Es gibt Leute, die scheinen jeden zu kennen. Wie gut, ist natürlich die andere Frage.
Aber wie machen die das?
Lieben sie Menschen an sich? Können sie grundsätzlich gut mit Menschen umgehen? Oder gehen sie einfach nur auf die "richtigen" Events?
Ehrensenf
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 31
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05.08.2009, 15:43Inaktiver User
Phänomen des social networkers
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05.08.2009, 15:59
AW: Phänomen des social networkers
meine erfahrung (ich zähle mich auch zu den social networkers): sie gehen offen und vorurteilslos und mit echtem interesse auf andere menschen zu. sie strahlen aus: "ich bin gern mit anderen menschen zusammen, tausche mich gern aus und rede gern".
welche evens die "richtigen" sind, stellt sich oft erst im nachhinein heraus.
networker sind meiner erfahrung nach meist menschen mit ausgeprägtem hang zum genuss (außerdem ist das ein tolles gemeinsames thema!), sozialem engagement und solidem allgemeinwissen, weil dieses wiederum dafür sorgt, dass sehr viele gesprächsthemen zur verfügung stehen!
so nehme ich jedenfalls die anderen "begabten" netzwerker um mich herum wahr.
sicher gehört auch die freude am umgang mit menschen dazu, und ausgestrahlte lebensfreude.
natürlich gibt es auch die spielart des "political animal"; leute, die nicht unbedingt von menschenfreundschaft geprägt sind sondern eher getrieben von dem instinkt, möglichst viele menschen kennenzulernen, die sie für eigene bedürfnisse nutzen können. solche kenne ich auch, aber das hat ein g'schmäckle, find ich.Geändert von Lizzie64 (05.08.2009 um 19:03 Uhr)
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06.08.2009, 17:38Inaktiver User
AW: Phänomen des social networkers
für's Mitdenken!
Ich kann das eigentlich nicht, soviel social networken. Dabei denke ich viel über Menschen nach, habe aber wohl zuviel Angst vor der Zurückweisung, als das ich mich letztlich auf sie einlassen kann. Und das haben diese Leute scheinbar nicht, die gehen einfach weiter und haben daran nicht so sehr zu knabbern.
Das ist wohl der Unterschied.
Ob man das wohl lernen kann?
Ehrensenf
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06.08.2009, 17:43Inaktiver User
AW: Phänomen des social networkers
Ehrensenf,
worüber grübelst Du denn nach?
*neugierig*
die Seewespe
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06.08.2009, 18:01Inaktiver User
AW: Phänomen des social networkers
na, wie die Menschen so funktionieren. Was sie antreibt, bewegt, ausmacht. Warum sie handeln,wie sie handeln.
Das könnte man auch so auslegen, dass es eigentlich weniger um das Interesse an einer Person geht, sondern um einen (zum Scheitern verurteilten Versuch) Situationen besser einschätzen zu können und sie vielleicht auch unter Kontrolle zu haben. Zumindest ist das ein Aspekt, der bei mir eine Rolle spielt.
Ehrensenf
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06.08.2009, 18:09Inaktiver User
AW: Phänomen des social networkers
Warum ist es nicht möglich " socialnetworker" so auszudrücken, dass Tacheles dabei heraus kommt ?

Redet man von studi.vz oder facebook oder von Hans oder Grete, die auf jeder Hochzeit tanzen ?
"socialnetwork " ist doch ein doofer Ausdruck, wenn wir uns auf Deutsch unterhalten. Aber ein geläufiger..ein Zeitgeistausdruck..
Doch Menschen sind heute wie damals : manches Medium ist aber gaga..
" socialnetwork " mit 1000 "Freunden"online..Ja, wenn ich so etwas sehe, frage ich mich auch was das ist..Geändert von Inaktiver User (06.08.2009 um 18:13 Uhr)
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06.08.2009, 18:14Inaktiver User
AW: Phänomen des social networkers
Verstehe.
Ich habe früher auch viel über soziale Situationen meditiert, und mir das Netzwerken damit ziemlich verdorben. Das habe ich mir aus zweierlei Gründen abgewöhnt: Zum einen ist mir aufgegangen, dass, wenn jeder auch nur annähernd ähnlich wie ich darüber nachdenkt, wie er warum in welcher Situation gewirkt haben könnte, und was das bei anderen möglichweise aus welchem Grund nun wiederum wie auslöste, keiner ausser mir tatsächlich über mich nachdenkt. Das war enorm entlastend. Zum anderen habe ich irgendwann meinen Frieden mit dem Thema Kontrolle gemacht, und sie gedanklich in Rente geschickt, da ich sie für eine Geissel erwachsenen Denkens und zudem für eine ziemlich schlechte Fata Morgana halte.
Ich trete seither beherzt in Fettnäpfe, auf Hühneraugen, und auch in mir gänzlich unbekannten Runden vergleichsweise ruhigen Pulses auf´s Parkett. Man könnte auch sagen: Seit ich mich nicht mehr so wahnsinnig ernst nehme, hat die Sache enorm an Spass gewonnen.
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06.08.2009, 18:15Inaktiver User
AW: Phänomen des social networkers
P.S.:
Ich meine mit Netzwerken im übrigen reale Kontakte, keine virtuellen.
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06.08.2009, 18:23Inaktiver User
AW: Phänomen des social networkers
Ich meine auch vorrangig die realen Kontakte (die virtuellen folgen ja eher) und habe da jemanden vor Augen, der wirklich jeden kennt: Verleger, Wissenschaftler seiner Disziplin und Nachbardisziplinen, Politiker, national wie intenational. Er scheint da auch keinen großen Unterschied zu machen zwischen Sekretärin und Stiftungsbeiratsmitglied. Sehr nett ist er auch.
Jaja, das Grübeln: ererbt und nicht so leicht loszuwerden.
Welche Fettnäpfchen meinst Du zum Beispiel?
Manche Leute sind ja z.B. eher zurückhaltend oder auf Selbständigkeit bedacht. Wenn man dann "sozialer", im Sinne von Gemeinschaft und auch für den anderen Denken, handelt, ist es schlichtweg unerwünscht, bei anderen wäre es wiederum unfreundlich.

So?
Ehrensenf
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06.08.2009, 19:01
AW: Phänomen des social networkers
Hallo Ehrensenf,
Social Networking ist ein Thema, das mich auch sehr interessiert. Wobei dazu ja nicht nur gehört, diese Kontakte zu knüpfen, sondern auch, sie zu pflegen. D.h. man muss Zeit investieren, darf sich nicht scheuen, sich auch nach längerer Zeit wieder bei einem Netzwerkpartner zu melden, muss grundsätzlich "gut mit Menschen" sein. D.h. man darf Kommunikation nicht als anstrengend empfinden, sondern sollte daraus eher Energie schöpfen.
Wirklich begabte Netzwerker interessieren sich für anderen Menschen, nehmen Anteil, bieten Hilfe an und bauen dadurch ihr Netzwerk auf und aus. Sie merken sich auch Details (oder notieren sie ggf. auch), wie z.B. dass die Sekretärin von Herrn X. auf Kreta in Urlaub war. Und wenn sie wieder zurück ist, fragen sie danach. Wenn sie das nächste Mal einen Termin mit Herrn X. vereinbaren wollen, wird die Sekretärin alles tun, um den möglich zu machen. Und sie kommen dabei nicht berechnend und bemüht, sondern locker und sympathisch rüber.
Ich glaube, sowas kann man nur teilweise lernen, teilweise ist es einfach eine Gabe. Ich kann es heute viel besser als früher, aber ich kenne auch meine Grenzen. Andere Menschen strengen mich auch schon mal an. Nach einem langen Arbeitstag will ich meine Ruhe und nicht noch zehn Telefonate führen. Bei Seminaren mag ich abends nicht an der Bar versacken, sondern bin froh, wenn ich auf mein Zimmer gehen kann. Aber an der Bar werden die Kontakte geknüpft. Da wird Brüderschaft getrunken und eine gemeinsame Vorliebe für die Bretagne entdeckt (wenn Sie wollen, können Sie nächstes Jahr mein Ferienhaus dort haben).
Aber wenn man sich zu solchen Aktivitäten zwingt, fehlt die Lockerheit. Dann erwartet man, dass man einen Gegenwert für die geopferte Freizeit erhält, statt die Begegnung selbst als Freizeit zu betrachten. Und schon funktioniert das Ganze nicht mehr.
Viele Grüße,
MalinaDu hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)


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