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14.08.2009, 09:56
AW: Höhenflug ohne Sicherheitsnetz?
Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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14.08.2009, 10:44Inaktiver User
AW: Höhenflug ohne Sicherheitsnetz?
danke, das ist genau das, was ich meinte.
ich finde den vergleich mit den spenden übrigens hinkend: eine spende ist eine freiwillige gabe, bei der ich für mich keine gegenleistung erwarte. ich zeige mich solidarisch mit bestimmten zielen, und bin bereit, dafür etwas zu investieren, ohne daraus selbst einen gewinn zu erhalten.
bei einer versicherung will ich aber genau das sichern: das ich am ende des tages etwas davon habe, sei es, im falle der arbeitslosigkeit nicht sofort am hungertuch nagen zu müssen, im falle der bu eben noch ein auskommen zu haben etc., etc.
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14.08.2009, 12:34
AW: Höhenflug ohne Sicherheitsnetz?
Meinem Mann und mir ist es wichtig, nicht auf Vater Staat angewiesen zu sein. Wir versuchen immer ein Polster zu haben, von dem wir ein Jahr lang ohne Arbeit beide leben könnten. Immerhin haben wir das Glück, eine günstige Miete zu haben, Auto haben wir nicht, dafür aber eine eigene Firma (Büro + Mitarbeiter), die finanziert werden müssen.
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14.08.2009, 12:53
AW: Höhenflug ohne Sicherheitsnetz?
[QUOTE][Meinem Mann und mir ist es wichtig, nicht auf Vater Staat angewiesen zu sein./QUOTE]
Das höre ich oft im Bekanntenkreis.
Allerdings sollte man sich daran erinnern, dass z. B. Arbeitslosengeld kein Almosen vom Staat ist, sondern eine Versicherungsleistung. Wenn ich diese in Anspruch nehmen muss, brauch ich mich keinesfalls zu schämen. Dasselbe gilt für Renten bei Erwerbsunfähigkeit, finanzielle Hilfen bei Unfall, Behinderung u. s. w.
Ich zahle jeden Monat einen Batzen Geld für Versicherungen und Steuern, da kann ich diese im Notfall auch ohne Bedenken in Anspruch nehmen.Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
Ist es wichtig?
Ist es wahr?
Und ist es besser, als die Stille?

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14.08.2009, 13:14
AW: Höhenflug ohne Sicherheitsnetz?
Das stimmt, da braucht man sich nicht zu schämen. Das hat bei uns auch nichts mit Schämen zu tun, damit hab ich gar kein Problem. Mich stört der Aufwand und die Abhängigkeit, die mit den Leistungen einhergeht. Der Bafög-Antrag damals hat mir schon gereicht.

Ich versteh ja auch, dass Anträge sein müssen, aber die Abhängigkeit von der Laune irgendwelcher Sachbearbeiter schreckt mich ab.
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14.08.2009, 13:16
AW: Höhenflug ohne Sicherheitsnetz?
So sehe ich das auch. Ich hätte kein Problem damit, Arbeitslosengeld zu beantragen, wenn der Fall einträte. Dafür habe ich schließlich auch jahrelang ordentlich Geld einbezahlt.
Und ehrlich gesagt, wenn ich so viel Geld hätte, dass ich ein Jahr lang ohne Unterstützung davon leben könnte (und sei es nur in Höhe des ALG), würde ich das nur ungern ausgeben, wenn ich gleichzeitig wüsste, ich habe das Recht, Leistungen aus der Arbeitlosenversicherung in Anspruch zu nehmen. Das Geld würde ich lieber für Notfälle behalten, in denen ich tatsächlich keine andere Unterstützung habe.
Viele Grüße,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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14.08.2009, 13:26
AW: Höhenflug ohne Sicherheitsnetz?
Eine Arbeitslosenversicherung habe ich nicht (bin selbständig). Ich kenne mich mit den staatlichen Leistungen nicht ganz so gut aus, aber ich könnte dann glaube ich nur Hartz4 beantragen, oder?
Auf jeden Fall (um wieder auf´s allgemeine Thema zurückzukommen) finde ich es wichtig, Rücklagen zu bilden, wenn man die Möglichkeit dazu hat. Allerdings suche ich da noch die optimale Anlageform.
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14.08.2009, 15:48Inaktiver User
AW: Höhenflug ohne Sicherheitsnetz?
Das ist jetzt OT, weil dies kein Versicherungsstrang ist und ich keine Versicherungen verkaufe, aber diese Aussagen stimmen nicht. Eine BU-Versicherung versichert den momentan ausgeübten Beruf, nicht "irgendeine Arbeit". Oft ist eine Karenzzeit vereinbart. Konkret heißt das, wenn man länger als 6 Monate krankgeschrieben ist mit einer Prognose nicht innerhalb weniger Wochen wieder zurück zum alten Arbeitsplatz kehren zu können, gibt`s Geld. Beispiele sind ein Unfall mit anschließender Reha, ein überstandener Herzinfarkt mit Reha, Krebserkrankungen (Brustkrebs), bei denen man Zeit braucht, bis man wieder arbeiten kann, psychische Erkrankung, Burnout, Depressionen, etc. Die staatliche EU-Rente zahlt dann oft noch nicht, so dass man mit der BU-Rente laufende Verpflichtungen (Studiumskosten der Kinder, Raten für`s Haus, ect.) weiterbezahlen kann. Aber wie gesagt, das ist OT und soll auch nicht das Strangthema werden.
[QUOTE=marylin;6147253]Diese Versicherungsleistungen stehen jedem zu und man braucht sich nicht dafür zu schämen. Hartz IV sichert dann die Grundversorgung ab: Dach über den Kopf und Essen im Bauch.[Meinem Mann und mir ist es wichtig, nicht auf Vater Staat angewiesen zu sein./QUOTE]
Das höre ich oft im Bekanntenkreis.
Allerdings sollte man sich daran erinnern, dass z. B. Arbeitslosengeld kein Almosen vom Staat ist, sondern eine Versicherungsleistung. Wenn ich diese in Anspruch nehmen muss, brauch ich mich keinesfalls zu schämen. Dasselbe gilt für Renten bei Erwerbsunfähigkeit, finanzielle Hilfen bei Unfall, Behinderung u. s. w.
Ich zahle jeden Monat einen Batzen Geld für Versicherungen und Steuern, da kann ich diese im Notfall auch ohne Bedenken in Anspruch nehmen.
Ich frage mich allerdings: Wenn ich über Jahre relativ gut verdient habe, besteht dann nicht eine (moralische) Verpflichtung für schlechte Zeiten vorzusorgen? Damit meine ich ausdrücklich nicht Arbeitslosigkeit, etc. Das Geld steht jedem zu und das soll man dann auch beantragen. Ich denke eher an folgende Situationen: eine Frau wird ungeplant schwanger und möchte nicht mit dem Kindsvater zusammenleben. Wenn diese Frau keine Familie in der Nähe hat und keine Ersparnisse, ist sie in der ersten Kleinkindzeit sehr schnell auf Hartz IV angewiesen. Hat diese Frau vorher gut verdient, käme mir das irgendwie merkwürdig vor, auch wenn ihr natürlich diese Sozialleistung zustehen würde. Gleiches gilt für Ehefrauen, die lange sehr gut von und mit ihrem Mann gelebt haben, aber dann im Falle einer Scheidung auf Sozialleistungen angewiesen sind, weil weder sie, noch ihr Ex für den eigenen Lebensunterhalt aufkommen können.
Ich fühle eine Verantwortung für mich vorzusorgen, wenn ich die Möglichkeit habe mehr zu verdienen, als ich für mein tägliches Leben brauche.
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14.08.2009, 17:32
AW: Höhenflug ohne Sicherheitsnetz?
Hallo marlien,
in beiden Beispielfällen, die Du schilderst, würde ich von den Frauen erwarten, dass sie sich baldmöglichst darum kümmern, wieder selbst für ihren Unterhalt aufzukommen.
Im ersten Beispiel steht der Frau für ein Jahr Elterngeld zu. Danach würde ich - wenn ich selbst in der Lage wäre - zusehen, dass ich eine vernünftige Betreuung organisiert bekomme (bei einem guten Gehalt, das Du erwähnst, sollte das ja auch finanzierbar sein) und wieder arbeiten gehen. Da würde ich nicht erwarten, dass der Staat meine persönlichen Lebensentscheidungen subventioniert, wenn ich selbst in der Lage bin, für mich zu sorgen.
Ebenso im zweiten Fall. Warum soll eine geschiedene Frau, so ihr kein Unterhalt zusteht, nicht wieder arbeiten gehen?
In Fällen, wo das tatsächlich nicht möglich ist, aus welchem Grund auch immer, soll meinetwegen gerne der Staat einspringen.
Das Problem ist doch eher, dass das, was man staatlicherseits an Hilfe erwarten kann, ggf. bei weitem nicht mehr den Lebensstandard ermöglicht, den man gewohnt war. Ob man mit diesem Abstieg im Notfall leben kann und dieses Risiko einzugehen befreit ist oder lieber beizeiten vorsorgt, ist eine Frage der persönlichen Einstellung.
Viele Grüße,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)
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14.08.2009, 19:55Inaktiver User
AW: Höhenflug ohne Sicherheitsnetz?
Das ist für mich einer der Knackpunkte, das hatte ich auch schon vorher angesprochen. Wie bewusst geht man das Risiko nach einem Notfall finanziell empfindlich abzusteigen ein? Du schreibst, dass du dich bei Verlust des Hausrats erstmal mit Matratze und 3 Bananenkisten (und sehr wenig Klamotten?
) begnügen würdest. Das ist konsequent und das Risiko der fehlenden Hausratversicherung bewusst eingegangen.
Ich habe aber noch nie gehört oder hier gelesen, dass jemand gesagt hat: Ich habe es mir jahrelang richtig gut gehen lassen und mein Geld ausgegeben. Jetzt nach dem Schicksalsschlag/nach der Trennung/mit der Erkrankung lebe ich zwar von sehr wenig Geld, muss mein Leben komplett umstellten (Hobbies, Interessen, etc) und mein Freundeskreis verändert sich sehr, aber das ist okay so, schließlich hatte ich zuvor eine schöne Zeit.



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