dass .... man nicht bekommt", bist du emotional noch nicht weit genug, wie mir scheint...

    Du musst dich bemühen, das tut keiner für dich. Wie brighid auch sagte: Von alleine passiert nichts.

    Calacirya

  10. User Info Menu

    AW: Fremdbestimmt?

    Hallo Kaffeemuetze,

    eine Therapie kann eine große Hilfe sein, aber auch eine Hängematte, wo man seine Probleme gut ablädt, aber keinen Schritt weiter in Richtung Veränderung kommt.

    Dein Posting liest sich für mich, als wüsstet Du einerseits nicht, wo Du hin willst (beruflich) und Dich andererseits nicht zu einer Veränderung, die Du als notwendig erkannt hast (Beziehung) aufraffen kannst.

    Ich meine mich auch zu erinnern, dass Du hier schon öfter ähnlich klingende Beiträge eröffnet hast.

    Das alles ergibt für mich das Bild von jemandem, der feststeckt. Aber meines Erachtens befreit man sich aus so einer Situation am besten, indem man einfach mal an einem Punkt anfängt, aktiv zu werden. Zu viel um sich selbst kreisen, Therapie, etc. kann auch vom Handeln abhalten. Ich lese zwischen den Zeilen heraus, dass Du nicht wirklich entschlossen bist, etwas zu ändern. Du schreibst, Du hoffst auf ein Wunder. Aber das Wunder wird nicht passieren.

    Veränderungen im Leben sind oft genug ein harter, steiniger Weg mit Zweifeln, Ängsten, Rückschlägen. Dein Leben jetzt ist nicht fremdbestimmt, es ist gar nicht bestimmt, weil niemand, auch Du selbst nicht die Verantwortung dafür übernimmst.

    Was spricht dagegen, morgen den ersten kleinen Schritt zu unternehmen? Nimm irgendeinen Zipfel von Deinem Leben und mach einfach mal was, und sei es noch so unspektakulär. Es reicht am Anfang, wenn Du nur fünf Minuten am Tag damit verbringst, etwas ganz bewusst zu tun, um eine Änderung herbei zu führen. Es muss nicht gleich der große Wurf sein.

    Viele Grüße,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

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